2010/02/08

Was ist Godo?


„Sind wir zu blöd zum laufen?“, kann man in letzter Zeit wieder vermehrt in Internetforen und an anderen Plätzen lesen, an denen sich intellektuëller Müll abladen läßt. Ich muß dem die Frage entgegenstellen „Sind wir zu blöd zum lesen?“. Lesen ist nämlich mehr als bloßes Buchstabieren! Was ist in diesem Fall das Problem? Mit der Frage „Sind wir zu blöd zum laufen?“ wird etwas beworben, daß sich Godo nennt. Aber eigentlich muß es Godō heißen, kommt aus dem Japanischen und wird im Original ゴドー oder ゴ道 geschrieben, wobei andere Schreibweisen ebenfalls möglich sind. Letzteres ist im Japanischen so gut wie immer der Fall. Das Wort setzt sich zusammen aus dem sinojapanischen Dō (道), was „Weg“ bedeutet, und der angelsächsischstämmigen Wortruine go (Infinitiv: to go), was „gehen“ bedeutet. Gibt es im japanischen etwa kein Wort für „gehen“? Selbstverständlich gibt es das. Es lautet iku (行く). Was soll dann „Weg des Gehens“ bedeuten und warum bilden die Japaner ein Mischmaschwort aus vor langer Zeit übernommenem Chinesisch und dem Überrest eines niederdeutschen Dialektes? Handelt es sich hier um eine extreme Form des Sprachvandalismus? Die seltsame Wortbildung Godō (ゴ道) dürfte ausnahmsweise mal ein sinnvolleres Motiv haben.

Die Japaner haben vor langer Zeit fast alles von den Chinesen übernommen. Chinesen Frauen wurden fast ein Jahrtausend lang die Füße verkrüppelt, wodurch sie sich nur unter großen Schmerzen fortbewegen konnten und deswegen weitgehend auf das Haus beschränkt waren. Dieses Schicksal blieb den japanischen Frauen erspart. Stattdessen war die Damenkleidung (die berühmten Kimono) so konstruiert, daß sie die Frauen am gehen hinderte. Dadurch wurde auf eine weniger dramatische und weniger brutale Art ein ähnlicher Effekt erzielt, wenn auch in geringerem Ausmaß. Sowohl bei Chinesinnen als auch bei Japanerinnen, die heute nicht mehr viel anders als Europäerinnen oder Nordamerikanerinnen behandelt werden, kann man heute beobachten, daß sie immernoch anders gehen als Europäerinnen oder Nordamerikanerinnen. Sie stolpern mehr vorwärts als das sie vorwärts gehen. Das liegt einfach daran, daß ihnen die Vorbilder fehlten. Selbstverständlich ändert sich auch das und man kann das Vorwärtsstolpern immer weniger häufig beobachten. In Japan, wo man aus allem ein Geschäft zu machen versucht, ist es jedoch noch häufig genug, um Vorbilder zum korrekten gehen für Geld anzubieten. Dafür gibt es die Kurse im Godō (ゴ道). Dabei soll die Japanerin nichts anderes lernen als so zu gehen wie das für Europäerinnen und Nordamerikanerinnen ganz natürlich und selbstverständlich ist und deswegen die Herleitung des Namens aus dem Überrest eines europäischen Dialektes. Weniger selbstverständlich ist es inzwischen für diejenigen, die eine fast ausschließlich sitzende Lebensweise pflegen, aber dagegen kan Godō (ゴ道) auch nicht helfen. In China wäre der Bedarf nach solchen Kursen noch größer, aber die Kaufkraft für etwas so nebensächliches ist dort nicht vorhanden. Deswegen gibt es solche Kurse nicht in China. Seltsamerweise versucht man sie nun in Europa auf den Markt zu bringen, obwohl sie da schlicht und ergreifend völlig überflüssig sind.

Welchen Sinn sollte es haben, einer Europäerin, die sowieso wie eine Europäerin geht, beizubringen wie eine Europäerin zu gehen? Sie würde nur unnötig Geld dafür bezahlen, ihr eigenes Vorbild zu sein. Andererseits kann man Frauen anscheinend alles verkaufen. Oder besteht die Zielgruppe in Europa, aufgrund des kulturellen Mißverständnisses, sogar aus europäischen Männern, die nun versuchen wie europäische Frauen zu gehen? Auch das könnten sie billiger haben! Wieso das virale Marketing auf deutschsprachigen Foren? Falls ihr tatsächlich zu viel Geld habt, dann gebt es doch mir oder meinen Schwesterprojekten. Wir können das Geld wirklich sehr gut gebrauchen!
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