2010/08/11

Israël und seine Nachbarn


Dieser Artikel beantwortet die Frage, warum es im Nahen Osten keinen Frieden geben wird. Es gab schon viele Pläne, um Frieden im Nahen Osten herzustellen. Normalerweise wollen die Gegner der Israëlis, daß Israël die im Sechstagekrieg (beziehungsweise Yom-Kippur-Krieg) eroberten Gebiete zurückgibt, und dann wollen sie gerne Frieden schließen. Immer und in allen Friedensplänen soll Israël die Golanhöhen zurückgeben. Israël kommuniziert leider, daß es nur die Anerkennung des Existenzrechtes Israëls und der Juden verlange, dazu zähle natürlich auch Jerusalem als heiligsten Platz der Juden und Hauptstadt Israëls anzuërkennen. Das Problem dabei ist, daß Israël keinen Frieden schließen kann, solange es dafür die Golanhöhen abtreten müßte.

Wie in allen bisherigen Kriegen, die als Religionskriege ausgegeben wurden, geht es auch beim Konflikt, einschließlich den bisherigen Kriegen, zwischen Israël und den Palästinensern nicht um (irgendeine) Religion. Israël würde durch die Rückgabe der eroberten Gebiete signalisieren, daß man keine Nachteile daraus zu befürchten hat, wenn man Israël in einem völkerrechtswidrigem Angriff überfällt, was Israël überhaupt erst die Gelegenheit zur Eroberung der umstrittenen Gebiete gegeben hatte. So ein Signal will Israël selbstverständlich nicht setzen. Deswegen und weil auch der Status Jerusalems umstritten ist, könnte man annehmen, daß es statt um religiöse Fragen eher um politische ginge. Aber das stimmt wieder nicht.

Es mag im israëlisch-palästinensischen Konflikt vielleicht in dritter Linie um religiöse Fragen und in zweiter Linie um Politik gehen, aber in erster Linie geht es einzig und allein um Trinkwasser. Abgesehen davon, daß Syrien auf zurückgegebenen Golanhöhen Artillerie aufstellen könnte, um Israël zu bedrohen, was die israëlische Eroberung der Golanhöhen überhaupt erst notwendig gemacht hatte, entspringt der größte Teil des in ganz Israël verfügbaren Trinkwassers in den Golanhöhen. Wer die Verfügungsgewalt über die Golanhöhen hat, hat auch die Macht über die israëlische Wasserversorgung. Daß es sich beim israëlisch-palästinensischen Konflikt um einen Wasserkonflikt handelt, könnte man leicht schon daran erkennen, daß alle Reportagen, die in Israël gedreht werden, den Unterschied zwischen der üppigen Bewässerung der Plantagen in jüdischen Siedlungen und dem Wassermangel in den palästinensischen Siedlungen zeigen. Weil Trinkwasser für jeden Menschen, jedes andere Tier und jede Pflanze überlebensnotwendig ist, hängt die tatsächliche Existenz, nicht nur das Existenzrecht, sondern die tatsächliche Existenz Israëls direkt von den Golanhöhen und wer die Macht darüber hat ab. Deswegen kann Israël mit niemandem Frieden schließen, der die Rückgabe der Golanhöhen fordert. Sicherte man zunächst die Trinkwasserversorgung für alle Beteiligten, dann stünde dem Frieden nicht mehr viel im Weg.

Viele der heutigen Konflikte sind Konflikte um Trinkwasser. Allerdings wird das nur in den seltensten Fällen und dann nicht bewußt öffentlich zugegeben. Stellt sich also noch die Frage, warum man das nicht zugeben will. Die Antwort darauf ist einfach. In dem Fall, daß endlich öffentlich bekannt würde, wie knapp trinkbares Wasser heutzutage bereits ist, ließe es sich nicht mehr vermeiden mit dem Recht auf Trinkwasser für alle Menschen ernst zu machen. In dem Fall könnte jedoch niemand mehr mit Wasser ein Geschäft machen. Das träfe auch für alle Parteien zu, die momentan in Konflikte um Wasser verwickelt sind.

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