2010/01/26

Das Phänomen der scheinbar schrumpfenden Zeit


In den letzten Jahren wollen viele Leute festgestellt haben, daß die Zeit schrumpfe. Weil davon jedoch jederman gleichermaßen betroffen wäre, ist zunächst fraglich, wie man das überhaupt feststellen wolle. Eine unbezweifelbare Methode gibt es dafür nicht. Viele Leute haben lediglich festgestellt, daß sie den Eindruck haben, daß sie immer weniger freie Zeit zur Verfügung hätten, obwohl die zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen aufgewendete Zeit gleichgeblieben oder weniger geworden ist. Letztere Zeit wurde mit Uhren gemessen, für die freie Zeit verließ man sich jedoch auf den subjektiven Eindruck. Das veranlaßte Wissenschaftler dazu, das Phänomen der scheinbar schrumpfenden Zeit zu einer Alterserscheinung zu erklären. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Wann immer Umfragen gemacht wurden, dann schienen die Menschen völlig unabhängig von ihrem bürokratischem Alter umso weniger freie Zeit zu haben, in je späteren Jahren die Umfragen gemacht wurden. Alles andere wäre auch seltsam gewesen, sonst hätte das bürokratische Alter einen stärkeren Effekt als sogar das medizinische Alter gehabt. Das Phänomen der schrumpfenden Zeit ist doch keine Alterserscheinung, die entsprechende Theorie wurde widerlegt. Dabei hat sich zugleich herausgestellt, daß das Phänomen der scheinbar schrumpfenden Zeit tatsächlich existiert und nicht nur eine Einbildung weniger ist.

Was ist dann die Erklärung des Phänomens? Ist an den unterschiedlichen esoterischen Thesen etwas dran? Selbstverständlich nicht. Die esoterischen Thesen dienen nach wie vor ausschließlich den egoistischen Zwecken ihrer Verbreiter. Es gibt eine sehr einfach und auch wissenschaftlich robuste Erklärung für das Phänomen der schrumpfenden Zeit, die einfach kaum jemand wahrhaben will. Wir verbringen immer mehr Zeit in Trance! Zu den ersten Leuten, die vom Phänomen der schrumpfenden Zeit berichteten, gehörten Leute, die sich mit Trancetechniken beschäftigten. Von denen wissen wir auch, daß in jeder echten Trance das Zeitgefühl verlorengeht. Die schrumpfende Zeit stellten sie außerhalb ihrer beabsichtigten Trancen fest. Die beabsichtigten Trancen sorgen dafür, daß die Leute auch leichter in unbeabsichtigte Trancen fallen können. Aber auch Leute, die nie in Trancen fallen wollten oder wollen, fallen dennoch in unbeabsichtigte Trancen, in denen ihnen das Zeitgefühl komplett abhanden kommt. Deswegen kann der Verlust des Zeitgefühles und damit selbstverständlich auch das Phänomen der scheinbar schrumpfenden Zeit quer durch alle Bevölkerungsschichten festgestellt werden.

Wie kommt es zu den unbeabsichtigten Trancen? Auch dafür bedarf es keinerlei esoterischer Theorien. Eine Trance ist durch eine niedrigere Frequenz der Gehirnwellen gekennzeichnet. Wenn ein Hypnotiseur eine Trance induzieren will, verwendet er deswegen Methoden, die das Gehirn des Hypnotisierten auf eine niedrigere Frequenz einstimmen, wie eine tiefe, sonore Stimme oder das berühmte glitzernde Pendel. Wir sind heute alle vielen verschiedenen Frequenzen ausgesetzt. Ein besonders effektives Hpnosewerkzeug sind Bildschirme. Es gibt ein paar wenige Computerprogramme, die zur Hypnoseïnduktion gedacht sind, aber die sind völlig unnötig. Jeder aktive Computerbildschirm wirkt auf seine Betrachter tranceïnduzierend. Das gleiche gilt für Fernsehbildschirme, die Bildschirme aller Videospielkonsolen und viele andere Displays. Da wir von diesen Dingen ständig umgeben sind, ist es garnicht weiter verwunderlich, daß wir alle nach und nach unser Zeitgefühl verlieren und die Zeit zu schrumpfen scheint. Wer sich davon kurieren will, muß einige Zeit in der Wildnis verbringen, wobei natürlich keinerlei Technik dorthin mitgenommen werden darf. Selbstverständlich auch kein Händi, Navigationsgerät oder ähnlicher Firlefanz.

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