2010/09/20

Energiewende V


Auch den Wind könnte eigentlich jeder Hauseigentümer selbst als Energiequelle nutzen. Es gibt bereits viele Konstruktionen mit denen man das tun könnte und die genau zu dem Zweck verkauft werden. Allerdings sind deren Wirkungsgrade oft so gering, daß die Kosten in keinem vernünftigem Verhältnis mehr zum Nutzen stehen. Große Windkraftanlagen (WKA) laufen nur fünfundzwanzig Prozent ihrer Betriebszeit, machen laute Geräusche, werfen Schlagschatten, wegen dem sie von Kommune zu Kommune unterschiedlich weite Abstände zu Siedlungen einhalten müssen, und ab und zu fliegt auch mal ein Vogel dagegen. Das alles möchte man vermeiden, wenn man eine Anlage konstruiert, die auf ein Haus montiert werden soll, weil sie dann schließlich mitten in einer Wohngegend stehen würde. Daher sind solche kleinen Anlagen noch uneffektiver konstruiert als große. Trotzdem gibt es schon ein paar gute Lösungen. Aber die zur Zeit vielversprechendste, eigentlich für große WKA gedachte wird an der Technischen Universität Delft entwickelt und man könnte sie bereits heute im einsetzen, es fehlt nur an der Initiative das zu tun.

Die Methode, die an der Technischen Universität Delft erprobt wird, verwendet statt herkömmlicher Windräder einen Lenkdrachen, der immer in den Wind gelenkt wird. Dort wird er durch den Wind weggedrückt und überträgt die Kraft des Windes auf die Winde, von der er gehalten wird. So kann die Technische Universität Delft bereits genug Energie aus dem Wind beziehen, um zehn Wohnhäuser mit Energie zu versorgen. Dafür ist nicht mehr als ein Drache von zehn Quadratmetern Fläche in einer Höhe von achthundert Metern erforderlich. Das kann man als privater Haushalt natürlich nicht machen, weil man den Luftraum nur bis in einer Höhe von hundert Metern frei nutzen darf. Aber ein privater Haushalt wird eher nur einen einzigen Haushalt mit Energie versorgen und nicht zehn. Dazu kann er noch andere Energiequellen nutzen. Die Methode mit dem Drachen soll siebzig Prozent der Zeit Energie liefern. Die Technik könnte also schon jetzt viele Haushalte mit einem großen Teil ihrer benötigten Energie aus einer frei verfügbaren Quelle versorgen!

Vom gleichen Erfinder stammt auch noch die Idee, das man Schiffsschrauben verwenden könnte, um elektrische Energie aus Wind zu generieren. Dazu stattet man ein Schiff sowohl mit einem Elektromotor als auch mit Segeln aus. Solange genug Wind weht, wird das Schiff gesegelt. Gleichzeitig während sich das Schiff bewegt wird die Schiffsschraube durch den Wasserwiderstand gedreht und der Elektromotor funktioniert als Generator mit dem die Schiffsbatterien aufgeladen werden. Weht nicht genug Wind oder fährt man in einen Hafen, in dem es nicht erlaubt ist zu segeln (das sind die meisten, denn in Wirklichkeit ist niemand daran interessiert, Energie oder fossile Energieträger einzusparen), dann treibt man das Schiff mit dem Elektromotor an. Ein Elektromotor ist natürlich nicht der genialste aller Antriebe, aber man kann den immerhin als Generator verwenden. Wenn man das auf einem Segelschiff macht, dann hat man damit nur das Prinzip bisheriger Windkraftanlagen kopiert. Trotzdem kenne ich kein Schiff, das das so bekannte Prinzip bereits benutzt.

1 Kommentar:

  1. Danke für die interessante Idee mit dem Drachen zur Energieerzeugung. Gibt es eigentlich auch schon Versuche mit Windhosen oder Fahnen, die einen kleinen Strom-Speicher mit Bewegungsenergie versorgen könnten? Freue mich über mehr Wissen, Danke!

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