2010/05/22

Das Schicksal der Welt V


Bei dem Erdbeben in Chile, das sich im Frühling beziehungsweise dem dortigen Herbst ereignete, soll sich die Tageslänge im Mikrosekundenbereich und die Erdachse im Zentimeterbereich verschoben haben. So berichtete zumindest die russische Nachrichtenagentur darüber. Das führte zu einer Art Panik unter Schauungsgläubigen, die völlig überflüssig war. Es gibt nämlich Schauungen über Veränderungen auf der Erde, die sich manche durch eine Veränderung des Neigungswinkels der Erdachse erklären wollen. Das wäre ziemlich übel, denn eine solche Veränderung würde kein lebendes Wesen auf der Erde überleben lassen. Zum Glück lassen sich die paranormal geschauten Veränderungen auch als auf andere Weise zustandekommend erklären. In dem Fall wäre alles nicht halb so schlimm und das Ende der Welt keineswegs nahe. Trotzdem muß man sich zunächst fragen, welche der möglichen Ursachen am wahrscheinlichsten ist. Hier überbringe ich gute Nachrichten. Es ist physikalisch völlig unmöglich, daß Erdbeben oder Vulkanausbrüche oder dergleichen den Neigungswinkel der Erdachse auch nur im geringsten verändern. In dem Bericht über das Erdbeben in Chile fehlte einfach etwas entscheidendes, aber wenigstens in der Berichterstattung des Spiegels (ausgerechnet in einem Hauptstrommassenmedium) war es vorhanden. Die Nord-Süd-Achse des Planeten Erde wurde in den Messungen nach dem Erdbeben überhauptnicht berücksichtigt! Bei der Messung wurde ausschließlich eine Verschiebung der Figurenachse der Erde festgestellt! Die hat mit der Nord-Süd-Achse und ihrem Neigungswinkel überhauptnichts zu tun!

Gesteinsplaneten wie die Erde sind unregelmäßig geformte Körper und wenn man Berechnungen mit solchen unregelmäßig geformten Körpern anstellen will, dann muß man dafür mathematische Achsen definieren. Achsen der unregelmäßigen Figuren halt oder sogenannte Figurenachsen. Die Figurenachse der Erde ändert sich bei jedem noch so kleinen Erdrutsch, bei jeder Aufschüttung eines Hügels, bei jeder Einebnung eines Hügels, bei jeder Auffüllung eines Loches, beim Bau eines jeden Gebäudes. Das erschwert zwar die mathematische Modellierung des Planeten Erde, hat jedoch keinerlei physikalische und erst recht keinerlei astronomische Auswirkungen. Wer deswegen jetzt Panik schiebt, tut das völlig unbegründet.

Und könnten Kometen nicht die Erde aus ihrer Bahn werfen, wo so etwas doch geschaut wurde? Nein, das wurde nicht geschaut. Auch das ist nur eine völlig unzulässige Schlußfolgerung aus den gesehenen Erdveränderungen, die ausschließlich die Oberfläche der Erde betreffen. Sogar falls ein großer Gesteinsbrocken aus dem All die Erde träfe, dann würde sich nichts schlimmeres ereignen als sich die Erde etwas schneller oder langsamer drehen zu lassen und Kontinentalplatten an andere Stellen zu schieben als sie jetzt sind. Letzteres ist zwar nicht harmlos, sondern geht mit vielen Zerstörungen einher, wäre aber trotzdem nicht das Ende der Welt. Für mehr Informationen darüber einfach dem letzten Link folgen.

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