2010/11/04

Kali-yuga (कलियुग‌) IV


Man sollte annehmen, daß Entwicklungen wie die Adminpedia zur Steigerung der allgemeinen Bildung beitrügen. Den Spitznamen Adminpedia hat sie schließlich auch deswegen, weil sie neutral sein und sich nicht an politischen Kampagnen beteiligen will. Unpassende Beiträge sollten durch die Administratoren beseitigt und so die Neutralität gewahrt werden. Leider funktioniert gerade das nicht und die Adminpedia beteiligt sich sogar an Hetzkampagnen. Deswegen bewerben manche Wissenschaftler bereits Google-Knol als die bessere Alternative. Aber ob das stimmt, hat sich noch nicht herausgestellt. Am besten wäre es wenn die Internetnutzer medienkompetent wären, das sollte eine Voraussetzung für die Internetnutzung sein. Leider ist das im Kali-yuga (कलियुग‌) völlig illusorisch. Was soll der Internetnutzer machen, dem es am notwendigen Hintergrundwissen zu einem Thema fehlt? Schauen wir mal wie sich eine Behauptung aus der Adminpedia überprüfen läßt.

Die Adminpedia behauptet, daß ein renommierter Wissenschaftler aus dem Bereich der Virologie und Immunologie, namens Peter Duesberg, die als AIDS bekannte Krankheit (oder zu deutsch: erworbene Immunschwäche) leugnen würde. Desweiteren behauptet sie, daß in Südafrika dreihundertvierzigtausend Menschen aufgrund solcher AIDS-Leugner gestorben wären. Das soll zudem noch vermeidbar gewesen sein. Dazu würden selbstverständlich noch weitere Opfer in anderen Ländern kommen. Ist das nun eine neutrale, wissenschaftliche Aussage oder Politik auf einem Niveau wie es tiefer nicht geht? Um das herauszufinden, müssen wir uns zunächst die andere Seite anhören. Wer Medienkompetenz besitzt, hört sich immer zunächst die andere Seite an, auch wenn deren Standpunkt nicht politisch korrekt ist.

Audeatur et altera pars. Peter Duesberg war als Wissenschaftler auf der Suche nach Therapien gegen AIDS. Er bezog für seine Forschungen das am häufigsten dagegen verabreichte Medikament aus dem chemischen Fachhandel. Selbstverständlich wurden dazu die Sicherheitshinweise geliefert, wie das gesetzlich vorgeschrieben ist. Peter Duesberg fiel dabei auf, daß dem gleichen Stoff, wenn er als Medikament aus dem Pharmahandel bezogen wird, die Sicherheitshinweise nicht beigegeben werden. Das erschien dem Wissenschaftler als unverantwortlich und machte ihn stutzig. Also veröffentlichte er die Sicherheitshinweise selbst und hatte sich damit Feinde gemacht. Die Sicherheitshinweise des Wirkstoffes enthüllten nämlich, daß er genau die Symptome auslöst, die als die Krankheit AIDS diagnostiziert wird. Das schien noch merkwürdiger zu sein, insbesondere weil Mediziner einen Virus, den man als HIV (Humanes Immunodefiziënzvirus) kennt, für die erworbene Immunschwäche verantwortlich machen. Als Wissenschaftler weiß man natürlich, daß es zwar eine Korrelation ohne Kausalität geben kann, jedoch keine Kausalität ohne Korrelation. Deswegen verglich Duesberg die Korrelation zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Fällen. Er veröffentlichte das Ergebnis. Die beiden Faktoren korrelierten in keiner Weise miteinander. Die wissenschaftliche Vorgehensweise eines Kritikers wäre die Studie zu überprüfen oder zu wiederholen oder ähnliche Studien selbst durchzuführen. Das macht jedoch niemand, lieber macht man Duesberg und ähnlich ernsthaft arbeitenden Wissenschaftlern das Leben schwer, denn das ist für Kritiker viel einfacher. Duesberg selbst beschwert sich nicht öffentlich darüber, denn unter allen ernsthaft arbeitenden Immunologen und Virologen gilt er nach wie vor als Autorität auf dem Gebiet. Stattdessen erklärt er lieber wie ein Virusnachweis funktioniert. Bei einem Bluttest, wie er üblicherweise durchgeführt wird, wird das Blut auf Antikörper untersucht. Das macht man bei der Untersuchung auf andere Krankheiten nicht anders. Immer dann, wenn der Test positiv ist, dann gilt der Untersuchte als immun. Lediglich beim HIV gilt er plötzlich als an AIDS erkrankend statt als immun gegen HIV so wie es nach wissenschaftlich-medizinischem Standard eigentlich sein müßte. Es gibt auch Leute, die die Existenz des HIV bestreiten. Mindestens einer von denen hat einen mit tausend Dollar dotierten Preis auf den Nachweis des HIV ausgesetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, daß der HIV-Antikörpernachweis auf ungefähr sechzig andere Antikörper ebenfalls reagieren soll. Peter Duesberg hat den Preis für sich beantragt, weil er sich selbst zu den vielen Wissenschaftlern zählt, die den HIV bereits nachgewiesen haben. Herausgegeben wurde der Preis jedoch nicht, anscheinend reichen Fotos nicht als Nachweis aus. Vielleicht muß man Viruspartikel einschicken?

Der normale Leser, sogar wenn er an medizinischen Themen interessiert ist, wird immernoch nicht wissen, welche Seite recht hat. Nur weil eine Meinung etabliert ist, muß sie noch nicht falsch sein. Schließlich gibt es viele Wissenschaftler oder Leute, die sich für Wissenschaftler halten, die meinen, daß man AIDS nur auf eine bestimmte Weise bekämpfen könne und dürfe. Aber umgekehrt muß das Gleiche gelten dürfen. Was sollte es auch nur irgendeinem der sogenannten AIDS-Leugner nützen, falls aufgrund seiner Aussagen Menschen sterben würden? Medienkompetenz zeichnet sich dadurch aus, daß man die Frage wem etwas nützt (gerne als cui bono? formuliert) niemals vernachlässigt! Die politische Unterdrückung ihrer Aussagen nützt dagegen sehr wohl sowohl einerseits der Pharmaïndustrie als auch andererseits der latexverarbeitenden Industrie. Beide verdienen viele Milliarden Dollar durch die Angst vor AIDS und der Angst vor HIV (der übrigens hauptsächlich über Nadeln übertragen wird). Dennoch kann auch das immernoch ein Zufall sein, schon weil der Zusammenhang nicht zu den verbreiteten Verschwörungstheorien gehört. Aber wie kann der medizinische Laie sich nun sicher sein, welche Seite recht hat und welche Seite ihn verarschen will?

Wir kennen nun die Aussagen beider Seiten und vergleichen sie einfach mal mit weiteren, von beiden Seiten unbestrittenen Äußerungen zu dem Thema. Mediziner hatten mal festgestellt, daß sich viele Länder in Afrika die Ausrüstung, um Untersuchungen auf HIV durchführen zu können, nicht leisten können. Daher einigten sie sich auf einen Standard, durch den die AIDS-Diagnose erleichtert werden sollte. Das taten sie in der zentralafrikanischen Stadt Bangui, daher heißt der Standard die Bangui-Definition. Nach dem Standard diagnostiziert man jeden, der auch nur an Gewicht einbüßt, als an AIDS erkrankt. Das macht man, wohl gemerkt, in Ländern, in denen Menschen verhungern! Daher wird dort so ziemlich jeder, der sich überhaupt noch zum Arzt traut, als an AIDS erkrankt eingestuft. Plötzlich hatte man den Hunger in Afrika besiegt, indem sich die Hungertoden statt in der Statistik der Hungertoden in der Statistik der AIDS-Toten wiederfanden. Noch neuer ist die Entdeckung chinesische Wissenschaftler. Chinesische AIDS-Forscher haben einen neuen Virus entdeckt — zumindest behaupten Wissenschaftsjournalisten, daß es ein Virus sei — der AIDS auslöse und bei Tests auf HIV nicht entdeckt würde. Dadurch könnten die vielen HIV-negativen AIDS-Fälle erklärt werden. Das besondere an dieser Meldung ist, daß die Existenz HIV-negativer AIDS-Fälle einfach als bekannt vorausgesetzt wird. Unter Wissenschaftlern ist sie nichts weniger als eine Selbstverständlichkeit. Noch bekannter sind die vielen Fälle HIV-positiver Menschen, die auch nach Ansicht politisch korrekter Mediziner niemals AIDS bekommen werden und als aus genetischen Gründen immun gelten. Mit solchen Versuchspersonen (das begann mit kubanischen Prostituierten, damals war das Schamgefühl noch zu ausgeprägt, um deren Namen zu veröffentlichen) arbeiten viele AIDS-Forscher, die auf der Suche nach einem Heilmittel oder noch besser (weil lukrativer, wenn auch gefährlicher) einem Impfstoff sind. Hätten sie in ihren Grundlagenvorlesungen aufgepaßt, dann wüßten sie daß Antikörper Immunität vermitteln. HIV-Infektionen und AIDS-Fälle korrelieren also tatsächlich nicht miteinander. Also kann es auch keine Kausalität zwischen beiden Erkrankungen geben. Trotzdem sind beides real existierende Erkrankungen. Allerdings bestehen die Symptome bei HIV ausschließlich aus sozialer Ausgrenzung, in viele Länder dürfen Infizierte nichtmal einreisen. In Deutschland kann man für die Infektion im Gefängnis landen, aber nur falls man gleichzeitig männlichen Geschlechtes ist.

Wenn die Tatsachen so einfach und offensichtlich sind, müßten dann nicht auch andere Wissenschaftler reihenweise zu den selben Ergebnissen kommen? Ja, natürlich und das geschieht auch! Sogar Luc Montagnier, seinerseits Entdecker des HIV, hat nachgedacht und behauptet nun selbst, daß das Immunsystem eines gesunden Menschen ganz leicht und locker mit dem HIV fertig wird. Das wollen sogar einige seiner treuesten Anhänger nicht wahrhaben. Lieber erklären sie ihr bisheriges Idol für verrückt. Die Tatsachen sind also tatsächlich einfach und offensichtlich. Die Seite des Peter Duesberg hat recht. Die Unterdrücker seiner Studien und Erkenntnisse behindern die AIDS-Forschung und die seriöse HIV-Forschung. Nicht die Behauptungen sogenannter AIDS-Leugner, bei denen es sich tatsächlich um nichts anderes als seriöse Wissenschaft handelt, gefährdet Menschenleben, sondern die Position, die auch die Adminpedia bezogen hat, tut das! Glaubt auch mir das nicht, sondern vollzieht es selbst nach!