2010/11/27

Netzgezwitscher


Zur Zeit ist es sehr hip über alles, was man gerade tut oder nicht tut, auf einem Dienst für Kurzmitteilungen im Netz zu berichten. Das wird hauptsächlich deswegen gemacht, weil dafür intensiv geworben wird. Warum wird wohl dafür so intensiv geworben? Selbstverständlich weil der Dienst Twitter eine Datensammelkrake ist wie es kaum eine weitere gibt, die Daten in einen fremden Rechtsraum schafft, dort verarbeitet und dann mit dem Verkauf eurer aufbereiteten Daten Geld „verdient“. Nur so kann sich der Dienst die intensive Werbung überhaupt leisten. Nun hat niemand etwas dagegen, wenn Geld verdient oder auch nur eingenommen wird. Aber wer sonst um den Umgang mit den eigenen Daten besorgt ist, der sollte wissen, von welchen Diensten im Netz er (die männliche Form reicht hier, denn weibliche Menschen interessiert es sowieso nicht, was mit ihren Daten geschieht) sich fernhalten muß. Vor allem sollte ihm genau das auch weiterhin ermöglicht bleiben!

Noch gibt es hier keine Werbung


Bisher gibt es hier keine Werbung. Dafür gibt es Spendenaufrufe. Auf der rechten Bildschirmseite sollte einer zu sehen sein. Aber es gibt keine Spender. Soll hier doch lieber Werbung gezeigt werden?

Immerhin haben Spenden den großen Vorteil, daß Sachspenden geleistet werden können. Die sind oft sehr viel hilfreicher als Geld. Sachspenden können hier in Form von PHP-Programmen, Übersetzungen oder Illustrationen (die vor allem Übersetzern helfen sollen) geleistet und einfach übers Netz verschickt werden.

Spenden hätten also große Vorteile (auch rechtliche), aber das nützt nichts, wenn es keine Spender gibt. Viele no budget -Spieleentwickler finden freiwillige Mitarbeiter. Ernstere und dafür einfachere Projekte jedoch nicht. Wird Aufklärung und Bildung, die Möglichkeit zu sozialen und technischen Fortschritten wirklich als so überflüssig angesehen? Oder Werbung auf Netzseiten als so viel besser?

Soll hier in Zukunft lieber Werbung gemacht werden als zu Spenden aufgerufen? Dieses Mal wird ausdrücklich um Meinungen gebeten.

2010/11/26

Grundbegriffe der Biologie III


In jüngster Zeit sind wieder die ethischen Diskussionen um die Präimplantationsdiagnostik aufgeflammt. Man scheint komplett vergessen zu haben, zu welchen Ergebnissen man bisher schon gekommen war und vor allem warum. Darum nun eine Erinnerung an den wesentlichsten Punkt. Die Präimplantationsdiagnostik steht nur nach einer künstlichen Befruchtung zur Verfügung, bevor die befruchtete Eizelle in die werdende Mutter eingesetzt wird. Das will der Name der Methode aussagen. Künstliche Befruchtung ist nicht immer erfolgreich. Daher machen die Reproduktionsmediziner mehrere Versuchsansätze. Falls der Versuch dann doch erfolgreich ist, stehen oft um die fünf Klone des gewünschten Kindes zur Verfügung, die der werdenden Mutter eingesetzt werden können. Die Klone werden hergestellt, indem der Embryo nach den ersten Zellteilungen zerteilt wird. Bis zum Stadium von acht oder sechzehn Zellen überlebt er das schadlos und stattdessen entstehen zwei neue Embryonen, die eine Zellteilung hinter dem Zeitplan sind. Das schadet keinem der Embryonen, aber es sind auf jeden Fall zwei menschliche Wesen. Eineiige Zwillinge entstehen auf natürlichem Weg, aber auf die selbe Weise! Die Klone erhöhen die Anzahl der Versuche, die der Reproduktionsmediziner zur Verfügung hat. Schon die künstliche Befruchtung war früher umstritten, weil der Reproduktionsmediziner nach einer erfolgreichen Schwangerschaft entscheiden muß, was mit den übriggebliebenen Klonen, die ja ebenfalls menschliche Embryonen sind, geschehen soll. Zunächst mal sind sie mit und in flüssigem Stickstoff tiefgeforen. Solange sie nur aus einer oder ganz wenigen Zellen bestehen, überleben sie das.

Manche Mediziner hätten gerne die übriggebliebenen Embryonen für Forschungszwecke zur Verfügung gehabt. Aber weil es nunmal menschliche Embryonen sind, also auch Menschen, darum galt und gilt das als unethisch und wurde verboten. Aus dem gleichen Grund wurde es verboten die Embryonen wie Müll zu entsorgen. Was mit ihnen geschehen soll, ist noch immer ein Rätsel. Erstmal werden sie zwischengelagert wie Atommüll, nur aufwendiger, vielleicht irgendwann auch endgelagert. Für manche Klone hätte man eine Verwendung, nämlich indem man sie auf genetische Schäden untersucht. Aber die Forschung an menschlichen Embryonen soll doch nicht stattfinden? Stimmt zwar, aber es gibt eine Möglichkeit das zu umgehen. Nämlich dadurch, daß die Präimplantationsdiagnostik erlaubt würde.

Der Embryo, der der werdenden Mutter eingesetzt wird, kann nicht auf genetische Schäden untersucht werden, weil die zu untersuchende Zelle dabei zerstört werden muß. Aber der noch einzusetzende Embryo besteht erst aus einer Zelle, der sogenannten Zygote. Stellte man damit genetische Untersuchungen an, dann hätte man den menschlichen Embryo unwiderruflich getötet und zwar noch bevor eine einzige Erkenntnis aus der Untersuchung gewonnen werden könnte. Man kann den einzusetzenden Embryo also nicht auf diese Weise untersuchen. Bei der Präimplantationsdiagnostik verwendet man einen Klon des Embryos, also ebenfalls einen menschlichen Embryo, ein Geschwister des einzusetzenden Kindes. Den bringt man um und schließt aus den Untersuchungsergebnissen auf den genetischen Zustand des einzusetzenden Embryos zurück. Weil man also, um auf den genetischen Zustand eines Menschen zu schließen, einen anderen Menschen töten muß, darum wurde die Präimplantationsdiagnostik als unethisch angesehen und verboten. Jetzt ist es schon wieder fraglich, ob man ungestraft Menschen töten darf! Vielleicht ist es aber auch nur noch fraglich, ob man auch zu Forschungszwecken ungestraft Menschen töten darf, und andere Gründe sind schon allgemein akzeptiert.

2010/11/22

Was ist eigentlich Freigeld?


Als Freigeld wird Geld bezeichnet, das derart konstruiert ist, daß es nicht für eine sich immer weiter öffnende Schere zwischen Armen und Reichen sorgt. Mit anderen Worten, in einer Freigeld verwendenden Volkswirtschaft ist keine Stagflation möglich. Das wird erreicht, weil Freigeld für einen negativen Urzins sorgt. In einer Volkswirtschaft, in der Freigeld verwendet wird, können Menschen immernoch arm oder wohlhabend oder sogar reich sein. Aber Währungen mit einem positivem Urzins, sogenannte Zwinggelder, führen zwangsläufig dazu, daß wohlhabende und arme Gesellschaftsschichten wie eine sich öffnende Schere immer weiter auseinanderklaffen. In den oberen Gesellschaftsschichten sammelt sich immer mehr Zwinggeld an, so daß die Angehörigen dieser Schichten einer starken Inflation ausgesetzt sind. Gleichzeitig fehlt das Zwinggeld in den unteren Gesellschaftsschichten, so daß die Angehörigen dieser Schichten einer nicht minder starken Deflation ausgesetzt sind. So erzwingt (daher der Name) das Zwinggeld grundverschiedene Verhaltensweisen der beiden Gesellschaftsschichten, während die wirtschaftlichen Kennzahlen Anzeichen beider Verhaltensweisen anzeigen, so daß die Ökonomen den Zustand lediglich als Stagflation zu bezeichnen wissen, aber ihn nicht richtig erklären können.

Ein britischer Wirtschaftshistoriker namens Niall Ferguson schreibt: „Wer der Armut entkommen will, muß ausgiebig und gründlich die Funktionsweise des Finanzwesens studieren. Das gilt für Individuën genauso wie für Staaten und Regierungen.“ Obwohl der Satz von einem Ökonomen kommt, klingt er sehr weise. Will man die Funktionsweise des Finanzwesens tatsächlich verstehen, dann müssen wir als erstes die Funktionsweise des Geldes verstehen. Am besten befragt man dazu nicht einen nur herumspekulierenden Ökonomen, sondern einen Praktiker, aus dessen Erfahrung wir sehr viel lernen können. Da trifft es sich gut, daß ein talentierter Praktiker bereits für über hundert Jahren umfangreiche und leichtverständliche Werke über das Wesen des Geldes verfaßt und veröffentlicht hat. Bei dem Praktiker handelt sich um den Außenhandelskaufmann Silvio Gesell.

Um die Auswirkung des positiven Urzinses zu vermeiden muß der beseitigt oder besser noch durch einen negativen Urzins ersetzt werden. Silvio Gesell erklärte uns bereits, wie man das erreichen könnte. Wie sorgt man für einen negativen Urzins? Das ist ganz leicht möglich, indem man dafür sorgt, daß die Währung als nicht wertvoller, sondern eher sogar weniger wertvoll, als ihr Nominalwert angesehen wird, so daß sie schnell gegen Güter eingetauscht wird. Wer gerade nichts einzukaufen braucht, gibt Darlehen aus. Das kann man sich selbstverständlich immernoch vergüten lassen, so daß man durch die Darlehensausgabe Geld verdienen kann. Aber anders als beim Zwinggeld steigen beim Freigeld die Schulden insgesamt nicht stärker an als die Gesamtsumme der Guthaben (Schulden == Guthaben), was beim Zwinggeld zwingend der Fall (Schulden == Tilgung + Zinsen; Guthaben == Tilgung) ist. Zwinggelder werden deswegen als wertvoller als ihr Nominalwert angesehen, weil der immer gleich bleibt, während die Güter, die man dafür erwerben könnte, nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. Einen Gütervorat für zukünftige Bedürfnisse anzulegen würde daher bedeuten, daß man sich wirtschaftlich schlechter stellt, obwohl der nominelle Wert des Vorates exakt dem des dafür ausgegebenen Geldes entsprechen würde. Der Vergleich zwischen dem Geldvorat und dem Gütervorat zeigt auf, daß der Geldvorat effektiv mehr wert ist, obwohl der Nominalwert in beiden Fällen der gleiche ist. Deswegen schlug Silvio Gesell vor, daß der Wert jeder Währungseinheit mit der Zeit absinken sollte, so daß die Währung mit den mit ihr erwerbbaren Gütern gleichzieht. Das Resultat wäre bereits ein Freigeld. Ein Freigeld wäre es natürlich auch, wenn man die gleichen Effekte durch eine andere Konstruktion erreichen könnte. Das wäre jedoch erst noch zu beweisen, während die Konstruktion nach Silvio Gesell ihre Fähigkeiten bereits zu ein paar Gelegenheiten beweisen durfte. Die berühmtesten Fälle sind die in Schwanenkirchen bei Deggendorf kurzfristig verwendete Wära und die Arbeitswertscheine der Gemeinde Wörgl in Österreich, die beide kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ausgegeben wurden und den fast abgewendet hätten.

Silvio Gesell machte noch weitere Vorschläge, die teilweise sogar von unseren Regierungen umgesetzt wurden. Trotz solcher Verdienste (die können wir ein anderes Mal besprechen) gibt es Ökonomen, die Kritik an den Ideen des Silvio Gesell üben, insbesondere am kontinuierlichen Wertverlust des Freigeldes. Sie sagen, daß man den gleichen Effekt durch eine Inflation erreichen könnte, die zudem auch noch leichter zu erreichen sei, weil man das Vertrauen in heutige Währungen dazu nicht zu zerstören bräuchte. Für manche Wirtschaftssubjekte würde freilich gerade eine Inflation das Vertrauen in die Währung zerstören. Trotzdem würde Silvio Gesell den kritischen Ökonomen wahrscheinlich zustimmen. Das selbstverständlich nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dazu müßten die kritischen Ökonomen nur beweisen, daß sie die Inflationsrate für beliebig lange Zeiträume auf dem exakt gleichen Niveau stabil halten können. Die Gefahren einer Hyperinflation oder einer Deflation sind komplett beseitigt. Darüberhinaus müßte die exakt gleiche Inflationsrate selbstverständlich unterschiedslos für alle Gesellschaftsschichten gelten. Deflation ist, wenn man kein Geld hat. Der kritische Ökonom müßte also jegliche Umverteilung von unten nach oben dauerhaft und wirksam unterbinden. Sind alle diese zusätzlichen Bedingungen in seiner Vorstellung einer Inflation nicht enthalten, dann ist die kontinuierliche Wertverminderung der Währung durch Gebühren auf selbige die einzige funktionierende Lösung.

2010/11/14

Energiewende VI


Manchmal wird, vor allem seitens der Berufslügner, so getan als wäre die Energiewende nicht eine Folge des Ölfördermaximums, sondern aus ökologischen Gründen notwendig. Wenn das jedoch zuträfe, dann würde man die vielen, preiswerten, bisher nicht beachteten Maßnahmen ergreifen, statt ausschließlich solcher mit denen man erst noch Kasse machen kann. Wäre es notwendig oder möglich eine menschengemachte, weltweite Erwärmung abzuwenden, dann würde man nie über Kohlendioxid (dessen Menge in der Atmosphäre ohnehin so gut wie garnicht vom Menschen beeinflußbar ist), sondern stattdessen vor allem über Kohlenstofftetrafluorid, Schwefelhexafluorid, Trichlormethylschwefelpentafluorid (alle zigtausendmal so klimawirksam wie Kohlendioxid), aber auch über Wasserdampf (zweihundertmal so klimawirksam wie Kohlendioxid, aber eher nicht vom Menschen beeinflußbar), Distickstoffmonoxid (mindestens zwanzigmal so klimawirksam wie Kohlendioxid) und Methan reden. Die Klimawirksamkeit des Methans stuft man merkwürdigerweise Jahr für Jahr weiter herunter, von ursprünglich der sechzigfachen Kohlendioxidwirkung über die fünfzigfache, die dreiundzwanzigfache (übrigens ein interessanter Hinweis), der zehnfachen und inzwischen manchmal schon auf die siebenfache, sechsfache oder auch nur fünffache Kohlendioxidwirkung. Das kann nur daran liegen, daß man die Klimaschädlichkeit des Methangases sehr schnell durch Verbrennung desselben zu Kohlendioxid so gut wie beseitigen könnte, wenn man von der sechzigfachen Wirkung des Methans im Vergleich zum Kohlendioxid ausgeht. Aber die Begründung für die Energiewende kann uns eigentlich egal sein, denn wir wissen, daß wir uns schon wegen der stattgefundenen Überschreitung des weltweiten Ölfördermaximums an der Energiewende beteiligen müssen. Wir müssen nichtmal Energie einsparen, aber wir könnten und zwar ganz leicht.

Zum Beispiel stellt man gerne Flugpassagiere an den Pranger, weil Flugzeuge angeblich viele Abgase in die Ozonschicht entließen. Tatsächlich zwingt man Flugzeuge seitens der Bürokraten in Korridoren zu fliegen, die Schlingerkursen folgen. Flögen sie so geradeaus wie sie das könnten und in manchen Lufträumen schon experimentell ohne weitere Schwierigkeiten ausprobiert wurde, dann würden sie nur einen Bruchteil des heutigen Treibstoffverbrauches verbrauchen und entsprechend weniger Abgase in die Atmosphäre pusten. Aber wie sollte das dazu führen, daß man Fluggesellschaften und Passagiere kräftig zur Kasse bittet? Ganz im Gegenteil würden die Fluggesellschaften dadurch auch noch Treibstoffkosten einsparen. Also gehen die Klimaschützer diesen Weg nicht. Ähnlich unsinnig ist der Schildbürgerstreich israëlischer Wissenschaftler, die piëzoëlektrische Straßen entwickeln. Die sollen elektrische Energie aus der Energie der über sie fahrenden Autos ziehen. Autos können selbstverständlich keine Energie produzieren, sondern erhalten sie über die Treibstoffe, mit denen man sie betankt hat. Zieht man von den fahrenden Autos auf eine zusätzliche Art als bisher üblich Energie ab, dann muß man die zusätzliche Energie zuvor durch eine entsprechend höhere Menge an Treibstoff in die Autos hineinfüllen. Die piëzoëlektrischen Straßen bewirken also nichts weiter als einen höheren Treibstoffverbrauch im Straßenverkehr und dadurch einen entsprechend erhöhten Abgasausstoß. Wollte man tatsächlich etwas gegen den Abgasausstoß des Straßenverkehrs tun, dann wären piëzoëlektrische Straßen äußerst kontraproduktiv, halt ein Schildbürgerstreich. Sollte es sich bei den israëlischen Wissenschaftlern um jüdische Wissenschaftler handeln, dann haben Juden entweder doch keinen fünfzehnprozentigen Intelligenzvorteil (wie von Sarrazin behauptet) oder der wird nur in Verbindung mit der deutschen Sprache aktiviert. Letztere Theorie klingt zwar weithergeholt, aber sie würde zwanglos erklären, warum die deutsche Sprache (Muttersprache der meisten Juden inklusive der Wissenschaftler wie Albert Einstein und aller jüdischen Opfer des Dritten Reiches) von Leuten bekämpft wird, die ausschließlich Schlechtes für die Welt wollen. Mit Piëzoëlektrizität kann man jedoch auch sinnvolle Dinge anstellen. Es gibt Leute, die im Freien feiern und dafür, weil ja so ökologisch, elektrischen Strom über Fahrraddynamos für die Musik generieren. Dabei müssen sich immer wieder Leute finden, die in die Pedalen treten und das nicht lange durchhalten. Da wäre eine piëzoëlektrische Tanzfläche die viel sinnvollere Alternative. Falls man kein Gefälle zur Verfügung hat, um Regen in Wasserkraft zu verwandeln, dann kann man die Fallenergie aus dem Regen durch die piëzoëlektrische Methode in elektrische Energie umwandeln anstatt sie einfach verloren zu geben.

Potentiëlle Energie der Gravitation (Lageenergie) ist nicht nur im Regen, sondern auch in den herumfliegenden Flugzeugen gespeichert. Stürzt ein Flugzeug ab, dann endet das katastrophal für das Flugzeug und die Passagiere. Was dem Flugzeug und allen an Bord zum Verhängnis wird, ist nichts anderes als falsch genutzte Energie! Beim Absturz wird sie in Verformungsenergie umgewandelt, bei der geglückten Landung nach und nach in Reibungswärme. Beides ist genaugenommen Verschwendung. Niemand will abstürzen, aber landen muß man doch? Ja, das muß man und die Energie die das Flugzeug dabei verschwendet hätte das nächste Flugzeug gut zum abheben gebrauchen können, aber stattdessen muß es mehr Treibstoff verbrauchen. Man muß sich nur überlegen, wie man die Energie von den landenden Flugzeugen direkt auf die startenden überträgt. Eine mechanische Übertragung durch eine Art Riesenrad oder Riesenkarussel oder eine Riesenwippe dürfte an den für die Konstruktion erforderlichen Dimensionen scheitern, elektrische und magnetische Übertragungsformen scheiden wegen der Gefährdung der Passagiere und der Elektronik aus. Ausnahmsweise kennen wir heute tatsächlich noch nichts, das wir bauen könnten, um das Problem zu lösen. Aber hätte man jemals die Probleme der modernen Luftfahrt lösen wollen anstatt immer nur noch mehr abzukassieren, dann könnte man längst entsprechende Konstruktionen bauen und sie wären bereits an jedem Flughafen vorhanden. Eine Übertragung der kinetischen Energie eines Landevorganges in Rotationsenergie beweglicher Teile dürfte sich heute schon machen lassen. Aber das führt nunmal nicht direkt zum abkassieren aus ökologisch-scheinheiligen Gründen.

Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, die heute bereits funktionieren, um Energie einzusparen. So kann man Wärmespeicher inzwischen auch im Freien, wo der Wind drüberstreicht, betreiben. In anderen Ländern wird das zumindest bereits gemacht und zwar so wie auf der verlinkten Netzseite beschrieben. Nur im deutschsprachigen Raum natürlich nicht. Warum nicht? Nun, wie sollte das zum direkten Abkassieren des Urnenpöbels und der menschlichen Melkkühe führen? Eine weitere Möglichkeit zu massiven Einsparungen wäre der Verzicht auf die Speicherverluste und die Transportverluste der elektrischen Energie. Moment mal, darauf soll man einfach verzichten können? Aber ja. Wie soll das gehen? Durch Umstellung auf Druckluft. Man kann schon bei den Windkraftanlagen ansetzen und Wind ohne Umwandlungsverluste statt in elektrischen Strom in Druckluft verwandeln (wie beschreibt die hier verlinkte Netzseite ungefähr in der Mitte), danach dienen die Druckluftleitungen zugleich als Energiespeicher. Schon heute gibt es Werkzeuge, die mit Druckluft funktionieren und zum Beispiel von manchen Automechanikern bevorzugt werden, aber die Druckluft muß bisher zunächst durch Motoren erzeugt werden. Durch eine Umstellung auf Druckluftleitungen, die es innerhalb mancher Gebäude bereits gibt, weil man Druckluft auf vielen Gebieten benötigt, wäre die Verwendung druckluftbetriebener Maschinen viel preiswerter und fast ohne Energieverluste möglich. Es gibt nur wenig, was man nicht von elektrischen Strom auf Druckluft umstellen könnte und das meiste von dem, was sich nicht umstellen läßt, braucht man eigentlich nicht. Schon eine neunzigprozentige Umstellung würde jedoch eine erhebliche Energieeinsparung bedeuten. Natürlich könnte man nur für die Verlegung der Druckluftleitungen wieder Leute abkassieren und danach würde es wieder schwierig. Also stellt man nicht auf Druckluft um. Dabei könnte man sogar Autos mit Druckluft betreiben, wie der französische Ingenieur Guy Negré seit vielen Jahren beweist. Warum fahren seine Autos nicht seit vielen Jahren überall herum? Warum versucht man stattdessen Unfug wie Elektroautos und Wasserstoffmotoren? Ganz klare Sache. Abassieren für Luft, wer würde sich das gefallen lassen? Aber sind Elektroautos und Wasserstoffantrieb deswegen automatisch Unfug? Sie sind es zwar nicht deswegen, aber sie sind aus einem anderen Grund Unfug. Wie immer ist die Natur der menschlichen Technik um millionen Jahre voraus. Sie produziert selbst elektrische Energie aus Sonnenlicht. Das geschieht in den Chloroplasten aller Pflanzen. Weil die das schon seit Jahrmillionen so machen, wissen sie am besten wie man elektrische Energie speichert. Sie speichern sie nicht, denn es gibt kein rentables Verfahren dafür. Es ist immer besser sie in andere Energieformen umzuwandeln, falls man Energie speichern will. In den Chloroplasten wird zu dem Zweck Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Die Natur hat viele Jahrmillionen vor dem Menschen die Wasserstofftechnologie entwickelt! Also lohnt sich die Wasserstofftechnologie? Kein heutiges Lebewesen speichert puren Wasserstoff und dafür gibt es einen Grund. Es ist viel zu gefährlich! Das erste Massenaussterben auf der Erde war nicht auf Sauerstoff zurückzuführen wie manchmal behauptet wird (das war schon das zweite Massenaussterben) und erst recht nicht auf Einflüsse aus dem Weltraum, sondern ganz direkt auf die Wasserstoffproduktion. Noch heute setzen manche Cyanobakterien Wasserstoff frei. Sie werden sogar von den menschlichen Anhängern der Wasserstofftechnologie zur Wasserstoffproduktion genutzt. Dabei sind genau diese Cyanobakterien, die Wasserstoff ohne jeden physiologischen Sinn freisetzen, der Beweis dafür, daß die Natur mit der Wasserstofftechnologie experimentiert hat. Aber alle Lebewesen, die darauf gesetzt hatten, sind ausgestorben. Auch die Menschen, die darauf setzen, werden aussterben, dafür wird die Explosionsgefahr trotz aller Beteuerungen vermeintlicher Experten sorgen. Dabei braucht man sich nur von den heutigen Pflanzen abzuschauen wie man Wasserstoff richtig und ungefährlich einsetzt, falls man auf eine Wasserstofftechnologie nicht verzichten will. Die Pflanzen binden den Wasserstoff chemisch an den wichtigsten aller Pflanzendüngestoffe, nämlich an Kohlendioxid, das sie aus der Atmosphäre entnehmen. So entstehen die Kohlenwasserstoffe. Kohlendioxid und Kohlenwasserstoffe werden heute gerne als böse hingestellt, aber ohne sie wären alle Menschen schon lange tot! Wer von der Kohlenwasserstoffverbrennung weg will, kann ausschließlich zur Druckluft hin. Aber wie für Luft abkassieren? Und warum ist die Schüttelbatterie (läßt sich jederzeit durch Schüttelbewegungen wieder mit Elektrizität aufladen) — zumindest im deutschsprachigen Raum — nur ein theoretisches Konzept?

2010/11/09

Grundbegriffe der Biologie II


Der Medizinnobelpreis des Jahres Zweitausendundneun wurde für die Entdeckung des Enzymes Telomerase vergeben. Aus diesem Anlaß (ja, das steht schon eine Weile an, aber der kürzlich vergebene für das Jahr Zweitausendundzehn ist ohnehin keiner Erwähnung wert) soll hier mal der Blödsinn korrigiert werden, den viele Konsumenten der Hauptstrommedien von denen über Telomere und die Telomerase zu lernen können glauben.

Telomere sind in der Tat die Enden der Chromosomen. Das Enzym Telomerase ist in der Lage die zu verlängern und kommt in Tumorzellen in besonders großen Mengen vor. Das ist bereits alles, was an der Darstellung der Hauptstrommedien stimmt. Die Hauptstrommedien bezeichnen das Enzym als Jungbrunnenenzym. Spätestens da wird es unsinnig. Tatsächlich stellen manche Biotechnologen Telomerase bereits im großen Maßstab her, um sie Leichtgläubigen zu verkaufen. Aber was hättet ihr von mehr Telomerase?

Telomere bestehen aus der Wiederholungen der ewig gleichen Sequenz, die artspezifisch ist. Bei der Art Mensch ist das die Sequenz TTAGGG. Bei der Sequenz handelt es sich um eine Nucleotidsequenz, nicht etwa um eine Aminosäuresequenz wie man leider unsinnigerweis hin und wieder lesen muß. Bei Zellen in Zellkulturen hat man beobachtet, daß die Telomeren nach jeder Zellteilung kürzer wurden. Das muß auch so sein, weil die Replikation der Chromosomen nicht exakt mit dem ersten Nucleotidpaar beginnen und nicht exakt mit dem letzten Nucleotidpaar enden kann. Das wäre von einem Enzym, das einfach nur Naturgesetzen gehorcht und keine Entscheidungen treffen kann, zu viel verlangt. Bakterien lösten das Problem, indem sie ihr einzelnes Chromosom zu einem Ringmolekül zusammengeschlossen haben, das durchlaufen immer wieder und wieder repliziert wird. Mehrzellige Organismen müssen zu viele Gene weitergeben, um das Modell kopieren zu können. Darum lösen mehrzellige Organismen das Problem, indem sie alle Chromosomen mit Telomeren aus sich wiederholenden Sequenzen, die keine Gene enthalten, auf allen Enden versehen. Dadurch stört es nicht, wenn ein paar Nucleotidpaare oder sogar ein paar Wiederholungen der Telomersequenz verlorengehen. In der Zellkultur geschieht das so lange bis sich die Zellen nicht mehr weiter teilen können, weil ihnen die Telomersequenz als Anfangssignal fehlt. Daß den Zellen in der Zellkultur irgendwann die Teilungsfähigkeit verlorengeht, hat man bereits beobachtet lange bevor man die Telomere und die Telomerase und auch bevor man die Chromosomen kannte. Das konnte man leicht beobachten, weil die Teilungsfähigkeit bereits nach zehnmaligem Wechsel des Nährmediums eintrat und das ungefähr mit einer Teilung der kultivierten Zellen übereinstimmen sollte, zumindest bei Säugetierzellen. Das nannte man die Hayflick-Grenze, nach dem damaligen Rekordhalter in der Dauer der Säugetierzellkultur. Bei anderen Experimentatoren ging die Teilungsfähigkeit noch früher verloren. Darum war offensichtlich, daß die Zellkulturtechnik nicht perfekt war (ist sie auch heute nicht), und man versuchte die Zellkulturtechnik zu verbessern. Der nächste Rekord war fünfzig Zellteilungen beziehungsweise Nährmediumswechsel einer Zellkultur bevor deren Teilungsfähigkeit verlorenging. Das betrachtet man heute als die Hayflick-Grenze, obwohl manche Experimentatoren bereits sechzig Zellteilungen erreichen können wollen. Die Geschichte des Hayflick-Rekordes beweist uns bereits, daß Zellteilungsvorgänge in vivo, also im lebenden Organismus, anders ablaufen müssen als in vitro, also in der Zellkultur, und daß das wenig bis garnichts mit der Telomerase und den Telomeren zu tun hat. Trotzdem wird beides gerne in einem Zusammenhang und als füreinander ursächlich gesehen, natürlich hauptsächlich von biologischen Laien, zu denen leider auch viele Mediziner zählen, was selbstverständlich nicht so sein sollte.

In vivo kommen nur wenige Zellen in die Verlegenheit sich immer wieder teilen zu müssen. Das sind die Stammzellen. Andere Zellen erledigen währenddessen die Arbeiten, auf die sie selbst spezialisiert sind. Weil es für ein Lebewesen tödlich wäre, wenn sich eine Stammzelle nicht mehr teilen könnte (wäre die Teilung menschlicher Zellen auf fünfzig bis sechzig Teilungsvorgänge begrenzt, dann wäre jeder Mensch spätestens ein halbes Jahr nach seiner Geburt bereits tot), darum mußte sich die Natur etwas einfallen lassen, um die Telomere immer wieder zu regenerieren. Deswegen hat die Evolution die Telomerase hervorgebracht, die immer wieder Wiederholungen der Sequenz TTAGGG (beim Menschen, andere Sequenzen bei anderen Tieren) an die Enden der Chromosomen anbringt. Menschen haben individuëll unterschiedlich viele Wiederholungen der Sequenz in ihren Telomeren. Menschen aus langlebigen Familien besitzen tatsächlich mehr davon und Tumore, die ihren Träger überleben, haben es geschafft die für Stammzellen vorgesehenen Gene der Telomerase (sozusagen widerrechtlich) zu aktivieren. Eine Stammzelle kann sich jedoch bei jeder Telomerlänge noch weiter teilen, weil auch die Telomerase der Menschen mit kurzen Telomeren immer wieder die Nucleotidsequenz TTAGGG an die Telomere anfügt. Aber wieso sind dann ausgerechnet die längeren Telomere ein Hinweis auf Langlebigkeit? Die Antwort auf die Frage ist immerhin schon seit weit über zehn Jahren bekannt, wird jedoch ignoriert und zwar vor allem von denen, die gerne über die Telomerase berichten.

Außer den Telomeren enthalten menschliche Chromosomen (ebenso die Chromosomen anderer Tiere) noch weitere Stellen, auf denen keine Gene liegen. Dazu zählen die Centromere und von Chromosom zu Chromosom individuëll verteilte, lange, repetitive Sequenzen. Letztere entscheiden übrigens ganz wesentlich darüber mit wie ein genetischer Fingerabdruck aussieht. In gealterten Zellen werden außerdem Plasmide beobachtet. Weil Plasmide jedoch nur in Bakterien der Weitergabe genetischer Informationen dienen, hatte man sie als Hinweise auf Krankheitserreger verstanden. Deswegen wollte man selbige identifizieren. Dabei stellte sich jedoch heraus, daß die Zellen nicht von Krankheitserregern befallen waren, sondern die Plasmide aus repetitiven Sequenzen bestanden. Die Plasmide waren bei vorangegangenen Zellteilungen aus den Chromosomen herausgefallen und hatten sich dann zu ringförmigen Molekülen zusammengeschlossen, vielleicht hatten sie sich aus erst zu ringförmigen Molekülen verhaspelt und wurden darum herausgeschnitten. Eine gealterte tierische Zelle zeichnet sich also dadurch aus, daß sie, neben durch Oxidation entstandenen Stoffwechselprodukten, tierische Plasmide enthält. Sie enthält umso mehr tierische Plasmide, je älter sie ist. Sowohl die tierischen Plasmide als auch die Centromere als auch die Telomere als auch die anderen repetitiven Sequenzen dürfen nicht seitens der synthetisierenden Enzyme als Gene interpretiert werden, denn das wäre für den Zellstoffwechsel fatal. Aber ein Enzym kann die Entscheidung nicht treffen, es kann lediglich den Naturgesetzen gehorchen. Deswegen hat die Natur auch das Problem auf andere Weise gelöst. Sie hat für repetitive Desoxyribonukleïnsäuresequenzen ein Proteïn entwickelt, das sich auf solche draufsetzt, nicht mehr von dort verschwindet und so andere Enzyme am ablesen der Sequenz hindert. Das Proteïn nennt man Silent Information Regulator oder kurz SIR (das übrigens überhauptgarnichts mit dem Proteïn SIRT zu tun oder der SIRT-Proteïnklasse oder SIR-Proteïnklasse, der es angehört, das irgendwo in die Signaltransduktion gehört, mit der das Ablesen von Genen beginnt). Das Proteïn Silent Information Regulator muß also auf allen repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen sitzen. Aber eine Zelle kann nur eine begrenzte Menge davon herstellen. Je älter eine Zelle ist, auf desto mehr tierische Plasmide muß das Proteïn verteilt werden. Für alte Zellen ist das ein Problem. Können sie nicht genug Silent Information Regulator für alle repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen herstellen, dann versuchen die Zellen das Problem zu lösen, indem sie die Telomerase abschalten und die Telomere nicht mehr mit weiteren Wiederholungen der Nucleotidsequenz ergänzen. Konsequenterweise verkürzen sich also die Telomeren einer Zelle, nachdem sie (durch viele vorangegangene Zellteilungen) alt geworden ist.

Was würde nun passieren, wenn man tatsächlich die Produktion der Telomerase in alten Zellen wieder anwerfen oder zusätzliche Telomerase in die Zellen einbringen könnte? Zunächst würden tatsächlich die Telomere wieder verlängert werden. Deswegen hätte die Zelle nicht mehr genug Silent Information Regulator für alle repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen. Also werden nicht mehr alle damit besetzt. Die neuen Telomerverlängerungen dürften als neueste dazugekommen sein, daher sind es am wahrscheinlichsten die, die nun für andere Enzyme lesbar werden. Die Sequenz TTAGGG und beliebige Kombinationen aus deren Wiederholungen (TAGGGT, AGGGTT, GGGTTA, GGTTAG, GTTAGG) werden ihn Ribonukleïnsäuresequenzen und schließlich in Aminosäuresequenzen umgesetzt, die als Müll in den Zellen herumschwimmen und zu unvorhersehbaren Effekten führen. Dadurch wird die Zelle nicht jünger, der ganze Organismus schon überhauptgarnicht, sondern die Zelle funktioniert lediglich schlechter. Hinweise darauf wie sich eine so manipulierte Zelle überhaupt verhalten wird, liefern uns bisher nur die bereits vorhandenen Zellen mit einem unnatürlich hohem Niveau an Telomerase. Das sind die Tumorzellen. Das sind sogar ausschließlich Tumorzellen. Laßt ihr euch also irgendwann in Zukunft mit zusätzlicher Telomerase ausstatten, dann laßt ihr euch lediglich über kurz oder lang mit zusätzlichen Tumoren ausstatten. Wer das als einen Jungbrunnen ansieht, dem kann ich (oder auch sonstwer) nicht mehr helfen.

2010/11/07

Gefahren der Gentechnik IV


In China gibt es Wissenschaftler, die feststellen, daß zwei in China zugelassene genetisch veränderte Reissorten die menschliche Gesundheit gefährden. Das Besondere daran ist, daß die chinesischen Wissenschaftler das öffentlich sagen dürfen. Schließlich könnte das als Kritik an der Regierung aufgefaßt werden, die die beiden Reissorten zugelassen hat. So etwas geht in China eigentlich überhauptgarnicht, erst recht nicht, wenn die Kritiker nicht beweisen können, daß ihre Aussagen absolut richtig sind. Daraus folgt, daß die Aussagen der Unternehmen, die Pflanzen genetisch verändern, zwangsläufig falsch sein müssen.

Aktivität letzten Oktober



Den letzten Oktober hatte ich für einen einzelnen Beitrag reserviert, damit der auf ein markantes Datum fiel und zusätzlich noch als einziger Beitrag des Monats besonders auffällt. Darum war hier etwas weniger los als hätte sein können. Darum hier ein Verweis auf etwas mehr Lesestoff.

2010/11/05

Neue Warnungen vor Paypal!



Es gibt Netzseiten, die die Möglichkeit zu Bezahlung oder Spenden per Paypal anbieten. Also kann man nicht oft genug vor solchen warnen, vor allem weil die Gründe dafür immer mehr werden. Man lese die Kommentare unter dem Link, unter dem Link, unter dem Link und unter dem Link. Letzteres sind zwar Kommentare zu einem Video im Skipintro-Format (Skipintro ist der Spitzname, den Flash sogar im Hause Adobe hat), aber trotzdem rate ich auch vom Skipintro-Format ab. So etwas frißt nur unnötig Ressourcen, ist eine Bremse bei der Verbreitung freier Software und außerdem ein riesiges Sicherheitsloch (man kann sich dadurch unkontrolliert ausführbare Programme auf den eigenen Rechner holen). Unter dem Link hier gibt es zwar ebenfalls ein Video im Skipintro-Format, aber auch noch eine Beschreibung dazu und die sollte man gelesen haben! Wer das alles gelesen hat, kann sich noch mit dem hier verlinkten Inhalt den letzten Rest geben. Erst dann darf man sich als ausführlich über das Für und das Wider informiert betrachten und vorher sollte man keine Entscheidung treffen!

Falls du dich endlich gegen unseriöse Methoden entschieden hast und dennoch mit einer Spende Gutes und Nützliches bewirken willst, dann spende doch einfach
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.


Du kannst dabei aus mehr als einem Verwendungszweck wählen:
Verwendungszweck: Zhèng-Míng
   für diesen Blök und die Zhèng-Míng-Bewegung;
Verwendungszweck: Barraskar
   für das Projekt des mehrsprachigen Lehrromanes;
Verwendungszweck: Chinaforum
   für das Völkerverständigungsprojekt mit dem Übersetzerforum.

2010/11/04

Kali-yuga (कलियुग‌) IV


Man sollte annehmen, daß Entwicklungen wie die Adminpedia zur Steigerung der allgemeinen Bildung beitrügen. Den Spitznamen Adminpedia hat sie schließlich auch deswegen, weil sie neutral sein und sich nicht an politischen Kampagnen beteiligen will. Unpassende Beiträge sollten durch die Administratoren beseitigt und so die Neutralität gewahrt werden. Leider funktioniert gerade das nicht und die Adminpedia beteiligt sich sogar an Hetzkampagnen. Deswegen bewerben manche Wissenschaftler bereits Google-Knol als die bessere Alternative. Aber ob das stimmt, hat sich noch nicht herausgestellt. Am besten wäre es wenn die Internetnutzer medienkompetent wären, das sollte eine Voraussetzung für die Internetnutzung sein. Leider ist das im Kali-yuga (कलियुग‌) völlig illusorisch. Was soll der Internetnutzer machen, dem es am notwendigen Hintergrundwissen zu einem Thema fehlt? Schauen wir mal wie sich eine Behauptung aus der Adminpedia überprüfen läßt.

Die Adminpedia behauptet, daß ein renommierter Wissenschaftler aus dem Bereich der Virologie und Immunologie, namens Peter Duesberg, die als AIDS bekannte Krankheit (oder zu deutsch: erworbene Immunschwäche) leugnen würde. Desweiteren behauptet sie, daß in Südafrika dreihundertvierzigtausend Menschen aufgrund solcher AIDS-Leugner gestorben wären. Das soll zudem noch vermeidbar gewesen sein. Dazu würden selbstverständlich noch weitere Opfer in anderen Ländern kommen. Ist das nun eine neutrale, wissenschaftliche Aussage oder Politik auf einem Niveau wie es tiefer nicht geht? Um das herauszufinden, müssen wir uns zunächst die andere Seite anhören. Wer Medienkompetenz besitzt, hört sich immer zunächst die andere Seite an, auch wenn deren Standpunkt nicht politisch korrekt ist.

Audeatur et altera pars. Peter Duesberg war als Wissenschaftler auf der Suche nach Therapien gegen AIDS. Er bezog für seine Forschungen das am häufigsten dagegen verabreichte Medikament aus dem chemischen Fachhandel. Selbstverständlich wurden dazu die Sicherheitshinweise geliefert, wie das gesetzlich vorgeschrieben ist. Peter Duesberg fiel dabei auf, daß dem gleichen Stoff, wenn er als Medikament aus dem Pharmahandel bezogen wird, die Sicherheitshinweise nicht beigegeben werden. Das erschien dem Wissenschaftler als unverantwortlich und machte ihn stutzig. Also veröffentlichte er die Sicherheitshinweise selbst und hatte sich damit Feinde gemacht. Die Sicherheitshinweise des Wirkstoffes enthüllten nämlich, daß er genau die Symptome auslöst, die als die Krankheit AIDS diagnostiziert wird. Das schien noch merkwürdiger zu sein, insbesondere weil Mediziner einen Virus, den man als HIV (Humanes Immunodefiziënzvirus) kennt, für die erworbene Immunschwäche verantwortlich machen. Als Wissenschaftler weiß man natürlich, daß es zwar eine Korrelation ohne Kausalität geben kann, jedoch keine Kausalität ohne Korrelation. Deswegen verglich Duesberg die Korrelation zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Fällen. Er veröffentlichte das Ergebnis. Die beiden Faktoren korrelierten in keiner Weise miteinander. Die wissenschaftliche Vorgehensweise eines Kritikers wäre die Studie zu überprüfen oder zu wiederholen oder ähnliche Studien selbst durchzuführen. Das macht jedoch niemand, lieber macht man Duesberg und ähnlich ernsthaft arbeitenden Wissenschaftlern das Leben schwer, denn das ist für Kritiker viel einfacher. Duesberg selbst beschwert sich nicht öffentlich darüber, denn unter allen ernsthaft arbeitenden Immunologen und Virologen gilt er nach wie vor als Autorität auf dem Gebiet. Stattdessen erklärt er lieber wie ein Virusnachweis funktioniert. Bei einem Bluttest, wie er üblicherweise durchgeführt wird, wird das Blut auf Antikörper untersucht. Das macht man bei der Untersuchung auf andere Krankheiten nicht anders. Immer dann, wenn der Test positiv ist, dann gilt der Untersuchte als immun. Lediglich beim HIV gilt er plötzlich als an AIDS erkrankend statt als immun gegen HIV so wie es nach wissenschaftlich-medizinischem Standard eigentlich sein müßte. Es gibt auch Leute, die die Existenz des HIV bestreiten. Mindestens einer von denen hat einen mit tausend Dollar dotierten Preis auf den Nachweis des HIV ausgesetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, daß der HIV-Antikörpernachweis auf ungefähr sechzig andere Antikörper ebenfalls reagieren soll. Peter Duesberg hat den Preis für sich beantragt, weil er sich selbst zu den vielen Wissenschaftlern zählt, die den HIV bereits nachgewiesen haben. Herausgegeben wurde der Preis jedoch nicht, anscheinend reichen Fotos nicht als Nachweis aus. Vielleicht muß man Viruspartikel einschicken?

Der normale Leser, sogar wenn er an medizinischen Themen interessiert ist, wird immernoch nicht wissen, welche Seite recht hat. Nur weil eine Meinung etabliert ist, muß sie noch nicht falsch sein. Schließlich gibt es viele Wissenschaftler oder Leute, die sich für Wissenschaftler halten, die meinen, daß man AIDS nur auf eine bestimmte Weise bekämpfen könne und dürfe. Aber umgekehrt muß das Gleiche gelten dürfen. Was sollte es auch nur irgendeinem der sogenannten AIDS-Leugner nützen, falls aufgrund seiner Aussagen Menschen sterben würden? Medienkompetenz zeichnet sich dadurch aus, daß man die Frage wem etwas nützt (gerne als cui bono? formuliert) niemals vernachlässigt! Die politische Unterdrückung ihrer Aussagen nützt dagegen sehr wohl sowohl einerseits der Pharmaïndustrie als auch andererseits der latexverarbeitenden Industrie. Beide verdienen viele Milliarden Dollar durch die Angst vor AIDS und der Angst vor HIV (der übrigens hauptsächlich über Nadeln übertragen wird). Dennoch kann auch das immernoch ein Zufall sein, schon weil der Zusammenhang nicht zu den verbreiteten Verschwörungstheorien gehört. Aber wie kann der medizinische Laie sich nun sicher sein, welche Seite recht hat und welche Seite ihn verarschen will?

Wir kennen nun die Aussagen beider Seiten und vergleichen sie einfach mal mit weiteren, von beiden Seiten unbestrittenen Äußerungen zu dem Thema. Mediziner hatten mal festgestellt, daß sich viele Länder in Afrika die Ausrüstung, um Untersuchungen auf HIV durchführen zu können, nicht leisten können. Daher einigten sie sich auf einen Standard, durch den die AIDS-Diagnose erleichtert werden sollte. Das taten sie in der zentralafrikanischen Stadt Bangui, daher heißt der Standard die Bangui-Definition. Nach dem Standard diagnostiziert man jeden, der auch nur an Gewicht einbüßt, als an AIDS erkrankt. Das macht man, wohl gemerkt, in Ländern, in denen Menschen verhungern! Daher wird dort so ziemlich jeder, der sich überhaupt noch zum Arzt traut, als an AIDS erkrankt eingestuft. Plötzlich hatte man den Hunger in Afrika besiegt, indem sich die Hungertoden statt in der Statistik der Hungertoden in der Statistik der AIDS-Toten wiederfanden. Noch neuer ist die Entdeckung chinesische Wissenschaftler. Chinesische AIDS-Forscher haben einen neuen Virus entdeckt — zumindest behaupten Wissenschaftsjournalisten, daß es ein Virus sei — der AIDS auslöse und bei Tests auf HIV nicht entdeckt würde. Dadurch könnten die vielen HIV-negativen AIDS-Fälle erklärt werden. Das besondere an dieser Meldung ist, daß die Existenz HIV-negativer AIDS-Fälle einfach als bekannt vorausgesetzt wird. Unter Wissenschaftlern ist sie nichts weniger als eine Selbstverständlichkeit. Noch bekannter sind die vielen Fälle HIV-positiver Menschen, die auch nach Ansicht politisch korrekter Mediziner niemals AIDS bekommen werden und als aus genetischen Gründen immun gelten. Mit solchen Versuchspersonen (das begann mit kubanischen Prostituierten, damals war das Schamgefühl noch zu ausgeprägt, um deren Namen zu veröffentlichen) arbeiten viele AIDS-Forscher, die auf der Suche nach einem Heilmittel oder noch besser (weil lukrativer, wenn auch gefährlicher) einem Impfstoff sind. Hätten sie in ihren Grundlagenvorlesungen aufgepaßt, dann wüßten sie daß Antikörper Immunität vermitteln. HIV-Infektionen und AIDS-Fälle korrelieren also tatsächlich nicht miteinander. Also kann es auch keine Kausalität zwischen beiden Erkrankungen geben. Trotzdem sind beides real existierende Erkrankungen. Allerdings bestehen die Symptome bei HIV ausschließlich aus sozialer Ausgrenzung, in viele Länder dürfen Infizierte nichtmal einreisen. In Deutschland kann man für die Infektion im Gefängnis landen, aber nur falls man gleichzeitig männlichen Geschlechtes ist.

Wenn die Tatsachen so einfach und offensichtlich sind, müßten dann nicht auch andere Wissenschaftler reihenweise zu den selben Ergebnissen kommen? Ja, natürlich und das geschieht auch! Sogar Luc Montagnier, seinerseits Entdecker des HIV, hat nachgedacht und behauptet nun selbst, daß das Immunsystem eines gesunden Menschen ganz leicht und locker mit dem HIV fertig wird. Das wollen sogar einige seiner treuesten Anhänger nicht wahrhaben. Lieber erklären sie ihr bisheriges Idol für verrückt. Die Tatsachen sind also tatsächlich einfach und offensichtlich. Die Seite des Peter Duesberg hat recht. Die Unterdrücker seiner Studien und Erkenntnisse behindern die AIDS-Forschung und die seriöse HIV-Forschung. Nicht die Behauptungen sogenannter AIDS-Leugner, bei denen es sich tatsächlich um nichts anderes als seriöse Wissenschaft handelt, gefährdet Menschenleben, sondern die Position, die auch die Adminpedia bezogen hat, tut das! Glaubt auch mir das nicht, sondern vollzieht es selbst nach!