2010/09/18

An Stelle eines Spendenaufrufes


Viele Netzseitenbetreiber stecken eine Menge Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten. Zugegebenermaßen gibt es noch mehr Netzseitenbetreiber, die das nicht tun. Trotzdem profitieren vor allem Letztere vom Netz. Viele Netznutzer möchten keine Werbung sehen, vor allem nicht auf den Netzseiten, die sie gut finden. Das ist etwas schizophren, denn für Werbung gibt es keinen besseren Platz. Diejenigen, die sich keine Mühe mit ihren Netzseiten geben, stört das nicht. So eine Netzseite schaut man sich ohnehin nicht oft an. Aber Netzseitenbetreiber, die viel Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten investiert haben, möchten ihre Leser gerne behalten. Darum versuchen wir den Wunsch nach möglichst wenig Werbung zu respektieren. Nur hat das den Haken, daß die investierte Zeit und Arbeit nicht anderweitig in profitabler Weise verwendet werden kann. Muß es unbedingt mit Verlusten verbunden sein, wenn man eine gute Netzseite gestalten will? Ich bin jedenfalls anderer Meinung. Darum sind auf Zhèng-Míng bereits einige Spendenaufrufe zu finden. Angeblich ist das eine Alternative, die leichter akzeptiert wird. Spenden wird gerade wieder gesellschaftsfähig. Jedoch stimmt das meiner Erfahrung nach nicht. Es wird lediglich mehr für Spenden geworben und zwar, weil sie spärlicher fließen. Meinen Spendenaufrufen wurde bisher jedenfalls keine Folge geleistet. Soll ich also in Zukunft doch Werbung zeigen? Vielleicht die ganze Netzseite damit ausstaffieren? Wäre das doch besser? Andererseits kann ich auch verstehen, daß kaum gespendet wird. Nicht nur werben sehr viele mehr oder weniger seriöse (== Geld in den Kanälen der Bürokratie verschwinden lassende) Organisationen um Spendengeld, sondern es ist kaum welches vorhanden, das gespendet werden könnte. Schließlich leben wir oder zumindest die meisten Leute mit einer heftigen Deflation (das ist, wenn man nicht genug Geld hat). Das ist auch mein Problem. Wenn man einerseits nicht spendet und andererseits die bewährte Alternative Werbung nicht haben will, dann ist das schon schizophren und vor allem für manche Angebote und deren Ersteller existenzgefährdend. Darum sollte ich mich mit Werbung eindecken. Aber ich will euch zuvor noch eine andere Chance geben.

Nach jedem Spendenaufruf stellen sich die Angesprochenen nicht nur die Frage „Soll ich spenden?“, sondern auch die Fragen „Warum ausgerechnet dafür spenden?“ und „Wenn ich schon spende, wofür wäre es dann am besten?“. Das sind sehr wichtige, ernstzunehmende Fragen. Die meisten Spendenaufrufe beantworten sie nicht. Solchen Spendenaufrufen sollte man niemals folgen! Ebenfalls sollte man niemals (!) Spendenaufrufen folgen, die einen irgendwie (moralisch oder emotional) unter Druck zu setzen versuchen. Meine sollten da besser sein. Falls ich das nicht geschafft habe, dann tut es mir leid. Jedoch hoffe ich, daß es andere Gründe dafür gibt, warum mir nichts gespendet wird. Vielleicht ist die Tätigkeit des Schreibens ja wirklich nichts wert. Dann ist es allerdings sehr seltsam, daß manche Menschen davon recht gut leben können. Ebenso ist es dann seltsam, daß für Musikdateien oder Bilddateien oder Videodateien Geld bezahlt wird. Schließlich sind die durch das Netz genauso leicht zu verbreiten wie Texte. Allerdings ist Geld niemals das Hauptmotiv eines guten Autors. Ein guter Autor will Ideen verbreiten, um etwas in Gang zu bringen. Niemals wären Menschen auf dem Mond gelandet (sie sind), hätte Jules Verne nicht lange zuvor über so eine Reise geschrieben! Nur habe ich, ehrlich gesagt, nicht so viel Geduld. Ich will nicht so lange warten bis meine Artikel irgendetwas bewirken! Ich will, daß viel mehr Menschen als heute ein Einkommen haben werden! Ich will euch nicht ärmer machen mit meinen Spendenaufrufen. Ich will, daß es auf der ganzen Welt mehr Wohlstand gibt und ihr davon profitiert. Aber dafür braucht es nunmal ein paar Vorleistungen, sonst läßt sich nichts verwirklichen.

Vielleicht ist schreiben trotzdem nichts wert. Vielleicht ist kein Geld da, um etwas vorzufinanzieren. Vielleicht ist kein Geld da, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Vielleicht ist kein Geld da, das für irgendetwas gespendet werden könnte. Vielleicht willst du trotzdem etwas tun und weißt nur nicht wie. Vielleicht wäre es dir lieber konkret Menschenleben zu retten, statt nur Autoren beim schreiben zu unterstützen. Wie kann man konkret Hilfe leisten? Wer Menschenleben retten will, sollte Meerwasserentsalzungsanlagen bauen. Baut Meerwasserentsalzungsanlagen! Beteiligt euch an solchen Bauprojekten! Initiiert solche Bauprojekte! Organisiert solche Bauprojekte! Beseitigt Hindernisse für solche Meerwasserentsalzungsanlagen! (Das ist übrigens ein klickbarer Link für mehr Erklärungen.) Berichtet dann über den Bau der Meerwasserentsalzungsanlagen. Macht Werbung dafür! Erfahrungsberichte über den erfolgreichen Bau neuer Meerwasserentsalzungsanlagen dürft ihr gerne über die Kommentarfunktion schreiben. Das sind schließlich sinnvolle, weltverbessernde Projekte, für die ich stehe. Siebzig Prozent des weltweiten Trinkwasserverbrauches geht für die Landwirtschaft drauf. Mit Meerwasserentsalzungsanlagen rettet ihr Menschen vor dem Verhungern und zwar sehr viele Menschen! Weil dann Trinkwasser aus anderen Quellen vermehrt für andere Zwecke zur Verfügung steht, dämmt ihr damit auch massiv Krankheiten ein! Wie könntest du das nicht unterstützen wollen? Oft dient humanitäre Hilfe nur dazu, den Zustand aufrecht zu erhalten, daß andere Menschen auf Hilfe angewiesen bleiben. Dagegen hilft jedoch ein Trick aus der alten Fernsehserie „Kung Fu“ mit David Carradine. Der von David Carradine gespielte Mönch wurde da einmal gefragt, was er für seine Hilfe verlange und der antwortete „ich will, daß du zehn anderen Menschen hilfst“. Ihr rettet Menschen, wenn ihr Meerwasserentsalzungsanlagen baut oder euch auch nur daran beteiligt. Verlangt von den geretteten Menschen, daß sie beim Bau weiterer Meerwasserentsalzungsanlagen helfen, damit noch mehr Menschen gerettet werden. So werden Hunger, Durst und Krankheiten von der Welt verschwinden. Börsenspekulationen mit Nahrung werden unrentabel. Es wird genug Ackerland geben, um alle Erdölprodukte durch Pflanzenprodukte (Treibstoffe, Fasern, Farben und so weiter) zu ersetzen. Was könnte man noch mehr wollen?

P(ost)S(criptum): Der Typ Meerwasserentsalzungsanlage, der auf der verlinkten Netzseite erklärt wird, wurde noch nie erprobt. Der Bau eines Prototypen und dessen Erprobung wäre eine ganz willkommene Form der Unterstützung. Gebt Erfahrungsberichte dazu hier im Kommentarfeld ab.

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