2010/09/12

Gesetzliche Zahlungsmittel


Da das Fronsystem, wie bereits erklärt, Nachteile hat, die kein moderner Staat noch in Kauf nehmen will, haben sich moderne Staaten stattdessen ein Steuersystem geschaffen. Jedoch wurde dabei ein großer Fehler gemacht. Das mag aus Dummheit, die in Staatsführungen besonders verbreitet ist, oder aus Absicht geschehen sein, es mag übersehen worden sein oder bestimmten Interessengruppen dienen. Das läßt sich nicht mehr eindeutig feststellen und ist heute nicht mehr besonders relevant. Relevant ist dagegen, was der Fehler für uns bedeutet und wie man mit den Folgen fertigwerden kann.

Es wurden nicht nur Steuern eingeführt, sondern auch deren Höhe, Abgabetermine und Zahlungsform festgelegt. Das sind natürlich notwendige Angaben für den Bürger, damit der weiß, was er seinem Staat schuldet. Staaten legten fest, daß die Steuern in einer bestimmten Währung abzuführen sind. Die Währung, in der die Steuern zu entrichten sind, heißt gesetzliches Zahlungsmittel. Im antiken Ägypten wurden alle Zahlungen in Weizen berechnet. Über fast den gesamten Zeitraum der japanischen Geschichte wurden alle Zahlungen in Reis berechnet. So weit ist das noch unproblematisch. Getreide ist lebenswichtig und vor allem wurde es von den Bauern produziert. Aber Regierungen, die den Bezug zur Landwirtschaft, zur Natur und allgemein zur Gesellschaft verloren hatten, legten fest, daß Getreide nicht als gesetzliches Zahlungsmittel dienen solle. Stattdessen beschlossen solche Regierungen, daß das gesetzliche Zahlungsmittel eines sein sollte, das von einem Staatsorgan, der Zentralbank, hergestellt werden sollte. Die Zentralbank erhielt sogar ein Monopol darauf.

Damit erschufen unfähige Regierungen das Problem, daß sie von ihren Bürgern verlangten, ein gesetzliches Zahlungsmittel zu besitzen, das die weder herstellen noch in der Natur finden konnten. Die Bürger könnten ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, aber die Fron war endlich abgeschafft. Die Bürger hätten Bauern bleiben und Getreide anbauen können, aber die Regierungen wollten es nicht haben. Die Regierungen wollten und wollen nur noch etwas haben, das sie selbst durch ein anderes Staatsorgan herstellen lassen. Aber seltsamerweise wollen sie es von Bürgern haben, die weder die Möglichkeit noch das Recht dazu haben, das verlangte gesetzliche Zahlungsmittel herzustellen. Damit so ein System trotzdem funktionieren kann, muß es einen Mechanismus geben, durch den der Staat das gesetzliche Zahlungsmittel, also die Währung, die gesetzlich als Zahlungsmittel vor allem der Steuern, festgelegt ist, unter seine Bürger verteilt, damit die das in Form der Steuern wieder zurückgeben können.

So einen Mechanismus gibt es jedoch nicht. Es wäre schließlich schwachsinnig etwas (gesetzliches Zahlungsmittel durch die Zentralbank) nur zu dem Zweck zu produzieren, um es jemand anderem (dem Bürger) zu geben, damit der das wieder (in Form der Steuern) zurückgibt. Was hätte das für einen Sinn? Stattdessen läßt der Staat sein gesetzliches Zahlungsmittel produzieren, verlangt von seinen Bürgern solches abzuführen, aber dazwischen bleibt es den Bürgern selbst überlassen wie sie an das gesetzliche Zahlungsmittel herankommen. Manche versuchen es mit Kreativität, andere mit Kriminalität, jedoch sind beides nur Umschreibungen dafür, daß man andere Menschen benutzt, um an das gesetzliche Zahlungsmittel heranzukommen. Nur ein kleiner Teil des Volkes bekommt das gesetzliche Zahlungsmittel, indem es Unternehmen bildet, die für den Staat arbeiten und die Aufgaben erledigen, die früher durch die Fron erledigt wurden. Das ist der Grund dafür, daß am Anfang eines jeden großen Vermögens notwendigerweise ein großes Verbrechen stehen muß. Das System ist eine wirklich dumme Konstruktion!

Es wäre daher viel besser für alle Zahlungsvorgänge, die nichts mit der Steuerentrichtung zu tun haben, ein anderes Zahlungsmittel zu verwenden als das gesetzliche. Vom gesetzlichen Zahlungsmittel würde man schließlich so viel an den Staat zurückgeben wie man vom Staat erhält. Allerdings würde Letzteres nichts weiter bewirken als erneut und endlich sehr deutlich zu demonstrieren, daß ein gesetzliches Zahlungsmittel, das niemand außer den Staatsorganen herstellen darf, maximal unsinnig ist. So ein gesetzliches Zahlungsmittel führt erst zu allen Problemen, die ein Staat überhaupt nur haben kann. Andererseits würden die Aufgaben, die früher durch die Fron erledigt wurden, nicht mehr erledigt, falls das Volk tatsächlich für alle nichtsteuerlichen Zahlungsvorgänge eine andere Währung verwenden würde. Deswegen versuchen die Staatsorgane die Verwendung des unsinnig konstruierten gesetzlichen Zahlungsmittels auch in möglichst vielen anderen Bereichen durchzusetzen. Zum Beispiel geschieht das, indem Steuern für Fremdwährungsgeschäfte von den Staatsorganen mit einem von den Staatsorganen festgelegten Wechselkurs (der oriëntiert sich tatsächlich nur schwach am Marktwert der Devisen) zum gesetzlichen Zahlungsmittel berechnet werden. Naturgemäß lassen sich die Probleme, die durch die Monopolisierung der gesetzlichen Zahlungsmittel, entstehen so nicht beheben.

Staaten, die über Jahrhunderte Getreide als gesetzliche Zahlungsmittel verwendeten, erlebten genau während solcher Jahrhunderte Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Warum verzichten wir darauf? Warum lassen wir uns stattdessen ein völlig unsinnig konstruiertes Monopolgeld als gesetzliches Zahlungsmittel gefallen?

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