2010/05/22

Der griechische Ursprung der europäischen Kultur


Weil der griechische Staat seine Bilanzen kreativ führt, wie man das nett ausdrücken kann, und weil die Griechen nur dank eines großen Betruges überhaupt beim Euro mitmachen dürfen, wurde in letzter Zeit behauptet, daß die heutigen Griechen kaum noch etwas mit den Griechen der Antike zu tun hätten. Sie sollen angeblich nicht mehr als den Namen gemeinsam haben. Als Beleg dafür wurde sogar angeführt, daß die Griechen nicht hätten zum Stifter des gesamten europäischen Kulturkreises hätten werden können, wenn sie sich genau wie die heutigen Griechen verhalten hätten. Also schauen wir uns mal ein Beispiel an, aber nicht das berühmte sokratische über das Verhalten der Jugend.

Phokion war ein Feldherr und Staatsmann (das ist ein qualitativer Unterschied zum bloßen Politiker) der antiken Griechen. Phokion lebte zur Zeit des mazedonischen Königs Phillip, dem Vater des berühmten Alexander. Zu der Zeit waren Griechenland und Mazedonien Feinde und schlugen einige Schlachten gegeneinander, wobei Phokion einen Teil der Athener kommandierte. Phokion wurde gefragt, wann der richtige Zeitpunkt sei, um Krieg mit Mazedonien zu führen. Phokion antwortete: „Wenn ich sehe, daß die jungen Leute bereit sind, ihren Dienst zu tun, die Reichen Steuern zu bezahlen und die Redner keine öffentlichen Gelder unterschlagen.“ So berichtet uns das Plutarch, der als zuverlässige historische Quelle gilt. Das ist, wohlgemerkt, über zweitausend Jahre her. Damals soll Griechenland anders gewesen sein als heute? Was war anders?

Damals erstreckte sich die Disziplinlosigkeit der Griechen auch auf das Militär, heute wird die Bedrohung durch die Türkei ernster genommen. Sollen wir als den entscheidenden Unterschied betrachten, daß man damals statt der Armen die Reichen, die sich das leicht leisten konnten, zum Steuerzahlen verpflichten wollte? Zum Begriff der Kultur könnte das zumindest sehr gut passen. Dann hätten wir heute nur noch eine bloße Zivilisation. Wem machen wir etwas vor, wir haben heute nur noch eine bloße Zivilisation und die kann sich mit keiner echten Kultur messen. Diejenigen, die öffentliche Gelder unterschlagen und ansonsten nur herumlabern, wurden als Redner bezeichnet. Das ist sogar passender als Politiker, weil man von einem solchen zumindest erwarten kann, daß er auch handelt. Einen entscheidenden Unterschied zwischen dem antikem und dem heutigem Griechenland vermag ich jedoch nicht zu erkennen. Könnt ihr das?

Wahrscheinlich wurde Griechenland genau deswegen zum Kulturbringer des gesamten europäischen Kontinentes, weil man sich dort nie so benommen hat, wie es heutige Zentraleuropäer gerne hätten!

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