2010/06/28

Energiewende III


In der Solarbranche wird bereits viel Geld verdient. Am häufigsten wird daran kritisiert, daß die meisten Solarzellen inzwischen in China produziert werden. Da sie dort jedoch stark gefördert werden, in europäischen Ländern dagegen schwach bis garnicht, ist es nicht verwunderlich, daß die Solarzellen vorzugsweise in China produziert werden. Stimmt es also, daß die Branche in Wirklichkeit nur von Subventionen lebt? Um die Frage beantworten zu können, sehen wir uns zunächst die Situation in China genauer an.

China hat nicht nur viele Kohlekraftwerke (KKW), sondern auch schon über zwanzig Atomkraftwerke (AKW). Einige weitere Atomkraftwerke werden geplant oder befinden sich bereits im Bau. China scheint total verrückt nach der Atomkernspaltung zu sein. Das ist die Energieform, die die höchsten Subventionen überhaupt erfordert, schon alleine deswegen, weil keine Versicherung bereit ist, die vollständige Haftpflicht für ein Atomkraftwerk zu übernehmen. In China müssen sich die Betreiber darüber jedoch keine Sorgen machen, denn alle Geschädigten werden einfach mit ihren Problemen alleingelassen werden und auf den Kosten sitzenbleiben, höchstwahrscheinlich werden sie nichtmal erfahren, wenn ein Atomkraftwerk an einem Schadensfall schuld ist. Dadurch ist es plausibel, daß die chinesische Regierung auf die Atomkraft setzt. Aber in China werden nicht nur Atomkraftwerke gebaut, sondern nach wie vor viele KKW. Kohle spielt immernoch die wichtigste Rolle in der Energieversorgung Chinas. Das wird noch lange so bleiben, denn China verfügt über große Kohlevorkommen, obwohl China auch sehr viel Kohle importiert. Kohle wird vor allem in Australien im Tagebau abgebaut und daher ist australische Kohle viel preiswerter als chinesische. In China wird immernoch ein K(ohle)k(raft)w(erk) nach dem anderen gebaut, weil Kohle nach wie vor der preisgünstigste Rohstoff für die Energiebranche ist. Außerdem braucht China viel mehr Kohlekraftwerke als andere Länder, weil die Kraftwerke chinesischer Bauart einen viel geringeren Wirkungsgrad haben (nämlich nur siebenundzwanzig Prozent). Dabei gibt es Sonne und Wind auch in China umsonst. Zusätzlich gibt es sogar Entwicklungshilfe für China, zum Beispiel indem die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit viele Solarkraftwerke und Windkraftwerke in China baut oder zumindest bezahlt. Wasserkraft ist sowieso die traditionellste aller Energieformen in China, weswegen dort zahlreiche Umweltschäden durch den Bau vieler Staudämme verursacht wurden. Weil es so viele vormoderne Kraftwerksformen in China gibt, könnte man annehmen, daß Wind & Solar nur eine Alibifunktion erfüllen, nur ein grünes Feigenblatt sind, mit dem China der Welt zeigen will, daß es nicht hinter anderen Ländern zurücksteht, die ebenfalls Wind & Solar nur als Feigenblatt benutzen. Aber das stimmt einfach nicht. Die Chinesen zeigen auch bei den Windkraftanlagen und den Solarkraftwerken eine ähnlich rege Bautätigkeit wie bei den Kohlekraftwerken und bei den Atomkraftwerken. Wenn die Solarzellenhersteller sagen, daß sie in China einfach sehr viel näher an ihrem Absatzmarkt sind, dann darf man ihnen das glauben. Das stimmt nämlich. Nirgendwo sonst werden so viele Solarkraftwerke gebaut wie in China. Nirgendwo sonst ist die private Nutzung der Kraft der Sonne so verbreitet wie in China. Natürlich findet letztere hauptsächlich thermisch statt wie auch überall sonst auf der Welt. Trotz aller neuer Kraftwerke gibt es Orte in China, und zwar durchaus auch in den reichen Regionen, in denen es Elektrizität gerade mal eine Stunde pro Tag gibt. In den übrigen Stunden versorgen deren Kraftwerke weitere solche Orte. In China ist das Angebot an Elektrizität so unglaublich weit unterhalb der Nachfrage danach, daß es sich lohnt von jedem nur möglichem Kraftwerk so viele zu bauen, wie man nur kann. Zweistellige Wachstumsraten sind insbesondere in der chinesischen Energiebranche kein Wunder, weil die dort verfügbare Energie noch so gut wie garnicht nutzbar gemacht wurde. Dabei wäre dort sehr viel Energie nutzbar, weil China sowohl die höchsten Berge der Welt als auch Anteil an den Tropen hat, dadurch ließen sich Wind und Sonnenstrahlung so intensiv nutzen, wie fast nirgends sonst auf der Welt.

Es wäre also einfach dumm, Solarzellen nicht in China zu verkaufen. Da der Wirkungsgrad bisheriger Solarzellen recht gering ist, muß man viel Gewicht transportieren, um irgendwo ein Solarkraftwerk bauen zu können. Deswegen wäre es einfach dumm, Solarzellen nicht gleich in China zu produzieren, insbesondere weil dort die Rohstoffe dafür auch noch im Überfluß verfügbar sind. Die Bürokratiekosten sind auf jeden Fall geringer, weil jeder chinesischer Bürokrat sich des Energiemangels Chinas bewußt ist. Das die Lohnkosten in manchen Gegenden Chinas (schon lange nicht mehr in allen!) geringer sind als die in vielen europäischen Ländern, ist dagegen fast unbedeutend, obwohl es den Herstellern natürlich nicht schadet. Den Herstellern deswegen Vorwürfe zu machen, insbesondere den Vorwurf sich nicht selbst schaden zu wollen, ist bestenfalls seltsam. Es ist völlig unverständlich, wieso das überhaupt geschieht. China ist tatsächlich der beste Ort auf der Welt, um in der Solarbranche aktiv zu werden. Wer daran selbst verdienen will, sollte sich schleunigst auf die Socken machen! Auch die neuartige UV-Voltaïk würde selbstverständlich am besten in China produziert, in China verkauft und in China benutzt. In China mangelt es so stark an allen Formen nutzbarer Energie, daß man auch andere Ideen wie Kombisolarzellen, Solarthermiespeicher und so weiter am besten in China vermarktet. Es ist erstaunlich, was die Chinesen tatsächlich bis heute noch alles nicht haben! Übrigens habt ihr schonmal darüber nachgedacht, daß Küchenherde und Backöfen, wie sie in Mitteleuropa verwendet werden, vorwiegend mit elektrischen Strom betrieben werden, also richtige Energieverschwender sind, wie man das bereits von den unterschiedlichen Heizungssystemen her kennen sollte? Gewiß, es gibt auch Gasherde, die eine zusätzliche Leitung ans Haus erfordern und außerdem noch gefährlich sind, was der Grund für die Verbreitung elektrischer Herde sein dürfte. Aber man könnte Küchenherde und Backöfen auch solarthermisch betreiben. Es gibt Patente dafür, die Leistungsfähigkeit von Solarzellen durch vorgeschaltete, optische Linsen zu steigern. Mit solchen könnte man solarthermische Anlagen höhere Temperaturen erzeugen lassen, so daß sie zum kochen und backen ausreichen würden. Für Geräte, die man nur einmal oder zweimal am Tag benutzt, wäre so immer genug Energie im Wärmespeicher, weil die Sonne auf jeden Fall länger scheint. Auch die Idee verrate ich euch wieder, damit sie niemand mehr patentieren kann. Also fühlt euch frei, die in China oder sonstwo zu vermarkten.

Das Schicksal der Welt VIII


Nachdem es der Sinn der bevorstehenden Umwälzungen ist, die Erde von Gier und Haß zu säubern, wird es danach kein auf Gier basierendes Wirtschaften und keine von Haß geprägte Gesellschaft mehr geben. Alle Menschen, die sich diesen Triebfedern hingeben oder sogar glauben mit deren Hilfe ihr eigenes Überleben sichern zu können, werden dann tot sein. Danach kann die Erde ihre Biosphäre regenieren, die Stoffkreisläufe wiederherstellen und allmählich ganz gesunden. Daraus folgt, daß Gier, Haß und aus diesen Motiven resultierende Maßnahmen zur materiëllen Vorbereitung keine Menschenleben retten werden, sondern vielmehr die Gefahr für das eigene Leben vergrößern werden.

Man sollte sich also nicht materiëll auf die zukünftigen Ereignisse vorbereiten, jedenfalls nicht mehr als man das ohnehin gewohnt ist, sondern man sollte sich vielmehr spirituëll vorbereiten, vor allem indem man sich gründlich von allen Regungen des Hasses und der Gier reinigt. Man sollte Mitgefühl und Großzügigkeit entwickeln. Nur wer von den Naturkräften als wertvoll genug angesehen wird, wird überleben. Egal wie gut man sich sonst vorbereiten kann, die Natur wird auf jeden Fall stärker sein. Die große Erdreinigung wird einige Jahre dauern, also werden nicht alle Regionen der Erde zur gleichen Zeit betroffen sein. Mobilität kann daher die Wahrscheinlichkeit zu überleben erhöhen. Mobilität bedeutet hier vor allem, daß man die Angehörigen anderer Nationalitäten, anderer Rassen, anderer Völker, anderer Kulturen, anderer Religionen nicht als Feinde ansieht, sondern sich immer um Freundschaft mit ihnen bemüht. Den Wert einer solchen Art Mobilität haben übrigens bereits viele Philosophen erkannt, die zu den unterschiedlichsten Zeiten lebten. Der chinesische Philosoph Kāng Yǒuwéi (康有為) beispielsweise bezeichnete sie als dàtóng (大同), was sich als „große Harmonie“ oder besser noch „große Gemeinschaft“ wörtlich übersetzen ließe, aber für gewöhnlich als „Utopie“ übersetzt wird. Dàtóng (大同) war kein Konzept für einzelne Menschen, sondern alle Rassen und Völker sollten sich zu einer Menschheit ohne Grenzen zwischen einer Gruppe und einer anderen entwickeln. Daher ist die Übersetzung als Utopie leider durchaus zutreffend. Wären erst die Chinesen und schließlich die gesamte Menschheit dem großen Philosophen gefolgt, dann hätte bereits sehr viel Leid verhindert werden können und auch die große Erdreinigung könnte uns vielleicht verschonen. Aber kaum jemand wollte dem großen Philosophen folgen und das ist bis heute so. Deshalb ist es bereits zu spät, um das Schicksal der Menschheit auf andere Weise als die der großen Erdreinigung noch verbessern zu können.

Sich für unsterblich zu halten, bringt ebenfalls keinen Vorteil. Eine der besten Möglichkeiten, sich auf die kommenden Ereignisse der großen Erdreinigung einzustellen, dürfte die sein, sich der eigenen Sterblichkeit bewußt zu werden und sich auf den eigenen Tod vorzubereiten.

2010/06/25

Das andere Kreuz


Es gab schon mehrere Debatten um das christliche Kreuz. Die letzte Debatte verlief etwas anders als sonst. Im Jahr Zweitausendundneun sollte Salomon Korn, der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Peter Steinacker, ehemaliger Präsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Fuat Sezgin, ein muslimischer Islamwissenschaftler, und Kardinal Karl Lehmann, katholischer Bischof von Mainz, der hessische Kulturpreis für deren Verdienste um den interreligiösen Dialog vergeben werden. Aber Fuat Sezgin konnte die Ansichten des Salomon Korn hinsichtlich des israëlisch-palästinensischen Konfliktes nicht tolerieren. Darum lehnte Fuat Sezgin die Annahme des Preises ab. Die hessische Politik wollte jedoch nicht, daß der Preis für Verdienste um den interreligiösen Dialog zwar an Juden und Christen, nicht jedoch an Muslime vergeben würde, weil das nicht dem als politisch-korrekt gewünschtem Bild entsprochen hätte. Deswegen suchte man schnell noch nach einem weiteren muslimischen Islamwissenschaftler, den man statt des ursprünglich vorgesehenen Preisträgers nominieren konnte. Man fand so einen in der Person des Navid Kermani. Der machte nämlich auch interreligiösen Dialog, zum Beispiel indem er sich in Zeitungsartikeln zu Themen des Christentums äußerte. So beschrieb er seine Empfindungen beim betrachten der Kreuzigungsdarstellung des Guido Renis: „Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man –, ich könnte an ein Kreuz glauben.“ So kann man das und den restlichen Artikel unter http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/warum_hast_du_uns_verlassen__guido_renis_kreuzigung_1.2195409.html nachlesen. Das ist eine eindrucksvolle Bestätigung für jeden auch nur einigermaßen christlich empfindenden Menschen. Man könnte die Aussage nicht nur als großes Lob für einen christlichen Künstler, sondern sogar als Abfall vom islamischen Glauben auffassen, womit Navid Kermani sein Leben riskiert hätte. Das für den interreligiösen Dialog. Trotzdem brachten es der katholische Kardinal und der evangelische Kirchenpräsident noch fertig, sich durch den Artikel so beleidigt zu fühlen, daß sie nicht zusammen mit dessen Autor auf einer Bühne stehen wollten. Kardinal Karl Lehmann warf ihm vor, das Kreuz als Gotteslästerung und Idolatrie bezeichnet zu haben, Peter Steinacker setzte noch einen drauf, indem er behauptete Navid Kermani rücke das Kreuz in die Nähe von Blasphemie und Pornographie. Nachdem die Leute sich so wenig miteinander verstanden, hätten sie nur dem Vorbild des Fuat Sezgin folgen brauchen, dann hätte man andere Christen als deren Ersatzpreisträger nominieren können. Aber hessische Christen können wohl keinen Vorbild folgen, sie verlangen Sonderrechte und bekommen die auch. Laut dem Apostel Paulus ist das Kreuz den Griechen eine Torheit und den Juden ein Ärgernis. Trotzdem hat sich der jüdische Teil der Preisträgerschaft nicht genötigt gesehen, sich zu dem Thema zu äußern. Über Zeitungsartikel wurde verschiedentlich Kritik, vor allem durch Schriftsteller, an den beiden Kirchenmännern geübt, Christen möchte ich die aufgrund ihres nicht besonders christlichen Verhaltens nicht nennen, dann redeten die Nominierten miteinander, der hessische Ministerpräsident entschuldigte sich bei Navid Kermani und die Preisverleihung fand mit einem halbem Jahr Verspätung und ohne Medienecho doch noch statt. Anscheinend konnte man keinen Skandal mehr daraus konstruieren, deswegen war der Ausgang der Angelegenheit für die Massenmedien völlig uninteressant.

Übrigens bedeutet Idolatrie die bildliche Darstellung Gottes. Im Islam ist die verboten, damit niemand auf die Idee kommt, statt des Gottes dessen Bildnis anzubeten. Darum ist es völlig logisch, daß Christen aus islamischer Sicht Idolatrie betreiben. Im Christentum ist es zwar nicht verboten, Gott bildlich darzustellen, aber es ist genau so wenig christlich wie es islamisch wäre, ein Bildnis mit Gott zu verwechseln. Darum ist der Vorwurf seitens des Kirchenmannes völlig unverständlich und im besten Fall merkwürdig. Was ist mit dem anderen Vorwurf, dem das die Darstellung des leidenden Christus (also laut dem Islam lediglich eines Propheten, was die Empfindung bei einem Muslim umso merkwürdiger macht!) Blasphemie sei?

Falls du selbst Christ bist oder auch nur religiöse Gefühle hast, dann dürfte dir die Vorstellung, daß die Darstellung des leidenden Christus eine Blasphemie ist, eigentlich nicht fremd sein. Selbstverständlich ist die Darstellung des leidenden Christus eine Blasphemie! Das ist die ursprünglich christliche Sicht! Hätte es vor tausend Jahren irgendjemand gewagt, Christus an ein Kreuz genagelt darzustellen, dann hätte man den Künstler bereits tags darauf in den Flammen eines großen Scheiterhaufens verbrannt! Über viele Jahrhunderte war den Christen so eine Darstellung eine Ungeheuerlichkeit. Das wäre die übelste Form der Gotteslästerung gewesen, die man sich überhaupt vorstellen konnte. Lediglich in den Kirchen wird das heute nicht mehr verstanden. Das Kreuz ist etwas anderes als das Kruzifix. Das Kreuz ist ein uraltes Symbol, das in sehr vielen Religionen und Kulturen zuhause ist. Das Kruzifix ist das Symbol des Christentums, an dem seit dem Zeitalter des Barock ein leidender Christus prangt. Solche Darstellungen sind nämlich erst seit dem Barock üblich und auch erst seitdem erlaubt. Aber Kirchenmänner wissen so etwas selbstverständlich nicht. Nur der Muslim, der empfindet heute noch so, wie das Christen über viele Jahrhunderte getan haben und eigentlich immernoch tun sollten, denn andernfalls fehlte künstlerischen Werken wie dem des Guido Renis ein ganz wesentliches Element. Wer empfindet wie ein Kirchenmann und nicht wie ein Muslim oder ein Christ, der kann die großen Werke christlicher Künstler überhauptnicht richtig wertschätzen. Kirche und Christentum haben nicht nur schon lange nichts mehr miteinander zu tun, inzwischen vertragen sie sich nichtmal mehr miteinander.

Das eine Kreuz


Erinnert ihr euch an die Frau, die letztes Jahr im Iran bei den Protesten gegen den dortigen Wahlbetrug erschossen wurde? Sie gilt als Märtyererin des iranischen Volkes. Sie soll sich besonders deswegen als Märtyrerin eignen, weil sie islamische Theologie studiert haben soll. Über jene Frau berichtete http://info.kopp-verlag.de/news/neda-die-maertyrerin-mit-dem-kreuz.html jedoch, daß sie ein christliches Kreuz um den Hals getragen haben soll, wie angeblich Aufnahmen bewiesen, die sie zeigten als sie noch am Leben war. Zusätzlich trug sie kein Kopftuch. Wie paßt das zu einer Märtyrerin des iranischen Volkes oder auch nur zu einer Studentin der islamischen Theologie?

Das paßt anscheinend garnicht zusammen und dem Kopp-Verlag wird oft vorgeworfen, daß er nur Blödsinn verbreite, weil er nicht gewillt ist, sich der Forderung nach unbedingter politischer Korrektheit zu unterwerfen. Immerhin hat er auf den Fall und die Ungereimtheiten darin aufmerksam gemacht. Inzwischen muß man nur noch eine Suchmaschine bedienen können, um zu wissen, was damals vorgefallen ist. Leider sind die meisten Menschen zu dämlich dazu und deswegen möchte ich auch hier darauf hinweisen, was tatsächlich passiert ist. Alle Details lassen sich unter http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/das-zweite-leben-der-neda-soltani-die-falsche-tote-1.68172 nachlesen, hier erfolgt nur eine Zusammenfassung.

Die erschossene Frau hieß Neda Agha-Soltan, in dem Video, das ihren Tod zeigt, war lediglich leise der Name Neda zu vernehmen und mit dem wurde versucht, die Frau zu identifizieren. Eine anonym gebliebene Person, die ihre mangelnde Medienkompetenz durch Übereifer zu kompensieren versuchte, fand beim Netzdienstleister Facebook eine Neda Soltani, die dort einige Fotos von sich veröffentlicht hatte. Diese Neda Soltani war ein paar Jahre früher geboren als Neda Agha-Soltan, sah ihr ein bißchen ähnlich und unterrichtete englische Literatur an der selben Universität, an der Neda Agha-Soltan studierte. Außerdem hat Neda Soltani Verwandte in westlichen Ländern, daher ist es nicht weiter verwunderlich, daß sie einen etwas westlicheren Lebensstil pflegte als andere Iranerinnen. Die anonym gebliebene Person kopierte (offensichtlich rechtswidrig!) eines ihrer Fotos, schickte es an Nachrichtensender und das Foto verbreitete sich über die gesamte Welt. Für Neda Soltani war das ein großes Problem, weil sie noch lebte und dadurch hätte als Beweis herhalten können, daß die Geschichte erfunden war, solange die Weltöffentlichkeit nicht zur Kenntnis nehmen wollte, daß es sich um zwei nicht näher miteinander bekannte oder gar verwandte Frauen handelte, die lediglich einen im Iran sehr häufigen Namen miteinander gemeinsam hatten. Dadurch war Neda Soltani von beiden politischen Seiten bedroht und mußte aus dem Iran fliehen. Sie hat in Deutschland um politisches Asyl ersucht. Daß eine Dozentin der englischen Literatur ausgerechnet in Deutschland um Asyl ersucht, erklärt sich daraus, daß sie einen Cousin in Deutschland hat. Merkwürdig ist an dem Punkt nur noch, daß die Geschichte wissen will, daß sie über Griechenland eingereist sei. Laut dem Abkommen von Dublin wäre dadurch Griechenland für ihren Asylantrag zuständig gewesen.

In der Berichterstattung anderer Quellen werden die Namen Soltani und Agha-Soltan weiterhin munter durcheinandergeworfen. Es gab auf Nachrichtensendern bald weiteren Nachschub an Fotos und Videos. Die waren eine Stunde zuvor jedoch bereits auf Youtube zu sehen. Das waren anscheinend gefälschte Videos irgendwelcher Trittbrettfahrer (übrigens ein viel zu sehr in Vergessenheit geratenes Wort), die aus dem traurigen Schicksal Profit (das geht auch anders als finanziëll!) schlagen wollten. Der Beweis dafür ist, daß das erste solche Video aus dem Iran hochgeladen wurde und zwar zu einem Zeitpunkt zu dem man von dort aus schon seit Monaten nicht mehr auf Youtube zugreifen konnte. Im Iran ist das Netz nämlich sehr streng zensiert. In islamischen Netzforen glaubt man sogar, daß die komplette Geschichte nur für westliche Beobachter inszeniert worden wäre, denn niemand im Iran würde eine Frau ohne Kopftuch in so einer Rolle ernstnehmen. Das sagte die ursprüngliche Kritik auch, zum Beispiel die vom Kopp-Verlag, obwohl die sich auf das Kreuz einer anderen Frau stützte, der selben, der auch das Kopftuch fehlte. Aber was ist nun mit dem Kreuz? Darf eine Frau, die an einer islamischen Universität unterrichtet, das tragen? Ich erwähnte bereits islamische Netzforen, was übrigens etwas anderes ist als Netzforen über den Islam. In islamischen Netzforen wird bestätigt, daß Kreuze im Iran aus rein modischen Gründen getragen werden. Das hat überhauptnichts mit Religion zu tun. Ganz modisch ist im Iran übrigens alles, was die Religionswächter provoziert, zumindest solange die nicht hinschauen.

2010/06/24

Das Schicksal der Welt VII


Viele derjenigen, die sich damit befassen, was über das Schicksal der Welt vorausgeschaut wurde, glauben tatsächlich, daß sie sich auf die Ereignisse vorbereiten, sich so schützen und ihr eigenes Überleben sichern könnten. Weil es solche Schauungen gibt, müssen sie auch einen Grund haben. Der könnte schon sein, Menschen vor den geschauten Ereignissen zu warnen. In dem Fall könnte man Vorbereitungen darauf durchaus für sinnvoll halten. Insbesondere deswegen, weil man den übrigbleibenden Teil der Welt viel mehr nach eigenen Vorstellungen gestalten können dürfte, weil amtliche Bedenkenträger und Schreibtischtäter dann größtenteils ausgestorben sein dürften. Sehen wir uns also die Maßnahmen an, zu denen am häufigsten geraten wird.

Als wichtigste Vorbereitung gilt es, Lebensmittel und Trinkwasser einzulagern. Das ist immer vernünftig und daher war das früher allgemein üblich. Seitdem sind viele Leute wirtschaftlich abgestiegen und haben dabei Geld und Lagerplatz verloren. Deswegen lösten sie ihre Vorräte nach und nach auf. Es gilt als weise, Städte zu verlassen und auf dem Land, am besten auf einem Bauernhof, zu leben. Das war seit jeher weise, schon wegen der erhöhten Kriminalitätsraten in den Städten. Seit Volkswirtschaften jedoch so geführt werden, daß es zu verbreiteten Bauernsterben kommt, gibt es immer weniger Möglichkeiten, die eigene Versorgung über einen Bauernhof abzusichern. Da nicht genau bekannt ist, welche Region wovon betroffen sein wird, gelten Bunker und Schutzräume als unerläßlich. Weil die meisten Vorbereiteten auf kaum einen Luxus verzichten wollen, schaffen sie sich Stromgeneratoren an und lagern Treibstoffe ein. Man kann auch nicht wissen, wo man sich gerade aufhalten wird, wann immer ein katastrophales Ereignis eintritt. Deswegen hat ein gut Vorbereiteter nicht nur einen Schutzraum mit Vorratslager, sondern mehrere davon, zumindest an allen Orten, an denen er sich häufig aufhält. Solche Vorbereitungen können sich selbstverständlich nur wenige Leute überhaupt leisten. Deswegen gilt es als überaus wahrscheinlich, daß viele Plünderer unterwegs sein werden. Ebenso viele Bettler. Der größte Teil der Vorbereiteten möchte mit den beiden Gruppen keinesfalls in Berührung kommen und bereitet sich deswegen auch noch auf die unterschiedlichsten, zur Zeit noch größtenteils legalen (Drohungen werden jedoch jetzt schon ausgestoßen), Weisen darauf vor, sich die beiden Gruppen mit brutaler Gewalt vom Hals zu halten. Auch die Leute, die mehrere Vorratslager unterhalten, wollen alle ihre Vorräte schützen und sie ausschließlich für sich selbst und ihre Familien genutzt wissen. Als Freunde lassen sie nur noch diejenigen gelten, die sich selbst auf ähnliche Weise vorbereiten, was voraussetzt, daß die über die finanziëllen Mittel dafür verfügen müssen. Wer es sich leisten kann, legt auch noch Vorräte in Form von Gold und Immobilien an, weil man schließlich nur wegen eines Beinaheweltunterganges nicht sein Vermögen zu verlieren riskieren will.

Was ist merkwürdig an dem Bild? Ja genau, die Schauungskenner verhalten sich zu einem großen Teil wie Erzkapitalisten und wünschen sich anscheinend trotz aller tiefgreifenden Veränderungen, die uns bevorstehen, eine Fortführung eines durch und durch kapitalistischen Systems, zu dem zur Zeit immer mehr Volkswirtschaften verkommen. Haß und Gier sind ihre Haupttriebfedern. Jedoch ist der Grund der gesamten Umwälzungen, daß sich die Erde von Gier und Haß reinigen will. Deswegen wäre der Erdorganismus geradezu schwachsinnig (und das ist er nicht), wenn er ausgerechnet die Träger der Gier und des Hasses überleben ließe. Wahrscheinlich fehlt es genau deswegen in den Schauungen oft an vermeintlichen Details und an Möglichkeiten zu einer einigermaßen genauen Datierung. Insbesondere Letzteres führte schon oft dazu, daß sich Leute ihr gesamtes Leben lang auf etwas vorbereiteten, das nie eintrat. Ebenso führte das dazu, daß andere Leute ihre Vorratslager und andere Vorbereitungsmaßnahmen wieder aufgaben, vermutlich weil solche sie auf Dauer finanziëll überforderten. Auch gut Vorbereitete sind nicht unsterblich, ganz besonders dann nicht, falls sie das tatsächlich über sich glauben. Das kann und wird die Natur ausnutzen, um die Erde endlich von Gier und Haß zu reinigen. Alle materiëllen Vorbereitungen werden überhauptnichts nützen. Das ist die Voraussetzung dafür, daß die kommenden, katastrophalen Ereignisse überhaupt einen Sinn haben und daher auch die Voraussetzung für deren Eintreten.

Hatte Horst Köhler recht?


Man (in dem Fall = die Journaille) wirft dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler vor, daß er Unsinn geäußert hätte, der daraufhin als Unsinn bezeichnet wurde, Horst Köhler sich deswegen beleidigt gefühlt hätte und deswegen, nachdem der Vorfall bereits vergessen war, plötzlich von seinem Amt zurückgetreten wäre. Unzweifelhaft ist er zurückgetreten und unzweifelhaft war das unerwartet. Genau so unzweifelhaft war das eine total übertriebene Re(?)aktion. Aber hatte er zuvor wirklich Unsinn erzählt? Hatte er ganz einfach recht?

Er sagte, daß die Bundeswehr auch den Zugang zu Rohstoffen verteidigte, weil das im Interesse des deutschen Staates liege. Daß er das gut fände, war wiederum nur eine (unangemessene) Interpretation durch die Journaille. Schon die Tatsache, daß man den Zugang zu Rohstoffen verteidigen kann, weist deutlich darauf hin, daß der Zugang zu Rohstoffen sogar ganzen Staaten verwehrt werden kann. Kann Deutschland ein Interesse daran haben, daß ihm der Zugang zu Rohstoffen verwehrt wird? Ganz sicher nicht. Keinem Staat kann daran gelegen sein. Daraus folgt, daß der Zugang zu Rohstoffen ganz sicher im Interesse eines jeden Staates liegt, einschließlich des deutschen. Es braucht also nur noch geklärt zu werden, warum sich die Bundeswehr in Afghanistan befindet.

Die eine Möglichkeit ist, daß die Bundeswehr, wie auch andere europäische Armeen, sich tatsächlich zur Sicherung des Zuganges zu Rohstoffen, wenn auch vor allem für Nordamerika und nicht für europäische Staaten, in Afghanistan befindet. Den europäischen Völkern erzählt man jedoch, daß dort Demokratie und Menschenrechte verteidigt würden, während man die Terrorgefahr durch die Taliban abwenden wolle. Die andere Möglichkeit wäre also, daß die Berufslügner ausnahmsweise einmal die Wahrheit sagten. Das wichtigste Ziel dabei sei, daß man dafür sorgen müßte, daß den Taliban auf keinen Fall die pakistanischen Atomwaffen in die Hände fielen. Das ist jedoch in allen Fällen richtig. Wie können wir nun feststellen, ob die Berufslügner dieses Mal, so unwahrscheinlich das auch ist, die Wahrheit sagen oder nicht? Am zuverlässigsten, indem wir uns ansehen, wie man die beiden möglichen Missionen durchführen würde.

Wollte man den Zugang zu Rohstoffen für westliche Staaten sichern, in erster Linie für Nordamerika, dann würde man vor allem China, Indien, den Iran und vielleicht auch, obwohl das selbst mehr als genug Rohstoffe hat, Russland als Konkurrenten ansehen. Daraus folgt, daß man nur nordamerikanische Truppen und deren Verbündete, also vor allem NATO-Truppen, nach Afghanistan entsenden würde.

Wollte man Demokratie und Menschenrechte (übrigens zwei Ideen, die sich fundamental widersprechen) in Afghanistan verteidigen, dann würde man keinesfalls auf die Unterstützung der Russen verzichten, die in Afghanistan, wo sie vor allem gegen die Taliban gekämpft hatten, reichlich Erfahrung gesammelt haben. Russland erlaubt zwar manchmal Überflüge zum Zweck der Versorgung der westlichen Armeen in Afghanistan, aber Russland hat keinen Grund, sich nicht diplomatisch zu geben, weil es über Afghanistan zu beziehende Rohstoffe selbst nicht braucht. Russland versucht zur Zeit vielmehr selbst als demokratischer Rechtstaat angesehen zu werden. Die pakistanische Armee bekämpft die Taliban, um die pakistanischen Atomwaffen vor ihnen zu beschützen. Bisher sind sie erfolgreich. Falls sie dabei Unterstützung bräuchten, dann würden sie am ehesten ihren militärischen Verbündeten, das mächtige China, um Hilfe bitten. Die Chinesen sind bereits aufmarschiert, aber auf der chinesischen Seite der Grenze geblieben. Das ist in der westlichen Hemisphäre deswegen bekannt, weil Indien darauf mit dem Aufmarsch eigener Truppen reagiert hat, die auf der indischen Seite der Grenze geblieben sind. Indien hat die pakistanischen Atomwaffen am meisten zu fürchten. Indien und Pakistan kopieren seit vielen Jahren die Strategie des Kalten Krieges und inspizieren gegenseitig ihre Atomwaffen. Darum hat Indien ein starkes Interesse an einer stabilen pakistanischen Regierung. Sowohl Indien als auch China wären stark genug, um die Taliban auch in Afghanistan zu bekämpfen. Beide hätten ein Interesse daran das zu tun und beide hätten kein Problem damit, das im Namen der Menschenrechte zu tun. Indien und China haben bereits Kriege gegeneinander geführt und es gibt Territorien, die zwischen den beiden Staaten umstritten sind. Daher sind die beiden Staaten möglicherweise nicht daran interessiert, ihre Truppen direkt aufeinandertreffen zu lassen. Beide Seiten sehen Russland als Verbündeten an. Es gibt daher keine klaren Fronten, sondern Kooperationen sind nach allen Seiten möglich. Würden sowohl NATO-Truppen als auch chinesische Truppen als auch indische Truppen als auch russische Truppen in Afghanistan gegen die Taliban aktiv, dann wären die sehr schnell besiegt. Ginge es jedoch trotzdem um die Rohstoffe, dann würden die Truppen der mächtigen Staaten irgendwann aneinandergeraten und ein ausgewachsener Krieg mit hohen Verlusten auf allen Seiten wäre das Ergebnis.

Um Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen, hätte die UNO sowohl indische, als auch chinesische als auch russische als auch die Truppen der NATO nach Afghanistan entsandt. Geht es dort jedoch um die Verteidigung des Zuganges zu Rohstoffen, dann würde man dort nur NATO-Truppen und höchstens noch andere enge Verbündete der Nordamerikaner finden. Ich schließe daraus, daß Horst Köhler einfach recht hatte. Das macht seinen Rücktritt zwar noch merkwürdiger, aber den wird man erst richtig beurteilen können, nachdem bekannt wird, wo der ehemalige Bundespräsident anschließend tätig sein wird.

2010/06/23

Wo die Welt eure Unterstützung wirklich braucht


Laut dem hier verlinkten Blök-Artikel soll der Hund aus China kommen. Wahrscheinlich kommt es daher, daß Hunde in China, anders lautenden Gerüchten zum Trotz, seltener gegessen werden als andere Tiere. Falls doch, dann jedoch vorzugsweise während das Tier noch lebt. Das widerfährt auch vielen anderen Tieren in China. Das macht es allerdings nicht weniger schlimm. Im Gegenteil, mir wird schon bei der Beschreibung übel. Daher überlasse ich weitere Beschreibungen dem hier verlinkten Artikel, der leider tatsächlich kein bißchen übertreibt.

Falls ihr mal etwas wirklich Gutes tun wollt, dann unterstützt ausnahmsweise mal keine Angebote aus dem Netz, sondern unterstützt den Tierschutz in China!

Das Schicksal der Welt VI


In fast allen Sammlungen der Vorhersagen der Zukunft fehlt eine entscheidende. Das ist die Vorhersage der großen Erdreinigung. In den neunzehnhundertsiebziger Jahren gründete ein nordamerikanischer Ureinwohner den Bärenstamm. Das ist ein Indianerstamm, der Leute ungeachtet ihrer Herkunft oder ethnischen Zugehörigkeit aufnimmt. Das tat der besagte Ureinwohner nachdem er einer vielen Jahrhunderte alten Tradition seiner Kultur gefolgt war. Er suchte nach einer Vision und als er eine solche vom Großen Geist (Christen würden das den Heiligen Geist nennen, der im Christentum sowieso nur dazu da ist, Visionen und ähnliches zu erklären) empfangen hatte, setzte er alles daran, sie in die Tat umzusetzen. Er bekam auch gezeigt, was sich in Zukunft auf der Erde ereignen würde. Im einundzwanzigsten Jahrhundert würde sich die große Erdreinigung ereignen. Interessanterweise mußte diese Vorhersage noch nie umdatiert werden, weil sie von Anfang an richtig lag, was man anderen Vorhersagen nicht behaupten kann. Der nordamerikanische Ureinwohner, der die Vision empfing, lebt nicht mehr. Das ist auch ein Unterschied zu anderen Vorhersagen, in denen sich die Vorhersagenden zumeist selbst als anwesend erlebt haben wollen. Die große Erdreinigung wird in Form einer großen Menge Naturkatastrophen über uns kommen. Andere Vorhersagen betreffen oft Kriege und Wirtschaftskrisen, aber inzwischen hat sich auch bei deren Anhängern herauskristallisiert, daß Wirtschaftskrisen und Kriege nur im Zusammenhang mit Naturkatastrophen vorhergeschaut wurden und andere Kriege, während derer keine Naturkatastrophen auftraten, bis zu ihrem Ausbruch unbemerkt geblieben waren. Schauungen haben wohl die Funktion, vor Naturkatastrophen zu warnen, aber nicht unbedingt davor, was der Mensch seinen Mitmenschen anzutun bereit ist. Möglicherweise ist es der Planet Erde als solcher selbst, der den Menschen Botschaften schickt, die bei manchen Menschen zu Visionen zukünftiger Geschehnisse führen.

Die große Erdreinigung fehlt nicht deswegen in den Sammlungen, weil sie anderen Visionen widersprechen oder sich sonst in einer besonderen Form von ihnen unterscheiden würde oder weil sie nicht in bekannten Sprachen zugänglich wäre. Nein, sie fehlt deswegen in den Sammlungen, weil sie gleich noch den Grund für die große Erdreinigung mitangibt und der paßt selbst den fähigsten Forschern einfach nicht in ihr Weltbild.

Der Grund für die bevorstehende große Erdreinigung ist ganz einfach der, daß die Erde krank ist, sogar sehr krank. Die Tradition der nordamerikanischen Ureinwohner weiß, daß die Erde ein lebendiger Organismus ist. Moderne Naturphilosophen teilen zwar diese Ansicht, aber für letztere scheinen sich daraus überhauptkeine Konsequenzen zu ergeben. Selbstverständlich hat das Konsequenzen. Es bedeutet nämlich, daß die Erde fühlen kann, es bedeutet, daß es der Erde gut oder schlecht gehen kann, und es bedeutet, daß die Erde etwas dagegen unternehmen kann, falls es ihr schlecht gehen sollte. Momentan geht es der Erde sehr schlecht, dafür hat der Mensch gesorgt.

Besonders Leichtgläubige könnten nun annehmen, daß es der Erde deswegen schlechtginge, weil der Mensch viel Kohlendioxid freisetzte. Das ist nicht der Fall, denn Kohlendioxid ist Grundnahrungsmittel für alle Pflanzen und die Erdatmosphäre enthielt bereits beträchtlich mehr Kohlendioxid als es noch garkeine Primaten gab. Daran liegt es nicht und auch nicht daran, was der Mensch in die Gewässer oder sonstwo in die Landschaft kippt. Das stammt alles von der Erde und wird durch die natürlichen Kreisläufe wieder einen geeigneten Platz finden. Obwohl es schon wahrscheinlicher wäre, schadet der Mensch der Erde auch nicht sonderlich dadurch, daß er viele biologische Arten vernichtet hat. Schon sehr lange bevor es den Menschen gab, gab es sehr große Massenaussterben auf der Erde. Der Mensch hätte vielleicht die Aufgabe die zu verhindern, anstatt sie selbst herbeizuführen, aber dann hätte er komplett versagt und müßte komplett durch etwas besseres ersetzt werden. Der Grund für die Artenvernichtung durch den Menschen ist schon viel näher an dem Grund aus dem die Erde leidet. Der Mensch tut das aus Haß und Gier. Die Erde ist ein fühlendes Wesen und kann den Haß und die Gier des Menschen fühlen. Haß und Gier widersprechen dem Wesen der Erde. Die Erde ist großzügig und geduldig und hat den Menschen so lange ertragen und ihm neue Chancen gegeben, bis sie darüber ganz krank wurde. Manche Menschen können Auren sehen (meinem Verfasser ist das trotz langer Übungen jedoch nie gelungen) und sie nehmen die Auren schwerkranker Menschen als graugefärbt wahr. Die Aura der Erde wird von solchermaßen hellsichtigen Menschen als im gleichen Farbton wie bei Schwerkranken wahrgenommen. Daraus folgt, daß die Erde um ihr Leben kämpft und dringend etwas gegen den Haß und die Gier auf ihrer Oberfläche unternehmen muß. Am besten sie beseitigt die Träger des Hasses und der Gier mit all den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, und das sind nicht wenige. Dazu zählen Erdbeben, Sturmfluten, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Dürren, Brände, Wirbelstürme. Das wird die große Erdreinigung sein.