2009/08/28

Das Bedingungslose II


Der erste Teil enthielt lediglich die Definition des Bedingungslosen, ist jedoch weder auf Kritik daran noch auf den konkreten Inhalt eingegangen. Bevor das getan werden kann, muß der Grund für das Konzept des Bedingungslosen vorgestellt werden.

Das Bedingungslose soll den Menschen ihre Würde zurückgeben und damit ganz nebenbei noch die Wirtschaft ankurbeln, weil wir uns auch mit diesem Konzept nicht von einem Wirtschaftssystem verabschieden brauchen, das ständig angekurbelt werden muß. Wer sogenanntes Arbeitslosengeld (schon der Papierkram dabei macht eine Menge Arbeit) in Anspruch nehmen muß, sieht sich schnell zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Einer der Werbeträger des Bedingungslosen, der Multimilliardär Götz Werner, vergleicht die mit offenem Strafvollzug. Durch das Bedingungslose gehörten solche Zustände der Vergangenheit an, weil die Inanspruchnahme solcher Dinge wie Arbeitslosengeld überflüssig werden sollte.

Daß Arbeitslosengeld und damit natürlich auch Arbeitslosenversicherungen und ähnliches überflüssig würden, ist lediglich eine Hoffnung. Aber mit Sicherheit wird die Verhandlungsposition derjenigen gestärkt, die über ihre Löhne verhandeln. Statt als erstes Streikkassen zu füllen, bevor man überhaupt an Verhandlungen denken kann, und als letztes die gesamte Volkswirtschaft lahmzulegen, indem wichtige Dienstleistungen komplett unterlassen werden, könnte man schon bei der Anstellung alle schikanösen Bedingungen ablehnen. Das Bedingungslose wirkt zu jedem Zeitpunkt wie eine gefüllte Streikkasse. Dadurch wird schließlich die Kaufkraft gestärkt, weniger als einen Mindestlohn würde man sowieso nicht akzeptieren, falls man auch vom Bedingungslosen leben könnte.

Es besteht jedoch die Gefahr, daß man zu wenig Geld für den eigenen Lebensstil durch das Bedingungslose erhalten könnte. Einerseits könnte es dadurch genauso wirkungslos werden wie ein zu niedriger Mindestlohn, andererseits will das Konzept niemandem vom arbeiten oder vom Geld verdienen (ohnehin zwei verschiedene Dinge!) abhalten. Die Ähnlichkeit mit dem Mindestlohn, den es heute zumindest in manchen Branchen und manchen europäischen Ländern schon gibt, zeigt wie wenig sich durch das Bedingungslose ändern würde. Die einzige wirkliche Veränderung wäre die, das die volkswirtschaftliche Grundlinie abgesenkt würde, unterhalb derer man sich verschuldet und überschuldet und oberhalb derer man auf immernoch unterschiedlichem Niveau existieren kann.

In den primitiven Gesellschaften, die man heute noch in Urwäldern finden kann, lebt man selbstverständlich von dem, was der Urwald bietet. Dabei kann man sich beliebig viel Arbeit machen, Wald roden, Kulturpflanzen anpflanzen oder Vieh halten. Dadurch sind auch die Menschen der primitiven Gesellschaften in der Lage, ihren Lebensstandard zu steigern. Andererseits kann man stattdessen auch mit dem zufrieden sein, was der Urwald freiwillig hergibt. Falls man vorübergehend oder dauerhaft nicht den arbeitsintensiven und zeitaufwendigen Tätigkeiten nachgehen kann, ist das besonders praktisch. In den primitiven Gesellschaften wird niemand in eine Verschuldung gezwungen, ausgebeutet oder nur deswegen gedißt, weil er sich nicht genug für völlig sinnlose Dinge abrackert. Diesen Vorteil haben die modernen Gesellschaften verloren. In dieser Hinsicht waren die Kultur und insbesondere die Zivilisation ein großer Rückschritt. Jedes Tier, sofern es in freier Wildbahn lebt, hat es noch besser als der Mensch in einer modernen Gesellschaft. Zusammen mit dem Urwald ist uns die volkswirtschaftliche Nullinie verlorengegangen, die als Fangnetz diente, und durch eine Grundlinie auf viel zu hohem und vor allem immer weiter steigendem Niveau ersetzt worden. Das Bedingungslose würde nicht mehr tun als die Grundlinie, unterhalb der man nur noch vegetieren kann, wieder etwas mehr der natürlichen Nullinie anzunähern. Je höher der Betrag ist, der dem Einzelnen durch das Bedingungslose zustehen würde, desto weiter würde die volkswirtschaftliche Grundlinie abgesenkt.

Ein Absenken der volkswirtschaftlichen Grundlinie ist eine wünschenswerte Entwicklung, weil dadurch endlich Potentiale freigesetzt würden, die zur Zeit in allen modernen Gesellschaften an völlig sinnlose Tätigkeiten gebunden sind. Genau das wäre es wiederum, was eine Volkswirtschaft erblühen ließe und einen Staat voranbrächte.

Entalphabetisierung VI


Um die Lesekompetenz meiner Leser wieder zu steigern, werden in dieser Artikelreihe einige Dinge erklärt. Besonders dringend scheint es mir im Moment zu sein, den Unterschied zwischen dem Begriff der morphischen Resonanz und dem Begriff des morphogenetischen Feldes zu erklären. Darum widmen wir uns nun diesem Gebiet.

Morphologie ist die Teildisziplin der Biologie, die sich damit befaßt, die Körperformen der Lebewesen zu beschreiben. Die Silbe morph weist immer darauf hin, daß etwas mit diesen Formen in Zusammenhang steht. Weil Fachbegriffe nicht nur präzise, sondern auch international sind, heißt die Entstehung der Körperformen nicht Formbildung oder Formentstehung oder Entstehung der Körperformen, sondern Morphogenese. Die Morphogenese ist eines der größten Rätsel innerhalb der Biologie, obwohl erste Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet vorliegen. Es wurden Gene identifiziert, die festlegen in welche Richtungen sich die Körperachsen ausrichten. Diese Gene sind in den meisten Lebewesen vorhanden (andere haben andere Achsensysteme), bei manchen kleinen Lebewesen sind bereits alle Gene bekannt. Zum Beispiel weiß man über den Fadenwurm Caenorhabditis elegans genau mit welcher Zelle zu welchem Entwicklungszeitpunkt was passiert. Über komplexere Lebewesen, zum Beispiel Säugetiere, wissen wir, daß alle Gene zusammen nicht ausreichen würden, um alle erforderlichen Positionsinformationen zu speichern. Daß die Natur die effektivsten Algorithmen für die Datenkompression kennt, die weit über das hinausgehen, was Informatiker jemals alleine entwickeln könnten, ist für den Biologen nichts weiter als eine Selbstverständlichkeit. Dennoch sind die Mechanismen der Morphogenese noch unbekannt. Unnötigerweise haben sich Biologen aus der Physik den Begriff des Feldes entlehnt, mit dem etwas beschrieben wird, das Informationen über Positionen im Raum weitergibt und auf eine rätselhafte Weise funktioniert. Die Physiker haben den Feldbegriff eingeführt, nachdem sie den Ätherbegriff abgeschafft hatten und dann bemerkten, daß ihnen in ihren Modellen etwas fehlt. Daher ist der Feldbegriff der durch Philosophen am meisten kritisierte Fachbegriff in der Physik. Biologen meinten, daß die Definition auch gut zum Rätsel der Morphogenese paßt, aber damals waren auch noch alle an der Morphogenese beteiligten Gene völlig unbekannt. Trotzdem wurde der Begriff des morphogenetischen Feldes beibehalten, weil alle Wissenschaftler konservativ sind und an Traditionen festhalten.

Der Begriff des morphogenetischen Feldes ist ein Fachbegriff, den jeder Biologe kennt und der trotzdem noch darauf wartet mit Inhalten gefüllt zu werden. Zu dem Zweck gibt es viele Theorien wie das morphogenetische Feld funktionieren könnte. Eine der Theorien heißt morphische Resonanz und stammt vom australischen Pflanzenphysiologen Rupert Sheldrake, der den Begriff des morphogenetischen Feldes übrigens garantiert nicht erfunden hat, weil das Problem schon Jahrhunderte vorher bekannt war, und der auch kein Esoteriker sein will, obwohl er aus der Ecke viele Anhänger hat.

Die Anhänger des Rupert Sheldrake aus der esoterischen Ecke würde der australische Pflanzenphysiologe lieber nicht haben, weil die seine Theorie oft verfälscht wiedergeben und als Erklärung für schon fast jedweden Unsinn heranziehen. Rupert Sheldrake hat auch schon versucht, sich von solchen Leuten und ihren abstrusen esoterischen Theorien zu distanzieren, aber das wurde leider kaum wahrgenommen. Als Pflanzenphysiologie wäre er natürlich nicht auf die Idee gekommen, den biologischen Fachbegriff des morphogenetischen Feldes zu mißbrauchen und durch den Schmutz einiger Geschäftemacher zu ziehen. Die sich um ihn herumspinnenden esoterischen Theorien haben leider kein Problem damit. Dadurch läßt sich das Problem in wissenschaftlichen Kreisen kaum noch diskutieren.

Man muß immer zwischen dem morphogenetischen Feld und der morphischen Resonanz, die nur ein Erklärungsversuch für morphogenetische Felder ist, ganz sorgfältig unterscheiden. Die Definition der morphischen Resonanz für die Leser, die davon noch nicht gehört haben, will ich natürlich nicht schuldig bleiben.

Resonanzen sind ein Phänomen, das am besten aus der Akustik bekannt ist, aber in allen Bereichen der Physik vorkommt. Spannt man eine Vielzahl an Saiten auf, die Töne in unterschiedlichen Höhen hervorbringen, darunter auch Saiten der gleichen Tonhöhe, und bringt dann eine Saite zum schwingen, so daß der Ton hörbar wird, dann wird man etwas bestimmtes beobachten können. Diejenigen Saiten, die Töne der gleichen Höhe hervorbringen, schwingen ebenfalls, während andere Saiten das nicht tun. Das ist das Phänomen der Resonanz. Resonanzen treten in sehr vielen technischen Anwendungen auf, zumeist als Problem. Laut der Theorie des Rupert Sheldrake treten Resonanzen auch in der Morphogenese auf. Seine Theorie besagt, daß vorhandene Formen über Resonanzen, die durch das morphogenetische Feld übertragen werden, dafür sorgen, daß die gleichen Formen auch an anderen Stellen entstehen. Die Theorie der morphischen Resonanz ist offensichtlich nach einer starken Verinnerlichung des physikalischen Feldbegriffes entstanden, obwohl der in der Biologie überhauptnicht nötig ist.

Das Gierer-Meinhardt-Modell des morphogenetischen Feldes liefert eine Erklärung der Morphogenese, die durch die meisten Biologen bevorzugt wird, weil es eine biochemische Erklärung ist. Es gibt noch mehr Modelle und es steht jedem frei weitere Modelle zur Erklärung der morphogenetischen Felder zu liefern, aber bisher scheint das Gierer-Meinhardt-Modell das beste und die das Modell der morphischen Resonanz das unwahrscheinlichste zu sein. Rupert Sheldrake hält die morphische Resonanz deswegen für eine gute Erklärung, weil viele Pflanzen der gleichen Art eine große Vielfalt an unterschiedlichen Formen hervorbringen können, so daß das Speichern der dafür notwendigen Informationen innerhalb eines Körpers noch schwieriger wird als bei nur einer Form. Deswegen bevorzugt er Erklärungen, bei denen die Informationen außerhalb des Körpers gespeichert werden können. Solange die Mechanismen der Morphogenese noch weitgehend unbekannt sind, lediglich für das Gierer-Meinhardt-Modell gibt es erste Bestätigungen, gibt es keinen Grund sich der Theorie der morphischen Resonanz anzuschließen.

P(ost)S(criptum): Tatsächlich, der erste Kommentator hat recht. Sheldrake stammt aus England. Wie komme ich bloß auf Australien? Das ist der einzige Kontinent, der in seiner Biographie garkeine Rolle spielt. Meine Recherchen wurden bereits gemacht als man noch nicht einfach in der Adminpedia nachschlagen konnte, um beispielsweise herauszufinden, ob ein bestimmter Ort in Indien liegt. Seinen Geburtsort veröffentlichte damals auch noch kein Autor. Ganz besonders im heutigen Desinformationszeitalter darf man sich nicht mehr auf einzelne Quellen verlassen!

Das Bedingungslose I


Das Bedingungslose bezeichnet, wie ihr sicher schon erraten habt, ein Grundeinkommen, an das keine Forderungen und keine Schikanen geknüpft sind. Die Berufslügner haben sich bereits sehr viele Dinge ausgedacht, mit denen sie die das Konzept verwässern können. Sie bezeichnen alle ihre eigenen Ideen als eine Form des Grundeinkommens, das jedoch nicht bedingungslos wäre. Das existierende System mit all seinen Schikanen wird in an Zynismus kaum zu übertreffender Weise ebenfalls als eine Form des Grundeinkommens ausgelegt. Aus den Gründen sollte man die originale Idee ausschließlich als das Bedingungslose bezeichnen. Damit ist einerseits trotzdem sofort klar, was gemeint ist, andererseits wird der Punkt betont, der an dem Konzept das Wesentliche ist. Auch wenn man das Konzept des Bedingungslosen korrekt bezeichnet, hindert einen das nicht daran, trotzdem dagegen zu sein. Deswegen gibt es kein rationales Gegenargument gegen die treffende Bezeichnung.

2009/08/26

Energiewende II


Es gibt noch weitere außer den heute praktizierten Methoden, um Sonnenenergie zu nutzen oder sie zumindest effektiver zu nutzen. Nimmt man den ultravioletten Anteil aus dem Spektrum der Sonnenstrahlung heraus, zum Beispiel um daraus mittels UV-Voltaïk elektrischen Strom zu gewinnen, dann ist noch immer eine große Energiemenge in der Sonnenstrahlung übrig, die sich nutzen läßt.

Versucht man das ausschließlich mittels Solarzellen zu tun, dann hat man wieder die gleichen Probleme wie vor der Erfindung der UV-Voltaïk, obwohl die von Anfang an nicht hätten sein müssen. Die blauen Solarzellen nutzen den energiereichen Teil des Lichtspektrums nicht aus, die spiegelnden Solarzellen schicken die Hälfte des einfallenden Lichtes gleich wieder weg und die bescheuerterweise auf plus zwanzig Grad Celsius optimierten Solarzellen heizen sich während des Betriebes mit entsprechenden Leistungseinbußen auf durchschnittlich plus siebzig Grad Celsius auf.

Manche Verkäufer der Solarzellen machen Scherze darüber, daß man die Solarzellen mit Wasser kühlen sollte. Wüßten die Leute aus der Branche mehr über ihre Branche, dann würden sie solche Scherze nicht machen. Kombisolarzellen, die tatsächlich Photovoltaïkzellen mit Wasser kühlten und damit zugleich Wasser solarthermisch erhitzten, waren tatsächlich eine der frühesten Erfindungen, um die Effektivität der Solarzellen zu steigern. Seltsamerweise verschwanden die vom Markt. Nun kehren sie jedoch langsam zurück, heißen nicht nur Kombisolarzellen, sondern auch Hybridsolarzellen oder verstecken sich hinter Namen, nach denen man bestimmt nicht sucht.

Wie auch immer, Wärme kann durch infrarote Strahlung übertragen werden. In der Sonnenstrahlung macht sie den energieärmsten Anteil aus. Der Versuch, infrarote Strahlung in Elektrizität zu verwandeln, lohnt sich nicht. Nachdem man alle anderen Anteile des Spektrums bereits anderweitig genutzt hat, kann man immer noch mittels der Solarthermik den Rest verwerten. Gegenüber der Elektrizität hat die Wärme noch den Vorteil, daß sie sich leichter speichern läßt. Man sollte die Nutzung der Solarenergie daher mit großen Wärmespeichern kombinieren. In solarthermischen Kraftwerken werden ebensohohe Temperaturen wie in Kraftwerken anderer Typen erreicht. Daher böte es sich an, die solare Strahlung, insbesondere deren infraroten Anteil, zu bündeln und in der Form höherer Temperaturen als bei der normalen solarthermischen Wassererwärmung zu speichern.

Das hätte nicht nur den Vorteil, die gleiche Energiemenge in einem kleinerem Volumen speichern zu können, sondern es macht auch weitere Erfindungen möglich. Man könnte mit einem heißerem Speichermedium mehr Geräte betreiben als nur Wasserhahn und Dusche. Ein Kreislauf eines heißeren Speichermediums ließen sich Herde und Öfen betreiben, die ansonsten elektrischen Strom brauchen würden. Dafür sind nur wenige hundert Grad Celsius erforderlich, was für die Solarthermie eigentlich kein Problem darstellt. Schon weil das mit dem infrarotem Rest des Spektrums funktioniert, wäre es effiziënter als erst einen Teil der Sonnenstrahlung in Elektrizität und diese dann wieder in Wärme umzuwandeln.

Einerseits wollen wir um maximale Effektivität und damit auch maximale Effiziënz zu erreichen alle Anteile des Sonnenspektrums nutzen, andererseits ist für die höheren Temperaturen eine Bündelung der Sonnenstrahlung erforderlich. Daraus folgt, daß die Sonnenstrahlung von manchen Orten weggelenkt würde, an denen dann Platz wäre, um Geräte aufzustellen, die sich nicht aufheizen sollen. Das könnte man wiederum dazu nutzen, um alle Anteile des Sonnenspektrums mit der maximal möglichen Ausbeute zu nutzen. Man bräuchte lediglich die gesamte Sonnenstrahlung, die auf die zur Verfügung stehende Fläche trifft, zu bündeln und das Strahlenbündel anschließend in seine Spektralfarben zu zerlegen. Im infraroten Bereich stellt man dann Solarwärmespeicher auf, im ultravioletten selbstverständlich UV-Voltaïkzellen. Im blauen und im roten Bereich baut man Nutzpflanzen an oder kultiviert Algen und den grünen Bereich kann man für herkömmliche Photovoltaïk nutzen, die keine Farbe mehr wegschicken und sich auch nicht mehr aufheizen könnte.

Natürlich kann nur jemand, der auch das nötige Startkapital hat, solche Anlagen bauen. Daher ist die Idee hier veröffentlicht, um der Allgemeinheit zur Verfügung zu stehen. Falls ihr damit viel Geld scheffelt, dann denkt doch ab und zu mal an mich (und bedenkt mich auch finanziëll).

2009/08/25

Astromagie VIII


Wir müssen nochmal auf das Lotto zurückkommen. Wenn man sich schon an Glücksspielen beteiligen muß, dann gibt es Möglichkeiten, die weniger dumm sind als Lotto zu spielen. Es gibt einerseits Glücksspiele, die ausschließlich vom Glück abhängen, und andererseits Glücksspiele bei denen sich die Gewinnchancen durch Hintergrundwissen erhöhen lassen. Schon bei den ausschließlich vom Glück abhängenden Glücksspielen gibt es viele, die höhere Gewinnchancen bieten als Lotto. Bevor man sich irgendeines heraussucht, sollte man zumindest Regeln, Gewinnchancen und Kosten miteinander vergleichen, ebenso die Wahrscheinlichkeit, zumindest den eigenen Einsatz zurückzugewinnen. Bei den Gewinnchancen kommt es nicht nur auf die Seltenheit eines Gewinnes und dessen mögliche Höhe an, sondern auch noch darauf, mit wievielen Leuten man sich den Gewinn wahrscheinlich wird teilen müssen. Es gibt also eine ganze Menge zu berechnen und zu vergleichen. Zumindest so schlau sollte man schon sein, falls man sich für ganz besonders schlau und deswegen für einen Gewinner hält. Es ist einfacher bei anderen Glücksspielen, zum Beispiel denen der Glücksspielfernsehsendungen, fünfzigmal zu gewinnen als auch nur einmal beim staatlichen Lotto. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß ein Gewinn dort wahrscheinlich wäre.

Aufgrund rechtlicher Beschränkungen dürfen die Glücksspielfernsehsendungen nicht ausschließlich vom Glück abhängen. Deswegen werden dort Quizfragen gestellt. Die erwecken jedoch nur den Anschein, daß man durch deren Lösung einen Gewinn wahrscheinlicher machen könnte. Es gibt bei den Quizfragen zwei Varianten. Bei der einen sind die Fragen dermaßen dämlich, daß wirklich jeder die Antwort weiß, bei der anderen könnte man die Frage darauf reduzieren, daß eine Moderatorin / ein Moderator fragt: „Woran denke ich gerade?“ Eine Ausnahme gibt es manchmal, das ist dann, wenn die Quizmacher die Antwort selbst nicht kennen, zum Beispiel nicht wissen, daß Astronomen die Entfernungen im Weltraum durchaus in Zentimetern messen (nicht nur weil man Entfernungen mit allen Längeneinheiten messen kann, sondern vor allem weil viele Astronomen sogenannte cgs-Einheiten bevorzugen). Aber um zu gewinnen muß man nicht nur die Antwort kennen, sondern vor allem muß man von einer Maschine ausgewählt werden, geradeso wie die Lottomaschine Zahlen auswählt. Dadurch unterliegen alle Glücksspiele den gleichen Gesetzmäßigkeiten und die Gewinnchancen werden in allen Fällen durch das eigene Horoskop gleichermaßen angezeigt. Bei den Fernsehglücksspielsendungen sind übrigens die Gewinnsummen um ungefähr drei Uhr nachts am höchsten, zugleich kann man weniger Konkurrenten als tagsüber erwarten, manche Sendungen werden auch nicht ohne Gewinner beendet, aber letztere sind schon sehr selten geworden.

Etwas schlauer sind Wetten, bei denen es tatsächlich auf Hintergrundwissen ankommt. Vor allem gilt das für Sportwetten, weil man sich darüber informieren kann, welcher Sportler wie gut ist, wie es ihm gerade geht, wer gegeneinander antritt und wie jeweils die Chancen stehen. Am besten ist man natürlich inoformiert, falls man die Horoskope der Sportler kennt. Dann kann man feststellen, bei wem die Chancen auf einen Sieg am besten stehen, so wie man bei einem Glücksspiel auf die eigenen Chancen für einen Sieg schließen und dann darauf wetten würde. Die Sportwetten haben dabei den Vorteil, daß es dort immer Sieger gibt, solange alles korrekt abläuft. Das kann man von Glücksspielen nicht behaupten. Außerdem ist die Chance bei Sportwetten daneben zu liegen viel geringer, weil es viel weniger Möglichkeiten dafür gibt. Dafür ist bei einem Gewinnfall die Rendite auf den Einsatz viel geringer. Trotzdem wäre es albern lediglich Gewinnfall mit Gewinnfall zu vergleichen, weil man bei den Glücksspielen meistens nicht gewinnt. Auf die gleiche Weise wie auf Sportereignisse kann man auch auf Wahlen wetten, nachdem man die Horoskope der teilnehmenden Politiker, oder wer auch immer sonst gewählt werden soll, angesehen hat. Alle Versuche durch Wetten oder Glücksspiele Gewinne einzufahren haben miteinander gemeinsam, daß man zunächst mit hohem Aufwand, zumeist an Zeit, Nachforschungen betreiben muß, um die eigenen Chancen angemessen einschätzen zu können. Daher ist der Verzicht normalerweise die klügere Alternative, weil man die Zeit auch besser nutzen kann.

Schreckt man vor noch so hohen Kosten, zu der man Zeit natürlich auch rechnen muß, nicht zurück, dann kann man selbstverständlich auch versuchen, das Vorhersagemodell für Sportereignisse und Wahlen auf Lottozahlen anzuwenden. Das gilt als das zur Zeit erfolgsversprechendste Modell, Lottozahlen vorherzusagen, wobei es jedoch auch auf diese Weise noch niemand geschafft hat. Das funktioniert wie folgt. Man findet zunächst heraus, wann jede Zahl in der Lotterie, an der man teilnehmen will, zum ersten Mal aufgetreten ist und an welchem Ort sie jeweils gezogen wurden. Daraus errechnet man Geburtshoroskope für alle der Zahlen, die selbstverständlich nur innerhalb der Lotterie Gültigkeit haben, in der sie gefunden wurden. Will man später an einer anderen Lotterie teilnehmen, dann muß man den gesamten Prozeß selbstverständlich ganz von vorne beginnen. Die einzelnen Zahlen werden als Konkurrenten in der Ziehung angesehen und die Geburtshoroskope der einzelnen Zahlen zu dem Zweck auf ihre Gewinnchancen zum Ziehungszeitpunkt hin analysiert. Selbstverständlich liegen manche der Zahlen sehr eng beieinander, wodurch die Berechnung nicht erleichtert wird. Manche der Zahlen werden besonders häufig getippt. Dadurch kommen sie nicht häufiger und nicht seltener vor, aber das verringert den möglichen eigenen Anteil an der gesamten Gewinnsumme. Daher sollte man auf solche Zahlen verzichten, weil man schließlich zumindest den eigenen Einsatz wieder herausholen will, falls man tatsächlich einen so hohen Nachforschungsaufwand betreibt. Im Artikel über Astromagie, der sich mit der Vermeidung von Unfällen befaßt, wurden bereits Transite beschrieben, unter denen Unfälle besonders häufig sind. Es dürfte sich von selbst verstehen, daß solche Transite nicht dafür förderlich sind, Wettkämpfe zu gewinnen. Lottozahlen, Sportler und Politiker, deren Horoskope zum fraglichen Zeitpunkt solche Aspekte aufweisen, wird man logischerweise zu den Verlierern zählen. Harmonische Aspekte, insbesondere der Planeten, die auch Lottogewinne begünstigen, führen selbstverständlich zu höheren Chancen auf einen Sieg, besonders falls die Aspekte auch noch in ein passendes Haus geworfen werden. Nach allen Berechnungen dürfte am Ende immernoch ein gerüttet Maß an Unsicherheit bleiben, so daß man immernoch nur geringfügig erhöhte Chancen auf einen Gewinn mit dieser Methode haben wird.

Deswegen ist es nach wie vor viel besser, im eigenen Radixhoroskop nach den eigenen Talenten zu suchen und sie gewinnbringend einzusetzen. Das kann zum Beispiel das Zocken an der Börse sein, wobei man selbstverständlich auch da durch die Anwendung astrologischer Methoden im Vorteil wäre. Der Aufwand für Nachforschungen wäre selbstverständlich wieder immens. Dadurch bewirkt die Astromagie dann die Aneignung eines großen Hintergrundwissens, worauf Skeptiker sicher die Erfolge des Astromagiers zurückführen werden. Das dürfte insbesondere für den Astromagier auch besser sein.

Einer Überprüfung wäre auch die Frage wert, ob Lottogewinne nicht viel öfter ausgeschüttet werden als es statistisch gesehen überhaupt Gewinner geben dürfte. Es könnten auch weniger ausgeschüttet werden. Aber dem Problem sollte sich lieber ein echter Statistiker annehmen.

Nach wie vor

benötigen sowohl dieser Blök als auch die guten und hilfreichen Projekte, die von hier ausgehen und von hier aus beginnen wollen, eure Unterstützung.

Das gilt auch und besonders in finanziëller Hinsicht. Das funktioniert
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

2009/08/23

Gerechte Wechselkurse IV


Ein gerechter Wechselkurs müßte sich natürlich am Außenwert der am Wechselkurs beteiligten Währungen orientieren. Daher werden Möglichkeiten benötigt, um den Außenwert einer Währung unabhängig vom aktuëllen Wechselkurs zu ermitteln. Außer der bereits als ungeeignet und unsinnig erkannten Kaufkraftparität sind dafür bei den Ökonomen zwei Methoden etabliert.

Die eine Methode ist die Methode der Gleichgewichtseinschätzung. Das bedeutet nichts anderes, als daß der historische Verlauf des Wechselkurses in die Zukunft extrapoliert wird. Das klingt nach einer geradezu genial einfachen Lösung, denn es ist ganz selbstverständlich oder sollte zumindest selbstverständlich sein, daß die Dinge, die sich nicht bewährt haben, geändert werden, während die bewährten Dinge beibehalten werden. Das läßt sich auch auf den Wechselkurs zwischen zwei Währungen anwenden. Da Ökonomen sich jedoch nicht unbedingt von der vielgepriesenen Vernunft der Ökonomen leiten lassen, sondern stattdessen oft nur eine Rechtfertigung für wildeste Spekulationen suchen, argumentieren sie, daß Daten aus der Vergangenheit in den sogenannten „Emerging Markets“ nicht vorlägen. Lägen solche Daten nicht vor, dann könnten sie natürlich nicht extrapoliert werden. Zu den „Emerging Markets“ zählt zum Beispiel China, dessen Geschichte mindestens fünftausend Jahre zählt. Viele Finanzprodukte wurden sogar dort erfunden, zum Beispiel das Papiergeld und das dafür erforderliche Papier sowieso. Es ist also eine reine Schutzbehauptung, daß Daten nicht vorlägen. Andererseits wäre es durchaus glaubwürdig und sogar vernünftig zu sagen, daß man chinesischen Statistiken nicht traue. Das wiederum traut man sich aber anscheinend nicht zu sagen. Während der Zeit als China zu einem finanziëll vom Rest der Welt abgeschotteten Ostblock gehörte, gab es tatsächlich keinen Wechselkurs. Nur falls man so einen fortführen wollte, ginge das nicht. Aber dafür gibt es überhaupt keinen Grund, weil der zur Zeit laufende China-Hype nicht der erste in der Geschichte ist, sondern solche regelmäßig einmal, manchmal auch zweimal, pro Jahrhundert vorkommen.

Die andere Methode ist die, internationale Zahlungsbilanzen heranzuziehen und Zahlungsbilanzungleichgewichte festzustellen. Dann kann man versuchen, die Zahlungsbilanzungleichgewichte durch Manipulationen des Wechselkurses auszugleichen. Zentralbanken richten sich tatsächlich nach den Zahlungsbilanzen, um zu entscheiden, ob sie die eigene Währung stützen oder ob sie sogar andere Währungen stützen sollten. Sie manipulieren also den Devisenmarkt aufgrund politischer Zielsetzungen. Gerade dadurch entsteht jedoch überhaupt erst das Problem, das die Wechselkurse nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden, weswegen man dann andere Methoden finden muß, um festzustellen, ob ein Wechselkurs gerecht ist.

Das wiederum hat überhaupt erst dazu geführt, daß Spekulanten die Theorie der Kaufkraftparität aufstellten, weil sie eine von den Tätigkeiten der Zentralbanken unabhängige Methode haben wollten, um die Chancen ihrer Spekulationsgeschäfte abschätzen zu können. Nun könnte man denken, daß das allen anderen herzlich egal sein kann, ob irgendein Spekulant Erfolg damit hat, gegen die Einschätzung der Zentralbanken zu spekulieren oder deren Ansichten zu folgen. Aber Devisenspekulationen unterscheiden sich von anderen Spekulationen dadurch, daß sie nicht immer, sondern eher in den seltensten Fällen, freiwillig stattfinden. Ob es euch nun bewußt ist oder nicht, immer wann ihr irgendetwas mit einem anderem Währungsraum zu tun habt, zum Beispiel beim Kauf eines aus Taiwan eingeführten Computers, betreibt ihr eine Devisenspekulation. Sofern ihr euch an einen bei euch einheimischen Händler wendet, dann bemerkt ihr die Devisenspekulation nur an dem höherem Preis durch den der Händler das Währungsrisiko absichert. Dennoch seid ihr es, die den höheren Preis bezahlen. Ersteigert ihr irgendeinen im Ausland befindlichen Gegenstand auf einer Auktionsplattform im Netz, dann tragt ihr das Währungsrisiko direkt. Ebenso bei Reisen in einen anderen Währungsraum.

Deswegen solltet ihr alle ein Interesse an der Feststellung gerechter Wechselkurse haben. Dazu müßten lediglich die Manipulationen der Zentralbanken und vielleicht auch anderer Großspekulanten wieder herausgerechnet werden. Die internationalen Zahlungsströme werden zum einen durch den internationalen Handel, also Import und Export, zum anderen durch Geldanlagen und Darlehen bestimmt. Wo Geld angelegt oder wo Darlehen aufgenommen werden, richtet sich größtenteils nach den Zinssätzen, die wiederum durch die Zentralbanken festgelegt werden. Der Geldstrom, der sich nach den Zinssätzen richtet, übertrifft zumeist den Geldstrom des internationalen Handels. Außerdem gibt es noch einen dritten Geldstrom, der immer vom eigenen Währungsraum aus ins Ausland gerichtet ist. Das ist der Tourismus, der sich in der internationalen Zahlungsbilanz kleinlaut unter den Dienstleistungen versteckt und dadurch bei den Zahlungsbilanzgleichgewichten oder Zahlungsbilanzungleichgewichten zumeist nicht berücksichtigt wird, obwohl der Tourismus ein wirklich mächtiger Geschäftszweig ist.

Das ist alles nicht leicht zu verfolgen, zu korrigieren und weil die Zinssätze durch die Zentralbanken festgelegt werden, wäre sogar eine exakte Berechnung trotzdem nicht objektiv. Daher bräuchte es tatsächlich eine exakte und unabhängige Methode, um unter Verzicht auf die Wechselkurseinschätzungsmethoden der Ökonomen das tatsächliche Angebot der Währung des eigenen Währungsraumes sowie die tatsächliche Nachfrage nach den Währungen anderer Währungsräume festzustellen. Es sind dabei nicht die Staaten, die so etwas brauche, sondern die einzelnen Menschen, die verreisen, Geld anlegen, Darlehen aufnehmen, etwas einkaufen oder etwas verkaufen wollen.

2009/08/21

Doppelposting gelöscht


Hier hat die Technik Probleme gemacht, darum stand hier ein Doppelposting. Das ist inzwischen gelöscht, aber anscheinend läßt es sich nicht restlos löschen. Darum bleibt dieser Rest hier.

Außerdem hat sich bei manchen Artikeln ein Formatierungsproblem ergeben. Die Ursache dafür ist, daß Google den gleichen HTML-Code unterschiedlich behandelt. Einerseits gibt es einen Unterschied in der Behandlung der gleichen Formatierung auf Blogspot und auf Google-Sites, andererseits scheint sich die Formatierung auch umso mehr zu ändern, je länger der Text wird.

Falls manche Leser solche technischen Probleme als störend empfinden sollten, dann möchte ich mich dafür entschuldigen, obwohl die Pannen ausnahmsweise nichts mit der technischen Inkompetenz meines Verfassers zu tun haben scheinen. Netzportale, die von eigens dafür technisch Verantwortlichen betreut werden, haben es einfach besser. Aber man kann halt nicht alles haben, schon garnicht von jetzt auf gleich.

Evolution VI


Um einen idealen Partner zu wählen, muß der Mensch darauf achten, daß der Partner sowohl ihm selbst möglichst ähnlich als auch von ihm möglichst unterschiedlich ist. Für beide Anforderungen haben sich die passenden Auswahlmechanismen entwickelt.



Die eigenen Gene, genauer gesagt Allele, denn innerhalb der eigenen Art sind die Gene sowieso die selben, können nur dann möglichst vollständig weitergegeben werden, wenn man mit dem Partner möglichst viele Allele gemeinsam hat. Der Partner sollte einem selbst also möglichst ähnlich sein. Da viele Allele keine äußerlich sichtbaren oder erfahrbaren Auswirkungen haben, muß man sich an den Punkten orientieren, die äußerlich erfahrbar sind. Daß der Mensch zumindest unbewußt ziemlich sicher erkennt, wer ihm selbst ähnlich ist, können wir daran bemerken, daß andere Menschen immer viel mit ihren Freunden gemeinsam haben oder immer nur die Leute befördert werden, die viel mit ihrem Chef gemeinsam haben. Wir selbst verhalten uns natürlich auch nicht anders, auch wenn wir etwas anderes glauben wollen. Bei der Partnerwahl achtet man besonders auf den gleichen Bildungsstand, vergleichbare soziale Stellung oder ähnliche Lebensläufe. Je komplexer ein Organismus ist, desto gefährlicher ist es jedoch, sich mit der eigenen Verwandtschaft einzulassen.



Um Krankheiten zu vermeiden, muß der Mensch sich einen Fortpflanzungspartner suchen, der sich von ihm selbst unterscheidet. Der Mensch hat jedoch keine Möglichkeit, die eigene Verwandtschaft anhand des genetischen Verwandtschaftsgrades zu erkennen. Daher nutzt er vor allem die Vertrautheit mit anderen Menschen, um sie als mögliche Partner auszuschließen. So würde sich ein Mensch normalerweise nicht mit einem Adoptivgeschwister einlassen, obwohl das ziemlich ideale Partner wären, weil sie nicht blutsverwandt sind und dennoch das Adoptivkind von den Eltern ausgewählt wurde, weil die Gemeinsamkeiten mit sich selbst entdeckt haben. Eine geringe Vertrautheit herrscht dann vor, wenn sich ein möglicher Partner schon im Alltag völlig anders verhält als man selbst. Die Menschheit hat sich aus dem Grund in Populationen unterteilt, die voneinander abweichendes Verhalten aufweisen. Das ist die biologische Definition unterschiedlicher Kulturen. Die unterschiedlichen Kulturen sind also aus dem biologischen Grund entstanden, den Menschen zu zeigen, wo sie genetisch möglichst unterschiedliche Partner finden können. Das ist auch der Grund dafür, daß alle Frauen weltweit, egal aus welcher Kultur sie stammen, auf Ausländer stehen. Die Vorliebe ist zwar unterschiedlich stark ausgeprägt aber immer vorhanden. Wer von euch noch nach einer Frau sucht, besonders falls er im eigenen Geburtshoroskop den Herrscher des Siebten Hauses im Neunten Haus stehen hat, weiß nun hoffentlich, wo er sich hinbegeben muß.



Aus einer interkulturellen Verbindung entspringen Mischlinge. Die sind eine ideale Mischung aus verwandten und fremden Allelen. Daraus folgt, daß ein Mischling für fast jeden Menschen ein idealer Partner wäre. So ist es nur konsequent, daß Mischlinge unter allen Menschen die attraktivsten sind. Das betrifft natürlich nicht die Mischlinge aus zwei fremden Gruppen.



Es gibt noch ein weiteres Hindernis dabei, die eigenen Allele vollständig weiterzugeben. Manche Gene werden nur über eine Seite der Abstammungslinien vererbt. Beim Menschen zum Beispiel die über die Mitochondrien vererbten Gene nur über die mütterliche und die Gene des Y-Chromosoms nur über die väterliche Linie. Für Partner des anderen Geschlechtes bedeutet das, daß sie wiederum Partner wählen sollten, bei denen insbesondere diese Gene den eigenen oder denen der eigenen Verwandtschaft ähneln. Da die eigenen Gene denen der eigenen Verwandtschaft ähneln, kann es unter Umständen sinnvoller sein, die Fortpflanzung eigener Verwandter zu unterstützen als selbst Kinder zu bekommen. Das trifft insbesondere dann zu, falls den Nachkommen dadurch bessere Bedingungen geboten werden oder schon um nur wenige Kinder durchzubringen die gesamte Verwandtschaft zusammenhalten muß. Es lassen sich viele solche Umstände denken, deswegen gibt es viele Menschen, die freiwillig auf eigene Kinder verzichten. Das ist alles andere als ein Widerspruch zur biologischen Vorstellung über die Evolution, sondern exakt das, was der Biologe erwartet, zumindest solange dadurch Verwandte bevorteiligt werden.



Allerdings kann der Mensch auch über seine Bestimmung nachdenken. Daher kann er auf Ideen kommen, die der Erhaltung der eigenen Allele auf andere Weisen dienlich sein können. Die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung entstand aus so einer Idee. Oder er kann auf die Idee kommen, daß manche der eigenen Eigenschaften sich sowieso irgendwann nicht weiter durchsetzen werden, so daß die Weitergabe der Gene nur eine Verschwendung von Ressourcen wäre. Sofern der betreffende Mensch an Reïnkarnationen glaubt, könnte er sogar zu dem Schluß kommen, daß lediglich die Weitergabe solcher Eigenschaften, die er selbst in seinen nächsten Leben haben möchte, wünschenswert sind. Da ein großer Anteil der Menschheit an die Reïnkarnation glaubt, kann die Reflexionsfähigkeit des Menschen auf diese Weise zur Evolution beitragen. Falls es nicht schon geschieht, dann wird sie das dennoch völlig sicher irgendwann auf diese Weise tun.

Entalphabetisierung V


Gehört ihr zu denen, die sich über das modern gewordene Dummgeschwalle, daß Atombomben relativ harmlos wären und keineswegs Jahrtausende lange Verstrahlung oder Schlimmeres nach sich zögen, fürchterlich aufregen? Oder gehört ihr umgekehrt zu denen, die nicht verstehen, daß Hiroshima (広島), die durch eine der fürchterlichen Atombomben völlig vernichtete Stadt, schon heute wieder eine riesige, dicht bevölkerte Stadt mit viel Industrie ist? Zu den beiden Gruppen gehören heute leider viele Menschen. Sie sind nicht dazu in der Lage, einen Physiker zu fragen oder durch Physiker verfaßte Texte zu verstehen, weil sie des Lesens nicht mehr mächtig oder kurz gesagt entalphabetisiert sind. Darum hat mein Verfasser das übernommen und Physiker befragt.



Die Auswirkungen der Atombomben auf Hiroshima (広島) und Nagasaki (長崎) sind kein Widerspruch zu den angekündigten Auswirkungen der Verwendung weiterer atomarer Massenvernichtungsmittel. Es handelt sich lediglich um die Unterschiede in den Auswirkungen verschiedener Generationen der Massenvernichtungsmittel. Bei den Atombomben, die auf Hiroshima (広島) und Nagasaki (長崎) fielen, handelte es sich um sogenannte saubere Bomben. Inzwischen werden atomare Massenvernichtungsmittel anders gebaut. Sie enthalten viel mehr radioaktives Material.



Es wird immer mal wieder versucht, etwas Panik damit zu schüren, daß Terroristen schmutzige Bomben herstellen könnten, falls sie in den Besitz radioaktiven Materiales gelangten und dennoch nicht fähig wären, eine echte Atombombe zu bauen. Mit solchen schmutzigen Bomben könnten sie dann für großflächige Verseuchungen sorgen, die tatsächlich sehr lange anhalten würden. In dem Punkt wissen die vermeintlichen Sicherheitskräfte sehr genau, wovon sie reden, denn sie stellen selbst schmutzige Bomben her. Die heutige Atombombe, die bei einem Atomkrieg zum Einsatz käme, ist eine Kombination aus einer der fast schon altmodischen Fissionsbomben und einer gewaltigen schmutzigen Bombe. Während die Atombomben der ersten Generation ein baldiges Wiederbesiedeln des Zielgebietes möglich ließ, ist das bei den Atombomben späterer Generationen nicht mehr so einfach möglich. Heutige atomare Massenvernichtungsmittel würden ihre Zielgebiete eher auf Jahrmillionen denn nur auf Jahrtausende hinaus verseuchen. Deswegen können Testgebiete wie das Mururoa-Atoll oder das Bikini-Atoll bis heute nicht wieder besiedelt werden und das wird bis in alle denkbare Zukunft so bleiben.



Ein wichtiger Aspekt der schmutzigen Bomben, den man unbedingt verstehen sollte, ist noch, daß die entstehende Verseuchung nicht nur der Radioaktivität der eingesetzten Materialien zustandekommt, sondern vor allem durch deren Giftwirkung als Schwermetalle. Deswegen überleben Pflanzen die Verseuchung ein gutes Stück leichter als Tiere das können. In verseuchten Gebieten wachsende Pflanzen sind nicht zum Verzehr geeignet. Die Giftwirkung des Urans oder des Plutoniums übertrifft bei weitem das Gefahrenpotential der beiden Schwermetalle als Strahlungsquelle. Wer sich ernsthaft über den Bau schmutziger Bomben durch Terroristen Sorgen macht, sollte auch ernsthaft dafür Sorge tragen, daß denen nicht nur keine radioaktiven Materialien, sondern auch keine anderen Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber!) in die Hände fallen!

2009/08/20

Über die sogenannte Natürliche Wirtschaftsordnung


Die sogenannte Natürliche Wirtschaftsordnung ist auch bekannt als die Lehre der drei F. Die meisten Menschen, die über diese Lehre reden, kennen sie jedoch überhaupt nicht. Sie haben nur ein paar Schlagworte aufgegriffen, bauen die irgendwo ein, um alles pauschal ablehnen zu können und dann eigenen Dummschwall zu verbreiten. Es ist also höchste Zeit, die Lehre der drei F vorzustellen, damit in Zukunft weniger Leute auf Dummschwätzer hereinfallen müssen. Die drei F stehen in beliebiger Reihenfolge für Freiland, Freihandel und Freigeld. Diese drei Wörter werden wiederum oft in den Mund genommen oder in eine Tastatur getippt, ohne daß deren Bedeutungen verstanden werden. Darum muß hier Abhilfe geschaffen werden.

Als Freiland wird korrekterweise nur Grund und Boden bezeichnet, dessen Benutzung jederman freisteht.

Als Freihandel wird korrekterweise nur jener Austausch an Waren und Zahlungsmitteln bezeichnet, an dem es jederman freisteht, sich zu beteiligen.

Als Freigeld wird korrekterweise nur ein Zahlungsmittel bezeichnet, durch dessen Verwendung niemand übervorteilt wird. Das gilt nicht nur für Bezahlvorgänge, sondern auch für Darlehen, Geldanlagen und Einflußnahmen.

Alle drei Dinge zusammen werden auch als Freiwirtschaft bezeichnet. Die Anhänger der Lehre bezeichnen sich selbst oft als Freiwirtschaftler. Andere bezeichnen sie manchmal als Gesellianer, weil die Lehre durch Silvio Gesell, einen der letzten der ehrbaren Kaufleute, bekannt gemacht wurde. Viele derer, die sich als Freiwirtschaftler bezeichnen, verbreiten unter diesem Namen etwas völlig anderes als die Lehre der drei F, manchmal versuchen sie auch ihre eigenen, alternativen Lehren zu praktizieren. Das bewirkt normalerweise keine Verbesserung, auf die die Freiwirtschaft abzielt, heute vorherrschender Zustände.

Silvio Gesell hat sich selbst nur wenige Gedanken über das Freiland gemacht. In dem Punkt hat er stattdessen von Kommunisten abgeschrieben. Heutige Kommunisten sagen gerne, daß die marxistischen, leninistischen, máoistischen Regierungen alle keinen Kommunismus praktiziert haben. So wie Karl Marx den Kommunismus beschrieb, wäre die einzige dazu passende Regierungsform die Anarchie. Insofern haben die heutigen Kommunisten schon recht. Aber die vermeintlich kommunistischen Regierungen haben dennoch die kommunistischen Vorstellungen über das Eigentum an Grund und Boden umgesetzt, vorherige Eigentümer enteignet und allen Boden in Staatseigentum überführt. Noch heute tun sich ehemals vermeintlich kommunistische Länder schwer damit, Grundstücke an Angehörige anderer Staaten zu verkaufen. In manchen Ländern ist bis heute nur Erbpacht möglich. Die Systeme zeichnen sich dadurch aus, daß man an irgendwelche Amtspersonen ebenso Gebühren entrichten muß wie vorher an die Privateigentümer, falls man vorhat, das Land irgendwie zu nutzen. Was man mit Grund und Boden anstellen darf, hängt also von den eigenen Finanzen ab. Steigt die Nachfrage, dann steigt auch der Preis. Wohlhabender Leute werden bei der Landnutzung ärmeren Leuten gegenüber bevorzugt. Das ist das exakte Gegenteil der Idee des Freilandes. Ein besseres Gesetz hat Costa Rica. Dort darf ungenutztes Land von jederman landwirtschaftlich genutzt werden. Eigentumsstreitigkeiten werden dadurch geregelt, daß man das Eigentum an dem Land erwirbt, daß man mindestens drei Jahre lang in Folge landwirtschaftlich bestellt. Unter Berufung auf dieses Gesetz beackern Landlose jedoch auch gerne Naturschutzgebiete, von denen es in Costa Rica viele gibt. Das ist nicht die Idee, die dem Gesetz zugrundelag. Daher ist es eine suboptimale Lösung. Richtiges Freiland findet man leider nur dort, wo es nicht viele Nutzungsmöglichkeiten dafür gibt, nämlich bei den Inuit. Weder bei den Ureinwohnern Alaskas noch bei den Ureinwohnern Grönlands wird man genötigt, zunächst ein Grundstück zu kaufen oder zu pachten, bevor man ein Haus daraufstellen darf. Bei den Ureinwohnern Alaskas funktioniert das so, daß man sein Vorhaben ein Haus zu bauen bekannt macht, daraufhin bekommt man vom Dorfältesten einen Platz zugewiesen. Bei den Ureinwohnern Grönlands macht man nicht nur sein Vorhaben, ein Haus zu bauen, bekannt, sondern sucht sich gleich selbst einen Platz dafür aus. Dann berät die gesamte Gemeinde darüber und entscheidet, ob der Platz dafür zur Verfügung gestellt wird oder ob er für jedes anderes benötigt wird. Plätze, die für wichtige Gebäude wie zum Beispiel Schulen geeignet sind, kann deswegen nicht bekommen. In beiden Fällen darf man mit dem Bau seines Hauses beginnen, sobald der Platz dafür feststeht. Mehr ist in beiden Fällen nicht erforderlich und das reicht schließlich auch.

Gerne behaupten Vertreter der großen Industrieländer, daß sie für den Freihandel wären und schließen sogenannte Freihandelsabkommen, die jedoch lediglich so heißen. Gewerkschaften und andere politisch linke Kräfte in den Industrieländern sowie alle politischen Richtungen in den anderen Ländern sind immer gegen diese Form des Wirtschaftens, die die anderen Länder aufgezwungen bekommen. Das hat dem Namen des Freihandels einen äußerst schlechten Ruf eingebracht, obwohl das System mit Freihandel überhaupt nichts zu tun hat, sondern sein genaues Gegenteil ist. Bei einem echtem Freihandel würde niemand übervorteilt. Jeder könnte ohne Genehmigung mit jedem anderen handeln. Ausbeutung würde immer sofort umgangen und das wäre immer leicht möglich. Dabei würden sich ökologische und soziale Standards schnell und von alleine weltweit angleichen. Um das zu verhindern, müßte sich schon der größte Teil der Menschheit darüber einig sein, daß Ausbeutung weiterhin existieren sollte. Echten Freihandel dürfte es zum letzten Mal gegeben haben, bevor es Grenzen gab. Seitdem blitzte er in der Geschichte allenfalls mal kurz auf, um sofort wieder von Machthabern unterbunden zu werden, die um ihre Pfründe fürchteten. Erst durch das Internet ist es heute möglich, wieder auf Freihandel hinzuarbeiten, aber das erfordert zur Zeit noch viel Arbeit und kaum jemand hat die Wichtigkeit verstanden, überhaupt daran zu arbeiten.

Freigeld ist der am wenigsten verstandene Teil der sogenannten Natürlichen Wirtschaftsordnung. Freiwirtschaftler sind oft der Meinung, daß die Einführung von Freigeld dafür sorgen würde, daß sich die anderen Punkte der freiwirtschaftlichen Lehre von selbst einstellen werden. Das mag sein, weil bisher viel Geld im Spiel ist, um die Einführung der anderen Punkte zu verhindern. Wer heute viel Geld hat, wird völlig anders behandelt als Leute, die heute wenig Geld haben. Es ist geradezu so als hinge die berühmte Menschenwürde in Franken, Rappen, Heller und Pfennig vom Kontostand ab. Spätestens daran ist eindeutig zu erkennen, daß es sich bei den heute verwendeten Währungen niemals um Freigeld handelt. Wer mehr Zahlungseinheiten eines echten Freigeldes hat, kann damit zwar mehr kaufen, mehr konsumieren und mehr investieren oder größere Darlehen geben als jemand der weniger Zahlungseinheiten hat, aber das war dann auch der ganze Unterschied. Mehr gibt es nicht.

Grundbegriffe der Biologie I


Wissenschaftliche Erkenntnisse beeinflussen die Sprache der Wissenschaftler, so daß eine Fachsprache entsteht. Manche Menschen gewinnen dadurch, den Eindruck, daß Wissenschaftler nicht verstanden werden wollten oder daß Wissenschaft sehr kompliziert wären. Aber beide Eindrücke sind falsch und deren Gegenteil ist richtig. Gerade die Fachsprache ermöglicht, daß sich Wissenschaftler weltweit präzise über ihr Gebiet verständigen können. Gerade dadurch, daß sich wissenschaftliche Fachsprachen weit von den Umgangssprachen entfernt haben, sind sie weltweit einheitlicher und trotzdem durch die Wissenschaftler der gesamten Welt gleichermaßen leicht erlernbar. Sie machen die Wissenschaften auch nicht komplizierter, sondern sorgen dafür, daß man sich Wissenschaften auf die gleiche Weise erschließen kann wie eine fremde Sprache. Der Rest ergiebt sich dann weitgehend von alleine. Durch die Fachsprachen sind die Wissenschaften, egal welchen Gebietes, sogar eher leichter erlernbar als eine natürliche Fremdsprache.

Die elementarsten Grundbegriffe der Astronomie wurden hier bereits vorgestellt. Nun sollen einige Begriffe folgen, die es erleichtern, Themen wie zum Beispiel die Diskussion um die Gentechnik zu verstehen.
  • Gen: Das Wort Gen ist die Wortwurzel solcher Wörter wie Genese, generieren, Genesis. Es soll bedeuten, daß das Gen dazu dient, etwas zu erschaffen. Das Gen enthält nur Information, die als Bauplan dient. Das Gen läßt sich mit einer Computerdatei vergleichen, die ebenfalls nur Informationen enthält, trotzdem selbst nur virtuëll existiert, also sichtbar aber nicht greifbar ist.
  • Phän: Eine Eigenschaft eines Lebewesens. Das Wort Phän ist die Wortwurzel solcher Wörter wie Phänomen, womit Philosophen den wahrnehmbaren Teil der Wirklichkeit bezeichnen. Phäne sind all die Teile eines Lebewesens, die nicht nur virtuëll existieren, vom einzelnen Proteïn bis hin zu einer bestimmten Verhaltensweise beim Kontakt zu anderen Lebewesen. Phäne grenzt man so voneinander ab, daß jedes Phän durch ein Gen bestimmt wird. Die Hypothese „ein Gen - ein Phän“ hat sich jedoch schon vor vielen Jahren als falsch herausgestellt. Nichts anderes will der Biologe damit ausdrücken, wann immer er von Pleiotropie spricht oder Gene als pleiotrop bezeichnet. Das bedeutet, daß jedes Gen einen Einfluß auf mehrere Phäne haben kann, aber nicht muß, und daß umgekehrt auch jedes Phän durch mehrere Gene bestimmt werden kann, aber nicht muß. Die genauen Abhängigkeiten zwischen jedem Gen und jedem Phän zu erforschen dürfte noch einige Jahrhunderte in Anspruch nehmen. Dennoch ist nicht zu erwarten, daß die Genetik dann komplett verstanden würde, denn Wissenschaft wirft ständig nur neue Fragen auf.
  • Allel: Ein Allel ist sozusagen der Inhalt einer Datei, die in der Biologie als Gen bezeichnet wird. Am besten läßt sich das anhand eines Beispieles erklären. Computerbetriebssysteme spielen gerne direkt nach dem Hochfahren eine Audiodatei ab, damit der Benutzer weiß, daß der Computer endlich einsatzbereit ist. Diese Audiodatei läßt sich durch Audiodateien mit einem anderen Inhalt ersetzen. Während ein Benutzer die Audiodatei so beläßt, wie sie mit dem Betriebssystem ausgeliefert wurde, kann ein anderer die gleiche Datei durch ein Musikstück ersetzen. Ein dritter Benutzer wählt für sein Betriebssystem vielleicht eine lustige Anrufbeantworterbandansage, die man vorgefertigt kaufen kann. In der Biologie entspricht die beim Systemstart abgespielte Audiodatei einem Gen. Die Anrufbeantworterbandansage, das Musikstück und das original enthaltene Gepiepse entsprechen drei Allelen des Genes. Eine Audiodatei, die an einer anderen Stelle gespeichert ist, zum Beispiel eine in einer Musiksammlung oder die, die beim herunterfahren des Betriebssystems abgespielt wird, entspricht einem anderem Gen. Für das andere Gen kann es wieder mehrere Allele geben. Eine Videodatei entspräche wieder einem anderem Gen. Auch dafür kann es mehrere Allele geben. So wie die Anzahl aller möglichen Audiodateien oder die Anzahl aller möglichen Videodateien nicht gleich ist, abgesehen davon, daß manche Benutzer nur freie Dateien verwenden und andere Lizenzen erwerben, ist auch die Anzahl der Allele unterschiedlicher Gene nicht gleich. Je wichtiger ein Gen dafür ist, daß der gesamte Organismus funktioniert, desto weniger Allele kann man für das Gen erwarten, weil zu hohe Abweichungen zum Tod des Organismus führen werden.
  • Genom: Genom bezeichnet die Gesamtheit aller Gene in einem Organismus. Dabei ist -om einfach nur eine Endung, mit der angezeigt werden soll, daß von der Gesamtheit die Rede ist. In ähnlicher Weise kann man die Gesamtheit der Proteïne in einem Organismus als Proteom bezeichnen.
  • Zucker: Zucker sind eine chemische Stoffklasse, die für Lebewesen nicht nur als Energielieferant wichtig ist. Als Zucker bezeichnet der Chemiker einen mehrwertigen Alkohol, der zu einem Ringmolekül geschlossen ist. Mehrwertig bedeutet, daß ein einzelnes Molekül mehrere Alkoholreste trägt. Dabei reicht ein Unterschied in der räumlichen Orientierung eines Alkoholrestes aus, um zwei Zuckerarten in ihren Eigenschaften voneinander zu unterscheiden, weswegen sie dann auch unterschiedliche Namen haben. Zucker werden durch die Endung -ose als Zucker kenntlich gemacht. Dabei wird nicht unterschieden, ob es sich um Monosaccharide (Zucker aus nur einem Ringmolekül), Disaccharide (aus zwei Monosacchariden zusammengesetztes Zuckermolekül, das dann deswegen zwei Ringe enthält) oder Polysaccharide (aus vielen Monosacchariden zusammengesetzte Molküle) handelt. Wegen der Möglichkeit, muß zwischen -wertig und -fach unterschieden werden. So sind Glucose und Fructose beide sechswertige Einfachzucker. Sie unterscheiden sich nur dadurch, daß Glucose ein sechseckiges Ringmolekül bildet, während Fructose ein fünfeckiges Ringmolekül mit einem überstehendem Ende bildet.
  • Ribose: Ribose ist ein fünfwertiger Einfachzucker. Er besteht aus einem fünfeckigem Ringmolekül. Das hat die Ribose mit der Ribulose gemeinsam, die in der Photosynthese eine Rolle spielt, während die Ribose als Ausgangsstoff (Fachwort der Chemiker: Edukt) für die Synthese der Ribonukleïnsäure dient. Sowohl die Ribose als auch die Ribulose werden biochemisch mit Phosphatresten verestert, bevor sie weitere Synthesen durchlaufen. Die beiden Zuckerarten sind sich also sehr ähnlich, dürfen aber trotzdem nicht miteinander verwechselt werden.
  • Desoxyribose: Diese Zuckerart entsteht, sobald einem Ribosemolekül biochemisch an einer bestimmten Stelle ein Sauerstoffatom entzogen wird.
  • Chromatin: Das Chromatin hat seinen Namen vom griechischen Wort für Farbe. Der Name ist historisch bedingt. Biologen stellten eines Tages fest, daß sie den Zellkern jeder tierischen oder pflanzlichen oder pilzlichen Zelle zum größten Teil bläulich anfärben konnten. Es war jedoch lange ein Rätsel, um welchen chemischen Stoff es sich handelte, der den Zellkern zum größten Teil bildet. Darum wurde er einfach als Chromatin bezeichnet. Von diesem Wort leitete sich dann das Wort Chromosom ab.
  • Chromosom: Eine im Mikroskop während einer Zellteilung beobachtbare einzelne Einheit des Chromatins. Während einer Zellteilung wird das Chromatin aufgeteilt und auf die beiden entstehenden Tochterzellen verteilt. In den Tochterzellen kondensiert das Chromatin wieder zu je einem Zellkern. Anhand tierischer Zellen, die während der Zellteilung getötet, chemisch fixiert und mit den unterschiedlichsten Farbstoffen eingefärbt wurden, konnte man viele Beobachtungen an den Chromosomen machen, die man lange Zeit nicht verstanden hat. Die gleiche Beobachtungsmethode wird heute noch eingesetzt, aber nach und nach automatisiert, um vor Schwangerschaftsberatungen auffällige Erbkrankheiten festzustellen. Es gibt jedoch auch viele Erbkrankheiten, die nur durch aufwendigere Untersuchungen festgestellt werden können.
  • Nukleïnsäure: Nicht eine, sondern zwei, chemische Stoffgruppen, die Teil des Chromatins und für dessen früher entdeckte Anfärbbarkeit verantwortlich sind. Nukleïnsäuren sind Derivate (solche gibt es nämlich auch in der Chemie und der Biochemie) des Purins oder des Pyrimidins, bei denen es sich bei beiden um Kohlenstoff-Stickstoff-Ringmoleküle handelt. Die Nukleïnsäuren haben ihren Namen daher, daß sie in Zellkernen entdeckt wurden und chemisch sauer reagieren. Trotzdem werden sie seitens vieler Biologen auch kurz als Basen bezeichnet, was eigentlich das Gegenteil aussagt. Der Farbstoff, mit dessen Hilfe das Chromatin entdeckt wurde, reagierte basisch, daher ist der Name irgendwie hängengeblieben. Ob ein Farbstoff basisch oder sauer reagiert, sagt nichts darüber aus, ob sich damit Säuren oder Laugen anfärben lassen.
  • Desoxyribonukleïnsäure: Ein Riesenmolekül, daß sich aus Desoxyriboseresten, Phosphatresten und Nukleïnsäuregruppen zusammensetzt. Desoxyribonukleïnsäure ist der chemische Stoff, aus dem das Chromatin, und damit der gesamte Zellkern, wirklich zum größten Teil besteht. Desoxyribonukleïnsäure hat einige interessante chemische und physikalische Eigenschaften. Chemisch ist es sehr stabil und kann ohne Konservierung Jahrtausende überdauern. Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, daß Desoxyribonukleïnsäure ein elektrischer Halbleiter ist. Schon in physikalischer Hinsicht dürfte die Desoxyribonukleïnsäure noch einige überraschende Entdeckungen für uns bereithalten, aber darüber hinaus ist sie auch noch die Trägersubstanz der Gene. So wie Gene in der Computertechnik Dateien entsprechen, entspricht die Desoxyribonukleïnsäure eines Zellkernes der Festplatte eines Computers. Die einzelnen Nukleïnsäurereste innerhalb des riesigen Desoxyribonukleïnsäuremoleküls entsprechen den Elementarmagneten der magnetischen Schicht einer Festplatte. Desoxyribonukleïnsäure läßt sich als DNS abkürzen, aber seitdem die gleiche Abkürzung für „Domain Name Server/System“ verwendet wird, hat auch für die Desoxyribonukleïnsäure die angelsächsische Bezeichnung um sich gegriffen. Das führt dazu, daß sie von immer mehr Leuten in den Mund genommen wird, die sie überhauptnicht verstehen und auch nicht wissen, wofür sie steht. Daher ist es immer am besten auf Abkürzungen zu verzichten, so daß die Idee, sich dahinter zu verstecken, garnicht erst aufkommen kann.
  • Ribonukleïnsäure: Nicht nur aus der Desoxyribose, sondern auch aus der Ribose lassen sich komplexe Makromoleküle bilden. Die Ribonukleïnsäure ist aus Riboseresten, Phosphatresten und Nukleïnsäuregruppen zusammengesetzt. Ribonukleïnsäuremoleküle erfüllen in der Zelle drei wichtige Aufgaben. Sie dient als Transportribonukleïnsäure, wobei sie andere Nukleïnsäuren in der Form von Nukleotiden durch die Zelle transportiert. Sie dient als ribosomale Ribonukleïnsäure, wobei sie Bestandteil der Ribosomen ist. Sie dient schließlich noch als Botenribonukleïnsäure, wobei sie die Informationen, die auf der Desoxyribonukleïnsäure gespeichert sind, ablesen und bis zur Ausführung durch die Ribosomen zwischenspeichern. Wenn man die Desoxyribonukleïnsäure mit einer Festplatte und die Gene mit den Dateien darauf vergleicht, dann entspricht die Botenribonukleïnsäure dem Arbeitsspeicher.
  • Nukleosid: Eine Zwischenstufe der Synthese den Ribonukleïnsäuren und der Desoxyribonukleïnsäure aus den Nukleïnsäuren. Bei einem Nukleosid handelt es sich um einen Ester aus einer Nukleïnsäure und einem Ribosemolekül oder einem Desoxyribosemolekül.
  • Nukleotid: Eine Zwischenstufe der Synthese der Ribonukleïnsäuren und der Desoxyribonukleïnsäure. Bei einem Nukleotid handelt es sich um ein Nukleosid, auf das ein Phosphatrest übertragen wurde. Die Übertragung von Phosphatresten dient in der Biochemie zur Aktivierung, das heißt zur Übertragung der für weitere Syntheseschritte notwendigen Aktivierungsenergie. Zu dem Zweck werden sogar mehrere Phosphatreste aneinandergehängt.
  • Ribosom: Ein Zellorganell, daß zur Synthese der Proteïne dient. An einem Ribosom wird eine Botenribonukleïnsäure abgelesen und Aminosäuren in der durch das überbrachte Allel vorgegebenen Reihenfolge zu einem Proteïn zusammengesetzt.
  • Enzym: Bei den meisten der Proteïne handelt es sich um Enzyme. Enzyme sind Proteïne, die als Katalysatoren dienen. Ein großer Teil der Enzyme sind Kinasen, das sind Enzyem, die Phosphatgruppen übertragen. Aber auch alle anderen biochemischen Vorgänge werden durch Enzyme katalysiert. Ohne Enzyme wäre auch die Synthese der Nukleïnsäuren und ihrer Derivate unmöglich. Dadurch ist es ein Rätsel, welche Biomoleküle in der Evolution zuërst entstanden sind. Ganz anders als beim vermeintlichen Problem mit dem Huhn und dem Ei, bei dem das Ei eindeutig zuërst da war, da schon Reptilien, Amphibien, Fische, Insekten, Spinnen und so weiter und so fort aus Eiern geschlüpft sind.
  • Isozym: Manche Enzyme kommen in mehreren Varianten vor. Ist in einer Zelle eines Organismus eine Variante und in einer anderen Zelle des selben Organismus eine andere Variante des gleichen Enzymes aktiv, dann heißen diese Varianten Isozyme. Isozyme werden durch verschiedene Gene oder durch seitens anderer Gene vorgegebenen Modifikationen eines Genes codiert, jedoch nicht durch unterschiedliche Allele eines Genes. Innerhalb eines Organismus kann es höchstens zwei Allele für ein Gen geben, wobei dann eines von väterlicher und das andere von mütterlicher Seite vererbt wurde. Allele eines Genes finden sich in den unterschiedlichen Exemplaren einer Art, aber innerhalb eines Exemplares enthält das Genom in jeder Zelle die selben Informationen.
  • Allozym: Allozyme sind Varianten eines Enzymes, die durch unterschiedliche Allele entstehen. Sie unterscheiden sich also in den unterschiedlichen Exemplaren einer Art, aber nicht in den Zellen des selben Exemplares.
  • Laminin: Proteïn, aus dem die Hülle eines Zellkernes aufgebaut ist. Die Laminine sorgen für die Aufhängung der Desoxyribonukleïnsäure und der Enzyme, die die Desoxyribonukleïnsäure ablesen. Der genaue Aufhängemechanismus, der zugleich Bewegungen erlauben muß, für Stabilität sorgen muß und nicht viel Platz wegnehmen darf, ist noch weitgehend unverstanden.
  • Histon: Die Histone sind eine weitere Klasse Proteïne, die für die Unterbringung der Desoxyribonukleïnsäure im Zellkern wichtig sind. Histone haben die Form von Klorollen und wie die dafür sorgen, daß Klopapier ordentlich aufgerollt verkauft werden kann, sorgen die Histone dafür, daß die Desoxyribonukleïnsäure platzsparend im Zellkern untergebracht ist, indem sie dort Ordnung hineinbringen. Obwohl sich die Histone noch mit in den Zellkern hineinquetschen müssen, braucht der aufgrund der Histone dennoch weniger Platz als ohne sie. Ohne die Histone wäre ein Zellkern für die meisten Zellen viel zu groß.
  • Imprint: Man hat entdeckt, daß bei manchen Genen nur das durch die Mutter und bei anderen Genen nur das durch den Vater vererbte Allel verwendet wird. Es hat sich zwar herausfinden lassen, daß für das unterschiedliche Verhalten der beiden Allele Methylierungen verantwortlich sind, aber in manchen Lehrbüchern steht, daß die Methylierung direkt an den Nukleïnsäuregruppen der Desoxyribonukleïnsäure erfolgt, während in anderen ebenso aktuëllen Lehrbüchern steht, daß die Methylierung an den Histonen erfolgt. Aber auf jeden Fall wird das Methylierungsmuster als Imprint bezeichnet. Solche Imprinte lassen sich bisher noch nicht mit einer automatisierbaren Methode feststellen. Deswegen läßt sich bis heute noch nichtmal die in einem Genom enthaltene Information entschlüsseln, geschweige denn gezielt beeinflussen.

2009/08/18

Spendet nicht über Paypal!


Denn wie hier berichtet wird, ist das eine Bank mit Sitz in Luxemburg, die Rechtsstreitigkeiten dennoch ausschließlich vor britischen Gerichten austrägt und die Daten ihrer Kunden durch Bertelsmann auswerten läßt. Möchtet ihr, daß eure Daten gesammelt, ausgerechnet durch Bertelsmann ausgewertet und dann alles in den datenschutzfreien Raum außerhalb der Europäischen Union versendet wird?

Falls nicht, dann spendet lieber hier!

Für Spenden anderswo gibt es mehr Informationen unter diesem Link.

Mehr Informationen für Spenden hier folgen gleich hier. Es funktioniert (sollte es zumindest)
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

2009/08/16

Ein nichtlohnendes Geschäftsmodell


Warum stelle ich euch ein Geschäftsmodell vor, das sich nicht lohnt? Falls es sich wirklich nicht lohnt, warum ist es dann überhaupt ein Geschäftsmodell? Nun, es ist bestimmt nicht für alle Anwender gleichermaßen unergiebig. Es müssen aber viele Dinge zusammenkommen, damit es funktioniert. Nur in den anderen Fällen lohnt es sich nicht. Nur weil das meistens der Fall sein dürfte, wurde das Geschäftsmodell als nichtlohnend bezeichnet.

Benötigt werden juristische Kenntnisse und ein ausgeprägter Selbsterhaltungstrieb. Die juristischen Kenntnisse müssen ausreichen, um die Gesetze mehrerer Länder zu verstehen. Die Gesetze und deren unterschiedliche Durchsetzung in anderen Staaten sind der Grund für die Schwierigkeiten bei dem Geschäftsmodell, durch die es sich nur für wenige Anwender auszahlen dürfte.

Die Grundidee der Geschäftstätigkeit ist ganz einfach. Viele Staaten haben das Problem, daß sie in der wirtschaftlichen Nutzung ihres Territoriums sehr eingeschränkt sind, weil ihr Staatsgebiet zu einem großem Teil vermint ist. Zwar sind Landminen bereits international geächtet, aber das hat das Problem nicht gelöst. Es gibt ein paar Hilfsorganisationen, die an der Entminung arbeiten. Aber das geht nur sehr langsam voran, weil sich damit kein Geld verdienen läßt und die Entminungsarbeit daher auf Spenden angewiesen ist. Aber genau das läßt sich ändern und zwar durch Immobilienhandel. Vermintes Land ist völlig wertlos, weil es nicht genutzt werden kann. Daher dürfte es leicht sein, es zu geringen Preisen aufzukaufen. Ihr habt wahrscheinlich schon begriffen, was danach folgen soll. Durch die anschließend erfolgende Entminung gewinnt das Land seinen Wert zurück und wird dann zu hohen Preisen verkauft. An diesem Geschäftsmodell ließe sich sogar das Grundprinzip jeglicher unternehmerischen Tätigkeit erläutern, weil hier nicht viel außenherum ist. Man sollte annehmen, daß ein so einfaches Modell bereits allgemein angewandt würde. Aber es gibt dabei ein großes Problem. Viele Staaten verkaufen kein Land an Ausländer.

Ein Staat, dessen eigene Unternehmer nicht in der Lage sind, Landentminung gemäß diesem Geschäftsmodell zu praktizieren, brauchen ausländische Unternehmer, die das machen. Falls die selben Staaten es Ausländer erschweren, Land zu kaufen oder zu verkaufen, dann bleibt das Staatsgebiet immer zu einem großem Teil vermint, weil Minen viel schneller gelegt als wieder geräumt sind. Vernünftig wäre es, die marxistisch-leninistisch beeinflußten Gesetze, die Ausländern den Handel mit Immobilien untersagen, abzuschaffen, damit der Staat selbst von dem Handel profitieren kann und zwar mehr als nur durch Steuereinnahmen je der Fall sein könnte. Leider spielt Vernunft beim regieren eines Staates heutzutage praktisch keine Rolle. Darum müssen sich Unternehmer, die nach diesem Geschäftsmodell vorgehen wollen, sich mit den Gesetzen mehrerer Staaten auskennen, um einen passenden zu finden, in dem es so praktiziert werden kann. Der könnte für die schlechter regierten Staaten irgendwann zu einem Vorbild und Landentminung schließlich im erforderlichen Umfang durchgeführt werden. Hat man erst einen passenden Staat gefunden, dann wird das Geschäftsmodell zu einem sogar sehr lohnendem!

Das Schicksal der Welt II


Ihr dürftet inzwischen bemerkt haben, daß bei Das Schicksal der Welt I im wesentlichen nur Europa behandelt wurde. Schauungen sind nur aus Europa und vereinzelt auch aus Nordamerika bekannt. Die meisten Schauungen geben nur Auskunft über die Entwicklung des Heimatgebietes des jeweiligen Sehers. Dadurch ist es nicht verwunderlich, daß aus wenig besiedelten Gebieten wie dem Pazifik, Sibirien und der Antarktis keine Schauungen vorliegen. Aus dem am dichtesten besiedelsten Gebieten der Welt sind jedoch auch keine Schauungen bekannt, obwohl es die dort geben sollte. Daß die bei uns nicht bekannt sind, liegt jedoch nicht an etwaïgen Sprachbarrieren.

Es ist euch vielleicht schon anhand meiner früheren Artikel aufgefallen, daß mein Verfasser sich in der chinesischen Sprache einigermaßen zurechtfindet (mehr würde er schon aus reiner Bescheidenheit nie zugeben). Daher hatte er tatsächlich einmal geplant, ein Buch über Seherschauungen und Prophezeiungen aus China zu schreiben. Dazu mußte er solche finden, lesen und übersetzen. Selbstverständlich hat er mit dem berühmtesten der chinesischen Prophezeiungsbücher anfangen wollen. Jedoch hat er das sehr schnell aufgegeben. Aber nicht deswegen, weil es zu schwierig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil, es war zu einfach. Existierende, chinesische Kommentare erklären Detail für Detail, was die Schauungen bedeuten sollten. Namen, Orte und Zeiten wurden angegeben. Chinesische Kommentatoren stellen gerne deutlich heraus, daß gerade die exakten Angaben der Vorteil chinesischer Prophezeiungen gegenüber westlichen, wie den kryptischen, aber gerade dafür berühmten, Centurien des Nostradamus wären.

Das berühmteste Prophezeiungsbuch der Chinesen ist das Tuībèitú (推背圖; „vereinfacht“: 推背图). Es soll während der größten Glanzzeit der chinesischen Geschichte, der Dynastie namens Táng (唐) entstanden sein. Während der berühmtesten Dynastie, der namens Míng (明) hatte sich ein Gelehrter am Kaiserhof ganz besonders dem Studium des Tuībèitú (推背圖) gewidmet. Aus dessen Besitz soll das Exemplar stammen, das heute im chinesischen Nationalmuseum auf Taiwan lagert. Auf dieses Exemplar wollen alle heute erhältlichen Versionen zurückzuführen sein. Vom früheren Eigentümer des Exemplares stammen die Kommentare, die die Vorhersagen mit den Ereignissen der bis dahin stattgefundenen Geschichte in Zusammenhang bringen. Das Tuībèitú (推背圖) besteht aus sechzig Zeichnungen, die bereits zu Lebzeiten des angeblichen Verfassers des Tuībèitú (推背圖) mit kurzen Kommentaren versehen worden sein sollen.

Schon die Entstehung des Tuībèitú (推背圖) ist merkwürdig. Der Verfasser soll ein kaiserlicher Hofastronom gewesen sein, der auch in China immer zugleich Astrologe war, jedoch anders als seine westlichen Kollegen zugleich ein Historiker der zum kaiserlichen Amt für Geschichtsschreibung gehörte. Da bekanntlich auch Nostradamus als Hofastrologe arbeitete ist das nicht weiter verwunderlich. Aber die Entstehungsgeschichte des Tuībèitú (推背圖) behauptet, daß der Hofastrologe selbiges auf der Beobachtungsplattform verfaßte und dort Besuch von einem befreundetem Beamten bekam. Das Problem dabei ist, daß außer dem Hofastrologen allenfalls noch der Kaiser persönlich die Himmelsbeobachtungsplattform betreten durfte. Alle anderen erwartete die Todesstrafe für so einen staatsfeindlichen Akt. Daher kann mit der Geschichte etwas nicht stimmen.

Entscheidender ist jedoch, daß die Kommentare des Tuībèitú (推背圖) tatsächlich bis zur Míng-Dynastie Namen, Zeiten und Orte aller wichtigen geschichtlichen Ereignisse nennen. Für Experten auf dem Gebiet der Schauungen und Prophezeiungen ist das ein sehr deutliches Zeichen dafür, daß die Ereignisse erst nach derem Eintreffen beschrieben wurden. Weil sich Sprachen selbstverständlich zusammen mit den geschichtlichen Entdeckungen und Ereignissen weiterentwickeln, müssen sich die Menschen jeder Epoche notgedrungen ihrer Zeit gemäß ausdrücken. Dadurch sind Schauungen immer schwer zu verstehen, bedürfen der Interpretation und kleine Abweichungen sind auch bei der exaktesten Vorhersage unvermeidlich. Beim Tuībèitú (推背圖) treten die jedoch bis zur Míng-Zeit nicht auf. Experten wissen sogar, daß selbst die in Schauungen explizit enthaltenen Zeitangaben unzuverlässig sind. Sie stimmen fast nie. Die meisten Seher erwarten die geschauten Ereignisse noch während ihrer eigenen Lebzeiten, weil sie keinen anderen Sinn darin erkennen können, daß die Schauungen ausgerechnet ihnen eingegeben wurden. Durch die unterschiedlichsten Methoden herbeigeführte Schauungen, bei denen man das Problem nicht unbedingt erwartet, sind noch viel unzuverlässiger. Konsequenterweise werden die Vorhersagen des Tuībèitú (推背圖) nach der Míng-Zeit sehr schwammig und man kann alles mögliche hineininterpretieren. Mit den exakten Angaben der Namen, Zeiten und Orten ist es dann vorbei. Außerdem besteht das Tuībèitú (推背圖) zwar aus sechzig (die Anzahl der Jahre eines chinesischen Kalenderzyklus) Zeichnungen, aber es gibt bis zu vier weitere Zeichnungen (dann zusammen vierundsechzig und damit die Anzahl der Hexagramme des ältesten chinesischen Orakelbuches), die ebenfalls für sich beanspruchen teil des Tuībèitú (推背圖) zu sein. Sogar die Entstehung des Tuībèitú (推背圖) während der Táng-Dynastie ist verdächtig. Da sie für die Chinesen als die ruhmreichste gilt, werden Fälschungen gerne auf diese Zeit datiert. Für die Fälscher hat das noch den zusätzlichen Vorteil, daß die meisten Originale aus der Zeit zerfallen sind und die übrigen nur mit großem technischem Aufwand erhalten werden. Daher muß man bei Werken, die aus dieser Zeit zu stammen vorgeben, besonders vorsichtig sein.

Da sogar das berühmteste aller chinesischen Bücher, die die Zukunft zu kennen behaupten, leicht als Fälschung zu erkennen ist, und darüberhinaus, was noch viel schlimmer ist, kein Chinese das zu bemerken in der Lage zu sein scheint, brauchen wir nicht mit echten Schauungen aus dem chinesischen Sprachraum zu rechnen. Das ist garnicht so seltsam wie es klingt. Der Grund dafür, daß das Betreten der Himmelsbeobachtungsplattform außer durch den Kaiser und seinen Hofastrologen bei Todesstrafe verboten war, ist der, daß Vorhersagen am chinesischen Kaiserhof sehr wichtig genommen wurden. Während das Königsheil europäischer Länder durch die Gnade des Gottes des Christentumes begründet wurde, gründete sich das Amt des chinesischen Kaisers auf das Mandat des Himmels und der chinesische Kaiser bezeichnete sich selbst als den Sohn des Himmels. Daher mußte der Kaiser wissen, was am Himmel geschah, also in seiner eigenen Familie. Zugleich wußten auch die Alten Chinesen, daß der Himmel uns das Schicksal der Welt zu offenbaren versucht. Wer die Vorgänge am Himmel zu deuten verstand, war nur noch einen Schritt vom eigenen Anspruch auf den kaiserlichen Thron entfernt und damit eine Bedrohung für den chinesischen Kaiser. Astrologie war daher genauso verboten wie das Betreten der Himmelsbeobachtungsplattform des kaiserlichen Hofes. Während der chinesischen Geschichte war es daher ganz normal, daß sich alle Arten an Revolutionären auf Prophezeiungen beriefen, um ihre Taten zu rechtfertigen. Unter diesen Umständen versteht es sich geradezu von selbst, daß alle Arten an Vorhersagen über die Zukunft immer einer strengen Zensur durch den Kaiserhof unterlagen. Die kommunistische Partei führt diese Politik bis heute fort, was sie mit dem Materialismus, den die kommunistische Ideologie gebietet, begründet.

Es ist also alles andere als sonderbar, daß wir, einschließlich der Chinesen, keine Seherschauungen oder ähnliche Vorhersagen der Zukunft aus dem chinesischen Sprachraum vorliegen haben. Seltsamer ist es da schon, daß auch keine Schauungen aus Indien oder Japan bekannt sind, zumal Europäer einen früher begonnenen und intensiveren kulturellen Austausch mit den beiden Kulturen praktizieren.

Also falls jemand entsprechende Schauungen aus anderen Kulturkreisen kennt, dann möge sie oder er sie bitte in den Kommentaren vorstellen. Schauungen aus anderen Kulturkreisen sind nicht nur dafür wichtig, um zu erfahren, was in den anderen Kulturen geschehen soll, sondern auch dafür, die Plausibilität der Voraussagen aus unserem eigenen Kulturkreis zu überprüfen.

2009/08/14

Sebelius-Erlaß


Ein Sebelius-Erlaß, auch kurz Sebelius genannt, wobei der Plural dann Sebelii statt Sebelius-Erlasse lautet, ist eine Art moderner Kaperbrief. Der historische Kaperbrief schützte Piraten vor politischer Verfolgung, falls sie Schiffe verschonten, die unter der Flagge des ausstellenden Staates segelten. Bei anderen Schiffen war es den Piraten jedoch freigestellt, Beute zu machen. Daher heißen Piraten, solange sie im Besitz eines gültigen Kaperbriefes sind, Freibeuter. Freibeuter waren also eine Art Elite unter den Piraten. Heute gelten alle Piraten nur noch als gemeine Verbrecher, weil kein Staat mehr bereit ist, Kaperbriefe auszustellen. Stattdessen versuchen mehr und mehr Staaten gemeinsam die Piraterie weltweit zu bekämpfen.

Dennoch gibt es Staaten, die einer neuen Art von Elite juristische Immunität gewähren. Die inzwischen möglich gewordene juristische Immunität geht weit über die aller historischen Vorbilder hinaus. Wer durch einen Sebelius geschützt wird, hat sogar die Möglichkeit der Bevölkerung des ausstellenden Staates zu schaden, ohne daß er dafür belangt werden kann. Die Sebelii sind damit schon eine starke Steigerung der ehemaligen Kaperbriefe. Man müßte schon den ausstellungsberechtigten Personen persönlich ans Bein pinkeln, um sich in die Gefahr der Strafverfolgung oder auch nur der Schadenersatzforderung zu bringen. Wobei man sich darüber wundern kann, wie es in Staaten mit praktizierter Gewaltenteilung zu einer Machtkonzentration kommen kann, die die Ausstellung der Sebelii ermöglicht.

Namensgebend für den Sebelius ist ein Erlaß, der Hersteller von Impfstoffen gegen Schweinegrippe totale juristische Immunität gewährt. Dadurch erhalten erstmalig in der Geschichte Giftmischer einen besseren Schutz vor der Juristerei als ihn Abgeordnete oder Diplomaten genießen. Allein durch seine Existenz dürfte der erste Sebelius für eine hohe Nachfrage nach solchen Privilegien auslösen. Daher werden wir in nächster Zukunft solche Privilegien für neue Eliten noch öfter sehen. Genaueres über den namengebenden Erlaß erfahrt ihr unter folgendem Link: http://info.kopp-verlag.de/news/rechtliche-immunitaet-fuer-die-hersteller-von-schweinegrippe-impfstoffen.html.

Evolution V


Bevor noch jemand glaubt, daß sich Evolution bei allen möglichen Dingen beobachten ließe, nur bei Lebewesen nicht, sollten wir diesen wichtigsten Teil der Evolution betrachten, an dem man die Evolution auch entdeckt hat. Selbstverständlich ist der Forschungsstand seit den Zeiten des Charles Darwin erheblich vorangeschritten. Daher würde kein Evolutionsforscher von Darwinismus reden. Außerdem haben Ismen, also Ideologien, in der Wissenschaft sowieso nichts verloren. Darwinismus hat es daher, falls überhaupt, immer nur außerhalb der Wissenschaften gegeben. Heute wissen wir, daß Zufälle eine untergeordnete Rolle in der Evolution spielen. Stattdessen läuft sie mit den immer gleichen, naturgesetzlich vorgegebenen, Mechanismen ab. Auch der Mensch praktiziert diese Mechanismen und ist ihnen unterworfen. Menschen und anderen Tiere entwickeln sich hauptsächlich durch intersexuëlle Selektion, auch kurz sexuëlle Selektion genannt, bei der es sich nicht um irgendeine Perversion handelt, sondern um die Auswirkungen der Partnerwahl auf die Entwicklung einer Art und auch umgekehrt. Ähnlich wie bei den Vorstellungen über einen idealen Markt ohne Wirklichkeitsbezug bei den Ökonomen, berücksichtigt auch die Artdefinition der Biologen keine Mechanismen der Partnerwahl, weil es sonst unangenehm schwierig würde, zu definieren, was eine Art überhaupt ist. Viele Biologen empfinden es als bereits traurig genug, daß sich Leben nicht definieren läßt und viele weitere Begriffe durch den Einfluß der Wissenschaftsjournaille immer schwammiger verwendet werden. Daher möchten sie ihre Definition der biologischen Art nicht aufgegeben und passen sie den neuen Erkenntnissen nicht an. Die Partnerwahl ist selbstverständlich ein Mechanismus, der nur bei zweigeschlechtlichen oder mehrgeschlechtlichen Arten zum tragen kommen kann. Aber exakt dazu, nämlich um die Entwicklung der Art voranzutreiben, dient die Aufteilung der Art in Geschlechter. Es gibt übrigens tatsächlich Arten mit mehr als zwei Geschlechtern. Während die Wissenschaftsfiktionsfilme der Nordamerikaner sich lediglich drei Geschlechter vorstellen können, kamen deutsche Wissenschaftsfiktionsromane bereits auf fünf Geschlechter. In der Natur sind jedoch schon Arten mit bis zu sieben Geschlechtern nachgewiesen worden. Während sich in der Wissenschaftsfiktion alle Geschlechter mit je einem Exemplar für einen Fortpflanzungsakt einfinden müssen, ist das in der Natur selbstverständlich nicht so, denn die Partnerwahl ist bei zwei Geschlechtern schon kompliziert genug, bei noch mehr erforderlichen Geschlechtern würde das schnell zum aussterben der Art führen. Auch die real existierenden mehrgeschlechtlichen Arten, bei denen es sich übrigens um Mikroorganismen handelt, brauchen jeweils nur zwei der Geschlechter für einen Fortpflanzungsakt, genau wie die zweigeschlechtlichen. Bei den Geschlechtern der mehrgeschlechtlichen Arten kann es sich selbstverständlich nicht um die uns als männlich und weiblich bekannten Ausprägungen handeln. Daher mögen manche vielleicht den Begriff des Geschlechtes für solche Arten unpassend finden. Unter der Voraussetzung läßt sich daran die sexuëlle Selektion nicht erklären. Wenden wir uns daher dem ohnehin interessanterem Fall der Evolution des Menschen zu.

Zwar läßt sich immer wieder die Behauptung vernehmen, daß der Mensch durch seine Beeinflussungsmöglichkeiten der Natur nicht mehr der Evolution unterliege, aber das ist selbstverständlich mitnichten der Fall. Es ist noch nichtmal möglich, es sei denn er möchte sich selbst ausrotten. Obwohl der Mensch bereits leidlich mit anderen Maßnahmen an seiner eigenen Ausrottung arbeitet, unterliegt er trotzdem noch der Evolution, gegen die er überhauptnichts unternimmt und das normalerweise noch nichtmal bemerkt. Warum sollte er dagegen auch etwas unternehmen wollen? Den Menschen aus der Evolution herauszunehmen hieße jegliche Form der Partnerwahl abzuschaffen. Niemand könnte sich mehr einen Partner wählen und niemand würde mehr erwählt werden. Da mindestens neunzig Prozent, eher noch mehr, der Tätigkeiten der Menschen der Balz dienen, und damit der Partnerwahl, der sexuëllen Selektion und der Evolution der menschlichen Art, bedeutete keine Evolution mehr zwangsläufig auch keine Kultur mehr.

Biologen kennen die Kriterien der Partnerwahl längst. Aber die sind sowieso nicht schwer zu erraten. Menschen können nur von denjenigen früheren Menschen abstammen, die Nachkommen hatten. Bei anderen Arten ist das nicht anders. Die meisten Nachkommen hatten selbstverständlich diejenigen, die ein Bedürfnis nach Nachkommen hatten. So mußte sich zwangsläufig bei allen biologischen Arten ein Fortpflanzungstrieb entwickeln. Bei zweigeschlechtlichen Arten existiert eine rein statistische Wahrscheinlichkeit, daß beide Elternteile ihre Gene jeweils zur Hälfte auf einen Nachkommen weitergeben. Der Biologe spricht hier von einem Verwandtschaftsgrad zwischen einem Elter und seinem Nachkommen von 0,5. Bei einem zweiten Nachkommen wäre der Verwandtschaftsgrad mit einem Elter wieder 0,5, aber da wir uns nach dem heutigen Erkenntnisstand noch sehr auf die Statistik stützen müssen, gilt die Wahrscheinlichkeit als gleich groß, also ebenfalls jeweils 0,5, daß nochmal die gleichen Gene oder die exakt gegenteilige Hälfte der Gene weitergegeben wird. Die beiden Geschwister könnten also genetisch identisch sein, was einem Verwandtschaftsgrad von 1,0 entspräche, oder vollkommen verschieden, was einem Verwandtschaftsgrad von 0,0 entspräche. Der statistisch ermittelte Verwandtschaftsgrad ergibt sich durch Mittelung und heraus kommt ein Verwandtschaftsgrad von 0,5 zwischen den Geschwistern. Daraus folgt, daß die beiden Eltern ihre Gene zu jeweils 75 % an ihre Nachkommen weitergegeben hätten. Wohlgemerkt würde ein Gentest wahrscheinlich ein anderes Ergebnis ergeben als die statistische Berechnung, aber die wenigsten unter den Menschen und anderen Tieren leisten sich diesen Luxus bei jedem Fortpflanzungsakt. Außerdem könnte man sowieso erst bei vorhandenen Nachkommen feststellen, wie hoch der vorliegende Verwandtschafsgrad ist. Gentests waren außerdem während der geschichtlichen Entwicklung nur die kürzeste Zeit und auch nur in den reichsten Ländern verfügbar. Daher kommen die Mechanismen der Evolution auch gut ohne aus. Betrachtet man nun die Weitergabe der eigenen Gene als den Sinn seines Lebens, so wie das alle anderen Tierarten und unter den Biologen Richard Dawkins tun, dann sind zwei Nachkommen und dabei eine Weitergaberate von 75 % der eigenen Gene nicht besonders befriedigend. In dem Fall sollte vielleicht ein dritter Nachkomme her. Aber aufgrund der gleichen statistischen Berechnungen wie beim zweiten Nachkommen, die lediglich nochmal wiederholt werden müssen, erkennt man leicht, daß wiederum nur die Hälfte der Differenz zu den hundert Prozent aufgefüllt würde. Mit drei Nachkommen hatte man statistisch 87,5 % der eigenen Gene weitergegeben. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß diese Nachkommen die Gene an die Enkelgeneration mit einer ähnlich unvollkommenen Rate weitergeben, ist jede Abweichung von den hundert Prozent äußerst unbefriedigend. Besser wäre natürlich eine mehrfache Weitergabe des kompletten eigenen Genomes, um der Ausdünnung der eigenen Gene in den folgenden Generationen vorzubeugen, denn andernfalls wäre die Weitergabe der eigenen Gene in auch nur kulturgeschichtlichen Maßstäben, von erdgeschichtlichen ganz zu schweigen, bereits unsinnig. Aber durch die Fortsetzung der oben angefangenen statistischen Berechnung läßt sich leicht feststellen, daß es sogar bei einer beliebig großen Zahl an Nachkommen komplett unmöglich ist, auch nur die einfache Weitergabe des kompletten eigenen Genomes zu erreichen, sofern man mit dem Fortpflanzungspartner einen Verwandtschaftsgrad von 0,0 aufweist. Von letzterem sind wir nämlich stillschweigend ausgegangen, weil das in der Biologie auch heute noch so üblich ist. Anders als in der Ökonomie schreiten die Erkenntnisse in der Biologie zwar voran, aber anscheindend können die Lehrbücher mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Während der letzten Biotechnologieblase an den Märkten wurden allerdings auch viele Wissenschaftler durch Wirtschaftler ersetzt. In der Folge wurden dann sogar die Universitäten unter die Verwaltung durch Wirtschaftler gestellt. Das könnte möglicherweise die Ursache aller Probleme bei der Fortentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse sein.

Halten wir die wichtige Erkenntnis fest. Fortpflanzung mit einem Partner ist umso sinnvoller, je ähnlicher der Partner einem ist. Das Problem haben manche Arten dadurch gelöst, daß sie eine ungeschlechtliche Fortpflanzung entwickelt haben. Die Methode gab es schon vor der geschlechtlichen Fortpflanzung, aber manche neuere Art ist zu der alten Methode zurückgekehrt. Dadurch sind die Nachkommen Klone des Vorfahren. Aber auch die Methode hat ihre Nachteile. Andernfalls hätten die meisten Arten sie nicht durch die geschlechtliche Methode der Fortpflanzung ersetzt. Arten ohne genetische Variabilität sind gegen Krankheiten, Parasiten und Umweltveränderungen sehr anfällig. Das können sich nur Arten in eng begrenzten, stabilen und isolierten Gebieten erlauben. Mit je mehr anderen Arten eine Art in ihrem Lebensraum konkurriert, je mehr unterschiedliche Lebensräume sich eine Art aneignet, mit je mehr Krankheitserreger eine Art konfrontiert ist, desto höher muß ihre genetische Vielfalt sein, falls sie nicht aussterben will. Beim Menschen haben Adelsfamilien mit ihrer Inzucht und daraus entstandenen Erbkrankheiten vorgeführt, daß eine zu nahe Verwandtschaft für die Methode der geschlechtlichen Fortpflanzung völlig ungeeignet ist. Der Mensch muß sich zur Fortpflanzung nicht nur einen möglichst ähnlichen, sondern gleichzeitig auch noch einen möglichst unterschiedlichen Partner suchen, falls er seine genetische Linie nicht aussterben lassen will. Aus diesen beiden gegensätzlichen Anforderungen ergeben sich die Kriterien bei der Partnerwahl.

Der heutige Mensch sucht sich Partner aus dem jeweils anderem Geschlecht auch für andere Tätigkeiten als die Fortpflanzung. Dabei wendet er zwar einerseits die ihm einprogrammierten Auswahlmechanismen an, weil er ein Gewohnheitstier ist, aber andererseits ist er dabei nicht so streng, weil er für die anderen Tätigkeiten auch bewußt bessere Auswahlkriterien finden kann. Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, daß die Auswahlmechanismen für die sexuëlle Selektion nicht mehr in den Menschen einprogrammiert wären. Aber man bräuchte lediglich unterscheiden, ob die Partnerwahl zum Zweck der Fortpflanzung oder zu anderen Zwecken erfolgt, um den Eindruck zu korrigieren.

2009/08/12

Das Straßenkünstlerbezahlmodell und das Katze-im-Sack-Bezahlmodell


Das Straßenkünstlermodell ist das Gegenteil des Katze-im-Sack-Modells. Die meisten Computerprogramme und anderen künstlerischen Werke folgen dem Katze-im-Sack-Modell. Dort bezahlt man für das Werk bevor man dessen Inhalt kennt. Der Preis kann daher zu hoch oder sogar zu niedrig sein. Das kann man erst feststellen, nachdem es zu spät ist. Beim Straßenkünstlermodell darf man erst den Wert feststellen, den Preis selbst bestimmen und danach bezahlen. Ein Netzportal namens Freinutz hatte mal versucht, eine eigenwillige Variante des Straßenkünstlermodells zu propagieren.

Das Freinutzmodell verwendete wie das Straßenkünstlermodell das Zahle-was-du-willst-Prinzip. Aber damit hörten die Gemeinsamkeiten mit anderen Anwendungen des Straßenkünstlermodelles auch schon auf. Die möglichen Nutzer eines der auf Freinutz durch deren Urheber eingestellten Werke sollten zunächst Geld bezahlen. Sobald das durch Freinutz verwaltete Konto einen seitens des Urhebers eines Werkes festgelegten Kontostand erreichte, sollte das entsprechende Werk zum ab dann kostenlosen Herunterladen und Weiterverteilen freigegeben werden. Das klingt zwar zunächst nach einem gerechtem Bezahlsystem, aber trotzdem hätte man auch dort immer nur für die Katze im Sack bezahlt. Aber zusätzlich enthielten die Nutzungsbedingungen des Freinutzsystems noch eine dreiste Klausel. Konnte der Kontostand, ab dem ein Werk freigegeben werden sollte, nicht bis zu einem festgelegtem Zeitpunkt erreicht werden, dann wäre das Werk natürlich nicht freigegeben worden. Aber darüberhinaus hätte man auch das für dieses Glücksspiel eingesetzte Geld nicht zurückerhalten. Stattdessen sollte es an irgendeine durch Freinutz ausgesuchte, mehr oder weniger gemeinnützige Organisation gespendet werden. Freinutz hätte also auch als Glücksspielportal auftreten können, dann wäre es jedoch verboten worden. Das war wohl eher der Grund dafür, das durch Freinutz verwendete Modell als Straßenkünstlermodell zu deklarieren.

Echte Straßenkünstlermodelle nutzen nicht nur das Zahle-was-du-willst-Prinzip, sondern sind auch keine Glücksspiele. Stattdessen weiß man beim bezahlen bereits, was man bekommen hat. Man braucht nicht die Katze im Sack zu kaufen. Auf diese Weise angebotene Waren werden auch als Mindware bezeichnet.

Das Straßenkünstlermodell entstammt ursprünglich dem Dienstleistungssektor. Nach dem gleichen Modell gehen die Autoscheibenwäscher vor, die aus Rumänien nach Berlin kamen und dort tätig sind. Nur falls sie den Autofahrern zu sehr auf die Nerven gehen, erteilt die Polizei dort auch mal Platzverweise, aber normalerweise dürfen sie ihrer Tätigkeit frei nachgehen. Das Waschen der Autoscheiben und das anschließende Annehmen der Spenden der Autofahrer gilt rechtlich als betteln. Das hat für die Rumänen, während Rumänien zwar schon zur Europäischen Union, aber noch nicht zum Schengenraum gehört, den Vorteil, daß sie keine Arbeitserlaubnis brauchen. Ein Gewerbe braucht dafür auch nicht angemeldet zu werden. Daraus folgt, daß das Straßenkünstlermodell erhebliche Vorteile bei der Bürokratieeinsparung hat. Das ist natürlich ein besonderer Vorteil, falls man Mindware über das Netz verteilt oder verteilen will.

Gerechte Wechselkurse III


Nachdem die Theorie der Kaufkraftparität erklärt wurde, sollte noch eine Methode vorgestellt werden, durch die sie auf die Spitze getrieben wird. Bei der Gelegenheit läßt sich gleich noch erläutern, warum die Kaufkraftparität völliger Quatsch ist. Bei der Methode handelt es sich um den Big-Mäc-Index (die heißt wirklich so).

Die Idee hinter dem Big-Mäc-Index ist, daß ein jeder Mensch auf dieser Welt sowohl die gleiche Möglichkeit als auch den gleichen Wunsch hätte, sich zwei Stückchen eines toten Rindes, die zusammen mit komischen Gewürzen in eine Art schlabbriges Brötchen gequetscht wurden, zu kaufen. Während der Hersteller des Produktes versichert, so weit möglich bei regionalen Zulieferern einzukaufen, fabulieren die Wirtschaftler weiter, daß dieses Produkt überall auf der Welt völlig gleich sei. Daher müsse es auch den gleichen Preis haben. Da der Preis aus Angebot und Nachfrage bestimmt wird, muß nur noch die Nachfrage gleichgesetzt werden. Gleiche Nachfrage solle dadurch eintreten, daß die Kaufkraft weltweit angeglichen werde. Das wiederum solle durch die Wechselkurse der beteiligten Währungen geschehen.

Da die Entalphabetisierung auch, und sogar insbesondere, im deutschsprachigem Raum weit vorangeschritten ist, kann leider nicht mehr damit gerechnet werden, daß die Unsinnigkeit der Theorie unmittelbar einsichtig ist. Darum muß wohl erklärt werden, warum sie von vorne bis hinten nicht stimmen kann. Zunächst mal ist das Angebot auch dann nicht gleich, wenn es überall auf der Welt vom gleichen Hersteller stammt. Besagter Hersteller verkauft auch Pommes Frites. In den meisten Ländern der Welt werden die durch diesen Hersteller mit gehärteten Fetten getränkt. Der Hersteller begründet das damit, daß nur so der gewünschte Geschmack erzielt werden könne. In Dänemark, wo die gehärteten Fette berechtigterweise aus gesundheitlichen Gründen verboten sind, hat der selbe Hersteller überhaupt kein Problem damit, seine Pommes Frites ohne gehärtete Fette zu produzieren. Rinder schlachten lassen darf er allerdings auch in Dänemark. In Nepal, wo der Hinduismus Staatsreligion und Rinder somit von Staats wegen heilig sind, ist es zumindest schwieriger, die Stückchen Rinderaas unters Volk zu bringen und sich dabei nicht unbeliebt zu machen. In Indien dagegen funktioniert es ganz gut, solange in hauptsächlich muslimisch bewohnte Gebiete ausgewichen wird. Dafür dürfte wiederum der selbe Hersteller dort mit den ebenfalls durch ihn verkauften Stückchen Schweineaas auf weniger Akzeptanz treffen. Natürlich werden die Konsumenten, denen das Aas eines Tieres aus religiösen Gründen verboten ist, auf das Aas anderer Tiere ausweichen. Schon das wäre etwas, das die Nachfrage verändert. Das auf die Nachfrage ausgerichtete Angebot ändert sich selbstverständlich mit. Abgesehen davon, daß beides auch noch durch unterschiedlich hohe Bevölkerungsanteile derjenigen, die keinen eigenen Wert in mineralstoffloser und vitaminfreier Kost erkennen, in allen Ländern beeinflußt wird, gibt es noch mehr Gründe, warum das Angebot nicht überall gleichviel kosten kann. Da wäre zunächst das Problem des Energieverbrauches bei der Herstellung. Zum Beispiel ist China bekannt dafür, viele Kohlekraftwerke (KKW) zu betreiben und immer mehr neue zu bauen. Nun könnte man die in verschiedenen Ländern durch die Industrie verursachten Umweltschäden miteinander vergleichen, aber das wollen wir uns ersparen, weil China nicht deswegen immer mehr Kohlekraftwerke baut, weil den Chinesen die Umwelt egal wäre. China baut daneben immer mehr Solarkraftwerke (SKW) und Windkraftwerke (WKW), denn die erneuerbaren Energien sind auch in China ganz groß im Kommen. Aber China ist auch nicht plötzlich grün und zu einem Vorreiter im Umweltschutz geworden. Das ist wiederum nicht der Grund für die chinesischen Investitionen in die erneuerbaren Energien. China plant, baut und betreibt nämlich auch immer mehr Atomkraftwerke (AKW). Da China Atommacht ist, und es eine zivile Nutzung der Atomkraft / Atomkernenergie gemäß ihrer und auch der menschlichen Natur nicht geben kann, ist der Bau weiterer chinesischer Atomkraftwerke nicht verwunderlich. Verwunderlich ist eher, daß sich die Lobbyisten der Atomkraft, der fossilen Energieträger und der erneuerbaren Energien nicht gegenseitig bei der Arbeit behindern. Daran erkennen wir schon den Grund für die vielen, chinesischen Kraftwerksbauaktivitäten. China leidet an so einem eklatantem Elektrizitätsmangel, daß die Chinesen nach allem greifen, das auch nur ein bißchen Abhilfe verspricht. Die Bauprojekte sind Ausdruck purer Verzweiflung! Selbstverständlich ist industriëlle Produktion unter diesen Umständen schwieriger als in den Industrieländern, die man nicht zuletzt aufgrund ihrer gut ausgebauten Industrie so nennt. Als nächstes kommt der Transport dazu. Überall, wo produziert wird, muß auch transportiert werden. Lebensmittel und Nahrung wird hauptsächlich über Straßen transportiert. Trotz manchmal sehr beeindruckenden Baumaßnahmen während einer sehr langen Geschichte ist China auch beim Transport wieder benachteiligt. Es gibt dort viel zu wenig Straßen. Falls mal jemand die Fernsehdokumentation gesehen hat, in der das Fernsehteam eine ewiglange und breite Straße ganz für sich alleine hat: Die Straßen, die es in China gibt, befinden sich zumeist nicht dort, wo sie gebraucht würden. Zudem gibt es dort weite Gegenden, in denen sich der Untergrund dem Straßenbau widersetzt. Die Produktionsbedingungen in Ländern wie China unterscheiden sich sehr von denen der westlichen Zivilisation. Daher können die Angebote aus beiden Teilen der Welt nicht gleich sein. Ähnliches gilt für die Nachfrageseite.

Aber funktioniert die Theorie der Kaufkraftparität vielleicht mit einem einfacherem Produkt und falls die möglichen Bedingungen der Produktion sich schon mehr angeglichen haben? Untersuchen wir das an einem entsprechendem Beispiel, nämlich am Spargel im Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich. Hier tun wir uns leicht, weil die Sendung Karambolage auf dem französisch-deutschem Fernsehsender ARTE über den Spargel recherchiert und uns damit die Arbeit abgenommen hat. Pro Kopf und Jahr essen die Deutschen zweieinhalb Kilogramm Spargel, die Franzosen dagegen nur ein halbes Kilogramm. Hier sehen wir schon einen deutlichen Unterschied in der Nachfrage, obwohl auf beiden Seiten der Euro als Währung verwendet wird. Nach der Kaufkraftparitätstheorie kann die unterschiedliche Nachfrage nicht in der unterschiedlichen Kaufkraft begründet liegen, weil so ein Unterschied durch die Verwendung der gleichen Währung aufgehoben würde. Aber die Deutschen fragen nicht nur mehr Spargel nach, sondern auch nach einer Qualität, die dem Spargelbauer deutlich mehr Arbeit macht. Der deutsche Spargel muß völlig weiß sein, darf daher nur unterirdisch in Hochbeeten wachsen und muß schließlich mühsam gestochen werden. Das Spargelfeld muß immer aufgeräumt aussehen, damit der Spargelbauer rechtzeitig erkennt, wann der Spargel geerntet werden muß. Den Spargel in die Hochbeete einzupflanzen ist natürlich auch arbeitsintensiv. In Frankreich ist dagegen nur Spargel mit violetten Spitzen erhältlich, weil sich die Spargelbauern dort nicht so viel Arbeit machen, den Spargel von der Sonnenstrahlung fernzuhalten. Sobald deutscher Spargel so aussieht, sinkt der Preis in Deutschland kräftig. Logischerweise exportieren die deutschen Spargelbauern deutschen Spargel, der violette Spitzen bekommen hat, nach Frankreich, weil das nicht weit weg und im selben Zollgebiet liegt. Außerdem wird in beiden Ländern der Euro verwendet. Trotz dieser Gemeinsamkeiten ist nicht einmal ein einzelnes Gemüse in beiden Ländern gleich. Wie könnte dabei ein gemeinsamer und dennoch gerechter Preis zustandekommen? Die beiden Anforderungen schließen sich logischerweise gegenseitig aus.

Sogar viele Ökonomen haben inzwischen erkannt, daß die Theorie der Kaufkraftparität völliger Quatsch ist. Aber sie ist auch typisch für die Theorien der Ökonomen, die sich besonders durch eine gewisse Weltfremdheit hervortun.