2010/11/27

Netzgezwitscher


Zur Zeit ist es sehr hip über alles, was man gerade tut oder nicht tut, auf einem Dienst für Kurzmitteilungen im Netz zu berichten. Das wird hauptsächlich deswegen gemacht, weil dafür intensiv geworben wird. Warum wird wohl dafür so intensiv geworben? Selbstverständlich weil der Dienst Twitter eine Datensammelkrake ist wie es kaum eine weitere gibt, die Daten in einen fremden Rechtsraum schafft, dort verarbeitet und dann mit dem Verkauf eurer aufbereiteten Daten Geld „verdient“. Nur so kann sich der Dienst die intensive Werbung überhaupt leisten. Nun hat niemand etwas dagegen, wenn Geld verdient oder auch nur eingenommen wird. Aber wer sonst um den Umgang mit den eigenen Daten besorgt ist, der sollte wissen, von welchen Diensten im Netz er (die männliche Form reicht hier, denn weibliche Menschen interessiert es sowieso nicht, was mit ihren Daten geschieht) sich fernhalten muß. Vor allem sollte ihm genau das auch weiterhin ermöglicht bleiben!

Noch gibt es hier keine Werbung


Bisher gibt es hier keine Werbung. Dafür gibt es Spendenaufrufe. Auf der rechten Bildschirmseite sollte einer zu sehen sein. Aber es gibt keine Spender. Soll hier doch lieber Werbung gezeigt werden?

Immerhin haben Spenden den großen Vorteil, daß Sachspenden geleistet werden können. Die sind oft sehr viel hilfreicher als Geld. Sachspenden können hier in Form von PHP-Programmen, Übersetzungen oder Illustrationen (die vor allem Übersetzern helfen sollen) geleistet und einfach übers Netz verschickt werden.

Spenden hätten also große Vorteile (auch rechtliche), aber das nützt nichts, wenn es keine Spender gibt. Viele no budget -Spieleentwickler finden freiwillige Mitarbeiter. Ernstere und dafür einfachere Projekte jedoch nicht. Wird Aufklärung und Bildung, die Möglichkeit zu sozialen und technischen Fortschritten wirklich als so überflüssig angesehen? Oder Werbung auf Netzseiten als so viel besser?

Soll hier in Zukunft lieber Werbung gemacht werden als zu Spenden aufgerufen? Dieses Mal wird ausdrücklich um Meinungen gebeten.

2010/11/26

Grundbegriffe der Biologie III


In jüngster Zeit sind wieder die ethischen Diskussionen um die Präimplantationsdiagnostik aufgeflammt. Man scheint komplett vergessen zu haben, zu welchen Ergebnissen man bisher schon gekommen war und vor allem warum. Darum nun eine Erinnerung an den wesentlichsten Punkt. Die Präimplantationsdiagnostik steht nur nach einer künstlichen Befruchtung zur Verfügung, bevor die befruchtete Eizelle in die werdende Mutter eingesetzt wird. Das will der Name der Methode aussagen. Künstliche Befruchtung ist nicht immer erfolgreich. Daher machen die Reproduktionsmediziner mehrere Versuchsansätze. Falls der Versuch dann doch erfolgreich ist, stehen oft um die fünf Klone des gewünschten Kindes zur Verfügung, die der werdenden Mutter eingesetzt werden können. Die Klone werden hergestellt, indem der Embryo nach den ersten Zellteilungen zerteilt wird. Bis zum Stadium von acht oder sechzehn Zellen überlebt er das schadlos und stattdessen entstehen zwei neue Embryonen, die eine Zellteilung hinter dem Zeitplan sind. Das schadet keinem der Embryonen, aber es sind auf jeden Fall zwei menschliche Wesen. Eineiige Zwillinge entstehen auf natürlichem Weg, aber auf die selbe Weise! Die Klone erhöhen die Anzahl der Versuche, die der Reproduktionsmediziner zur Verfügung hat. Schon die künstliche Befruchtung war früher umstritten, weil der Reproduktionsmediziner nach einer erfolgreichen Schwangerschaft entscheiden muß, was mit den übriggebliebenen Klonen, die ja ebenfalls menschliche Embryonen sind, geschehen soll. Zunächst mal sind sie mit und in flüssigem Stickstoff tiefgeforen. Solange sie nur aus einer oder ganz wenigen Zellen bestehen, überleben sie das.

Manche Mediziner hätten gerne die übriggebliebenen Embryonen für Forschungszwecke zur Verfügung gehabt. Aber weil es nunmal menschliche Embryonen sind, also auch Menschen, darum galt und gilt das als unethisch und wurde verboten. Aus dem gleichen Grund wurde es verboten die Embryonen wie Müll zu entsorgen. Was mit ihnen geschehen soll, ist noch immer ein Rätsel. Erstmal werden sie zwischengelagert wie Atommüll, nur aufwendiger, vielleicht irgendwann auch endgelagert. Für manche Klone hätte man eine Verwendung, nämlich indem man sie auf genetische Schäden untersucht. Aber die Forschung an menschlichen Embryonen soll doch nicht stattfinden? Stimmt zwar, aber es gibt eine Möglichkeit das zu umgehen. Nämlich dadurch, daß die Präimplantationsdiagnostik erlaubt würde.

Der Embryo, der der werdenden Mutter eingesetzt wird, kann nicht auf genetische Schäden untersucht werden, weil die zu untersuchende Zelle dabei zerstört werden muß. Aber der noch einzusetzende Embryo besteht erst aus einer Zelle, der sogenannten Zygote. Stellte man damit genetische Untersuchungen an, dann hätte man den menschlichen Embryo unwiderruflich getötet und zwar noch bevor eine einzige Erkenntnis aus der Untersuchung gewonnen werden könnte. Man kann den einzusetzenden Embryo also nicht auf diese Weise untersuchen. Bei der Präimplantationsdiagnostik verwendet man einen Klon des Embryos, also ebenfalls einen menschlichen Embryo, ein Geschwister des einzusetzenden Kindes. Den bringt man um und schließt aus den Untersuchungsergebnissen auf den genetischen Zustand des einzusetzenden Embryos zurück. Weil man also, um auf den genetischen Zustand eines Menschen zu schließen, einen anderen Menschen töten muß, darum wurde die Präimplantationsdiagnostik als unethisch angesehen und verboten. Jetzt ist es schon wieder fraglich, ob man ungestraft Menschen töten darf! Vielleicht ist es aber auch nur noch fraglich, ob man auch zu Forschungszwecken ungestraft Menschen töten darf, und andere Gründe sind schon allgemein akzeptiert.

2010/11/22

Was ist eigentlich Freigeld?


Als Freigeld wird Geld bezeichnet, das derart konstruiert ist, daß es nicht für eine sich immer weiter öffnende Schere zwischen Armen und Reichen sorgt. Mit anderen Worten, in einer Freigeld verwendenden Volkswirtschaft ist keine Stagflation möglich. Das wird erreicht, weil Freigeld für einen negativen Urzins sorgt. In einer Volkswirtschaft, in der Freigeld verwendet wird, können Menschen immernoch arm oder wohlhabend oder sogar reich sein. Aber Währungen mit einem positivem Urzins, sogenannte Zwinggelder, führen zwangsläufig dazu, daß wohlhabende und arme Gesellschaftsschichten wie eine sich öffnende Schere immer weiter auseinanderklaffen. In den oberen Gesellschaftsschichten sammelt sich immer mehr Zwinggeld an, so daß die Angehörigen dieser Schichten einer starken Inflation ausgesetzt sind. Gleichzeitig fehlt das Zwinggeld in den unteren Gesellschaftsschichten, so daß die Angehörigen dieser Schichten einer nicht minder starken Deflation ausgesetzt sind. So erzwingt (daher der Name) das Zwinggeld grundverschiedene Verhaltensweisen der beiden Gesellschaftsschichten, während die wirtschaftlichen Kennzahlen Anzeichen beider Verhaltensweisen anzeigen, so daß die Ökonomen den Zustand lediglich als Stagflation zu bezeichnen wissen, aber ihn nicht richtig erklären können.

Ein britischer Wirtschaftshistoriker namens Niall Ferguson schreibt: „Wer der Armut entkommen will, muß ausgiebig und gründlich die Funktionsweise des Finanzwesens studieren. Das gilt für Individuën genauso wie für Staaten und Regierungen.“ Obwohl der Satz von einem Ökonomen kommt, klingt er sehr weise. Will man die Funktionsweise des Finanzwesens tatsächlich verstehen, dann müssen wir als erstes die Funktionsweise des Geldes verstehen. Am besten befragt man dazu nicht einen nur herumspekulierenden Ökonomen, sondern einen Praktiker, aus dessen Erfahrung wir sehr viel lernen können. Da trifft es sich gut, daß ein talentierter Praktiker bereits für über hundert Jahren umfangreiche und leichtverständliche Werke über das Wesen des Geldes verfaßt und veröffentlicht hat. Bei dem Praktiker handelt sich um den Außenhandelskaufmann Silvio Gesell.

Um die Auswirkung des positiven Urzinses zu vermeiden muß der beseitigt oder besser noch durch einen negativen Urzins ersetzt werden. Silvio Gesell erklärte uns bereits, wie man das erreichen könnte. Wie sorgt man für einen negativen Urzins? Das ist ganz leicht möglich, indem man dafür sorgt, daß die Währung als nicht wertvoller, sondern eher sogar weniger wertvoll, als ihr Nominalwert angesehen wird, so daß sie schnell gegen Güter eingetauscht wird. Wer gerade nichts einzukaufen braucht, gibt Darlehen aus. Das kann man sich selbstverständlich immernoch vergüten lassen, so daß man durch die Darlehensausgabe Geld verdienen kann. Aber anders als beim Zwinggeld steigen beim Freigeld die Schulden insgesamt nicht stärker an als die Gesamtsumme der Guthaben (Schulden == Guthaben), was beim Zwinggeld zwingend der Fall (Schulden == Tilgung + Zinsen; Guthaben == Tilgung) ist. Zwinggelder werden deswegen als wertvoller als ihr Nominalwert angesehen, weil der immer gleich bleibt, während die Güter, die man dafür erwerben könnte, nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. Einen Gütervorat für zukünftige Bedürfnisse anzulegen würde daher bedeuten, daß man sich wirtschaftlich schlechter stellt, obwohl der nominelle Wert des Vorates exakt dem des dafür ausgegebenen Geldes entsprechen würde. Der Vergleich zwischen dem Geldvorat und dem Gütervorat zeigt auf, daß der Geldvorat effektiv mehr wert ist, obwohl der Nominalwert in beiden Fällen der gleiche ist. Deswegen schlug Silvio Gesell vor, daß der Wert jeder Währungseinheit mit der Zeit absinken sollte, so daß die Währung mit den mit ihr erwerbbaren Gütern gleichzieht. Das Resultat wäre bereits ein Freigeld. Ein Freigeld wäre es natürlich auch, wenn man die gleichen Effekte durch eine andere Konstruktion erreichen könnte. Das wäre jedoch erst noch zu beweisen, während die Konstruktion nach Silvio Gesell ihre Fähigkeiten bereits zu ein paar Gelegenheiten beweisen durfte. Die berühmtesten Fälle sind die in Schwanenkirchen bei Deggendorf kurzfristig verwendete Wära und die Arbeitswertscheine der Gemeinde Wörgl in Österreich, die beide kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ausgegeben wurden und den fast abgewendet hätten.

Silvio Gesell machte noch weitere Vorschläge, die teilweise sogar von unseren Regierungen umgesetzt wurden. Trotz solcher Verdienste (die können wir ein anderes Mal besprechen) gibt es Ökonomen, die Kritik an den Ideen des Silvio Gesell üben, insbesondere am kontinuierlichen Wertverlust des Freigeldes. Sie sagen, daß man den gleichen Effekt durch eine Inflation erreichen könnte, die zudem auch noch leichter zu erreichen sei, weil man das Vertrauen in heutige Währungen dazu nicht zu zerstören bräuchte. Für manche Wirtschaftssubjekte würde freilich gerade eine Inflation das Vertrauen in die Währung zerstören. Trotzdem würde Silvio Gesell den kritischen Ökonomen wahrscheinlich zustimmen. Das selbstverständlich nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dazu müßten die kritischen Ökonomen nur beweisen, daß sie die Inflationsrate für beliebig lange Zeiträume auf dem exakt gleichen Niveau stabil halten können. Die Gefahren einer Hyperinflation oder einer Deflation sind komplett beseitigt. Darüberhinaus müßte die exakt gleiche Inflationsrate selbstverständlich unterschiedslos für alle Gesellschaftsschichten gelten. Deflation ist, wenn man kein Geld hat. Der kritische Ökonom müßte also jegliche Umverteilung von unten nach oben dauerhaft und wirksam unterbinden. Sind alle diese zusätzlichen Bedingungen in seiner Vorstellung einer Inflation nicht enthalten, dann ist die kontinuierliche Wertverminderung der Währung durch Gebühren auf selbige die einzige funktionierende Lösung.

2010/11/14

Energiewende VI


Manchmal wird, vor allem seitens der Berufslügner, so getan als wäre die Energiewende nicht eine Folge des Ölfördermaximums, sondern aus ökologischen Gründen notwendig. Wenn das jedoch zuträfe, dann würde man die vielen, preiswerten, bisher nicht beachteten Maßnahmen ergreifen, statt ausschließlich solcher mit denen man erst noch Kasse machen kann. Wäre es notwendig oder möglich eine menschengemachte, weltweite Erwärmung abzuwenden, dann würde man nie über Kohlendioxid (dessen Menge in der Atmosphäre ohnehin so gut wie garnicht vom Menschen beeinflußbar ist), sondern stattdessen vor allem über Kohlenstofftetrafluorid, Schwefelhexafluorid, Trichlormethylschwefelpentafluorid (alle zigtausendmal so klimawirksam wie Kohlendioxid), aber auch über Wasserdampf (zweihundertmal so klimawirksam wie Kohlendioxid, aber eher nicht vom Menschen beeinflußbar), Distickstoffmonoxid (mindestens zwanzigmal so klimawirksam wie Kohlendioxid) und Methan reden. Die Klimawirksamkeit des Methans stuft man merkwürdigerweise Jahr für Jahr weiter herunter, von ursprünglich der sechzigfachen Kohlendioxidwirkung über die fünfzigfache, die dreiundzwanzigfache (übrigens ein interessanter Hinweis), der zehnfachen und inzwischen manchmal schon auf die siebenfache, sechsfache oder auch nur fünffache Kohlendioxidwirkung. Das kann nur daran liegen, daß man die Klimaschädlichkeit des Methangases sehr schnell durch Verbrennung desselben zu Kohlendioxid so gut wie beseitigen könnte, wenn man von der sechzigfachen Wirkung des Methans im Vergleich zum Kohlendioxid ausgeht. Aber die Begründung für die Energiewende kann uns eigentlich egal sein, denn wir wissen, daß wir uns schon wegen der stattgefundenen Überschreitung des weltweiten Ölfördermaximums an der Energiewende beteiligen müssen. Wir müssen nichtmal Energie einsparen, aber wir könnten und zwar ganz leicht.

Zum Beispiel stellt man gerne Flugpassagiere an den Pranger, weil Flugzeuge angeblich viele Abgase in die Ozonschicht entließen. Tatsächlich zwingt man Flugzeuge seitens der Bürokraten in Korridoren zu fliegen, die Schlingerkursen folgen. Flögen sie so geradeaus wie sie das könnten und in manchen Lufträumen schon experimentell ohne weitere Schwierigkeiten ausprobiert wurde, dann würden sie nur einen Bruchteil des heutigen Treibstoffverbrauches verbrauchen und entsprechend weniger Abgase in die Atmosphäre pusten. Aber wie sollte das dazu führen, daß man Fluggesellschaften und Passagiere kräftig zur Kasse bittet? Ganz im Gegenteil würden die Fluggesellschaften dadurch auch noch Treibstoffkosten einsparen. Also gehen die Klimaschützer diesen Weg nicht. Ähnlich unsinnig ist der Schildbürgerstreich israëlischer Wissenschaftler, die piëzoëlektrische Straßen entwickeln. Die sollen elektrische Energie aus der Energie der über sie fahrenden Autos ziehen. Autos können selbstverständlich keine Energie produzieren, sondern erhalten sie über die Treibstoffe, mit denen man sie betankt hat. Zieht man von den fahrenden Autos auf eine zusätzliche Art als bisher üblich Energie ab, dann muß man die zusätzliche Energie zuvor durch eine entsprechend höhere Menge an Treibstoff in die Autos hineinfüllen. Die piëzoëlektrischen Straßen bewirken also nichts weiter als einen höheren Treibstoffverbrauch im Straßenverkehr und dadurch einen entsprechend erhöhten Abgasausstoß. Wollte man tatsächlich etwas gegen den Abgasausstoß des Straßenverkehrs tun, dann wären piëzoëlektrische Straßen äußerst kontraproduktiv, halt ein Schildbürgerstreich. Sollte es sich bei den israëlischen Wissenschaftlern um jüdische Wissenschaftler handeln, dann haben Juden entweder doch keinen fünfzehnprozentigen Intelligenzvorteil (wie von Sarrazin behauptet) oder der wird nur in Verbindung mit der deutschen Sprache aktiviert. Letztere Theorie klingt zwar weithergeholt, aber sie würde zwanglos erklären, warum die deutsche Sprache (Muttersprache der meisten Juden inklusive der Wissenschaftler wie Albert Einstein und aller jüdischen Opfer des Dritten Reiches) von Leuten bekämpft wird, die ausschließlich Schlechtes für die Welt wollen. Mit Piëzoëlektrizität kann man jedoch auch sinnvolle Dinge anstellen. Es gibt Leute, die im Freien feiern und dafür, weil ja so ökologisch, elektrischen Strom über Fahrraddynamos für die Musik generieren. Dabei müssen sich immer wieder Leute finden, die in die Pedalen treten und das nicht lange durchhalten. Da wäre eine piëzoëlektrische Tanzfläche die viel sinnvollere Alternative. Falls man kein Gefälle zur Verfügung hat, um Regen in Wasserkraft zu verwandeln, dann kann man die Fallenergie aus dem Regen durch die piëzoëlektrische Methode in elektrische Energie umwandeln anstatt sie einfach verloren zu geben.

Potentiëlle Energie der Gravitation (Lageenergie) ist nicht nur im Regen, sondern auch in den herumfliegenden Flugzeugen gespeichert. Stürzt ein Flugzeug ab, dann endet das katastrophal für das Flugzeug und die Passagiere. Was dem Flugzeug und allen an Bord zum Verhängnis wird, ist nichts anderes als falsch genutzte Energie! Beim Absturz wird sie in Verformungsenergie umgewandelt, bei der geglückten Landung nach und nach in Reibungswärme. Beides ist genaugenommen Verschwendung. Niemand will abstürzen, aber landen muß man doch? Ja, das muß man und die Energie die das Flugzeug dabei verschwendet hätte das nächste Flugzeug gut zum abheben gebrauchen können, aber stattdessen muß es mehr Treibstoff verbrauchen. Man muß sich nur überlegen, wie man die Energie von den landenden Flugzeugen direkt auf die startenden überträgt. Eine mechanische Übertragung durch eine Art Riesenrad oder Riesenkarussel oder eine Riesenwippe dürfte an den für die Konstruktion erforderlichen Dimensionen scheitern, elektrische und magnetische Übertragungsformen scheiden wegen der Gefährdung der Passagiere und der Elektronik aus. Ausnahmsweise kennen wir heute tatsächlich noch nichts, das wir bauen könnten, um das Problem zu lösen. Aber hätte man jemals die Probleme der modernen Luftfahrt lösen wollen anstatt immer nur noch mehr abzukassieren, dann könnte man längst entsprechende Konstruktionen bauen und sie wären bereits an jedem Flughafen vorhanden. Eine Übertragung der kinetischen Energie eines Landevorganges in Rotationsenergie beweglicher Teile dürfte sich heute schon machen lassen. Aber das führt nunmal nicht direkt zum abkassieren aus ökologisch-scheinheiligen Gründen.

Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, die heute bereits funktionieren, um Energie einzusparen. So kann man Wärmespeicher inzwischen auch im Freien, wo der Wind drüberstreicht, betreiben. In anderen Ländern wird das zumindest bereits gemacht und zwar so wie auf der verlinkten Netzseite beschrieben. Nur im deutschsprachigen Raum natürlich nicht. Warum nicht? Nun, wie sollte das zum direkten Abkassieren des Urnenpöbels und der menschlichen Melkkühe führen? Eine weitere Möglichkeit zu massiven Einsparungen wäre der Verzicht auf die Speicherverluste und die Transportverluste der elektrischen Energie. Moment mal, darauf soll man einfach verzichten können? Aber ja. Wie soll das gehen? Durch Umstellung auf Druckluft. Man kann schon bei den Windkraftanlagen ansetzen und Wind ohne Umwandlungsverluste statt in elektrischen Strom in Druckluft verwandeln (wie beschreibt die hier verlinkte Netzseite ungefähr in der Mitte), danach dienen die Druckluftleitungen zugleich als Energiespeicher. Schon heute gibt es Werkzeuge, die mit Druckluft funktionieren und zum Beispiel von manchen Automechanikern bevorzugt werden, aber die Druckluft muß bisher zunächst durch Motoren erzeugt werden. Durch eine Umstellung auf Druckluftleitungen, die es innerhalb mancher Gebäude bereits gibt, weil man Druckluft auf vielen Gebieten benötigt, wäre die Verwendung druckluftbetriebener Maschinen viel preiswerter und fast ohne Energieverluste möglich. Es gibt nur wenig, was man nicht von elektrischen Strom auf Druckluft umstellen könnte und das meiste von dem, was sich nicht umstellen läßt, braucht man eigentlich nicht. Schon eine neunzigprozentige Umstellung würde jedoch eine erhebliche Energieeinsparung bedeuten. Natürlich könnte man nur für die Verlegung der Druckluftleitungen wieder Leute abkassieren und danach würde es wieder schwierig. Also stellt man nicht auf Druckluft um. Dabei könnte man sogar Autos mit Druckluft betreiben, wie der französische Ingenieur Guy Negré seit vielen Jahren beweist. Warum fahren seine Autos nicht seit vielen Jahren überall herum? Warum versucht man stattdessen Unfug wie Elektroautos und Wasserstoffmotoren? Ganz klare Sache. Abassieren für Luft, wer würde sich das gefallen lassen? Aber sind Elektroautos und Wasserstoffantrieb deswegen automatisch Unfug? Sie sind es zwar nicht deswegen, aber sie sind aus einem anderen Grund Unfug. Wie immer ist die Natur der menschlichen Technik um millionen Jahre voraus. Sie produziert selbst elektrische Energie aus Sonnenlicht. Das geschieht in den Chloroplasten aller Pflanzen. Weil die das schon seit Jahrmillionen so machen, wissen sie am besten wie man elektrische Energie speichert. Sie speichern sie nicht, denn es gibt kein rentables Verfahren dafür. Es ist immer besser sie in andere Energieformen umzuwandeln, falls man Energie speichern will. In den Chloroplasten wird zu dem Zweck Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Die Natur hat viele Jahrmillionen vor dem Menschen die Wasserstofftechnologie entwickelt! Also lohnt sich die Wasserstofftechnologie? Kein heutiges Lebewesen speichert puren Wasserstoff und dafür gibt es einen Grund. Es ist viel zu gefährlich! Das erste Massenaussterben auf der Erde war nicht auf Sauerstoff zurückzuführen wie manchmal behauptet wird (das war schon das zweite Massenaussterben) und erst recht nicht auf Einflüsse aus dem Weltraum, sondern ganz direkt auf die Wasserstoffproduktion. Noch heute setzen manche Cyanobakterien Wasserstoff frei. Sie werden sogar von den menschlichen Anhängern der Wasserstofftechnologie zur Wasserstoffproduktion genutzt. Dabei sind genau diese Cyanobakterien, die Wasserstoff ohne jeden physiologischen Sinn freisetzen, der Beweis dafür, daß die Natur mit der Wasserstofftechnologie experimentiert hat. Aber alle Lebewesen, die darauf gesetzt hatten, sind ausgestorben. Auch die Menschen, die darauf setzen, werden aussterben, dafür wird die Explosionsgefahr trotz aller Beteuerungen vermeintlicher Experten sorgen. Dabei braucht man sich nur von den heutigen Pflanzen abzuschauen wie man Wasserstoff richtig und ungefährlich einsetzt, falls man auf eine Wasserstofftechnologie nicht verzichten will. Die Pflanzen binden den Wasserstoff chemisch an den wichtigsten aller Pflanzendüngestoffe, nämlich an Kohlendioxid, das sie aus der Atmosphäre entnehmen. So entstehen die Kohlenwasserstoffe. Kohlendioxid und Kohlenwasserstoffe werden heute gerne als böse hingestellt, aber ohne sie wären alle Menschen schon lange tot! Wer von der Kohlenwasserstoffverbrennung weg will, kann ausschließlich zur Druckluft hin. Aber wie für Luft abkassieren? Und warum ist die Schüttelbatterie (läßt sich jederzeit durch Schüttelbewegungen wieder mit Elektrizität aufladen) — zumindest im deutschsprachigen Raum — nur ein theoretisches Konzept?

2010/11/09

Grundbegriffe der Biologie II


Der Medizinnobelpreis des Jahres Zweitausendundneun wurde für die Entdeckung des Enzymes Telomerase vergeben. Aus diesem Anlaß (ja, das steht schon eine Weile an, aber der kürzlich vergebene für das Jahr Zweitausendundzehn ist ohnehin keiner Erwähnung wert) soll hier mal der Blödsinn korrigiert werden, den viele Konsumenten der Hauptstrommedien von denen über Telomere und die Telomerase zu lernen können glauben.

Telomere sind in der Tat die Enden der Chromosomen. Das Enzym Telomerase ist in der Lage die zu verlängern und kommt in Tumorzellen in besonders großen Mengen vor. Das ist bereits alles, was an der Darstellung der Hauptstrommedien stimmt. Die Hauptstrommedien bezeichnen das Enzym als Jungbrunnenenzym. Spätestens da wird es unsinnig. Tatsächlich stellen manche Biotechnologen Telomerase bereits im großen Maßstab her, um sie Leichtgläubigen zu verkaufen. Aber was hättet ihr von mehr Telomerase?

Telomere bestehen aus der Wiederholungen der ewig gleichen Sequenz, die artspezifisch ist. Bei der Art Mensch ist das die Sequenz TTAGGG. Bei der Sequenz handelt es sich um eine Nucleotidsequenz, nicht etwa um eine Aminosäuresequenz wie man leider unsinnigerweis hin und wieder lesen muß. Bei Zellen in Zellkulturen hat man beobachtet, daß die Telomeren nach jeder Zellteilung kürzer wurden. Das muß auch so sein, weil die Replikation der Chromosomen nicht exakt mit dem ersten Nucleotidpaar beginnen und nicht exakt mit dem letzten Nucleotidpaar enden kann. Das wäre von einem Enzym, das einfach nur Naturgesetzen gehorcht und keine Entscheidungen treffen kann, zu viel verlangt. Bakterien lösten das Problem, indem sie ihr einzelnes Chromosom zu einem Ringmolekül zusammengeschlossen haben, das durchlaufen immer wieder und wieder repliziert wird. Mehrzellige Organismen müssen zu viele Gene weitergeben, um das Modell kopieren zu können. Darum lösen mehrzellige Organismen das Problem, indem sie alle Chromosomen mit Telomeren aus sich wiederholenden Sequenzen, die keine Gene enthalten, auf allen Enden versehen. Dadurch stört es nicht, wenn ein paar Nucleotidpaare oder sogar ein paar Wiederholungen der Telomersequenz verlorengehen. In der Zellkultur geschieht das so lange bis sich die Zellen nicht mehr weiter teilen können, weil ihnen die Telomersequenz als Anfangssignal fehlt. Daß den Zellen in der Zellkultur irgendwann die Teilungsfähigkeit verlorengeht, hat man bereits beobachtet lange bevor man die Telomere und die Telomerase und auch bevor man die Chromosomen kannte. Das konnte man leicht beobachten, weil die Teilungsfähigkeit bereits nach zehnmaligem Wechsel des Nährmediums eintrat und das ungefähr mit einer Teilung der kultivierten Zellen übereinstimmen sollte, zumindest bei Säugetierzellen. Das nannte man die Hayflick-Grenze, nach dem damaligen Rekordhalter in der Dauer der Säugetierzellkultur. Bei anderen Experimentatoren ging die Teilungsfähigkeit noch früher verloren. Darum war offensichtlich, daß die Zellkulturtechnik nicht perfekt war (ist sie auch heute nicht), und man versuchte die Zellkulturtechnik zu verbessern. Der nächste Rekord war fünfzig Zellteilungen beziehungsweise Nährmediumswechsel einer Zellkultur bevor deren Teilungsfähigkeit verlorenging. Das betrachtet man heute als die Hayflick-Grenze, obwohl manche Experimentatoren bereits sechzig Zellteilungen erreichen können wollen. Die Geschichte des Hayflick-Rekordes beweist uns bereits, daß Zellteilungsvorgänge in vivo, also im lebenden Organismus, anders ablaufen müssen als in vitro, also in der Zellkultur, und daß das wenig bis garnichts mit der Telomerase und den Telomeren zu tun hat. Trotzdem wird beides gerne in einem Zusammenhang und als füreinander ursächlich gesehen, natürlich hauptsächlich von biologischen Laien, zu denen leider auch viele Mediziner zählen, was selbstverständlich nicht so sein sollte.

In vivo kommen nur wenige Zellen in die Verlegenheit sich immer wieder teilen zu müssen. Das sind die Stammzellen. Andere Zellen erledigen währenddessen die Arbeiten, auf die sie selbst spezialisiert sind. Weil es für ein Lebewesen tödlich wäre, wenn sich eine Stammzelle nicht mehr teilen könnte (wäre die Teilung menschlicher Zellen auf fünfzig bis sechzig Teilungsvorgänge begrenzt, dann wäre jeder Mensch spätestens ein halbes Jahr nach seiner Geburt bereits tot), darum mußte sich die Natur etwas einfallen lassen, um die Telomere immer wieder zu regenerieren. Deswegen hat die Evolution die Telomerase hervorgebracht, die immer wieder Wiederholungen der Sequenz TTAGGG (beim Menschen, andere Sequenzen bei anderen Tieren) an die Enden der Chromosomen anbringt. Menschen haben individuëll unterschiedlich viele Wiederholungen der Sequenz in ihren Telomeren. Menschen aus langlebigen Familien besitzen tatsächlich mehr davon und Tumore, die ihren Träger überleben, haben es geschafft die für Stammzellen vorgesehenen Gene der Telomerase (sozusagen widerrechtlich) zu aktivieren. Eine Stammzelle kann sich jedoch bei jeder Telomerlänge noch weiter teilen, weil auch die Telomerase der Menschen mit kurzen Telomeren immer wieder die Nucleotidsequenz TTAGGG an die Telomere anfügt. Aber wieso sind dann ausgerechnet die längeren Telomere ein Hinweis auf Langlebigkeit? Die Antwort auf die Frage ist immerhin schon seit weit über zehn Jahren bekannt, wird jedoch ignoriert und zwar vor allem von denen, die gerne über die Telomerase berichten.

Außer den Telomeren enthalten menschliche Chromosomen (ebenso die Chromosomen anderer Tiere) noch weitere Stellen, auf denen keine Gene liegen. Dazu zählen die Centromere und von Chromosom zu Chromosom individuëll verteilte, lange, repetitive Sequenzen. Letztere entscheiden übrigens ganz wesentlich darüber mit wie ein genetischer Fingerabdruck aussieht. In gealterten Zellen werden außerdem Plasmide beobachtet. Weil Plasmide jedoch nur in Bakterien der Weitergabe genetischer Informationen dienen, hatte man sie als Hinweise auf Krankheitserreger verstanden. Deswegen wollte man selbige identifizieren. Dabei stellte sich jedoch heraus, daß die Zellen nicht von Krankheitserregern befallen waren, sondern die Plasmide aus repetitiven Sequenzen bestanden. Die Plasmide waren bei vorangegangenen Zellteilungen aus den Chromosomen herausgefallen und hatten sich dann zu ringförmigen Molekülen zusammengeschlossen, vielleicht hatten sie sich aus erst zu ringförmigen Molekülen verhaspelt und wurden darum herausgeschnitten. Eine gealterte tierische Zelle zeichnet sich also dadurch aus, daß sie, neben durch Oxidation entstandenen Stoffwechselprodukten, tierische Plasmide enthält. Sie enthält umso mehr tierische Plasmide, je älter sie ist. Sowohl die tierischen Plasmide als auch die Centromere als auch die Telomere als auch die anderen repetitiven Sequenzen dürfen nicht seitens der synthetisierenden Enzyme als Gene interpretiert werden, denn das wäre für den Zellstoffwechsel fatal. Aber ein Enzym kann die Entscheidung nicht treffen, es kann lediglich den Naturgesetzen gehorchen. Deswegen hat die Natur auch das Problem auf andere Weise gelöst. Sie hat für repetitive Desoxyribonukleïnsäuresequenzen ein Proteïn entwickelt, das sich auf solche draufsetzt, nicht mehr von dort verschwindet und so andere Enzyme am ablesen der Sequenz hindert. Das Proteïn nennt man Silent Information Regulator oder kurz SIR (das übrigens überhauptgarnichts mit dem Proteïn SIRT zu tun oder der SIRT-Proteïnklasse oder SIR-Proteïnklasse, der es angehört, das irgendwo in die Signaltransduktion gehört, mit der das Ablesen von Genen beginnt). Das Proteïn Silent Information Regulator muß also auf allen repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen sitzen. Aber eine Zelle kann nur eine begrenzte Menge davon herstellen. Je älter eine Zelle ist, auf desto mehr tierische Plasmide muß das Proteïn verteilt werden. Für alte Zellen ist das ein Problem. Können sie nicht genug Silent Information Regulator für alle repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen herstellen, dann versuchen die Zellen das Problem zu lösen, indem sie die Telomerase abschalten und die Telomere nicht mehr mit weiteren Wiederholungen der Nucleotidsequenz ergänzen. Konsequenterweise verkürzen sich also die Telomeren einer Zelle, nachdem sie (durch viele vorangegangene Zellteilungen) alt geworden ist.

Was würde nun passieren, wenn man tatsächlich die Produktion der Telomerase in alten Zellen wieder anwerfen oder zusätzliche Telomerase in die Zellen einbringen könnte? Zunächst würden tatsächlich die Telomere wieder verlängert werden. Deswegen hätte die Zelle nicht mehr genug Silent Information Regulator für alle repetitiven Desoxyribonukleïnsäuresequenzen. Also werden nicht mehr alle damit besetzt. Die neuen Telomerverlängerungen dürften als neueste dazugekommen sein, daher sind es am wahrscheinlichsten die, die nun für andere Enzyme lesbar werden. Die Sequenz TTAGGG und beliebige Kombinationen aus deren Wiederholungen (TAGGGT, AGGGTT, GGGTTA, GGTTAG, GTTAGG) werden ihn Ribonukleïnsäuresequenzen und schließlich in Aminosäuresequenzen umgesetzt, die als Müll in den Zellen herumschwimmen und zu unvorhersehbaren Effekten führen. Dadurch wird die Zelle nicht jünger, der ganze Organismus schon überhauptgarnicht, sondern die Zelle funktioniert lediglich schlechter. Hinweise darauf wie sich eine so manipulierte Zelle überhaupt verhalten wird, liefern uns bisher nur die bereits vorhandenen Zellen mit einem unnatürlich hohem Niveau an Telomerase. Das sind die Tumorzellen. Das sind sogar ausschließlich Tumorzellen. Laßt ihr euch also irgendwann in Zukunft mit zusätzlicher Telomerase ausstatten, dann laßt ihr euch lediglich über kurz oder lang mit zusätzlichen Tumoren ausstatten. Wer das als einen Jungbrunnen ansieht, dem kann ich (oder auch sonstwer) nicht mehr helfen.

2010/11/07

Gefahren der Gentechnik IV


In China gibt es Wissenschaftler, die feststellen, daß zwei in China zugelassene genetisch veränderte Reissorten die menschliche Gesundheit gefährden. Das Besondere daran ist, daß die chinesischen Wissenschaftler das öffentlich sagen dürfen. Schließlich könnte das als Kritik an der Regierung aufgefaßt werden, die die beiden Reissorten zugelassen hat. So etwas geht in China eigentlich überhauptgarnicht, erst recht nicht, wenn die Kritiker nicht beweisen können, daß ihre Aussagen absolut richtig sind. Daraus folgt, daß die Aussagen der Unternehmen, die Pflanzen genetisch verändern, zwangsläufig falsch sein müssen.

Aktivität letzten Oktober



Den letzten Oktober hatte ich für einen einzelnen Beitrag reserviert, damit der auf ein markantes Datum fiel und zusätzlich noch als einziger Beitrag des Monats besonders auffällt. Darum war hier etwas weniger los als hätte sein können. Darum hier ein Verweis auf etwas mehr Lesestoff.

2010/11/05

Neue Warnungen vor Paypal!



Es gibt Netzseiten, die die Möglichkeit zu Bezahlung oder Spenden per Paypal anbieten. Also kann man nicht oft genug vor solchen warnen, vor allem weil die Gründe dafür immer mehr werden. Man lese die Kommentare unter dem Link, unter dem Link, unter dem Link und unter dem Link. Letzteres sind zwar Kommentare zu einem Video im Skipintro-Format (Skipintro ist der Spitzname, den Flash sogar im Hause Adobe hat), aber trotzdem rate ich auch vom Skipintro-Format ab. So etwas frißt nur unnötig Ressourcen, ist eine Bremse bei der Verbreitung freier Software und außerdem ein riesiges Sicherheitsloch (man kann sich dadurch unkontrolliert ausführbare Programme auf den eigenen Rechner holen). Unter dem Link hier gibt es zwar ebenfalls ein Video im Skipintro-Format, aber auch noch eine Beschreibung dazu und die sollte man gelesen haben! Wer das alles gelesen hat, kann sich noch mit dem hier verlinkten Inhalt den letzten Rest geben. Erst dann darf man sich als ausführlich über das Für und das Wider informiert betrachten und vorher sollte man keine Entscheidung treffen!

Falls du dich endlich gegen unseriöse Methoden entschieden hast und dennoch mit einer Spende Gutes und Nützliches bewirken willst, dann spende doch einfach
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.


Du kannst dabei aus mehr als einem Verwendungszweck wählen:
Verwendungszweck: Zhèng-Míng
   für diesen Blök und die Zhèng-Míng-Bewegung;
Verwendungszweck: Barraskar
   für das Projekt des mehrsprachigen Lehrromanes;
Verwendungszweck: Chinaforum
   für das Völkerverständigungsprojekt mit dem Übersetzerforum.

2010/11/04

Kali-yuga (कलियुग‌) IV


Man sollte annehmen, daß Entwicklungen wie die Adminpedia zur Steigerung der allgemeinen Bildung beitrügen. Den Spitznamen Adminpedia hat sie schließlich auch deswegen, weil sie neutral sein und sich nicht an politischen Kampagnen beteiligen will. Unpassende Beiträge sollten durch die Administratoren beseitigt und so die Neutralität gewahrt werden. Leider funktioniert gerade das nicht und die Adminpedia beteiligt sich sogar an Hetzkampagnen. Deswegen bewerben manche Wissenschaftler bereits Google-Knol als die bessere Alternative. Aber ob das stimmt, hat sich noch nicht herausgestellt. Am besten wäre es wenn die Internetnutzer medienkompetent wären, das sollte eine Voraussetzung für die Internetnutzung sein. Leider ist das im Kali-yuga (कलियुग‌) völlig illusorisch. Was soll der Internetnutzer machen, dem es am notwendigen Hintergrundwissen zu einem Thema fehlt? Schauen wir mal wie sich eine Behauptung aus der Adminpedia überprüfen läßt.

Die Adminpedia behauptet, daß ein renommierter Wissenschaftler aus dem Bereich der Virologie und Immunologie, namens Peter Duesberg, die als AIDS bekannte Krankheit (oder zu deutsch: erworbene Immunschwäche) leugnen würde. Desweiteren behauptet sie, daß in Südafrika dreihundertvierzigtausend Menschen aufgrund solcher AIDS-Leugner gestorben wären. Das soll zudem noch vermeidbar gewesen sein. Dazu würden selbstverständlich noch weitere Opfer in anderen Ländern kommen. Ist das nun eine neutrale, wissenschaftliche Aussage oder Politik auf einem Niveau wie es tiefer nicht geht? Um das herauszufinden, müssen wir uns zunächst die andere Seite anhören. Wer Medienkompetenz besitzt, hört sich immer zunächst die andere Seite an, auch wenn deren Standpunkt nicht politisch korrekt ist.

Audeatur et altera pars. Peter Duesberg war als Wissenschaftler auf der Suche nach Therapien gegen AIDS. Er bezog für seine Forschungen das am häufigsten dagegen verabreichte Medikament aus dem chemischen Fachhandel. Selbstverständlich wurden dazu die Sicherheitshinweise geliefert, wie das gesetzlich vorgeschrieben ist. Peter Duesberg fiel dabei auf, daß dem gleichen Stoff, wenn er als Medikament aus dem Pharmahandel bezogen wird, die Sicherheitshinweise nicht beigegeben werden. Das erschien dem Wissenschaftler als unverantwortlich und machte ihn stutzig. Also veröffentlichte er die Sicherheitshinweise selbst und hatte sich damit Feinde gemacht. Die Sicherheitshinweise des Wirkstoffes enthüllten nämlich, daß er genau die Symptome auslöst, die als die Krankheit AIDS diagnostiziert wird. Das schien noch merkwürdiger zu sein, insbesondere weil Mediziner einen Virus, den man als HIV (Humanes Immunodefiziënzvirus) kennt, für die erworbene Immunschwäche verantwortlich machen. Als Wissenschaftler weiß man natürlich, daß es zwar eine Korrelation ohne Kausalität geben kann, jedoch keine Kausalität ohne Korrelation. Deswegen verglich Duesberg die Korrelation zwischen HIV-Infektionen und AIDS-Fällen. Er veröffentlichte das Ergebnis. Die beiden Faktoren korrelierten in keiner Weise miteinander. Die wissenschaftliche Vorgehensweise eines Kritikers wäre die Studie zu überprüfen oder zu wiederholen oder ähnliche Studien selbst durchzuführen. Das macht jedoch niemand, lieber macht man Duesberg und ähnlich ernsthaft arbeitenden Wissenschaftlern das Leben schwer, denn das ist für Kritiker viel einfacher. Duesberg selbst beschwert sich nicht öffentlich darüber, denn unter allen ernsthaft arbeitenden Immunologen und Virologen gilt er nach wie vor als Autorität auf dem Gebiet. Stattdessen erklärt er lieber wie ein Virusnachweis funktioniert. Bei einem Bluttest, wie er üblicherweise durchgeführt wird, wird das Blut auf Antikörper untersucht. Das macht man bei der Untersuchung auf andere Krankheiten nicht anders. Immer dann, wenn der Test positiv ist, dann gilt der Untersuchte als immun. Lediglich beim HIV gilt er plötzlich als an AIDS erkrankend statt als immun gegen HIV so wie es nach wissenschaftlich-medizinischem Standard eigentlich sein müßte. Es gibt auch Leute, die die Existenz des HIV bestreiten. Mindestens einer von denen hat einen mit tausend Dollar dotierten Preis auf den Nachweis des HIV ausgesetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, daß der HIV-Antikörpernachweis auf ungefähr sechzig andere Antikörper ebenfalls reagieren soll. Peter Duesberg hat den Preis für sich beantragt, weil er sich selbst zu den vielen Wissenschaftlern zählt, die den HIV bereits nachgewiesen haben. Herausgegeben wurde der Preis jedoch nicht, anscheinend reichen Fotos nicht als Nachweis aus. Vielleicht muß man Viruspartikel einschicken?

Der normale Leser, sogar wenn er an medizinischen Themen interessiert ist, wird immernoch nicht wissen, welche Seite recht hat. Nur weil eine Meinung etabliert ist, muß sie noch nicht falsch sein. Schließlich gibt es viele Wissenschaftler oder Leute, die sich für Wissenschaftler halten, die meinen, daß man AIDS nur auf eine bestimmte Weise bekämpfen könne und dürfe. Aber umgekehrt muß das Gleiche gelten dürfen. Was sollte es auch nur irgendeinem der sogenannten AIDS-Leugner nützen, falls aufgrund seiner Aussagen Menschen sterben würden? Medienkompetenz zeichnet sich dadurch aus, daß man die Frage wem etwas nützt (gerne als cui bono? formuliert) niemals vernachlässigt! Die politische Unterdrückung ihrer Aussagen nützt dagegen sehr wohl sowohl einerseits der Pharmaïndustrie als auch andererseits der latexverarbeitenden Industrie. Beide verdienen viele Milliarden Dollar durch die Angst vor AIDS und der Angst vor HIV (der übrigens hauptsächlich über Nadeln übertragen wird). Dennoch kann auch das immernoch ein Zufall sein, schon weil der Zusammenhang nicht zu den verbreiteten Verschwörungstheorien gehört. Aber wie kann der medizinische Laie sich nun sicher sein, welche Seite recht hat und welche Seite ihn verarschen will?

Wir kennen nun die Aussagen beider Seiten und vergleichen sie einfach mal mit weiteren, von beiden Seiten unbestrittenen Äußerungen zu dem Thema. Mediziner hatten mal festgestellt, daß sich viele Länder in Afrika die Ausrüstung, um Untersuchungen auf HIV durchführen zu können, nicht leisten können. Daher einigten sie sich auf einen Standard, durch den die AIDS-Diagnose erleichtert werden sollte. Das taten sie in der zentralafrikanischen Stadt Bangui, daher heißt der Standard die Bangui-Definition. Nach dem Standard diagnostiziert man jeden, der auch nur an Gewicht einbüßt, als an AIDS erkrankt. Das macht man, wohl gemerkt, in Ländern, in denen Menschen verhungern! Daher wird dort so ziemlich jeder, der sich überhaupt noch zum Arzt traut, als an AIDS erkrankt eingestuft. Plötzlich hatte man den Hunger in Afrika besiegt, indem sich die Hungertoden statt in der Statistik der Hungertoden in der Statistik der AIDS-Toten wiederfanden. Noch neuer ist die Entdeckung chinesische Wissenschaftler. Chinesische AIDS-Forscher haben einen neuen Virus entdeckt — zumindest behaupten Wissenschaftsjournalisten, daß es ein Virus sei — der AIDS auslöse und bei Tests auf HIV nicht entdeckt würde. Dadurch könnten die vielen HIV-negativen AIDS-Fälle erklärt werden. Das besondere an dieser Meldung ist, daß die Existenz HIV-negativer AIDS-Fälle einfach als bekannt vorausgesetzt wird. Unter Wissenschaftlern ist sie nichts weniger als eine Selbstverständlichkeit. Noch bekannter sind die vielen Fälle HIV-positiver Menschen, die auch nach Ansicht politisch korrekter Mediziner niemals AIDS bekommen werden und als aus genetischen Gründen immun gelten. Mit solchen Versuchspersonen (das begann mit kubanischen Prostituierten, damals war das Schamgefühl noch zu ausgeprägt, um deren Namen zu veröffentlichen) arbeiten viele AIDS-Forscher, die auf der Suche nach einem Heilmittel oder noch besser (weil lukrativer, wenn auch gefährlicher) einem Impfstoff sind. Hätten sie in ihren Grundlagenvorlesungen aufgepaßt, dann wüßten sie daß Antikörper Immunität vermitteln. HIV-Infektionen und AIDS-Fälle korrelieren also tatsächlich nicht miteinander. Also kann es auch keine Kausalität zwischen beiden Erkrankungen geben. Trotzdem sind beides real existierende Erkrankungen. Allerdings bestehen die Symptome bei HIV ausschließlich aus sozialer Ausgrenzung, in viele Länder dürfen Infizierte nichtmal einreisen. In Deutschland kann man für die Infektion im Gefängnis landen, aber nur falls man gleichzeitig männlichen Geschlechtes ist.

Wenn die Tatsachen so einfach und offensichtlich sind, müßten dann nicht auch andere Wissenschaftler reihenweise zu den selben Ergebnissen kommen? Ja, natürlich und das geschieht auch! Sogar Luc Montagnier, seinerseits Entdecker des HIV, hat nachgedacht und behauptet nun selbst, daß das Immunsystem eines gesunden Menschen ganz leicht und locker mit dem HIV fertig wird. Das wollen sogar einige seiner treuesten Anhänger nicht wahrhaben. Lieber erklären sie ihr bisheriges Idol für verrückt. Die Tatsachen sind also tatsächlich einfach und offensichtlich. Die Seite des Peter Duesberg hat recht. Die Unterdrücker seiner Studien und Erkenntnisse behindern die AIDS-Forschung und die seriöse HIV-Forschung. Nicht die Behauptungen sogenannter AIDS-Leugner, bei denen es sich tatsächlich um nichts anderes als seriöse Wissenschaft handelt, gefährdet Menschenleben, sondern die Position, die auch die Adminpedia bezogen hat, tut das! Glaubt auch mir das nicht, sondern vollzieht es selbst nach!

2010/10/10

Die Bewegung Zhèng-Míng (正名)


Zhèng-Míng (正名) ist ein Begriff aus dem klassischen Chinesischen, stammt von Konfuzius und wird mit „Richtigstellung der Bezeichnungen“ übersetzt. Schon vor ungefähr zweitausendfünfhundert Jahren gab es bereits arrogante Mächtige, die Sachverhalte so lange umbenannten bis die neuen Bezeichnungen die moralische Verwerflichkeit der Taten der Mächtigen verdeckten. Obwohl ihre Macht unbezweifelbar war — schließlich konnten sie auch die neuen Bezeichnungen festlegen — konnten sie es sich doch nicht leisten das chinesische Volk aus moralischen Gründen gegen sich aufzubringen. Also spielten sie der wenig gebildeten Bevölkerung etwas vor, so daß sehr vieles nur aus Unverständnis akzeptiert wurde. Aber es wurde akzeptiert. Ganz genau so wie Ähnliches heute im deutschsprachigen Raum (und weit darüber hinaus) von Politdarstellern inszeniert wird. Die Methode ist die Gleiche, das Problem ist das Gleiche, die möglichen Gegenmaßnahmen sind die Gleichen, aber leider sehr wenige. Die Gefahren sind heute jedoch um ein Ungleiches größer, weil es heute viel gefährlichere und für Mißbrauch anfällige Technik gibt.

Gegen die Arroganz der Macht, die unsere Politkaste an den Tag legt, hilft es nicht besonders sich für direkte Demokratie einzusetzen. Das ist zwar ein wichtiges Ziel, aber auf dem Weg dahin scheint es keinen einzigen Schritt voranzugehen. Unsere gesamte Volkswirtschaft ist ein Spielball der Spekulanten und infolgedessen verbreitet sich Armut in angeblich reichen Ländern. Das Geldsystem zu reformieren wäre eine sinnvolle Gegenmaßnahme, aber das ist seit über hundert Jahren bekannt und trotzdem wird auf dem Gebiet nichts erreicht. Man könnte noch an manchem mehr, das im Argen liegt, herumschrauben. Aber nirgends geht es voran. Es scheitert oft schon an der Kommunikation unter den Wenigen, die sich für Veränderungen einsetzen. Sie wird gezielt von den Mächtigen, von den Gewinnern unseres verkommenen Systems sabotiert. Die Zerstörung der deutschen Sprache (dazu gibt es hier schon einige Artikel und es sollen noch mehr werden) wurde schließlich nicht grundlos in die Wege geleitet. Sprache und Philosophie sind sogar das Gleiche. Man erkennt das leicht, indem man die Philosophie der Alten Griechen, auf der die gesamte abendländische Philosophie basiert, mit der der Inder und der der Chinesen vergleicht. Indische und abendländische Philosophie sind sich sehr ähnlich, weil sie beide von Sprechern indogermanischer Sprachen entwickelt wurden. Die chinesische Philosophie unterscheidet sich sehr davon, weil die chinesische Sprache einer anderen Grammatik folgt. (Dazu vielleicht einmal mehr in einem anderen Artikel.) Sprache ist nicht einfach nur ein Mittel zur Verständigung. Ein Mittel zur Verständigung zu zerstören ist an sich schon schlimm genug. Aber eine Sprache ist ein Speicher für die Weisheit und die Erfahrungen eines Volkes. Eine Sprache ist geprägt durch Geschichte, Geographie, Literatur und Religion. Das macht sich in Sprichwörtern und Redewendungen bemerkbar. Oft lassen sich Sätze nicht direkt von einer Sprache in eine andere übersetzen. Durch die Zerstörung der deutschen Sprache wird dem gesamten Mitteleuropa der gesunde Menschenverstand weggenommen. Dagegen gilt es sich zu wehren. Nur wenn die Gegenwehr dagegen erfolgreich ist, dann lassen sich die schlimmsten Politpossen verhindern.

Heute weiß jeder wie wichtig Bildung ist. Heute kann jeder sich öffentlich äußern und sei es nur durch das Netz. Darum kann heute jeder an der allgemeinen Bildung mitwirken. Oft werden bereits Artikel der Presse durch Kommentare und Foren dazu korrigiert oder durch Fachwissen bereichert, das der Fachpresse völlig fehlt. An Schulen und Universitäten findet Bildung heute praktisch nicht mehr statt, an Schulen hat sie das vermutlich auch nie. Hauptsächlich im Netz werden Informationen ausgetauscht und Wissen verbreitet, hauptsächlich übers Netz werden Projekte organisiert, Fachmeinungen eingeholt, diskutiert, Dokumente erstellt und korrigiert. Aber auch bezahlte Meinungen und als Fachinformationen getarnte Werbung werden heute über das Netz verbreitet. Leider werden die zu selten als das erkannt, was sie sind. So wird immer wieder Unsinn zitiert. Natürlich ist es weiterhin richtig, Zitate unverfälscht weiterzugeben. Oft wird darauf mit einem sic! in Klammern dahinter hingewiesen, sogar wenn das völlig unnötig ist. Wer Unsinn als solchen erkennt und den richtig stellen möchte, konnte bisher nicht auf ähnlich auffällige Weise darauf hinweisen. Aber das ist nun endlich anders. Statt sic! schreiben wir in so einem Fall 正名! Endlich können viele gebildete Leute auf richtiggestellte Bezeichnungen hinweisen, wie es zu Konfuzii Zeiten nur er selbst konnte. Alleine konnte er natürlich nicht viel bewirken. Aber jetzt sollte sich das endlich ändern. Das sogar endlich überall auf der Welt. Niemand sollte mehr mit der Verbreitung von Falschinformationen (wie es leider auch die zur Adminpedia verkommene Wikipedia immer wieder tut) davonkommen können. Statt Friedenseinsatz (sic!) schreibe man nun militärische Mission (正名!)! Statt günstiger Atomstrom (sic!) schreibe man nun hochsubventionierter (正名!) Atomstrom! Oder noch besser günstiger (sic!) ==  hochsubventionierter (正名!) Atomstrom! Allgemein schreibe man x (sic!) == u (正名!)! Zumindest sind inzwischen auch manche Unsinnverbreiter dazu übergegangen den hochsubventionierten Atomstrom als günstig zu bezeichnen, was das Gegenteil von teuer ist, anstatt als billig, was nur das Gegenteil von hochwertig wäre. Ein Widerspruch in sich wäre der Ausdruck „friedliche Nutzung der Atomenergie“. Da läßt sich auch nichts mehr korrigieren. Man kann da nur noch darauf hinweisen, daß alle Staaten, die Kernspaltung betreiben, Pläne für atomare Bewaffnung haben oder irgendwann hatten. Aus keinem anderem Grund würde sich jemals jemand mit so einer absurd riskanten Technologie abgeben. Atomphysiker schon gleich überhauptgarnicht.

Viele Dinge, die noch richtigzustellen wären, könnte ich noch aufzählen. Aber es gibt keinen Anlaß, das Rad (schon wieder) neu zu erfinden. Es gibt bereits viele Richtigstellungen im Netz zu finden, obwohl noch niemand durch das einfache und elegante, sowie weltmännische 正名! darauf hinweist. Zum Beispiel findet man Gegenüberstellungen vieler richtiger und dazugehörender falscher Begriffe, wenn man unter diesem Link nach Beiträgen von BaldurWeissenfels sucht, der im übrigen nichts mit dem Blök hier zu tun hat. Viele sollten falsche Begriffe auf ähnliche Weise durchschauen können. Aber noch viel zu wenige machen dann andere darauf aufmerksam. So kann das Volk immer weiter belogen und betrogen werden. Dabei ist die Abhilfe so einfach und erfordert nicht viel Aufwand. Macht einfach mit bei der 正名-Bewegung!

Der Blök Zhèng-Míng (正名) gibt Oriëntierung bei der Entwirrung der wichtigsten Begriffe, denn das ist sein eigentlicher Sinn und Zweck. Spätestens mit den Grundkenntnissen aus dem Blök Zhèng-Míng (正名) sollte man falsche Berichterstattung von richtiger und falsche Informationen von richtigen unterscheiden lernen können. Natürlich werden dafür noch einige Artikel mehr benötigt werden und es ist bedauerlich, daß hier nicht wirklich alle Begriffe erklärt werden können. Aber die Welt ist nunmal sehr komplex und sogar eine höchst unzuverlässige Enzyklopädie wie die Wikipedia hat tausende freiwilliger Mitarbeiter. Da muß sich ein kleiner, unbedeutender Blök auf die absolut notwendigsten Grundlagen beschränken. Eine Verbreitung der 正名-Bewegung durch das gesamte Netz könnte die Situation der gesamten Welt jedoch entscheidend verbessern. Kommt irgendwann mehr kein Politkasper mehr durch Lügengespinste zum Zuge, dann müßte Politik zwangsläufig für die Bürger gemacht werden, statt – wie bisher – immer nur gegen sie.

2010/09/20

Energiewende V


Auch den Wind könnte eigentlich jeder Hauseigentümer selbst als Energiequelle nutzen. Es gibt bereits viele Konstruktionen mit denen man das tun könnte und die genau zu dem Zweck verkauft werden. Allerdings sind deren Wirkungsgrade oft so gering, daß die Kosten in keinem vernünftigem Verhältnis mehr zum Nutzen stehen. Große Windkraftanlagen (WKA) laufen nur fünfundzwanzig Prozent ihrer Betriebszeit, machen laute Geräusche, werfen Schlagschatten, wegen dem sie von Kommune zu Kommune unterschiedlich weite Abstände zu Siedlungen einhalten müssen, und ab und zu fliegt auch mal ein Vogel dagegen. Das alles möchte man vermeiden, wenn man eine Anlage konstruiert, die auf ein Haus montiert werden soll, weil sie dann schließlich mitten in einer Wohngegend stehen würde. Daher sind solche kleinen Anlagen noch uneffektiver konstruiert als große. Trotzdem gibt es schon ein paar gute Lösungen. Aber die zur Zeit vielversprechendste, eigentlich für große WKA gedachte wird an der Technischen Universität Delft entwickelt und man könnte sie bereits heute im einsetzen, es fehlt nur an der Initiative das zu tun.

Die Methode, die an der Technischen Universität Delft erprobt wird, verwendet statt herkömmlicher Windräder einen Lenkdrachen, der immer in den Wind gelenkt wird. Dort wird er durch den Wind weggedrückt und überträgt die Kraft des Windes auf die Winde, von der er gehalten wird. So kann die Technische Universität Delft bereits genug Energie aus dem Wind beziehen, um zehn Wohnhäuser mit Energie zu versorgen. Dafür ist nicht mehr als ein Drache von zehn Quadratmetern Fläche in einer Höhe von achthundert Metern erforderlich. Das kann man als privater Haushalt natürlich nicht machen, weil man den Luftraum nur bis in einer Höhe von hundert Metern frei nutzen darf. Aber ein privater Haushalt wird eher nur einen einzigen Haushalt mit Energie versorgen und nicht zehn. Dazu kann er noch andere Energiequellen nutzen. Die Methode mit dem Drachen soll siebzig Prozent der Zeit Energie liefern. Die Technik könnte also schon jetzt viele Haushalte mit einem großen Teil ihrer benötigten Energie aus einer frei verfügbaren Quelle versorgen!

Vom gleichen Erfinder stammt auch noch die Idee, das man Schiffsschrauben verwenden könnte, um elektrische Energie aus Wind zu generieren. Dazu stattet man ein Schiff sowohl mit einem Elektromotor als auch mit Segeln aus. Solange genug Wind weht, wird das Schiff gesegelt. Gleichzeitig während sich das Schiff bewegt wird die Schiffsschraube durch den Wasserwiderstand gedreht und der Elektromotor funktioniert als Generator mit dem die Schiffsbatterien aufgeladen werden. Weht nicht genug Wind oder fährt man in einen Hafen, in dem es nicht erlaubt ist zu segeln (das sind die meisten, denn in Wirklichkeit ist niemand daran interessiert, Energie oder fossile Energieträger einzusparen), dann treibt man das Schiff mit dem Elektromotor an. Ein Elektromotor ist natürlich nicht der genialste aller Antriebe, aber man kann den immerhin als Generator verwenden. Wenn man das auf einem Segelschiff macht, dann hat man damit nur das Prinzip bisheriger Windkraftanlagen kopiert. Trotzdem kenne ich kein Schiff, das das so bekannte Prinzip bereits benutzt.

Was ist eigentlich Regiogeld?


Die Notwendigkeit andere Zahlungsmittel als die gesetzlichen zu verwenden, spricht sich unter immer mehr Bürgern herum. Daher suchen an vielen Orten bereits Initiativen nach alternativen Zahlungsmitteln. Vor allem Bürger, die nicht genug gesetzliches Zahlungsmittel erlangen konnten und dennoch Zahlungen tätigen müssen, brauchen offensichtlich andere Zahlungsmittel. Deswegen haben Bürger Vereine gegründet, die eigene Zahlungsmittel produzieren und ihren Vereinsmitgliedern zur Verfügung stellen. Das Prinzip hat sich bereits in der Geschichte, insbesondere der deutschen und österreichischen, als erfolgreich erwiesen. Dadurch fühlten sich jedoch politische Fraktionen, die es – nett ausgedrückt – mit ihrem Volk nicht gut meinten, in ihrer Macht bedroht. Deswegen setzten sie Gesetze dagegen durch. Obwohl solche am Anfang der Naziherrschaft standen, sind sie immernoch in Kraft, so verbietet zum Beispiel das Bundesbankgesetz die Herstellung und Herausgabe von allem, was als Notgeld dienen könnte, also genau alles, was als Ersatz für tatsächlich fehlendes Geld dienen könnte.

Das Problem könnte leicht durch einsichtige Politiker gelöst werden, aber weil einsichtige Politiker seltener sind als lebende Einhörner besteht darauf keinerlei Aussicht. Darum braucht es andere Lösungen und eine solche wurde in Japan gefunden. Juristen unterteilen das Recht verschiedener Staaten in Rechtsfamilien. Das japanische Recht gehört der germanischen Rechtfamilie an. Das bedeutet im wesentlichen, daß die meisten japanischen Gesetze von den deutschen abgeschrieben wurden. Deswegen funktioniert die japanische Lösung auch nach deutschem Recht und seinen weiteren Verwandten. In der germanischen Rechtfamilie ist Geld nur dann solches, wenn es von jederman ohne örtliche oder zeitliche Beschränkung als Zahlungsmittel verwendet werden kann. Daher wurden alternative Zahlungsmittel in ihrer Gültigkeit auf Regionen und auf Vereinsmitglieder beschränkt. Solche Zahlungsmittel heißen Regiogelder. Aus rechtlicher Sicht sind Regiogelder kein Geld und deswegen legal.

Weil der Gültigkeitsbereich eines Regiogeldes beschränkt ist, sind Regiogelder oft nicht sehr bekannt und werden nur von wenigen Händlern akzeptiert. Deswegen versuchen die Herausgeber ihre Regiogelder mit anderen Vorteilen auszustatten, um die Akzeptanz zu erhöhen. Dazu zählt die sogenannte Regionalförderung. Es werden extra Gebühren für die Verwendung des Regiogeldes erhoben und mit denen werden Hilfen für andere Vereine in der Region bezahlt. Das führt natürlich in erster Linie zu einer Verteuerung der Verwendung des Regionalgeldes und damit eher zu einer noch weiteren Verringerung der Akzeptanz. Deswegen wird am häufigsten der Versuch unternommen, ein Regiogeld kursmäßig an das gesetzliche Zahlungsmittel zu koppeln. So wird zum Beispiel der Chiemgauer (das bekannteste unter den Regiogeldern) erworben, indem man dafür Euro hinblättert. Zusätzlich werden noch Gebühren fällig zur Förderung einer Region, an der Leute aus anderen Regionen nicht besonders interessiert sein brauchen. Um Chiemgauer und ähnliche Regiogelder zu bekommen, muß man also erstmal Euro zur Verfügung haben. Daraus folgt, daß so ein Regiogeld den Zweck ein nichtvorhandenes Zahlungsmittel zu ersetzen nicht erfüllen kann. Aus dem Grund bezeichnet man Regiogelder wie den Chiemgauer als verkleidete Euro. Sie zu verwenden bedeutet, daß man für die Kostümierung des Euro bezahlt. Daher ist es eher merkwürdig, daß so konstruierte Regiogelder überhaupt Akzeptanten finden. Das ist lediglich auf die Vermarktungsarbeit ihrer Herausgeber zurückzuführen, nicht darauf, daß sie irgendwelche Vorteile hätten.

Das heißt jedoch nicht, daß Regiogelder grundsätzlich ungeeignet wären fehlende Zahlungsmittel zu ersetzen. Sie müssen nur unabhängig von jeglichem gesetzlichen Zahlungsmittel in Umlauf gebracht werden und – um der sofortigen und völligen Entwertung vorzubeugen – auch wieder dem Umlauf entzogen werden. Aber die Frage wie man das macht, hat nichts damit zu tun, ob ein Zahlungsmittel nur regional eingesetzt wird oder nicht.

Entalphabetisierung VII


Schweizer Beamte sollen statt Vater oder Mutter jetzt das Elter sagen. Das ist fast keiner Erwähnung wert, weil man einerseits Vieles soll, das man nicht tut, und andererseits Beamtensprech sowieso kaum von deutschen Muttersprachlern verstanden wird, obwohl er genauso gut als Bereicherung der deutschen Sprache wahrgenommen werden könnte. Dafür müßte man jedoch die Möglichkeiten der eigenen Muttersprache kennen oder, besser noch, verstehen. Das scheint kaum noch irgendwo der Fall zu sein, weil die Entalphabetisierung unserer Gesellschaft voranschreitet. Sogar auf einem bekannten Forum, auf dem sich eher gebildete Leute tummeln und das sogar ein Anlaufpunkt für viele Recherchen (auch der der Hauptstrommedien) ist, zeugen die Reaktionen auf die neue Sprachregelung von tiefstem Unverständnis. Viel unverständlicher als die neue Sprachregelung sollte jedoch die verbreitete Reaktion darauf sein. Nicht nur erfinden Beamte ohnehin ständig neue Sprachregelungen, sondern gerade das Wort Elter ist keineswegs neu. Biologen benutzen es seit Jahrhunderten mit der allergrößten Selbstverständlichkeit. Warum auch nicht? „Die Eltern“ war schon immer nur der Plural von „das Elter“. Daran ist nichts merkwürdig oder bedenklich. Merkwürdig und sehr bedenklich ist dagegen, daß das heute nicht mehr ohne Erklärung allgemeinverständlich ist.

Über die Frage der Mondlandung


Irgendwie bin ich bei dem Aufruf Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen, zu benutzen und für sie zu werben auf das Thema der Mondlandung gekommen; sozusagen aus Versehen. Nun ist es ja so, daß manche Menschen bezweifeln, ob es sich bei der Mondlandung um eine Tatsache handelt. Insbesondere viele Nordamerikaner glauben, daß durch das Mondlandungsprojekt nur vertuscht werden soll, daß ihre Steuergelder anderweitig verschleudert wurden. Die Regierung der Vereinigten Staaten Nordamerikas ist ihren Steuerzahlern nämlich Rechenschaft darüber schuldig, was mit den Steuergeldern geschieht. Das ist ein Zustand, der in Europ sowieso undenkbar ist. Deswegen stehen die meisten Europäer der Mondlandung unkritischer gegenüber und glauben ohne Weiteres, daß sie eine Tatsache ist. Sowohl die eine wie auch die andere Seite versucht wissenschaftliche Argumente ins Feld zu führen, warum entweder alles so sein muß oder einiges nicht so sein kann wie auf den wenigen Filmaufnahmen der Mondlandung zu sehen. Eine zuverlässige Entscheidung zwischen beiden Seiten können wohl nur diejenigen treffen, die bereits selbst auf dem Mond waren. Aber gerade das ist ja umstritten.

Offiziëll waren Menschen nicht nur einmal, sondern sogar schon mehrmals auf dem Mond. Die Astronauten der NASA waren mehrmals auf dem Mond und dazu kommen noch die Expeditionen der Russen. Letztere werden merkwürdigerweise kaum angezweifelt. Daher möchte ich euch die Theorie eines Freundes meines Verfassers über die Mondlandung vorstellen. Der geht davon aus, daß die erste Mondlandung tatsächlich gefälscht war, aber weniger um den Steuerzahler zu hintergehen, sondern mehr um die Russen zu ärgern. Spätestens als auch die Russen eine Mondlandung planten, mußten die Nordamerikaner dann tatsächlich das dafür erforderliche Geld in die Hand nehmen und Menschen zum Mond schicken. Es gab laut der Theorie also sowohl echte als auch gefälschte Mondlandungen. So konnte man einerseits Beweise sammeln, andererseits sowohl Geld einsparen als auch schnelleren Fortschritt in der Weltraumfahrt vortäuschen. Schließlich brauchte die NASA spätestens dann Beweise als die Russen ein Täuschungsmanöver hätten auffliegen lassen können.

Während des Kalten Krieges hätten die Russen auf so ein Medienereignis bestimmt nicht verzichtet! Aber noch etwas war anders als heute. Der weitere Unterschied liefert eine noch wahrscheinlichere Erklärung, woher die Theorie über die gefälschte Mondlandung stammt. Heute ist die NASA nicht in der Lage bis zum Mond zu fliegen! Während des Kalten Krieges mag sie das gekonnt haben, aber heute kann sie es nicht mehr. Das wirklich Peinliche daran ist, daß das nicht an finanziëllen Fragen scheitert! Jedenfalls nicht nur. Die NASA wäre heute auch technisch nicht dazu in der Lage, Menschen auf den Mond zu bringen! Das soll jedoch keineswegs heißen, daß sie es nie gekonnt hätte! Schließlich ist Degeneration in jeder Hinsicht das bestimmende Merkmal unserer Zeit. Es liegt ganz einfach daran, daß alle technischen Unterlagen für die Mondlandungsprogramme digital gespeichert wurden. Heute können sie nicht mehr gelesen werden! Die NASA leidet unter digitaler Demenz! Das wird auch digitaler Alzheimer genannt. Es gibt einfach kein einziges Lesegerät, daß heute die damals gespeicherten Daten in lesbarer Form präsentieren könnte. Da die NASA nicht weiß wie es damals ging, kann sie es auch nicht erklären und schon garnicht nochmals durchführen. So entstand bei manchen Leuten der Eindruck, daß die NASA nie hätte Menschen auf den Mond bringen können, obwohl sie es nur inzwischen nicht mehr kann, aufgrund ihrer digitalen Demenz. Daten nur digital zu speichern ist eine ganz große Dummheit!

2010/09/18

An Stelle eines Spendenaufrufes


Viele Netzseitenbetreiber stecken eine Menge Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten. Zugegebenermaßen gibt es noch mehr Netzseitenbetreiber, die das nicht tun. Trotzdem profitieren vor allem Letztere vom Netz. Viele Netznutzer möchten keine Werbung sehen, vor allem nicht auf den Netzseiten, die sie gut finden. Das ist etwas schizophren, denn für Werbung gibt es keinen besseren Platz. Diejenigen, die sich keine Mühe mit ihren Netzseiten geben, stört das nicht. So eine Netzseite schaut man sich ohnehin nicht oft an. Aber Netzseitenbetreiber, die viel Zeit und Arbeit in ihre Netzseiten investiert haben, möchten ihre Leser gerne behalten. Darum versuchen wir den Wunsch nach möglichst wenig Werbung zu respektieren. Nur hat das den Haken, daß die investierte Zeit und Arbeit nicht anderweitig in profitabler Weise verwendet werden kann. Muß es unbedingt mit Verlusten verbunden sein, wenn man eine gute Netzseite gestalten will? Ich bin jedenfalls anderer Meinung. Darum sind auf Zhèng-Míng bereits einige Spendenaufrufe zu finden. Angeblich ist das eine Alternative, die leichter akzeptiert wird. Spenden wird gerade wieder gesellschaftsfähig. Jedoch stimmt das meiner Erfahrung nach nicht. Es wird lediglich mehr für Spenden geworben und zwar, weil sie spärlicher fließen. Meinen Spendenaufrufen wurde bisher jedenfalls keine Folge geleistet. Soll ich also in Zukunft doch Werbung zeigen? Vielleicht die ganze Netzseite damit ausstaffieren? Wäre das doch besser? Andererseits kann ich auch verstehen, daß kaum gespendet wird. Nicht nur werben sehr viele mehr oder weniger seriöse (== Geld in den Kanälen der Bürokratie verschwinden lassende) Organisationen um Spendengeld, sondern es ist kaum welches vorhanden, das gespendet werden könnte. Schließlich leben wir oder zumindest die meisten Leute mit einer heftigen Deflation (das ist, wenn man nicht genug Geld hat). Das ist auch mein Problem. Wenn man einerseits nicht spendet und andererseits die bewährte Alternative Werbung nicht haben will, dann ist das schon schizophren und vor allem für manche Angebote und deren Ersteller existenzgefährdend. Darum sollte ich mich mit Werbung eindecken. Aber ich will euch zuvor noch eine andere Chance geben.

Nach jedem Spendenaufruf stellen sich die Angesprochenen nicht nur die Frage „Soll ich spenden?“, sondern auch die Fragen „Warum ausgerechnet dafür spenden?“ und „Wenn ich schon spende, wofür wäre es dann am besten?“. Das sind sehr wichtige, ernstzunehmende Fragen. Die meisten Spendenaufrufe beantworten sie nicht. Solchen Spendenaufrufen sollte man niemals folgen! Ebenfalls sollte man niemals (!) Spendenaufrufen folgen, die einen irgendwie (moralisch oder emotional) unter Druck zu setzen versuchen. Meine sollten da besser sein. Falls ich das nicht geschafft habe, dann tut es mir leid. Jedoch hoffe ich, daß es andere Gründe dafür gibt, warum mir nichts gespendet wird. Vielleicht ist die Tätigkeit des Schreibens ja wirklich nichts wert. Dann ist es allerdings sehr seltsam, daß manche Menschen davon recht gut leben können. Ebenso ist es dann seltsam, daß für Musikdateien oder Bilddateien oder Videodateien Geld bezahlt wird. Schließlich sind die durch das Netz genauso leicht zu verbreiten wie Texte. Allerdings ist Geld niemals das Hauptmotiv eines guten Autors. Ein guter Autor will Ideen verbreiten, um etwas in Gang zu bringen. Niemals wären Menschen auf dem Mond gelandet (sie sind), hätte Jules Verne nicht lange zuvor über so eine Reise geschrieben! Nur habe ich, ehrlich gesagt, nicht so viel Geduld. Ich will nicht so lange warten bis meine Artikel irgendetwas bewirken! Ich will, daß viel mehr Menschen als heute ein Einkommen haben werden! Ich will euch nicht ärmer machen mit meinen Spendenaufrufen. Ich will, daß es auf der ganzen Welt mehr Wohlstand gibt und ihr davon profitiert. Aber dafür braucht es nunmal ein paar Vorleistungen, sonst läßt sich nichts verwirklichen.

Vielleicht ist schreiben trotzdem nichts wert. Vielleicht ist kein Geld da, um etwas vorzufinanzieren. Vielleicht ist kein Geld da, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Vielleicht ist kein Geld da, das für irgendetwas gespendet werden könnte. Vielleicht willst du trotzdem etwas tun und weißt nur nicht wie. Vielleicht wäre es dir lieber konkret Menschenleben zu retten, statt nur Autoren beim schreiben zu unterstützen. Wie kann man konkret Hilfe leisten? Wer Menschenleben retten will, sollte Meerwasserentsalzungsanlagen bauen. Baut Meerwasserentsalzungsanlagen! Beteiligt euch an solchen Bauprojekten! Initiiert solche Bauprojekte! Organisiert solche Bauprojekte! Beseitigt Hindernisse für solche Meerwasserentsalzungsanlagen! (Das ist übrigens ein klickbarer Link für mehr Erklärungen.) Berichtet dann über den Bau der Meerwasserentsalzungsanlagen. Macht Werbung dafür! Erfahrungsberichte über den erfolgreichen Bau neuer Meerwasserentsalzungsanlagen dürft ihr gerne über die Kommentarfunktion schreiben. Das sind schließlich sinnvolle, weltverbessernde Projekte, für die ich stehe. Siebzig Prozent des weltweiten Trinkwasserverbrauches geht für die Landwirtschaft drauf. Mit Meerwasserentsalzungsanlagen rettet ihr Menschen vor dem Verhungern und zwar sehr viele Menschen! Weil dann Trinkwasser aus anderen Quellen vermehrt für andere Zwecke zur Verfügung steht, dämmt ihr damit auch massiv Krankheiten ein! Wie könntest du das nicht unterstützen wollen? Oft dient humanitäre Hilfe nur dazu, den Zustand aufrecht zu erhalten, daß andere Menschen auf Hilfe angewiesen bleiben. Dagegen hilft jedoch ein Trick aus der alten Fernsehserie „Kung Fu“ mit David Carradine. Der von David Carradine gespielte Mönch wurde da einmal gefragt, was er für seine Hilfe verlange und der antwortete „ich will, daß du zehn anderen Menschen hilfst“. Ihr rettet Menschen, wenn ihr Meerwasserentsalzungsanlagen baut oder euch auch nur daran beteiligt. Verlangt von den geretteten Menschen, daß sie beim Bau weiterer Meerwasserentsalzungsanlagen helfen, damit noch mehr Menschen gerettet werden. So werden Hunger, Durst und Krankheiten von der Welt verschwinden. Börsenspekulationen mit Nahrung werden unrentabel. Es wird genug Ackerland geben, um alle Erdölprodukte durch Pflanzenprodukte (Treibstoffe, Fasern, Farben und so weiter) zu ersetzen. Was könnte man noch mehr wollen?

P(ost)S(criptum): Der Typ Meerwasserentsalzungsanlage, der auf der verlinkten Netzseite erklärt wird, wurde noch nie erprobt. Der Bau eines Prototypen und dessen Erprobung wäre eine ganz willkommene Form der Unterstützung. Gebt Erfahrungsberichte dazu hier im Kommentarfeld ab.

2010/09/12

Energiewende IV


Außer der bereits ausführlich besprochenen Nutzung der Solarenergie kann man noch ein paar weitere Energiearten auf ähnlich leichte Weise nutzen. So ist die gesamte europäische Aluminiumindustrie bereits vor langer Zeit nach Island gezogen, weil die Aluminiumherstellung energieintensiv ist und die Unternehmen in Island lediglich Turbinen auf den aus dem Boden schießenden heißen Dampf stellen brauchen, um die geothermische Energie zu nutzen. Die Methode lohnt sich jedoch nur an Orten, an denen die geothermische Energie freiwillig aus dem Boden kommt.

Für andere Standorte bleiben also lediglich Wellen, Wasser, Wind und Gezeiten übrig. Da sich die Kraft der Wellen und die der Gezeiten wiederum nur an Standorten im Meer nutzen läßt, bleiben die wieder größeren Investoren vorbehalten. Aber kleine Windkraftwerke und kleinste Wasserkraftwerke sollten wir uns mal genauer ansehen. Wasserkraftwerke ziehen Energie aus abwärts fließendem Wasser. Moderne Wasserkraftwerke sind bereits in der Lage einen Höhenunterschied von lediglich einem Meter auszunutzen. Während eurer nächsten Pause von der Bildschirmarbeit seht ihr euch mal die Regenrinne an eurem Hausdach an, vor allem wie hoch die hängt. Das ist bestimmt mehr als ein Meter! Ja, jedesmal wenn es regnet fällt Energie vom Himmel und euch direkt aufs Dach! Es dürfte kein großes Problem sein, die auszunutzen, zum Beispiel durch eine kleine Turbine im Ablauf der Regenrinne. Es stimmt einfach nicht, daß man keine regenerative Energie zur Verfügung hätte während die Sonne nicht scheint! Ihr verwendet sie nur nicht, sondern verzichtet ersatzlos darauf. Aber das solltet ihr leicht ändern können!

Für Wind gilt ähnliches, aber ich will euch zunächst mal an euren Dachrinnen herummontieren lassen, daher besprechen wir die Windenergie ein anderes Mal.

Gefahren der Gentechnik III


Im nordamerikanischen Staat North Dakota gab es eine genetische Untersuchung wildwachsender Rapspflanzen. Dabei wurde festgestellt, daß bereits sechsundachtzig Prozent der wildwachsenden Rapspflanzen, die angeblich nicht durch kommerziël angebaute genveränderte Pflanzen beeinträchtigt werden, selbst genetische Veränderungen aufwiesen. Untersucht wurden sie auf die Resistenzgene gegen Pestizide, die in kommerziëll angebaute genetisch veränderte Pflanzen eingebaut werden, damit gewisse Unternehmen mehr Pestizide verkaufen können, die dann umso höher dosiert und schonungsloser eingesetzt werden können. Möglicherweise hat es sogar noch weitere genetische Veränderungen der wildwachsenden Pflanzen gegeben, aber auf andere genetische Veränderungen wurden sie nicht untersucht. Das untersuchte Gen lag manchmal doppelt vor. Daraus folgt, daß es sich nicht um die gleiche Sorte Pflanzen handelte, die auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen angebaut wurden. Es hat also niemand zusätzliche Flächen zum Anbau genutzt, die ihm nicht gehörten, sondern es handelt sich tatsächlich um wilde Pflanzen, die das veränderte Gen auf andere Weise als die kommerziëll angebauten erworben haben müssen. Die Verdoppelung der fraglichen Gene weist darauf hin, daß sie nicht in direkter Linie vererbt wurden, sondern daß ein intensiver genetischer Umbau stattgefunden haben muß. Darum wäre es angebracht solche Pflanzen auf weitere genetische Veränderungen zu untersuchen.

Evolution VII


Beim Menschen wie auch bei allen anderen Säugetieren bestimmen die Geschlechts'chromosomen darüber, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich wird. Es gibt zwei Geschlechts'chromosomen bei Säugetieren, X und Y genannt. Das Y-Chromosom wird ausschließlich von Vater zu Sohn vererbt. Jedes Individuum erbt ein X-Chromosom von der Mutter und vom Vater entweder ein Y-Chromosom oder ein X-Chromosom. Ein Individuum mit zwei ererbten X-Chromosomen wird weiblich und ein Individuum mit einem X-Chromosom und einem Y-Chromosom wird männlich. Eigentlich hätte euch das längst von der Schule her bekannt sein sollen. Aber aus den Tatsachen, an die ich euch hier bisher erinnert habe, ergeben sich noch einige Schlußfolgerungen, mit denen Biologen und Mediziner bestens vertraut sind. Es wird Zeit, daß ihr ebenfalls davon erfahrt.

Weil Männer nur ein einziges X-Chromosom haben, können darauf keine Gene liegen, von denen man zwei braucht, um gesund oder auch nur lebensfähig zu sein. Solche Gene liegen nicht auf den Geschlechts'chromosomen, sondern auf den Autosomen, wobei es sich um alle übrigen Chromosomen handelt. Daraus folgt, daß auch eine Frau eigentlich nur ein X-Chromosom braucht. Weil sie aber trotzdem zwei davon hat, wird eines davon nicht benutzt, sondern platzsparend so dicht zusammengepackt, daß man es in manchen Zellen unter einem Lichtmikroskop als sogenanntes Barr-Körperchen sehen kann, daß innerhalb des Zellkernes liegt. Ob es sich dabei um das vom Vater oder von der Mutter ererbte X-Chromosom handelt, ist normalerweise egal. Darum entscheidet sich jede Zelle zufällig für eines der beiden. Darum ist statistisch gesehen in jeder Frau in der Hälfte ihrer Zellen das von der Mutter ererbte und in der anderen Hälfte ihrer Zellen das vom Vater ererbte X-Chromosom aktiv. Ab hier beginnen die wirklich interessanten Schlußfolgerungen. Nehmen wir an, daß auf einem der beiden X-Chromosomen ein Gen defekt ist. Das ist nichts anderes als eine Erbkrankheit, die über das X-Chromosom vererbt wird. In dem Fall ist das defekte Gen jedoch in der Hälfte aller Zellen einer Frau nicht aktiv, sondern durch das intakte Gen aus dem anderen X-Chromosom ersetzt. Sollten die Zellen mit dem defekten Gen nicht lebensfähig sein, dann werden sie sogar zwangsläufig durch andere Zellen ersetzt, in denen das intakte Gen aktiv ist. Daraus folgt, daß die Erbkrankheit bei der betroffenen Frau schwach bis garnicht ausgeprägt ist. Sie wird nicht darunter leiden. Aber sie kann die Erbkrankheit weitervererben und zwar statistisch gesehen in der Hälfte der Fälle (nicht die Hälfte der Fälle der betroffenen Frauen, sondern jeweils die Hälfte ihrer Kinder), weil sie entweder das X-Chromosom ihres Vaters oder das ihrer Mutter weitergibt. Gibt sie die Erbkrankheit jedoch an eine Tochter weiter, dann wird die ebenfalls nicht an der Erbkrankheit leiden und sie wiederum nur an die Hälfte ihrer Kinder weitergeben. Dadurch sterben Erbkrankheiten, die über das X-Chromosom und die mütterliche Linie weitervererbt werden, allmählich aus. Das gilt besonders in Gesellschaften mit kinderarmen Familien.

Andererseits könnte ein defektes X-Chromosom und die damit verbundene Erbkrankheit jedoch auch über die väterliche Linie weitervererbt werden. In dem Fall bleiben die männlichen Nachkommen davon verschont, weil sie von der väterlichen Seite nur ein Y-Chromosom, aber kein X-Chromosom erhalten. An dem Punkt kommen wir zur wichtigsten Schlußfolgerung. Liegt bei einem Paar mit Kinderwunsch eine X-chromosomal vererbte Krankheit vor, dann sollte man sich gut überlegen, welches Geschlecht das Kind haben soll und es wäre gerechtfertigt darauf Einfluß zu nehmen. Lediglich ein Kind, das männlich wäre und das defekte X-Chromosom von der mütterlichen Seite erbte, wäre voll von der Erbkrankheit betroffen. Problematisch wird es nur, falls beide Eltern defekte X-Chromosomen aufweisen. Dann war die Partnerwahl aus evolutiver Sicht suboptimal.

Die Natur weiß natürlich schon viel länger als wir, daß sich Erbkrankheiten auf diese Weise zum verschwinden bringen lassen und daß das nur bei der X-chromosomalen Vererbung funktioniert. Daraus hat sie Konsequenzen gezogen und ein weiteres Resultat der Evolution ist das, daß besonders wichtige Gene, sofern man nicht jeweils zwei davon braucht, auf dem X-Chromosom untergebracht wurden. Daraus wiederum folgt, daß männliche Kinder, die defekte X-Chromosomen erben, oft sehr früh sterben oder noch öfter noch vor ihrer Geburt. Falls sie nach ihrer Geburt noch leben, dann sind sie oft geistig behindert, denn auf dem X-Chromosom liegen viele für die Entwicklung des zentralen Nervensystemes maßgeblichen Gene (und das hat überhauptgarnichts mit Intelligenz zu tun, obwohl das häufig zu genau dem Fehlschluß führt). Das verstärkt noch den Effekt, daß sich defekte Gene aus dem Erbgang eliminieren lassen, indem sie auf dem X-Chromosom untergebracht werden. Das wiederum verstärkt die Tendenz der Evolution, besonders wichtige Gene auf dem X-Chromosom unterzubringen. Wo immer die Natur es einrichten konnte, sind Frauen kaum von Erbkrankheiten betroffen und werden betroffene Männer wegselektioniert. So wie es die von der Natur vorgesehene Aufgabe der Frauen ist, Kinder zu gebären und zu säugen, ist es die eigentliche, von der Natur vorgesehene Aufgabe der Männer für intakte Gene zu sorgen, indem sie den Selektionsdruck aushalten und gegebenfalls rechtzeitig sterben (vielleicht daher der männliche Hang zu kriegerischen oder anderweitig gefährlichen Berufen?), bevor sie in die Versuchung kommen defekte Gene weiterzugeben. Tatsächlich ist es so, daß die meisten Totgeburten und vorherigen Abgänge (bemerkte und unbemerkte) männlichen Geschlechtes sind. In Gegenden mit schlechter medizinischer Versorgung und deswegen hoher Kindersterblichkeit sind die meisten toten Kinder ebenfalls männlich.

Daraus ergibt sich auch noch die Schlußfolgerung, daß eine bessere medizinische Versorgung einerseits hauptsächlich den männlichen Kindern zugute kommt und andererseits zur Erhaltung der schrecklichsten Erbkrankheiten beiträgt. Bei einer naturbelassenen Kindersterblichkeitsrate erreichen viel mehr weibliche als männliche Individuën die Geschlechtsreife. Bei Naturvölkern wurden Raten bis zu zwanzig zu eins (jedoch nur wo es gleichzeitig Tropenkrankheiten gab) beobachtet, aber so unbeeinflußte Naturvölker gibt es heute nicht mehr. Weil so ein Verhältnis trotzdem das ist, an das Menschen viel besser als an heutige Verhältnisse angepaßt sind, erklärt sich daraus die Wertschätzung, die männlicher Nachwuchs in vielen Kulturen erfährt, die Bedeutung des männlichen Nachwuchses in den hinduistischen und in der konfuzianischen Religion, indirekt auch die vielerorts praktizierte Abtreibung weiblichen Nachwuchses und die islamische Regel, daß ein Ehemann vier Ehefrauen haben kann. Die Natur erreichte so ein Geschlechterverhältnis sogar nur, indem sie für eine viel größere Wahrscheinlichkeit sorgte, männlichen Nachwuchs zu zeugen als weiblichen. Auch heute braucht es eigentlich nicht mehr Männer, um für gesunde Gene zu sorgen. Aber sogenannter medizinischer Fortschritt sorgt für mehr Männer. Die Natur versucht gegenzusteuern, aber sie ist nicht schnell genug. Sie konnte in Deutschland das Geschlechterverhältnis bei Geburten seit dem zweiten Weltkrieg lediglich von hundertundsieben männlichen zu hundert weiblichen auf hundertundfünf männliche zu hundert weiblichen ändern. Dadurch gibt es sogar einen Männerüberschuß (bis zu den Altersstufen, in denen dann die längere Lebensdauer der Frauen zum tragen kommt, aber das spielt für die Reproduktion keine Rolle). Den gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen industrialisierten Ländern. In Gegenden, in denen geschlechtsspezifische Abtreibung praktiziert wird, gibt es bis zu hundertdreißig männliche Geburten auf hundert weibliche. Dadurch und durch (zu einem früheren Zeitpunkt der Weltgeschichte mal notwendigen) polygamen Kulturen kommt es zu einem starkem Frauenmangel, der durch Migrationsbewegungen langsam über den Erdball verteilt wird. Einen so starken Frauenmangel gab es noch nie während der gesamten Weltgeschichte. Die Menschheit ist daran nicht angepaßt. Das ist nicht nur ein Problem der zu kurz gekommenen Männer oder der abgetriebenen Mädchen. Das ist ein Problem, das wirklich alle angeht, weil um Frauen schon oft Kriege geführt wurden. Schon einer der frühesten und berühmtesten Kriege der Geschichte, der Trojanische Krieg, soll um eine Frau geführt worden sein! Etwas gegen die geschlechtsspezifische Abtreibung zu unternehmen sei daher als Minimum aller friedenssichernden Maßnahmen wärmstens empfohlen.

Gesetzliche Zahlungsmittel


Da das Fronsystem, wie bereits erklärt, Nachteile hat, die kein moderner Staat noch in Kauf nehmen will, haben sich moderne Staaten stattdessen ein Steuersystem geschaffen. Jedoch wurde dabei ein großer Fehler gemacht. Das mag aus Dummheit, die in Staatsführungen besonders verbreitet ist, oder aus Absicht geschehen sein, es mag übersehen worden sein oder bestimmten Interessengruppen dienen. Das läßt sich nicht mehr eindeutig feststellen und ist heute nicht mehr besonders relevant. Relevant ist dagegen, was der Fehler für uns bedeutet und wie man mit den Folgen fertigwerden kann.

Es wurden nicht nur Steuern eingeführt, sondern auch deren Höhe, Abgabetermine und Zahlungsform festgelegt. Das sind natürlich notwendige Angaben für den Bürger, damit der weiß, was er seinem Staat schuldet. Staaten legten fest, daß die Steuern in einer bestimmten Währung abzuführen sind. Die Währung, in der die Steuern zu entrichten sind, heißt gesetzliches Zahlungsmittel. Im antiken Ägypten wurden alle Zahlungen in Weizen berechnet. Über fast den gesamten Zeitraum der japanischen Geschichte wurden alle Zahlungen in Reis berechnet. So weit ist das noch unproblematisch. Getreide ist lebenswichtig und vor allem wurde es von den Bauern produziert. Aber Regierungen, die den Bezug zur Landwirtschaft, zur Natur und allgemein zur Gesellschaft verloren hatten, legten fest, daß Getreide nicht als gesetzliches Zahlungsmittel dienen solle. Stattdessen beschlossen solche Regierungen, daß das gesetzliche Zahlungsmittel eines sein sollte, das von einem Staatsorgan, der Zentralbank, hergestellt werden sollte. Die Zentralbank erhielt sogar ein Monopol darauf.

Damit erschufen unfähige Regierungen das Problem, daß sie von ihren Bürgern verlangten, ein gesetzliches Zahlungsmittel zu besitzen, das die weder herstellen noch in der Natur finden konnten. Die Bürger könnten ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, aber die Fron war endlich abgeschafft. Die Bürger hätten Bauern bleiben und Getreide anbauen können, aber die Regierungen wollten es nicht haben. Die Regierungen wollten und wollen nur noch etwas haben, das sie selbst durch ein anderes Staatsorgan herstellen lassen. Aber seltsamerweise wollen sie es von Bürgern haben, die weder die Möglichkeit noch das Recht dazu haben, das verlangte gesetzliche Zahlungsmittel herzustellen. Damit so ein System trotzdem funktionieren kann, muß es einen Mechanismus geben, durch den der Staat das gesetzliche Zahlungsmittel, also die Währung, die gesetzlich als Zahlungsmittel vor allem der Steuern, festgelegt ist, unter seine Bürger verteilt, damit die das in Form der Steuern wieder zurückgeben können.

So einen Mechanismus gibt es jedoch nicht. Es wäre schließlich schwachsinnig etwas (gesetzliches Zahlungsmittel durch die Zentralbank) nur zu dem Zweck zu produzieren, um es jemand anderem (dem Bürger) zu geben, damit der das wieder (in Form der Steuern) zurückgibt. Was hätte das für einen Sinn? Stattdessen läßt der Staat sein gesetzliches Zahlungsmittel produzieren, verlangt von seinen Bürgern solches abzuführen, aber dazwischen bleibt es den Bürgern selbst überlassen wie sie an das gesetzliche Zahlungsmittel herankommen. Manche versuchen es mit Kreativität, andere mit Kriminalität, jedoch sind beides nur Umschreibungen dafür, daß man andere Menschen benutzt, um an das gesetzliche Zahlungsmittel heranzukommen. Nur ein kleiner Teil des Volkes bekommt das gesetzliche Zahlungsmittel, indem es Unternehmen bildet, die für den Staat arbeiten und die Aufgaben erledigen, die früher durch die Fron erledigt wurden. Das ist der Grund dafür, daß am Anfang eines jeden großen Vermögens notwendigerweise ein großes Verbrechen stehen muß. Das System ist eine wirklich dumme Konstruktion!

Es wäre daher viel besser für alle Zahlungsvorgänge, die nichts mit der Steuerentrichtung zu tun haben, ein anderes Zahlungsmittel zu verwenden als das gesetzliche. Vom gesetzlichen Zahlungsmittel würde man schließlich so viel an den Staat zurückgeben wie man vom Staat erhält. Allerdings würde Letzteres nichts weiter bewirken als erneut und endlich sehr deutlich zu demonstrieren, daß ein gesetzliches Zahlungsmittel, das niemand außer den Staatsorganen herstellen darf, maximal unsinnig ist. So ein gesetzliches Zahlungsmittel führt erst zu allen Problemen, die ein Staat überhaupt nur haben kann. Andererseits würden die Aufgaben, die früher durch die Fron erledigt wurden, nicht mehr erledigt, falls das Volk tatsächlich für alle nichtsteuerlichen Zahlungsvorgänge eine andere Währung verwenden würde. Deswegen versuchen die Staatsorgane die Verwendung des unsinnig konstruierten gesetzlichen Zahlungsmittels auch in möglichst vielen anderen Bereichen durchzusetzen. Zum Beispiel geschieht das, indem Steuern für Fremdwährungsgeschäfte von den Staatsorganen mit einem von den Staatsorganen festgelegten Wechselkurs (der oriëntiert sich tatsächlich nur schwach am Marktwert der Devisen) zum gesetzlichen Zahlungsmittel berechnet werden. Naturgemäß lassen sich die Probleme, die durch die Monopolisierung der gesetzlichen Zahlungsmittel, entstehen so nicht beheben.

Staaten, die über Jahrhunderte Getreide als gesetzliche Zahlungsmittel verwendeten, erlebten genau während solcher Jahrhunderte Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Warum verzichten wir darauf? Warum lassen wir uns stattdessen ein völlig unsinnig konstruiertes Monopolgeld als gesetzliches Zahlungsmittel gefallen?

Kali-yuga (कलियुग‌) III


Ein weiterer Beweis für den gesellschaftlichen und intelligenzmäßigen Zerfall, der ausschließlich im Kali-yuga (कलियुग‌) möglich ist, sind die Voraussetzungen der Transplantationsmedizin in der heutigen Form. Angeblich werden ja zu wenige Organe gespendet. Aber sehen wir uns doch zunächst an, was bereits getan wurde, um die Anzahl der „gespendeten“ Organe zu erhöhen.

Im Jahr Neunzehnhundertachtundsechzig wurde auf Hokkaidō (北海道) die erste Herztransplantation durchgeführt. Dabei gab es jedoch ein Problem. Nimmt man einem Menschen das Herz heraus, dann stirbt der spätestens daran. Also wäre das Mord. Deswegen darf man ein zu transplantierendes Herz nur einem bereits totem Menschen entnehmen. Das führt aber sofort zu einem weiteren Problem. Ein totes Herz in einen lebenden Menschen statt dessen eigenem Herzen einzusetzen führt zum Tod des Organempfängers. Das wäre Mord. Hätte man vorher also gründlich nachgedacht, dann wäre es nie zur Entwicklung der Transplantationsmedizin gekommen. Da man jedoch nicht gründlich nachgedacht hatte, versuchte man stattdessen das Problem zu lösen, wie man ein noch lebendes Herz aus einem schon toten Menschen herausbekommt. Das Problem war zum damaligen Zeitpunkt eigentlich unlösbar, da der weltweite Konsens bestand, daß ein Mensch dann tot war, wenn sein Herz nicht mehr schlug und nicht mehr zum schlagen zu bringen war, also dann wenn sein Herz tot war. Der Herztod bestimmte den Tod des Menschen und erst nach dessen Tod durfte man das Herz herausnehmen, das jedoch noch leben sollte, damit man es einem anderen Menschen implantieren konnte.

Moralisch degeneriert wie die Menschheit im Kali-yuga (कलियुग‌) nunmal ist, fand sie die Lösung darin die Definition des Todes, auf die sich Generationen von Wissenschaftlern und Philosophen über Jahrtausende einigen konnten, mal eben wegzuwischen und stattdessen definierten Juristen in Zusammenarbeit mit den Medizinern, die durch die Transplantationsmedizin sehr viel Geld verdienen wollten, daß der Mensch nun nicht mehr dann tot sei, wenn sein Herz tot sei, sondern dann, wenn sein Gehirn tot sei. Ein Gehirn ist schwieriger zu transplantieren als ein Herz, weil es viel mehr Nervenenden enthält.

Auf die Definition des Gehirntodes konnten sich Wissenschaftler, unter den anderen Berufsgruppen werden höchstens noch Juristen gefragt, nicht einigen. In Nordamerika reicht es, wenn das Großhirn nicht mehr aktiv ist, in Europa darf das gesamte Gehirn keine Aktivität mehr zeigen, damit ein Mensch als tot gelten kann. Aber sogar innerhalb eines Landes sind sich Mediziner nicht alle über die Definition des Gehirntodes einig, weswegen die Gesetzgeber die Regelung übernommen haben. Im Jahr Neunzehnhundertvierundsiebzig hat zum Beispiel die japanische Regierung den ersten Hirntodstandard herausgegeben, im Jahr Neunzehnhundertsiebenundneunzig hat sie das erste Transplantationsgesetz erlassen. Ja, irgendwie sind Fakten aus Japan leichter zu beschaffen als von anderswo her, und ja, die erste Herztransplantation im Jahr Neunzehnhundertachtundsechzig muß Mord gewesen sein, weil der Gehirntod als juristische Ausrede noch nicht definiert war.

Über eines sind sich Mediziner, besonders Pathologen und Rechtsmediziner, bis heute weltweit einig. Absolute Sicherheit über den Eintritt des Todes liegt erst dann vor, wenn Leichenflecken auftreten, was zwei bis drei Tage nach dem Eintritt des Todes der Fall ist. Als sich Menschen noch dafür fürchteten scheintot bestattet werden zu können, war eine dreitägige Leichenschau vorgeschrieben und zwar aus genau den wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus. Obwohl man im Zeitalter der Transplantationsmedizin, wo fehlende Gehirnaktivität bereits ausreicht um für tot erklärt zu werden, sich viel mehr vor dem Scheintod fürchten müßte, fürchten sich heute nur noch Nordamerikaner davor. In Nordamerika werden aus dem Grund viele Särge mit Alarmanlagen ausgestattet. Aber dennoch gibt es die Transplantationsmedizin auch in Nordamerika und gerade da darf man Menschen, die lediglich keine Großhirnaktivität mehr aufweisen, Organe entnehmen.

Es wäre völlig absurd anzunehmen, daß solche Entwicklungen ohne massive finanziëlle Interessen dahinter möglich gewesen wären. Zwar dürfen Organspender kein Geld für die Opferung ihrer Organe (und ihres Lebens falls man weiterhin einer wissenschaftlichen Definition des Todeszeitpunktes anhängt) nehmen, aber es es ist trotzdem sehr verwunderlich, wenn sich Menschen dadurch darüber hinwegtäuschen lassen, daß Transplantationsmediziner und auch Juristen mit den Organen sehr viel Geld kassierten und weiterhin kassieren. Aber die finanziëllen Interessen hinter der Transplantationsmedizin, ebenso wie die politischen oder der Verdacht, daß Organspender von Ärzten früher aufgegeben werden als andere Patiënten (je schneller man die Organe aus einem Sterbenden herausholt und in den anderen Patiënten einsetzt, desto größer sind die Erfolgsaussichten einer Transplantation), lassen sich leider nicht so leicht beweisen wie die Geschichte der Definition des Todeszeitpunktes durch Tranplantationsmediziner und Juristen. Darum kann man sich bei jenen Punkten nur auf Instinkt und Intuition und die eigene Intelligenz verlassen, wenn man sich mit dem Thema beschäftigen muß, was in letzter Zeit wieder häufiger gefordert wird. Die Neudefinition des Todeszeitpunktes wäre ebenfalls weniger verdächtig und auffällig gewesen, falls sie durch Pathologen erfolgt wäre anstatt durch Transplantationsmediziner und Juristen.

2010/08/30

Fron


Der Begriff Fron ist mittlerweile so unbekannt, daß man normalerweise das zusammengesetzte Wort Fronarbeit benutzt, um zu verdeutlichen, was man damit meint. Weil das Wort Arbeit jedoch immer mehr von seiner Bedeutung entfremdet wird (also mißbräuchlich verwendet wird), wird es trotzdem immer schwerer Zusammenhänge, in denen der Begriff auftaucht, zu verstehen. Es tut also not mal den Begriff Fron zu erklären. Fron ist etwas, das klassischerweise zum Feudalismus gehört. Heute trifft man die Fron außerhalb feudalistischer Staaten nicht an und feudalistische Staaten sind selten, aber es gibt sie noch. Myanmar ist so ein feudalistischer Staat. Dort kann man die Fronarbeit bis heute beobachten. Viele Fronarbeiter wurden und werden dort herangezogen, um die Straßen in die neue Hauptstadt zu bauen. Jede Familie der Untertanen muß einen Fronarbeiter stellen, der beim Bau selbst Hand anlegt. Das ist auch schon das Wesen der Fron. Die Führung eines Staates will etwas getan haben und daher verpflichtet sie ihre Untertanen dazu, das zu tun. Genial einfach, oder? Jedoch nicht unproblematisch.

Weil viele Familien in Myanmar nach wie vor von Subsistenzlandwirtschaft leben, brauchen sie jede Hand, die bei der Arbeit mitanfassen kann. Nun kann jedoch niemand gleichzeitig für das Überleben der eigenen Familie und für Bauprojekte des Staates arbeiten. Deswegen suchen die Familien notgedrungen diejenigen Leute für die Fron aus, auf die sie am ehesten verzichten können. Diese Leute sind nicht nur die Schwächsten der Gesellschaft, sondern auch die körperlich und gesundheitlich Schwächsten. Deswegen sterben immer wieder Menschen wegen der und durch die Fron. Genau der Umstand hat andere Staaten dazu veranlaßt, andere Lösungen für den Fall zu finden, daß ein Staat ein Projekt durchgeführt sehen wollte. Die andere Lösung, die dafür gefunden wurde und der sich die meisten Staaten bedienen, war die Besteuerung. Der Staat erhebt Steuern und bezahlt damit Unternehmen oder Beamte dafür, daß die Projekte durchgeführt werden. Die Staatsbürger wurden steuerpflichtig statt fronpflichtig. Ja, tatsächlich sind die fronpflichtigen Bürger des Staates Myanmar bis heute nicht steuerpflichtig!

Aber auch der Staat Myanmar kennt Steuern. Der Staat Myanmar kennt auch eine große Kluft zwischen arm und reich. Reiche Leute können in Myanmar Steuern bezahlen und sich damit von der Fron befreien. Keiner der Angehörigen der Staatsführung leistet Fronarbeit! Genau der Umstand, daß manche Leute Fron leisten müssen während andere sich Steuern leisten und so von der Fron drücken können, sorgt für soziale Spannungen in Myanmar. Natürlich können junge, kräftige Leute mit wenig Geld ein Fronsystem besser finden als ein Steuersystem, denn ihnen käme es entgegen, aber diese Gruppe ist eine Minderheit und die Verpflichtung zur Fron bliebe ihnen auch, wenn sie älter und schwächer werden. So etwas wie eine allgemeine Wehrpflicht ist ein Überbleibsel eines Fronsystems, sogar eines ausgereifteren — schon wegen der Tauglichkeitsgrade — als das in Myanmar gebräuchliche. Die Proteste, die es vor wenigen Jahren in Myanmar gab und von unserer Presse als politisch motiviert hingestellt werden sollte, wurden übrigens dadurch verursacht, daß es einem größeren Personenkreis in Myanmar erlaubt werden sollte, Steuern zu bezahlen und ihre Familien so von der Fron zu befreien, während die Angehörigen ärmerer Familien weiterhin während der Fronarbeit sterben würden. Auch in Myanmar ist es so, daß Menschen desto schlechter behandelt werden, je ärmer sie sind. Je ärmer der Durchschnitt der Fronarbeiter ist, desto schlechter werden die behandelt, desto schwächer werden sie und desto mehr von ihnen sterben während der Fronarbeit. Das motivierte die Leute zu Protesten. Bei uns dagegen soll nicht nur die Wehrpflicht abgeschafft, sondern stattdessen eine neue allgemeine Dienstpflicht, also ein neues Fronsystem, eingeführt werden. Gleichzeitig soll das Steuersystem beibehalten, die Steuern erhöht und ständig neue Steuern eingeführt werden. Wir suchen uns also das Schlechteste aus allen Systemen aus, vereinigen das zu einem neuen System und beuteln unsere eigene Bevölkerung damit.