2010/06/23

Das Schicksal der Welt VI


In fast allen Sammlungen der Vorhersagen der Zukunft fehlt eine entscheidende. Das ist die Vorhersage der großen Erdreinigung. In den neunzehnhundertsiebziger Jahren gründete ein nordamerikanischer Ureinwohner den Bärenstamm. Das ist ein Indianerstamm, der Leute ungeachtet ihrer Herkunft oder ethnischen Zugehörigkeit aufnimmt. Das tat der besagte Ureinwohner nachdem er einer vielen Jahrhunderte alten Tradition seiner Kultur gefolgt war. Er suchte nach einer Vision und als er eine solche vom Großen Geist (Christen würden das den Heiligen Geist nennen, der im Christentum sowieso nur dazu da ist, Visionen und ähnliches zu erklären) empfangen hatte, setzte er alles daran, sie in die Tat umzusetzen. Er bekam auch gezeigt, was sich in Zukunft auf der Erde ereignen würde. Im einundzwanzigsten Jahrhundert würde sich die große Erdreinigung ereignen. Interessanterweise mußte diese Vorhersage noch nie umdatiert werden, weil sie von Anfang an richtig lag, was man anderen Vorhersagen nicht behaupten kann. Der nordamerikanische Ureinwohner, der die Vision empfing, lebt nicht mehr. Das ist auch ein Unterschied zu anderen Vorhersagen, in denen sich die Vorhersagenden zumeist selbst als anwesend erlebt haben wollen. Die große Erdreinigung wird in Form einer großen Menge Naturkatastrophen über uns kommen. Andere Vorhersagen betreffen oft Kriege und Wirtschaftskrisen, aber inzwischen hat sich auch bei deren Anhängern herauskristallisiert, daß Wirtschaftskrisen und Kriege nur im Zusammenhang mit Naturkatastrophen vorhergeschaut wurden und andere Kriege, während derer keine Naturkatastrophen auftraten, bis zu ihrem Ausbruch unbemerkt geblieben waren. Schauungen haben wohl die Funktion, vor Naturkatastrophen zu warnen, aber nicht unbedingt davor, was der Mensch seinen Mitmenschen anzutun bereit ist. Möglicherweise ist es der Planet Erde als solcher selbst, der den Menschen Botschaften schickt, die bei manchen Menschen zu Visionen zukünftiger Geschehnisse führen.

Die große Erdreinigung fehlt nicht deswegen in den Sammlungen, weil sie anderen Visionen widersprechen oder sich sonst in einer besonderen Form von ihnen unterscheiden würde oder weil sie nicht in bekannten Sprachen zugänglich wäre. Nein, sie fehlt deswegen in den Sammlungen, weil sie gleich noch den Grund für die große Erdreinigung mitangibt und der paßt selbst den fähigsten Forschern einfach nicht in ihr Weltbild.

Der Grund für die bevorstehende große Erdreinigung ist ganz einfach der, daß die Erde krank ist, sogar sehr krank. Die Tradition der nordamerikanischen Ureinwohner weiß, daß die Erde ein lebendiger Organismus ist. Moderne Naturphilosophen teilen zwar diese Ansicht, aber für letztere scheinen sich daraus überhauptkeine Konsequenzen zu ergeben. Selbstverständlich hat das Konsequenzen. Es bedeutet nämlich, daß die Erde fühlen kann, es bedeutet, daß es der Erde gut oder schlecht gehen kann, und es bedeutet, daß die Erde etwas dagegen unternehmen kann, falls es ihr schlecht gehen sollte. Momentan geht es der Erde sehr schlecht, dafür hat der Mensch gesorgt.

Besonders Leichtgläubige könnten nun annehmen, daß es der Erde deswegen schlechtginge, weil der Mensch viel Kohlendioxid freisetzte. Das ist nicht der Fall, denn Kohlendioxid ist Grundnahrungsmittel für alle Pflanzen und die Erdatmosphäre enthielt bereits beträchtlich mehr Kohlendioxid als es noch garkeine Primaten gab. Daran liegt es nicht und auch nicht daran, was der Mensch in die Gewässer oder sonstwo in die Landschaft kippt. Das stammt alles von der Erde und wird durch die natürlichen Kreisläufe wieder einen geeigneten Platz finden. Obwohl es schon wahrscheinlicher wäre, schadet der Mensch der Erde auch nicht sonderlich dadurch, daß er viele biologische Arten vernichtet hat. Schon sehr lange bevor es den Menschen gab, gab es sehr große Massenaussterben auf der Erde. Der Mensch hätte vielleicht die Aufgabe die zu verhindern, anstatt sie selbst herbeizuführen, aber dann hätte er komplett versagt und müßte komplett durch etwas besseres ersetzt werden. Der Grund für die Artenvernichtung durch den Menschen ist schon viel näher an dem Grund aus dem die Erde leidet. Der Mensch tut das aus Haß und Gier. Die Erde ist ein fühlendes Wesen und kann den Haß und die Gier des Menschen fühlen. Haß und Gier widersprechen dem Wesen der Erde. Die Erde ist großzügig und geduldig und hat den Menschen so lange ertragen und ihm neue Chancen gegeben, bis sie darüber ganz krank wurde. Manche Menschen können Auren sehen (meinem Verfasser ist das trotz langer Übungen jedoch nie gelungen) und sie nehmen die Auren schwerkranker Menschen als graugefärbt wahr. Die Aura der Erde wird von solchermaßen hellsichtigen Menschen als im gleichen Farbton wie bei Schwerkranken wahrgenommen. Daraus folgt, daß die Erde um ihr Leben kämpft und dringend etwas gegen den Haß und die Gier auf ihrer Oberfläche unternehmen muß. Am besten sie beseitigt die Träger des Hasses und der Gier mit all den Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, und das sind nicht wenige. Dazu zählen Erdbeben, Sturmfluten, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Dürren, Brände, Wirbelstürme. Das wird die große Erdreinigung sein.

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