2010/09/20

Energiewende V


Auch den Wind könnte eigentlich jeder Hauseigentümer selbst als Energiequelle nutzen. Es gibt bereits viele Konstruktionen mit denen man das tun könnte und die genau zu dem Zweck verkauft werden. Allerdings sind deren Wirkungsgrade oft so gering, daß die Kosten in keinem vernünftigem Verhältnis mehr zum Nutzen stehen. Große Windkraftanlagen (WKA) laufen nur fünfundzwanzig Prozent ihrer Betriebszeit, machen laute Geräusche, werfen Schlagschatten, wegen dem sie von Kommune zu Kommune unterschiedlich weite Abstände zu Siedlungen einhalten müssen, und ab und zu fliegt auch mal ein Vogel dagegen. Das alles möchte man vermeiden, wenn man eine Anlage konstruiert, die auf ein Haus montiert werden soll, weil sie dann schließlich mitten in einer Wohngegend stehen würde. Daher sind solche kleinen Anlagen noch uneffektiver konstruiert als große. Trotzdem gibt es schon ein paar gute Lösungen. Aber die zur Zeit vielversprechendste, eigentlich für große WKA gedachte wird an der Technischen Universität Delft entwickelt und man könnte sie bereits heute im einsetzen, es fehlt nur an der Initiative das zu tun.

Die Methode, die an der Technischen Universität Delft erprobt wird, verwendet statt herkömmlicher Windräder einen Lenkdrachen, der immer in den Wind gelenkt wird. Dort wird er durch den Wind weggedrückt und überträgt die Kraft des Windes auf die Winde, von der er gehalten wird. So kann die Technische Universität Delft bereits genug Energie aus dem Wind beziehen, um zehn Wohnhäuser mit Energie zu versorgen. Dafür ist nicht mehr als ein Drache von zehn Quadratmetern Fläche in einer Höhe von achthundert Metern erforderlich. Das kann man als privater Haushalt natürlich nicht machen, weil man den Luftraum nur bis in einer Höhe von hundert Metern frei nutzen darf. Aber ein privater Haushalt wird eher nur einen einzigen Haushalt mit Energie versorgen und nicht zehn. Dazu kann er noch andere Energiequellen nutzen. Die Methode mit dem Drachen soll siebzig Prozent der Zeit Energie liefern. Die Technik könnte also schon jetzt viele Haushalte mit einem großen Teil ihrer benötigten Energie aus einer frei verfügbaren Quelle versorgen!

Vom gleichen Erfinder stammt auch noch die Idee, das man Schiffsschrauben verwenden könnte, um elektrische Energie aus Wind zu generieren. Dazu stattet man ein Schiff sowohl mit einem Elektromotor als auch mit Segeln aus. Solange genug Wind weht, wird das Schiff gesegelt. Gleichzeitig während sich das Schiff bewegt wird die Schiffsschraube durch den Wasserwiderstand gedreht und der Elektromotor funktioniert als Generator mit dem die Schiffsbatterien aufgeladen werden. Weht nicht genug Wind oder fährt man in einen Hafen, in dem es nicht erlaubt ist zu segeln (das sind die meisten, denn in Wirklichkeit ist niemand daran interessiert, Energie oder fossile Energieträger einzusparen), dann treibt man das Schiff mit dem Elektromotor an. Ein Elektromotor ist natürlich nicht der genialste aller Antriebe, aber man kann den immerhin als Generator verwenden. Wenn man das auf einem Segelschiff macht, dann hat man damit nur das Prinzip bisheriger Windkraftanlagen kopiert. Trotzdem kenne ich kein Schiff, das das so bekannte Prinzip bereits benutzt.

Was ist eigentlich Regiogeld?


Die Notwendigkeit andere Zahlungsmittel als die gesetzlichen zu verwenden, spricht sich unter immer mehr Bürgern herum. Daher suchen an vielen Orten bereits Initiativen nach alternativen Zahlungsmitteln. Vor allem Bürger, die nicht genug gesetzliches Zahlungsmittel erlangen konnten und dennoch Zahlungen tätigen müssen, brauchen offensichtlich andere Zahlungsmittel. Deswegen haben Bürger Vereine gegründet, die eigene Zahlungsmittel produzieren und ihren Vereinsmitgliedern zur Verfügung stellen. Das Prinzip hat sich bereits in der Geschichte, insbesondere der deutschen und österreichischen, als erfolgreich erwiesen. Dadurch fühlten sich jedoch politische Fraktionen, die es – nett ausgedrückt – mit ihrem Volk nicht gut meinten, in ihrer Macht bedroht. Deswegen setzten sie Gesetze dagegen durch. Obwohl solche am Anfang der Naziherrschaft standen, sind sie immernoch in Kraft, so verbietet zum Beispiel das Bundesbankgesetz die Herstellung und Herausgabe von allem, was als Notgeld dienen könnte, also genau alles, was als Ersatz für tatsächlich fehlendes Geld dienen könnte.

Das Problem könnte leicht durch einsichtige Politiker gelöst werden, aber weil einsichtige Politiker seltener sind als lebende Einhörner besteht darauf keinerlei Aussicht. Darum braucht es andere Lösungen und eine solche wurde in Japan gefunden. Juristen unterteilen das Recht verschiedener Staaten in Rechtsfamilien. Das japanische Recht gehört der germanischen Rechtfamilie an. Das bedeutet im wesentlichen, daß die meisten japanischen Gesetze von den deutschen abgeschrieben wurden. Deswegen funktioniert die japanische Lösung auch nach deutschem Recht und seinen weiteren Verwandten. In der germanischen Rechtfamilie ist Geld nur dann solches, wenn es von jederman ohne örtliche oder zeitliche Beschränkung als Zahlungsmittel verwendet werden kann. Daher wurden alternative Zahlungsmittel in ihrer Gültigkeit auf Regionen und auf Vereinsmitglieder beschränkt. Solche Zahlungsmittel heißen Regiogelder. Aus rechtlicher Sicht sind Regiogelder kein Geld und deswegen legal.

Weil der Gültigkeitsbereich eines Regiogeldes beschränkt ist, sind Regiogelder oft nicht sehr bekannt und werden nur von wenigen Händlern akzeptiert. Deswegen versuchen die Herausgeber ihre Regiogelder mit anderen Vorteilen auszustatten, um die Akzeptanz zu erhöhen. Dazu zählt die sogenannte Regionalförderung. Es werden extra Gebühren für die Verwendung des Regiogeldes erhoben und mit denen werden Hilfen für andere Vereine in der Region bezahlt. Das führt natürlich in erster Linie zu einer Verteuerung der Verwendung des Regionalgeldes und damit eher zu einer noch weiteren Verringerung der Akzeptanz. Deswegen wird am häufigsten der Versuch unternommen, ein Regiogeld kursmäßig an das gesetzliche Zahlungsmittel zu koppeln. So wird zum Beispiel der Chiemgauer (das bekannteste unter den Regiogeldern) erworben, indem man dafür Euro hinblättert. Zusätzlich werden noch Gebühren fällig zur Förderung einer Region, an der Leute aus anderen Regionen nicht besonders interessiert sein brauchen. Um Chiemgauer und ähnliche Regiogelder zu bekommen, muß man also erstmal Euro zur Verfügung haben. Daraus folgt, daß so ein Regiogeld den Zweck ein nichtvorhandenes Zahlungsmittel zu ersetzen nicht erfüllen kann. Aus dem Grund bezeichnet man Regiogelder wie den Chiemgauer als verkleidete Euro. Sie zu verwenden bedeutet, daß man für die Kostümierung des Euro bezahlt. Daher ist es eher merkwürdig, daß so konstruierte Regiogelder überhaupt Akzeptanten finden. Das ist lediglich auf die Vermarktungsarbeit ihrer Herausgeber zurückzuführen, nicht darauf, daß sie irgendwelche Vorteile hätten.

Das heißt jedoch nicht, daß Regiogelder grundsätzlich ungeeignet wären fehlende Zahlungsmittel zu ersetzen. Sie müssen nur unabhängig von jeglichem gesetzlichen Zahlungsmittel in Umlauf gebracht werden und – um der sofortigen und völligen Entwertung vorzubeugen – auch wieder dem Umlauf entzogen werden. Aber die Frage wie man das macht, hat nichts damit zu tun, ob ein Zahlungsmittel nur regional eingesetzt wird oder nicht.

Entalphabetisierung VII


Schweizer Beamte sollen statt Vater oder Mutter jetzt das Elter sagen. Das ist fast keiner Erwähnung wert, weil man einerseits Vieles soll, das man nicht tut, und andererseits Beamtensprech sowieso kaum von deutschen Muttersprachlern verstanden wird, obwohl er genauso gut als Bereicherung der deutschen Sprache wahrgenommen werden könnte. Dafür müßte man jedoch die Möglichkeiten der eigenen Muttersprache kennen oder, besser noch, verstehen. Das scheint kaum noch irgendwo der Fall zu sein, weil die Entalphabetisierung unserer Gesellschaft voranschreitet. Sogar auf einem bekannten Forum, auf dem sich eher gebildete Leute tummeln und das sogar ein Anlaufpunkt für viele Recherchen (auch der der Hauptstrommedien) ist, zeugen die Reaktionen auf die neue Sprachregelung von tiefstem Unverständnis. Viel unverständlicher als die neue Sprachregelung sollte jedoch die verbreitete Reaktion darauf sein. Nicht nur erfinden Beamte ohnehin ständig neue Sprachregelungen, sondern gerade das Wort Elter ist keineswegs neu. Biologen benutzen es seit Jahrhunderten mit der allergrößten Selbstverständlichkeit. Warum auch nicht? „Die Eltern“ war schon immer nur der Plural von „das Elter“. Daran ist nichts merkwürdig oder bedenklich. Merkwürdig und sehr bedenklich ist dagegen, daß das heute nicht mehr ohne Erklärung allgemeinverständlich ist.

Über die Frage der Mondlandung


Irgendwie bin ich bei dem Aufruf Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen, zu benutzen und für sie zu werben auf das Thema der Mondlandung gekommen; sozusagen aus Versehen. Nun ist es ja so, daß manche Menschen bezweifeln, ob es sich bei der Mondlandung um eine Tatsache handelt. Insbesondere viele Nordamerikaner glauben, daß durch das Mondlandungsprojekt nur vertuscht werden soll, daß ihre Steuergelder anderweitig verschleudert wurden. Die Regierung der Vereinigten Staaten Nordamerikas ist ihren Steuerzahlern nämlich Rechenschaft darüber schuldig, was mit den Steuergeldern geschieht. Das ist ein Zustand, der in Europ sowieso undenkbar ist. Deswegen stehen die meisten Europäer der Mondlandung unkritischer gegenüber und glauben ohne Weiteres, daß sie eine Tatsache ist. Sowohl die eine wie auch die andere Seite versucht wissenschaftliche Argumente ins Feld zu führen, warum entweder alles so sein muß oder einiges nicht so sein kann wie auf den wenigen Filmaufnahmen der Mondlandung zu sehen. Eine zuverlässige Entscheidung zwischen beiden Seiten können wohl nur diejenigen treffen, die bereits selbst auf dem Mond waren. Aber gerade das ist ja umstritten.

Offiziëll waren Menschen nicht nur einmal, sondern sogar schon mehrmals auf dem Mond. Die Astronauten der NASA waren mehrmals auf dem Mond und dazu kommen noch die Expeditionen der Russen. Letztere werden merkwürdigerweise kaum angezweifelt. Daher möchte ich euch die Theorie eines Freundes meines Verfassers über die Mondlandung vorstellen. Der geht davon aus, daß die erste Mondlandung tatsächlich gefälscht war, aber weniger um den Steuerzahler zu hintergehen, sondern mehr um die Russen zu ärgern. Spätestens als auch die Russen eine Mondlandung planten, mußten die Nordamerikaner dann tatsächlich das dafür erforderliche Geld in die Hand nehmen und Menschen zum Mond schicken. Es gab laut der Theorie also sowohl echte als auch gefälschte Mondlandungen. So konnte man einerseits Beweise sammeln, andererseits sowohl Geld einsparen als auch schnelleren Fortschritt in der Weltraumfahrt vortäuschen. Schließlich brauchte die NASA spätestens dann Beweise als die Russen ein Täuschungsmanöver hätten auffliegen lassen können.

Während des Kalten Krieges hätten die Russen auf so ein Medienereignis bestimmt nicht verzichtet! Aber noch etwas war anders als heute. Der weitere Unterschied liefert eine noch wahrscheinlichere Erklärung, woher die Theorie über die gefälschte Mondlandung stammt. Heute ist die NASA nicht in der Lage bis zum Mond zu fliegen! Während des Kalten Krieges mag sie das gekonnt haben, aber heute kann sie es nicht mehr. Das wirklich Peinliche daran ist, daß das nicht an finanziëllen Fragen scheitert! Jedenfalls nicht nur. Die NASA wäre heute auch technisch nicht dazu in der Lage, Menschen auf den Mond zu bringen! Das soll jedoch keineswegs heißen, daß sie es nie gekonnt hätte! Schließlich ist Degeneration in jeder Hinsicht das bestimmende Merkmal unserer Zeit. Es liegt ganz einfach daran, daß alle technischen Unterlagen für die Mondlandungsprogramme digital gespeichert wurden. Heute können sie nicht mehr gelesen werden! Die NASA leidet unter digitaler Demenz! Das wird auch digitaler Alzheimer genannt. Es gibt einfach kein einziges Lesegerät, daß heute die damals gespeicherten Daten in lesbarer Form präsentieren könnte. Da die NASA nicht weiß wie es damals ging, kann sie es auch nicht erklären und schon garnicht nochmals durchführen. So entstand bei manchen Leuten der Eindruck, daß die NASA nie hätte Menschen auf den Mond bringen können, obwohl sie es nur inzwischen nicht mehr kann, aufgrund ihrer digitalen Demenz. Daten nur digital zu speichern ist eine ganz große Dummheit!

2010/09/18

An Stelle eines Spendenaufrufes


Viele Netzseitenbetreiber stecken eine Menge Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten. Zugegebenermaßen gibt es noch mehr Netzseitenbetreiber, die das nicht tun. Trotzdem profitieren vor allem Letztere vom Netz. Viele Netznutzer möchten keine Werbung sehen, vor allem nicht auf den Netzseiten, die sie gut finden. Das ist etwas schizophren, denn für Werbung gibt es keinen besseren Platz. Diejenigen, die sich keine Mühe mit ihren Netzseiten geben, stört das nicht. So eine Netzseite schaut man sich ohnehin nicht oft an. Aber Netzseitenbetreiber, die viel Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten investiert haben, möchten ihre Leser gerne behalten. Darum versuchen wir den Wunsch nach möglichst wenig Werbung zu respektieren. Nur hat das den Haken, daß die investierte Zeit und Arbeit nicht anderweitig in profitabler Weise verwendet werden kann. Muß es unbedingt mit Verlusten verbunden sein, wenn man eine gute Netzseite gestalten will? Ich bin jedenfalls anderer Meinung. Darum sind auf Zhèng-Míng bereits einige Spendenaufrufe zu finden. Angeblich ist das eine Alternative, die leichter akzeptiert wird. Spenden wird gerade wieder gesellschaftsfähig. Jedoch stimmt das meiner Erfahrung nach nicht. Es wird lediglich mehr für Spenden geworben und zwar, weil sie spärlicher fließen. Meinen Spendenaufrufen wurde bisher jedenfalls keine Folge geleistet. Soll ich also in Zukunft doch Werbung zeigen? Vielleicht die ganze Netzseite damit ausstaffieren? Wäre das doch besser? Andererseits kann ich auch verstehen, daß kaum gespendet wird. Nicht nur werben sehr viele mehr oder weniger seriöse (== Geld in den Kanälen der Bürokratie verschwinden lassende) Organisationen um Spendengeld, sondern es ist kaum welches vorhanden, das gespendet werden könnte. Schließlich leben wir oder zumindest die meisten Leute mit einer heftigen Deflation (das ist, wenn man nicht genug Geld hat). Das ist auch mein Problem. Wenn man einerseits nicht spendet und andererseits die bewährte Alternative Werbung nicht haben will, dann ist das schon schizophren und vor allem für manche Angebote und deren Ersteller existenzgefährdend. Darum sollte ich mich mit Werbung eindecken. Aber ich will euch zuvor noch eine andere Chance geben.

Nach jedem Spendenaufruf stellen sich die Angesprochenen nicht nur die Frage „Soll ich spenden?“, sondern auch die Fragen „Warum ausgerechnet dafür spenden?“ und „Wenn ich schon spende, wofür wäre es dann am besten?“. Das sind sehr wichtige, ernstzunehmende Fragen. Die meisten Spendenaufrufe beantworten sie nicht. Solchen Spendenaufrufen sollte man niemals folgen! Ebenfalls sollte man niemals (!) Spendenaufrufen folgen, die einen irgendwie (moralisch oder emotional) unter Druck zu setzen versuchen. Meine sollten da besser sein. Falls ich das nicht geschafft habe, dann tut es mir leid. Jedoch hoffe ich, daß es andere Gründe dafür gibt, warum mir nichts gespendet wird. Vielleicht ist die Tätigkeit des Schreibens ja wirklich nichts wert. Dann ist es allerdings sehr seltsam, daß manche Menschen davon recht gut leben können. Ebenso ist es dann seltsam, daß für Musikdateien oder Bilddateien oder Videodateien Geld bezahlt wird. Schließlich sind die durch das Netz genauso leicht zu verbreiten wie Texte. Allerdings ist Geld niemals das Hauptmotiv eines guten Autors. Ein guter Autor will Ideen verbreiten, um etwas in Gang zu bringen. Niemals wären Menschen auf dem Mond gelandet (sie sind), hätte Jules Verne nicht lange zuvor über so eine Reise geschrieben! Nur habe ich, ehrlich gesagt, nicht so viel Geduld. Ich will nicht so lange warten bis meine Artikel irgendetwas bewirken! Ich will, daß viel mehr Menschen als heute ein Einkommen haben werden! Ich will euch nicht ärmer machen mit meinen Spendenaufrufen. Ich will, daß es auf der ganzen Welt mehr Wohlstand gibt und ihr davon profitiert. Aber dafür braucht es nunmal ein paar Vorleistungen, sonst läßt sich nichts verwirklichen.

Vielleicht ist schreiben trotzdem nichts wert. Vielleicht ist kein Geld da, um etwas vorzufinanzieren. Vielleicht ist kein Geld da, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Vielleicht ist kein Geld da, das für irgendetwas gespendet werden könnte. Vielleicht willst du trotzdem etwas tun und weißt nur nicht wie. Vielleicht wäre es dir lieber konkret Menschenleben zu retten, statt nur Autoren beim schreiben zu unterstützen. Wie kann man konkret Hilfe leisten? Wer Menschenleben retten will, sollte Meerwasserentsalzungsanlagen bauen. Baut Meerwasserentsalzungsanlagen! Beteiligt euch an solchen Bauprojekten! Initiiert solche Bauprojekte! Organisiert solche Bauprojekte! Beseitigt Hindernisse für solche Meerwasserentsalzungsanlagen! (Das ist übrigens ein klickbarer Link für mehr Erklärungen.) Berichtet dann über den Bau der Meerwasserentsalzungsanlagen. Macht Werbung dafür! Erfahrungsberichte über den erfolgreichen Bau neuer Meerwasserentsalzungsanlagen dürft ihr gerne über die Kommentarfunktion schreiben. Das sind schließlich sinnvolle, weltverbessernde Projekte, für die ich stehe. Siebzig Prozent des weltweiten Trinkwasserverbrauches geht für die Landwirtschaft drauf. Mit Meerwasserentsalzungsanlagen rettet ihr Menschen vor dem Verhungern und zwar sehr viele Menschen! Weil dann Trinkwasser aus anderen Quellen vermehrt für andere Zwecke zur Verfügung steht, dämmt ihr damit auch massiv Krankheiten ein! Wie könntest du das nicht unterstützen wollen? Oft dient humanitäre Hilfe nur dazu, den Zustand aufrecht zu erhalten, daß andere Menschen auf Hilfe angewiesen bleiben. Dagegen hilft jedoch ein Trick aus der alten Fernsehserie „Kung Fu“ mit David Carradine. Der von David Carradine gespielte Mönch wurde da einmal gefragt, was er für seine Hilfe verlange und der antwortete „ich will, daß du zehn anderen Menschen hilfst“. Ihr rettet Menschen, wenn ihr Meerwasserentsalzungsanlagen baut oder euch auch nur daran beteiligt. Verlangt von den geretteten Menschen, daß sie beim Bau weiterer Meerwasserentsalzungsanlagen helfen, damit noch mehr Menschen gerettet werden. So werden Hunger, Durst und Krankheiten von der Welt verschwinden. Börsenspekulationen mit Nahrung werden unrentabel. Es wird genug Ackerland geben, um alle Erdölprodukte durch Pflanzenprodukte (Treibstoffe, Fasern, Farben und so weiter) zu ersetzen. Was könnte man noch mehr wollen?

P(ost)S(criptum): Der Typ Meerwasserentsalzungsanlage, der auf der verlinkten Netzseite erklärt wird, wurde noch nie erprobt. Der Bau eines Prototypen und dessen Erprobung wäre eine ganz willkommene Form der Unterstützung. Gebt Erfahrungsberichte dazu hier im Kommentarfeld ab.

2010/09/12

Energiewende IV


Außer der bereits ausführlich besprochenen Nutzung der Solarenergie kann man noch ein paar weitere Energiearten auf ähnlich leichte Weise nutzen. So ist die gesamte europäische Aluminiumindustrie bereits vor langer Zeit nach Island gezogen, weil die Aluminiumherstellung energieintensiv ist und die Unternehmen in Island lediglich Turbinen auf den aus dem Boden schießenden heißen Dampf stellen brauchen, um die geothermische Energie zu nutzen. Die Methode lohnt sich jedoch nur an Orten, an denen die geothermische Energie freiwillig aus dem Boden kommt.

Für andere Standorte bleiben also lediglich Wellen, Wasser, Wind und Gezeiten übrig. Da sich die Kraft der Wellen und die der Gezeiten wiederum nur an Standorten im Meer nutzen läßt, bleiben die wieder größeren Investoren vorbehalten. Aber kleine Windkraftwerke und kleinste Wasserkraftwerke sollten wir uns mal genauer ansehen. Wasserkraftwerke ziehen Energie aus abwärts fließendem Wasser. Moderne Wasserkraftwerke sind bereits in der Lage einen Höhenunterschied von lediglich einem Meter auszunutzen. Während eurer nächsten Pause von der Bildschirmarbeit seht ihr euch mal die Regenrinne an eurem Hausdach an, vor allem wie hoch die hängt. Das ist bestimmt mehr als ein Meter! Ja, jedesmal wenn es regnet fällt Energie vom Himmel und euch direkt aufs Dach! Es dürfte kein großes Problem sein, die auszunutzen, zum Beispiel durch eine kleine Turbine im Ablauf der Regenrinne. Es stimmt einfach nicht, daß man keine regenerative Energie zur Verfügung hätte während die Sonne nicht scheint! Ihr verwendet sie nur nicht, sondern verzichtet ersatzlos darauf. Aber das solltet ihr leicht ändern können!

Für Wind gilt ähnliches, aber ich will euch zunächst mal an euren Dachrinnen herummontieren lassen, daher besprechen wir die Windenergie ein anderes Mal.

Gefahren der Gentechnik III


Im nordamerikanischen Staat North Dakota gab es eine genetische Untersuchung wildwachsender Rapspflanzen. Dabei wurde festgestellt, daß bereits sechsundachtzig Prozent der wildwachsenden Rapspflanzen, die angeblich nicht durch kommerziël angebaute genveränderte Pflanzen beeinträchtigt werden, selbst genetische Veränderungen aufwiesen. Untersucht wurden sie auf die Resistenzgene gegen Pestizide, die in kommerziëll angebaute genetisch veränderte Pflanzen eingebaut werden, damit gewisse Unternehmen mehr Pestizide verkaufen können, die dann umso höher dosiert und schonungsloser eingesetzt werden können. Möglicherweise hat es sogar noch weitere genetische Veränderungen der wildwachsenden Pflanzen gegeben, aber auf andere genetische Veränderungen wurden sie nicht untersucht. Das untersuchte Gen lag manchmal doppelt vor. Daraus folgt, daß es sich nicht um die gleiche Sorte Pflanzen handelte, die auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen angebaut wurden. Es hat also niemand zusätzliche Flächen zum Anbau genutzt, die ihm nicht gehörten, sondern es handelt sich tatsächlich um wilde Pflanzen, die das veränderte Gen auf andere Weise als die kommerziëll angebauten erworben haben müssen. Die Verdoppelung der fraglichen Gene weist darauf hin, daß sie nicht in direkter Linie vererbt wurden, sondern daß ein intensiver genetischer Umbau stattgefunden haben muß. Darum wäre es angebracht solche Pflanzen auf weitere genetische Veränderungen zu untersuchen.

Evolution VII


Beim Menschen wie auch bei allen anderen Säugetieren bestimmen die Geschlechts'chromosomen darüber, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich wird. Es gibt zwei Geschlechts'chromosomen bei Säugetieren, X und Y genannt. Das Y-Chromosom wird ausschließlich von Vater zu Sohn vererbt. Jedes Individuum erbt ein X-Chromosom von der Mutter und vom Vater entweder ein Y-Chromosom oder ein X-Chromosom. Ein Individuum mit zwei ererbten X-Chromosomen wird weiblich und ein Individuum mit einem X-Chromosom und einem Y-Chromosom wird männlich. Eigentlich hätte euch das längst von der Schule her bekannt sein sollen. Aber aus den Tatsachen, an die ich euch hier bisher erinnert habe, ergeben sich noch einige Schlußfolgerungen, mit denen Biologen und Mediziner bestens vertraut sind. Es wird Zeit, daß ihr ebenfalls davon erfahrt.

Weil Männer nur ein einziges X-Chromosom haben, können darauf keine Gene liegen, von denen man zwei braucht, um gesund oder auch nur lebensfähig zu sein. Solche Gene liegen nicht auf den Geschlechts'chromosomen, sondern auf den Autosomen, wobei es sich um alle übrigen Chromosomen handelt. Daraus folgt, daß auch eine Frau eigentlich nur ein X-Chromosom braucht. Weil sie aber trotzdem zwei davon hat, wird eines davon nicht benutzt, sondern platzsparend so dicht zusammengepackt, daß man es in manchen Zellen unter einem Lichtmikroskop als sogenanntes Barr-Körperchen sehen kann, daß innerhalb des Zellkernes liegt. Ob es sich dabei um das vom Vater oder von der Mutter ererbte X-Chromosom handelt, ist normalerweise egal. Darum entscheidet sich jede Zelle zufällig für eines der beiden. Darum ist statistisch gesehen in jeder Frau in der Hälfte ihrer Zellen das von der Mutter ererbte und in der anderen Hälfte ihrer Zellen das vom Vater ererbte X-Chromosom aktiv. Ab hier beginnen die wirklich interessanten Schlußfolgerungen. Nehmen wir an, daß auf einem der beiden X-Chromosomen ein Gen defekt ist. Das ist nichts anderes als eine Erbkrankheit, die über das X-Chromosom vererbt wird. In dem Fall ist das defekte Gen jedoch in der Hälfte aller Zellen einer Frau nicht aktiv, sondern durch das intakte Gen aus dem anderen X-Chromosom ersetzt. Sollten die Zellen mit dem defekten Gen nicht lebensfähig sein, dann werden sie sogar zwangsläufig durch andere Zellen ersetzt, in denen das intakte Gen aktiv ist. Daraus folgt, daß die Erbkrankheit bei der betroffenen Frau schwach bis garnicht ausgeprägt ist. Sie wird nicht darunter leiden. Aber sie kann die Erbkrankheit weitervererben und zwar statistisch gesehen in der Hälfte der Fälle (nicht die Hälfte der Fälle der betroffenen Frauen, sondern jeweils die Hälfte ihrer Kinder), weil sie entweder das X-Chromosom ihres Vaters oder das ihrer Mutter weitergibt. Gibt sie die Erbkrankheit jedoch an eine Tochter weiter, dann wird die ebenfalls nicht an der Erbkrankheit leiden und sie wiederum nur an die Hälfte ihrer Kinder weitergeben. Dadurch sterben Erbkrankheiten, die über das X-Chromosom und die mütterliche Linie weitervererbt werden, allmählich aus. Das gilt besonders in Gesellschaften mit kinderarmen Familien.

Andererseits könnte ein defektes X-Chromosom und die damit verbundene Erbkrankheit jedoch auch über die väterliche Linie weitervererbt werden. In dem Fall bleiben die männlichen Nachkommen davon verschont, weil sie von der väterlichen Seite nur ein Y-Chromosom, aber kein X-Chromosom erhalten. An dem Punkt kommen wir zur wichtigsten Schlußfolgerung. Liegt bei einem Paar mit Kinderwunsch eine X-chromosomal vererbte Krankheit vor, dann sollte man sich gut überlegen, welches Geschlecht das Kind haben soll und es wäre gerechtfertigt darauf Einfluß zu nehmen. Lediglich ein Kind, das männlich wäre und das defekte X-Chromosom von der mütterlichen Seite erbte, wäre voll von der Erbkrankheit betroffen. Problematisch wird es nur, falls beide Eltern defekte X-Chromosomen aufweisen. Dann war die Partnerwahl aus evolutiver Sicht suboptimal.

Die Natur weiß natürlich schon viel länger als wir, daß sich Erbkrankheiten auf diese Weise zum verschwinden bringen lassen und daß das nur bei der X-chromosomalen Vererbung funktioniert. Daraus hat sie Konsequenzen gezogen und ein weiteres Resultat der Evolution ist das, daß besonders wichtige Gene, sofern man nicht jeweils zwei davon braucht, auf dem X-Chromosom untergebracht wurden. Daraus wiederum folgt, daß männliche Kinder, die defekte X-Chromosomen erben, oft sehr früh sterben oder noch öfter noch vor ihrer Geburt. Falls sie nach ihrer Geburt noch leben, dann sind sie oft geistig behindert, denn auf dem X-Chromosom liegen viele für die Entwicklung des zentralen Nervensystemes maßgeblichen Gene (und das hat überhauptgarnichts mit Intelligenz zu tun, obwohl das häufig zu genau dem Fehlschluß führt). Das verstärkt noch den Effekt, daß sich defekte Gene aus dem Erbgang eliminieren lassen, indem sie auf dem X-Chromosom untergebracht werden. Das wiederum verstärkt die Tendenz der Evolution, besonders wichtige Gene auf dem X-Chromosom unterzubringen. Wo immer die Natur es einrichten konnte, sind Frauen kaum von Erbkrankheiten betroffen und werden betroffene Männer wegselektioniert. So wie es die von der Natur vorgesehene Aufgabe der Frauen ist, Kinder zu gebären und zu säugen, ist es die eigentliche, von der Natur vorgesehene Aufgabe der Männer für intakte Gene zu sorgen, indem sie den Selektionsdruck aushalten und gegebenfalls rechtzeitig sterben (vielleicht daher der männliche Hang zu kriegerischen oder anderweitig gefährlichen Berufen?), bevor sie in die Versuchung kommen defekte Gene weiterzugeben. Tatsächlich ist es so, daß die meisten Totgeburten und vorherigen Abgänge (bemerkte und unbemerkte) männlichen Geschlechtes sind. In Gegenden mit schlechter medizinischer Versorgung und deswegen hoher Kindersterblichkeit sind die meisten toten Kinder ebenfalls männlich.

Daraus ergibt sich auch noch die Schlußfolgerung, daß eine bessere medizinische Versorgung einerseits hauptsächlich den männlichen Kindern zugute kommt und andererseits zur Erhaltung der schrecklichsten Erbkrankheiten beiträgt. Bei einer naturbelassenen Kindersterblichkeitsrate erreichen viel mehr weibliche als männliche Individuën die Geschlechtsreife. Bei Naturvölkern wurden Raten bis zu zwanzig zu eins (jedoch nur wo es gleichzeitig Tropenkrankheiten gab) beobachtet, aber so unbeeinflußte Naturvölker gibt es heute nicht mehr. Weil so ein Verhältnis trotzdem das ist, an das Menschen viel besser als an heutige Verhältnisse angepaßt sind, erklärt sich daraus die Wertschätzung, die männlicher Nachwuchs in vielen Kulturen erfährt, die Bedeutung des männlichen Nachwuchses in den hinduistischen und in der konfuzianischen Religion, indirekt auch die vielerorts praktizierte Abtreibung weiblichen Nachwuchses und die islamische Regel, daß ein Ehemann vier Ehefrauen haben kann. Die Natur erreichte so ein Geschlechterverhältnis sogar nur, indem sie für eine viel größere Wahrscheinlichkeit sorgte, männlichen Nachwuchs zu zeugen als weiblichen. Auch heute braucht es eigentlich nicht mehr Männer, um für gesunde Gene zu sorgen. Aber sogenannter medizinischer Fortschritt sorgt für mehr Männer. Die Natur versucht gegenzusteuern, aber sie ist nicht schnell genug. Sie konnte in Deutschland das Geschlechterverhältnis bei Geburten seit dem zweiten Weltkrieg lediglich von hundertundsieben männlichen zu hundert weiblichen auf hundertundfünf männliche zu hundert weiblichen ändern. Dadurch gibt es sogar einen Männerüberschuß (bis zu den Altersstufen, in denen dann die längere Lebensdauer der Frauen zum tragen kommt, aber das spielt für die Reproduktion keine Rolle). Den gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen industrialisierten Ländern. In Gegenden, in denen geschlechtsspezifische Abtreibung praktiziert wird, gibt es bis zu hundertdreißig männliche Geburten auf hundert weibliche. Dadurch und durch (zu einem früheren Zeitpunkt der Weltgeschichte mal notwendigen) polygamen Kulturen kommt es zu einem starkem Frauenmangel, der durch Migrationsbewegungen langsam über den Erdball verteilt wird. Einen so starken Frauenmangel gab es noch nie während der gesamten Weltgeschichte. Die Menschheit ist daran nicht angepaßt. Das ist nicht nur ein Problem der zu kurz gekommenen Männer oder der abgetriebenen Mädchen. Das ist ein Problem, das wirklich alle angeht, weil um Frauen schon oft Kriege geführt wurden. Schon einer der frühesten und berühmtesten Kriege der Geschichte, der Trojanische Krieg, soll um eine Frau geführt worden sein! Etwas gegen die geschlechtsspezifische Abtreibung zu unternehmen sei daher als Minimum aller friedenssichernden Maßnahmen wärmstens empfohlen.

Gesetzliche Zahlungsmittel


Da das Fronsystem, wie bereits erklärt, Nachteile hat, die kein moderner Staat noch in Kauf nehmen will, haben sich moderne Staaten stattdessen ein Steuersystem geschaffen. Jedoch wurde dabei ein großer Fehler gemacht. Das mag aus Dummheit, die in Staatsführungen besonders verbreitet ist, oder aus Absicht geschehen sein, es mag übersehen worden sein oder bestimmten Interessengruppen dienen. Das läßt sich nicht mehr eindeutig feststellen und ist heute nicht mehr besonders relevant. Relevant ist dagegen, was der Fehler für uns bedeutet und wie man mit den Folgen fertigwerden kann.

Es wurden nicht nur Steuern eingeführt, sondern auch deren Höhe, Abgabetermine und Zahlungsform festgelegt. Das sind natürlich notwendige Angaben für den Bürger, damit der weiß, was er seinem Staat schuldet. Staaten legten fest, daß die Steuern in einer bestimmten Währung abzuführen sind. Die Währung, in der die Steuern zu entrichten sind, heißt gesetzliches Zahlungsmittel. Im antiken Ägypten wurden alle Zahlungen in Weizen berechnet. Über fast den gesamten Zeitraum der japanischen Geschichte wurden alle Zahlungen in Reis berechnet. So weit ist das noch unproblematisch. Getreide ist lebenswichtig und vor allem wurde es von den Bauern produziert. Aber Regierungen, die den Bezug zur Landwirtschaft, zur Natur und allgemein zur Gesellschaft verloren hatten, legten fest, daß Getreide nicht als gesetzliches Zahlungsmittel dienen solle. Stattdessen beschlossen solche Regierungen, daß das gesetzliche Zahlungsmittel eines sein sollte, das von einem Staatsorgan, der Zentralbank, hergestellt werden sollte. Die Zentralbank erhielt sogar ein Monopol darauf.

Damit erschufen unfähige Regierungen das Problem, daß sie von ihren Bürgern verlangten, ein gesetzliches Zahlungsmittel zu besitzen, das die weder herstellen noch in der Natur finden konnten. Die Bürger könnten ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, aber die Fron war endlich abgeschafft. Die Bürger hätten Bauern bleiben und Getreide anbauen können, aber die Regierungen wollten es nicht haben. Die Regierungen wollten und wollen nur noch etwas haben, das sie selbst durch ein anderes Staatsorgan herstellen lassen. Aber seltsamerweise wollen sie es von Bürgern haben, die weder die Möglichkeit noch das Recht dazu haben, das verlangte gesetzliche Zahlungsmittel herzustellen. Damit so ein System trotzdem funktionieren kann, muß es einen Mechanismus geben, durch den der Staat das gesetzliche Zahlungsmittel, also die Währung, die gesetzlich als Zahlungsmittel vor allem der Steuern, festgelegt ist, unter seine Bürger verteilt, damit die das in Form der Steuern wieder zurückgeben können.

So einen Mechanismus gibt es jedoch nicht. Es wäre schließlich schwachsinnig etwas (gesetzliches Zahlungsmittel durch die Zentralbank) nur zu dem Zweck zu produzieren, um es jemand anderem (dem Bürger) zu geben, damit der das wieder (in Form der Steuern) zurückgibt. Was hätte das für einen Sinn? Stattdessen läßt der Staat sein gesetzliches Zahlungsmittel produzieren, verlangt von seinen Bürgern solches abzuführen, aber dazwischen bleibt es den Bürgern selbst überlassen wie sie an das gesetzliche Zahlungsmittel herankommen. Manche versuchen es mit Kreativität, andere mit Kriminalität, jedoch sind beides nur Umschreibungen dafür, daß man andere Menschen benutzt, um an das gesetzliche Zahlungsmittel heranzukommen. Nur ein kleiner Teil des Volkes bekommt das gesetzliche Zahlungsmittel, indem es Unternehmen bildet, die für den Staat arbeiten und die Aufgaben erledigen, die früher durch die Fron erledigt wurden. Das ist der Grund dafür, daß am Anfang eines jeden großen Vermögens notwendigerweise ein großes Verbrechen stehen muß. Das System ist eine wirklich dumme Konstruktion!

Es wäre daher viel besser für alle Zahlungsvorgänge, die nichts mit der Steuerentrichtung zu tun haben, ein anderes Zahlungsmittel zu verwenden als das gesetzliche. Vom gesetzlichen Zahlungsmittel würde man schließlich so viel an den Staat zurückgeben wie man vom Staat erhält. Allerdings würde Letzteres nichts weiter bewirken als erneut und endlich sehr deutlich zu demonstrieren, daß ein gesetzliches Zahlungsmittel, das niemand außer den Staatsorganen herstellen darf, maximal unsinnig ist. So ein gesetzliches Zahlungsmittel führt erst zu allen Problemen, die ein Staat überhaupt nur haben kann. Andererseits würden die Aufgaben, die früher durch die Fron erledigt wurden, nicht mehr erledigt, falls das Volk tatsächlich für alle nichtsteuerlichen Zahlungsvorgänge eine andere Währung verwenden würde. Deswegen versuchen die Staatsorgane die Verwendung des unsinnig konstruierten gesetzlichen Zahlungsmittels auch in möglichst vielen anderen Bereichen durchzusetzen. Zum Beispiel geschieht das, indem Steuern für Fremdwährungsgeschäfte von den Staatsorganen mit einem von den Staatsorganen festgelegten Wechselkurs (der oriëntiert sich tatsächlich nur schwach am Marktwert der Devisen) zum gesetzlichen Zahlungsmittel berechnet werden. Naturgemäß lassen sich die Probleme, die durch die Monopolisierung der gesetzlichen Zahlungsmittel, entstehen so nicht beheben.

Staaten, die über Jahrhunderte Getreide als gesetzliche Zahlungsmittel verwendeten, erlebten genau während solcher Jahrhunderte Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Warum verzichten wir darauf? Warum lassen wir uns stattdessen ein völlig unsinnig konstruiertes Monopolgeld als gesetzliches Zahlungsmittel gefallen?

Kali-yuga (कलियुग‌) III


Ein weiterer Beweis für den gesellschaftlichen und intelligenzmäßigen Zerfall, der ausschließlich im Kali-yuga (कलियुग‌) möglich ist, sind die Voraussetzungen der Transplantationsmedizin in der heutigen Form. Angeblich werden ja zu wenige Organe gespendet. Aber sehen wir uns doch zunächst an, was bereits getan wurde, um die Anzahl der „gespendeten“ Organe zu erhöhen.

Im Jahr Neunzehnhundertachtundsechzig wurde auf Hokkaidō (北海道) die erste Herztransplantation durchgeführt. Dabei gab es jedoch ein Problem. Nimmt man einem Menschen das Herz heraus, dann stirbt der spätestens daran. Also wäre das Mord. Deswegen darf man ein zu transplantierendes Herz nur einem bereits totem Menschen entnehmen. Das führt aber sofort zu einem weiteren Problem. Ein totes Herz in einen lebenden Menschen statt dessen eigenem Herzen einzusetzen führt zum Tod des Organempfängers. Das wäre Mord. Hätte man vorher also gründlich nachgedacht, dann wäre es nie zur Entwicklung der Transplantationsmedizin gekommen. Da man jedoch nicht gründlich nachgedacht hatte, versuchte man stattdessen das Problem zu lösen, wie man ein noch lebendes Herz aus einem schon toten Menschen herausbekommt. Das Problem war zum damaligen Zeitpunkt eigentlich unlösbar, da der weltweite Konsens bestand, daß ein Mensch dann tot war, wenn sein Herz nicht mehr schlug und nicht mehr zum schlagen zu bringen war, also dann wenn sein Herz tot war. Der Herztod bestimmte den Tod des Menschen und erst nach dessen Tod durfte man das Herz herausnehmen, das jedoch noch leben sollte, damit man es einem anderen Menschen implantieren konnte.

Moralisch degeneriert wie die Menschheit im Kali-yuga (कलियुग‌) nunmal ist, fand sie die Lösung darin die Definition des Todes, auf die sich Generationen von Wissenschaftlern und Philosophen über Jahrtausende einigen konnten, mal eben wegzuwischen und stattdessen definierten Juristen in Zusammenarbeit mit den Medizinern, die durch die Transplantationsmedizin sehr viel Geld verdienen wollten, daß der Mensch nun nicht mehr dann tot sei, wenn sein Herz tot sei, sondern dann, wenn sein Gehirn tot sei. Ein Gehirn ist schwieriger zu transplantieren als ein Herz, weil es viel mehr Nervenenden enthält.

Auf die Definition des Gehirntodes konnten sich Wissenschaftler, unter den anderen Berufsgruppen werden höchstens noch Juristen gefragt, nicht einigen. In Nordamerika reicht es, wenn das Großhirn nicht mehr aktiv ist, in Europa darf das gesamte Gehirn keine Aktivität mehr zeigen, damit ein Mensch als tot gelten kann. Aber sogar innerhalb eines Landes sind sich Mediziner nicht alle über die Definition des Gehirntodes einig, weswegen die Gesetzgeber die Regelung übernommen haben. Im Jahr Neunzehnhundertvierundsiebzig hat zum Beispiel die japanische Regierung den ersten Hirntodstandard herausgegeben, im Jahr Neunzehnhundertsiebenundneunzig hat sie das erste Transplantationsgesetz erlassen. Ja, irgendwie sind Fakten aus Japan leichter zu beschaffen als von anderswo her, und ja, die erste Herztransplantation im Jahr Neunzehnhundertachtundsechzig muß Mord gewesen sein, weil der Gehirntod als juristische Ausrede noch nicht definiert war.

Über eines sind sich Mediziner, besonders Pathologen und Rechtsmediziner, bis heute weltweit einig. Absolute Sicherheit über den Eintritt des Todes liegt erst dann vor, wenn Leichenflecken auftreten, was zwei bis drei Tage nach dem Eintritt des Todes der Fall ist. Als sich Menschen noch dafür fürchteten scheintot bestattet werden zu können, war eine dreitägige Leichenschau vorgeschrieben und zwar aus genau den wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus. Obwohl man im Zeitalter der Transplantationsmedizin, wo fehlende Gehirnaktivität bereits ausreicht um für tot erklärt zu werden, sich viel mehr vor dem Scheintod fürchten müßte, fürchten sich heute nur noch Nordamerikaner davor. In Nordamerika werden aus dem Grund viele Särge mit Alarmanlagen ausgestattet. Aber dennoch gibt es die Transplantationsmedizin auch in Nordamerika und gerade da darf man Menschen, die lediglich keine Großhirnaktivität mehr aufweisen, Organe entnehmen.

Es wäre völlig absurd anzunehmen, daß solche Entwicklungen ohne massive finanziëlle Interessen dahinter möglich gewesen wären. Zwar dürfen Organspender kein Geld für die Opferung ihrer Organe (und ihres Lebens falls man weiterhin einer wissenschaftlichen Definition des Todeszeitpunktes anhängt) nehmen, aber es es ist trotzdem sehr verwunderlich, wenn sich Menschen dadurch darüber hinwegtäuschen lassen, daß Transplantationsmediziner und auch Juristen mit den Organen sehr viel Geld kassierten und weiterhin kassieren. Aber die finanziëllen Interessen hinter der Transplantationsmedizin, ebenso wie die politischen oder der Verdacht, daß Organspender von Ärzten früher aufgegeben werden als andere Patiënten (je schneller man die Organe aus einem Sterbenden herausholt und in den anderen Patiënten einsetzt, desto größer sind die Erfolgsaussichten einer Transplantation), lassen sich leider nicht so leicht beweisen wie die Geschichte der Definition des Todeszeitpunktes durch Tranplantationsmediziner und Juristen. Darum kann man sich bei jenen Punkten nur auf Instinkt und Intuition und die eigene Intelligenz verlassen, wenn man sich mit dem Thema beschäftigen muß, was in letzter Zeit wieder häufiger gefordert wird. Die Neudefinition des Todeszeitpunktes wäre ebenfalls weniger verdächtig und auffällig gewesen, falls sie durch Pathologen erfolgt wäre anstatt durch Transplantationsmediziner und Juristen.