2010/08/23

Kali-yuga (कलियुग‌) II


Auf die Tatsache, daß unseren Schülern immer weniger Grundfertigkeiten gelehrt werden, wollte ein weiterer Artikel aus der Serie Entalphabetisierung hinweisen. Eine der Fähigkeiten, an denen es hapert, ist die Fähigkeit, ein arithmetisches Mittel zu berechnen. Aber sogar viele Professoren besitzen diese Fähigkeit nicht! Sie verstehen nichtmal das Prinzip dahinter! Daher läßt sich der Mangel nicht länger als eine Erscheinung der „normalen“ Entalphabetisierung (und die sollte ganz sicher nicht normal sein!) betrachten. Es muß sich daher um ein Symptom eines viel tiefergehenden und unaufhaltsamen Niederganges handeln! Nicht nur an der zunehmenden Anzahl militärischer Konflikte auf der Welt, sondern auch an solchen „Kleinigkeiten“ bemerken wir, daß wir uns im Kali-yuga (कलियुग‌) befinden. Das Kali-yuga (कलियुग‌) läßt sich nicht aufhalten oder gar zurückdrehen, schließlich ist es eine Naturkraft. Aber das ist kein Grund unsere Augen auch vor den Randerscheinungen zu verschließen, die nicht unbedingt sein müßten. Wieso kann man das arithmetische Mittel zu berechnen nicht lehren? Oder zumindest das Prinzip dahinter? Sind die Menschen bereits so weit verblödet? Ach, viele Leser finden jetzt, daß das arithmetische Mittel so einfach zu verstehen sei, daß sie das, was hier berichtet wird, einfach nicht glauben können? Na gut, dann schreiten wir fort zu einem Beispiel.

Vertreter der Zunft der Journalisten behaupten gerne, daß die Menschen immer älter würden. Vertreter der Journaille behaupten sogar, daß die Menschen immer länger leben würden. In diesem Fall hätten es beide Zünfte nicht leicht, falls sie zuverlässiger informieren wollten, weil sie selbst von Wissenschaftlern nur selten Sinnvolles zu dem Thema erfahren. Die Journalisten lassen wir mal außen vor, denn älter bedeutet schließlich nichts weiter als kränker oder wissenschaftlicher ausgedrückt verstärkt multimorbide. Die Journaille und die unfähigen Wissenschaftler berufen sich auf die als Lebenserwartung bekannte, statistisch ermittelte Zahl. Leider sind sogar viele unserer heutigen Wissenschaftler nicht in der Lage, eine Statistik zu lesen oder einigermaßen richtig zu interpretieren. Nichtmal dann, wenn die Statistik nur ein arithmetisches Mittel angibt, reicht es dafür! Sonst wüßten die Wissenschaftler, die Journalisten und kurz darauf auch alle anderen Menschen selbstverständlich, daß es sich bei der Lebenserwartung um nichts anderes als ein statistisches Maß für die Kindersterblichkeit handelt! Rechnen wir mal ein Beispiel. Ein schon seit achtzig Jahren Lebender hatte vier Geschwister, aber alle vier lebten nur jeweils fünf Jahre (für viele Zeitalter vor der Moderne war das eine ganz normale Rate an toten Geschwistern). Wie ihr sicher wißt (oder auch nicht), erhalten wir das arithmetische Mittel der Lebensdauer der ingesamt fünf Personen, indem wir die Zahlen der Jahre zusammenzählen und dann durch die Anzahl der Personen teilen. (Schon die jemand überfordert? Die ersten waren wahrscheinlich schon dabei überfordert, auf fünf Personen zu kommen. Also rechne ich das für euch aus.) Achtzig plus fünf plus fünf plus fünf plus fünf macht hundert. Das geteilt durch fünf, weil es fünf Personen sind, macht zwanzig. Die Lebenserwartung zu Lebzeiten der fünf Personen betrug zwanzig Jahre. Aber um auf eine Lebenserwartung von zwanzig Jahren zu kommen, mußte eine der Personen zwangsläufig achtzig Jahre leben! Das ist jedem sofort klar, der das arithmetische Mittel verstanden hat.

Nun kommt seitens der fachlich versierteren sicher der Einwand, daß Statistik immer eine große Anzahl braucht, so daß eine Stichprobe aus fünf Personen viel zu klein ist. Das stimmt, aber eine einzelne Frau kann nicht viel mehr Kinder bekommen. Also muß man sich innerhalb einer Familie mit Zahlen in dieser Größenordnung zufrieden geben. Richtig ist also die Aussage, daß die Lebenserwartung zu Lebzeiten der fünf Personen in deren Familie zwanzig Jahre betrug. Für eine gesammte Sippe, einen gesammten Stamm oder sogar einen gesamten Staat oder auch weltweit muß man selbstverständlich die erreichten Lebensjahre vieler weiterer Menschen untersuchen. Das heißt, daß man vor allem noch viel mehr tote Kinder zählen muß. Es kam auch häufig vor, daß Mütter während des Geburtsvorganges starben. Das verringerte auch die Überlebenswahrscheinlichkeit ihrer vorher geborenen Kinder. Je größer die untersuchte Gruppe also ist, desto größer ist dort der Anteil an verstorbenen Kindern, die die Zahl der Lebenserwartung nach unten drücken. Um für frühere Zeitalter auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von dreißig Jahren (eine in dem Zusammenhang häufig genannte Zahl) kommen zu können, muß es zwangsläufig Menschen gegeben haben, die neunzig Jahre, hundert Jahre oder sogar hundertzwanzig Jahre lang lebten. Eine Lebenserwartung von dreißig Jahren bedeutete, daß sich jemand, der schon dreißig Jahre lang lebte, auf keinen Fall als alt betrachten konnte, weil er es gewohnt war, daß die Menschen in seiner Umgebung mindestens dreimal so lange lebten und dreimal so lange Krankheiten anhäuften. Eine gesteigerte Lebenserwartung bedeutet nichts weiter als daß die Kindersterblichkeit gesunken ist. Trotzdem gibt es Professoren, die euch zu erzählen versuchen, daß Menschen früher schon nach dreißig Jahren alt gewesen wären und nicht mehr lange zu leben gehabt hätten. Daraus folgt, daß wohl zwangsläufig eine allgemeine Verblödung vorliegen muß! Nichts weiter sollte hier bewiesen werden.

Andererseits gibt es immernoch Menschen, die die Unfähigkeit ihrer Mitmenschen, Statistiken zu verstehen, rigoros zu deren Übervorteilung ausnutzen. Das klappt natürlich nur solange sie darin besser sind als ihre Mitmenschen. So behauptet http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,56643,56737#msg-56737 daß es für Mediziner bereits Computerprogramme gibt, die herausfinden, in welcher Weise sich die Ergebnisse statistischer Untersuchungen manipulieren lassen, damit am Ende die gewünschte Aussage herauskommt. Vielleicht wurde absichtlich die Vermittlung wichtiger Grundfertigkeiten aus dem Bildungssystem herausgenommen, damit sich die Menschen leichter betrügen lassen? Möglich ist so etwas im Kali-yuga (कलियुग‌).

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