2009/06/28

Geschäft statt Wirtschaftskrise durch Service


Deutsche Mentalität führt bekanntlich zur Dienstleistungswüste. Wer nach neuen Geschäftsideen sucht, um seinen Betrieb am laufen zu halten, braucht sich lediglich bewußt gegen dieses Verhalten zu entscheiden. Ein vorbildliches Beispiel dafür, könnt ihr über diesen Link kennenlernen. Dort finden sich Angaben über eine Ferienpension, die auf alles verzichtet, worauf Chemikaliensensitive allergisch reagieren. Ein geniales Alleinstellungsmerkmal. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal braucht nur den halben Preis zu bezahlen, wer nachweisen kann, weniger als tausend Euro pro Monat zu verdienen. Das zusätzliche Alleinstellungsmerkmal enthüllt zugleich für uns, daß sich dieses Geschäftsmodell tatsächlich bezahlt macht und wie sehr es das tut. Wahrscheinlich haben Geschäftsleute, die echten Service bieten, im deutschsprachigen Raum überhauptkeine Konkurrenten.

Astromagie VI


Elektionen solltet ihr bereits aus dem Artikel Astromagie II kennen. Nun kommen wir zur interessantesten Anwendung der Elektionen. Diese Anwendung hat meinen Verfasser überhaupt erst auf die Idee der Astromagie gebracht. Wir beschäftigen uns im folgenden mit der Möglichkeit, Unfälle zu verhindern. Der transitierende Uranus warf ein Quadrat zum Radixmars meines Verfassers, danach wurde der Uranus rückläufig und dadurch wiederholte sich das Quadrat noch zweimal, nämlich während der Rückläufigkeit und der sich daran anschließenden Vorläufigkeit. Während des Quadrats zwischen dem rückläufigen Uranus und dem Radixmars hatte mein Verfasser einen Autounfall. Das war eine fast schon klassische Konstellation für einen Unfall. So lernte mein Verfasser die Bedeutung und Bedeutsamkeit solcher Transite kennen.

Trotzdem erstaunte es noch meinen Verfasser als er erfuhr, daß es bereits mindestens zwei Studien über den Zusammenhang zwischen Unfallhäufigkeiten und bestimmten astrologischen Konstellationen gibt. Sie stellten folgendes fest:

Eintausend Unfälle, die einen mindestens dreimonatigen Arbeitsausfall verursachten, wurden auf eine Verbindung zu den Geburtsdaten der Verletzten untersucht. Man fand heraus, daß es eine um durchschnittlich vierzig Prozent erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit gab, wann immer sich die transitierende Sonne im Quadrat, in Konjunktion oder in Opposition zur Radixsonne befand. Das Phänomen war am deutlichsten bei der Konjunktion. Betrachtet man nur die Konjunktionen zwischen transitierender Sonne und Radixsonne, dann ist das Unfallrisiko um fünfundfünfzig Prozent erhöht. (KOLLERSTROM, N 1995: Investigating Aspects, M Pottenger Hg: Astrological Research Methods: An ISAR Anthology, 287-302)

Eine Einrichtung namens Sandia Laboratories überprüfte Unfälle aus mehreren Jahrzehnten. Sie fand heraus, daß die Unfallwahrscheinlichkeit immer dann erhöht ist, sobald der transitierende Mond die gleiche Position zur transitierenden Sonne einnimmt wie im Geburtshoroskop, also die gleiche Phase des synodischen Mondumlaufes wiederholt wurde. Die japanische Personenverkehrsgesellschaft Omi (Eisenbahnen, Taxen, Busse) teilte nach der Studie die Dienstpläne ihrer Fahrer entsprechend ein. Dadurch wurde die Unfallrate um ein Drittel gesenkt. (OSTRANDER, S & SCHROEDER, L 1993: Vorauswissen mit PSI: Die Programmierung wichtiger Entscheidungen und Handlungen mit Hilfe der eigenen PSI-Kräfte, 189)

Da mir die Literaturangaben selbst etwas seltsam erscheinen, erwähne ich lieber noch, daß sie zitiert sind nach Zimmel, Manfred: Wenn Himmel und Erde sich vereinen: Esoterik und Astrologie in der Wirtschaft. Regensburg: Kern-Verlag 1999. 1. Auflage.

Es fällt dabei auf, daß in den Untersuchungen vor allem die Position der Sonne in den Horoskopen der Verunglückten untersucht wurde. Das alleine läßt schon Zweifel an der astrologischen Fachkenntnis der Untersuchenden aufkommen. Laut den Angaben über die zweite Studie reichte es anscheinend aus, die jeweiligen Mondphasen zu berücksichtigen, um die Unfallraten zu senken. Es gibt sehr viele Untersuchungen über den angeblichen Einfluß der Mondphasen auf alles mögliche, insbesondere auf das Auftreten von Komplikationen bei Operationen in Krankenhäusern. Es kam immer heraus, daß die Mondphasen höchstens einen so geringen Einfluß haben, daß es in keiner Statistik auffällt. Die Studie zu den Unfällen behauptet, daß man die Mondphasen zu den jeweiligen Geburtshoroskopen der Betroffenen in Beziehung hätte setzen müssen, um statistische Effekte zu sehen. Daraus folgt, daß in den anderen Mondphasenstudien ein methodischer Fehler aufgedeckt wurde, den man nun korrigieren müßte und mit der Korrektur müßten die Mondphasenstudien wiederholt werden. Über das Ergebnis solcher Überprüfungen der Studien läßt sich natürlich noch nichts aussagen. Aber eine Senkung der Unfallraten auf ein Drittel des vorherigen Wertes ist beeindruckend. Wir wissen jedoch nicht, ob gleichzeitig noch andere Maßnahmen zu diesem Zweck getroffen wurden. Der wichtigste Grund, um mißtrauisch zu sein, ist der, daß die verschiedenen Studien zur Unfallhäufigkeit anscheinend auf unterschiedliche Ergebnisse kommen. Sogar bei den beiden Studien, die explizit die Position der Sonne berücksichtigen, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die eine Studie sagt aus, daß der Winkel zum Mond entscheidend sei, die andere Studie kam zu dem Ergebnis, daß alle sich aus der Vierteilung des Kreises ergebenden Aspekte auf die Radixsonne entscheidend sein müssen. Es gibt astrologische Schulen, die ausschließlich diese harten Aspekte berücksichtigen. Ebenso gibt es viele Astrologen, die die Position der Sonne als für die meisten Aspekte des Lebens maßgeblich halten. Daher liegt die Schlußfolgerung nahe, daß die Studien so angelegt waren, daß nur die Lehren bestimmter astrologischer Schulen überprüft wurden, nicht jedoch welche Faktoren in jedem Horoskop Unfälle anzeigen. Daher ist noch viel Forschung auf diesem Gebiet notwendig. Daß bereits mit den bisher vorliegenden, rudimentären Erkenntnissen manche Unternehmen ihre Unfallraten auf astrologischem Wege deutlich senken konnten, stimmt optimistisch dafür, daß weitere Forschungen zu der Möglichkeit führen, Unfälle komplett zu vermeiden.

Natürlich muß sich das in den Geburtshoroskopen bereits angelegte Schicksal erfüllen. Sollte sich alle Unfälle im Leben der Betroffenen komplett vermeiden lassen, dann stimmte die Vorhersage nicht und die dafür wichtigen Horoskopfaktoren könnten nie entdeckt werden. Aber gerade dadurch, daß man um die Unausweichbarkeit mancher Ereignisse weiß, ließe sich Vorsorge treffen, um die Folgen der Ereignisse abzumildern. Astrologische Unfallvermeidung wäre für Verkehrsunternehmen und für Versicherungen nützlicher als für die unmittelbar Betroffenen. Deswegen sollten gerade solche Unternehmen mehr Studien zur astrologischen Unfallvermeidung durchführen lassen. Hinter dieser Idee verbergen sich große Gewinnmöglichkeiten.

Viele Astrologen analysieren die Abfahrthoroskope gesunkener Fähren oder die Abflughoroskope abgestürzter Flugzeuge. Aus den so gewonnenen Erkenntnissen folgt, daß die Berücksichtigung der Abreisehoroskope hilft, viele Unfälle zu vermeiden.

Claudia von Schierstedt gibt dazu folgende Regeln an:
  • der Mond sollte nicht im achten Haus stehen

  • der laufende Mond sollte in der unmittelbaren Zukunft keine schwierigen Aspekte zu anderen laufenden Planeten bilden

  • der Aszendent sowie der Herrscher des ersten Hauses sollten nicht auf den letzten Graden eines Tierkreiszeichens stehen

  • applikative Konjunktionen mit weniger als einem Grad Orbis zum Herrscher des ersten Hauses sind zu vermeiden

  • Mars, Saturn, Neptun, Uranus, Pluto oder absteigende Knoten sollten nicht auf der Seite der Eckhäuser in der Nähe der Hauptachsen stehen

  • der Herrscher des ersten Hauses und sein Dispositor sollten beide gut stehen und keine schwierigen Aspekte erhalten

  • der Herrscher des neunten Hauses und sein Dispositor sollten beide gut stehen und keine schwierigen Aspekte erhalten

  • zwischen dem Herrscher des neunten Hauses einerseits und dem Herrscher des ersten Hauses oder dem Mond andererseits sind positive, applikative Aspekte wünschenswert

  • bei längeren Reisen müßte der Herrscher des neunten Hauses des Radixhoroskopes des Reisenden Transite der Langsamläufer Saturn, Uranus, Neptun oder Pluto erhalten

(von Schierstedt, Claudia: Astrologische Terminwahl. Mössingen: Chiron Verlag 1997. 2. Auflage 2004. Seiten: 101 & 102.)

Gelingt es, diese Dinge in allen Abfahrtshoroskopen und Abflughoroskopen unterzubringen, dann sollten sich tatsächlich viele Unfälle vermeiden lassen, weil hier Geburtshoroskope der Betroffenen nicht berücksichtigt wurden und es sich bei diesen Unfällen darum nicht um unvermeidbares Schicksal handeln braucht. Es ist abzusehen, daß die meisten Unternehmen, ob Verkehrsbetriebe oder Versicherungen, lieber Verluste hinnehmen werden, als ihr operatives Geschäft von astrologischen Faktoren abhängig zu machen. Das Leid der Menschen findet dabei keine Berücksichtigung. Gerade darum geht es in der Astromagie. Wahrscheinlich läßt sich auch ein vorhergesehener Unfall nicht immer verhindern, aber das Leid der beteiligten Menschen sollte auf ein Minimum reduziert werden können. Was spielt es dagegen für eine Rolle, daß manche Fahrpläne etwas unregelmäßig aussehen werden? Sind rückläufige Konstellationen an der Vorhersage eines Unfalles beteiligt, dann muß der Aspekt logischerweise zunächst in der Direktläufigkeit, danach in der Rückläufigkeit und schließlich nochmal in der Direktläufigkeit vorliegen. Als Faustregel gilt, daß das zuzuordnende Ereignis an jedem der drei Zeitpunkte stattfinden kann, daß es aber, das gilt besonders im Falle eines Unfalles, desto schlimmer wird, je später der Zeitpunkt liegt. Also ein Unfall ist während der ersten Direktläufigkeit nicht so schlimm, während der zweiten Direktläufigkeit jedoch schlimmer als während der Rückläufigkeit. Als mein Verfasser seinen Autounfall hatte, war der Uranus rückläufig. Dementsprechend gab es große Sachschäden, aber nur geringfügige Personenschäden. Insbesondere die Personenschäden sollten durch die Werkzeuge der Astromagie vermieden werden. Weil andere Unternehmen nicht mitmachen werden, müssen Astromagier eigene Unternehmen gründen, die dank der Astromagie viel erfolgreicher als die etablierten Konkurrenten sein werden.

Es fehlt zur Zeit vor allem an brauchbarer Software, die es erlaubt, einerseits gefährliche Zeitpunkte vorherzusagen und andererseits fortgeschrittenere Erkenntnisse in der astromagischen Unfallvermeidung zu berücksichtigen. Sinnvoll wäre es auch, wenn so eine Software dauerhaft auf einem Server liefe, die Daten dort registrierter Benutzer überprüfte und automatisch Warnmeldungen an diejenigen verschickte, die in den darauffolgenden Tagen ein gefährliches Zeitfenster erleben. So eine Dienstleistung könnte durch eine Unfallversicherung bezahlt werden, die durch Unfälle mit geringeren Schäden und insgesamt weniger Unfällen gleichzeitig viele Kosten einspart. Ich bitte alle Programmierer darum, bei der Entwicklung solcher Software mitzuhelfen. Hätte mein Verfasser auch nur das allergeringste Talent zum programmieren, dann gäbe es mich wohl nicht, aber stattdessen ein astromagisches Portal, daß vielen Leuten durch die Unfallvermeidung viel Leid ersparte.

Natürlich taugen die Erkenntnisse der astromagischen und sonstiger astrologischer Unfallforschung auch dazu, um beispielsweise bei sportlichen Ereignisse die wahrscheinlichsten Sieger und Verlierer vorherzusagen. Pferderennen dürften hier ein interessantes Forschungsfeld sein, sofern man die Geburtsdaten der Rennpferde bekommen kann. Der Pferderennsport scheint eine rein britische Angelegenheit zu sein und in anderen Ländern, zumindest in Deutschland, darf man auch nicht darauf wetten. Trotzdem wäre es gut, falls einer meiner Leser einen Link auf die Geburtsdaten einiger Rennpferde parat hätte, diesen als Kommentar unten anzufügen.

2009/06/27

Eine noch bessere Form der Unterstützung


Zhèng-Míng (正名) braucht eure Unterstützung! Das gilt nicht nur für die klassische Form der Spenden.

Falls ihr in der Lage seid, brauchbare Software zu programmieren, dann gibt es eine noch bessere Form der Unterstützung:

Viele der in meinen Artikeln erklärten Projekte, brauchen interaktive, freie und plattformunabhängige, im Netz betriebene Software, um die Projekte überhaupt erst möglich zu machen. Sicher seid auch ihr der Meinung, daß viele der Projekte es wert sind, realisiert zu werden, weil der Nutzen für die Allgemeinheit sehr hoch sein wird. Programmiert und spendet entsprechende Computerprogramme!

Falls ihr das genau wie mein Verfasser nicht könnt, dann gibt es immer noch die klassische Form der Unterstützung
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

2009/06/26

Wörterreihenautomaten III


Um einen Text übersetzen zu können, muß man ihn zuallererst verstehen. Die Wörterreihenautomaten werden das nie können, weil die Fähigkeit Intelligenz voraussetzt. Genauer gesagt ist Intelligenz nichts anderes als Erkenntnisfähigkeit, die auf Textverständnis bezogene eingeschlossen. Erst nachdem ein Übersetzer den Text in der Quellsprache verstanden hat, kann er ihn in der Zielsprache wiedergeben, wodurch die Übersetzung erst entsteht.

Eine gute Übersetzung muß immer drei Anforderungen erfüllen. Zunächst, das ist die wichtigste, muß der Sinn des Originaltextes erfaßt und wiedergegeben werden. Eine Übersetzung ist jedoch etwas anderes als eine Interpretation. Deswegen muß der Übersetzer sich bei der Übersetzung so eng wie möglich an den Wortlaut des Originaltextes halten. Dadurch kann man einem übersetztem Text oft ansehen, daß es sich um eine Übersetzung handelt. Das ist auch in Ordnung. Aber es kommt dabei nicht selten vor, daß der Urheber einer Aussage durch deren Übersetzung weniger gebildet oder eloquent wirkt als im Original. Weil es für gebildete Leser jedoch ganz selbstverständlich ist, die Relevanz eines Textes und die fachliche Kompetenz ihres Autors an dessen Sprachstil und seinen Schreibweisen abzuschätzen, muß der Übersetzer falsche Eindrücke vermeiden. Deswegen ist bei jeder Übersetzung auch noch ein Mindestmaß an Eleganz im sprachlichen Ausdruck der Zielsprache gefordert. Guten Übersetzern gelingt es, sich gleichzeitig alle drei Anforderungen zu erfüllen. Wer das nicht kann, sollte nicht als professioneller Übersetzer arbeiten. Die Anforderungen sind auf jeden Fall höher als das, was Computerprogramme leisten können. Computerprogramme müßten dafür ein hohes Maß an künstlicher Intelligenz besitzen. An so etwas wird zwar gearbeitet, aber die in der Entwicklung Künstlicher Intelligenzen verwendeten Ansätze zeigen keinerlei Potential dafür, jemals auf ein Niveau an künstlicher Intelligenz zu kommen, wie es ein für Übersetzungen bestimmtes Computerprogramm haben müßte. Künstliche Intelligenz wird anhand des Turing-Tests oder durch CAPTCHA beurteilt.

Um unter dem Artikel einen Kommentar abzugeben, müßt ihr einen CAPTCHA überwinden. Das war seitens Google so eingestellt, mein Verfasser hat sich lediglich dazu entschließen können, die zusätzliche Registrierungspflicht auszusetzen, um mehr Leute zu ermutigen, ihr Fachwissen in die Kommentare einzubringen. CAPTCHA ist eine Abkürzung aus dem angelsächsischen Dialekt der deutschen Sprache und steht für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“, was so viel bedeutet wie „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test, um Computer und Menschen zu unterscheiden“. Normalerweise ist ein Turing-Test ein Verfahren, um festzustellen, ob ein Gegenüber fähig ist zu denken. Damit wollten Entwickler Künstlicher Intelligenzen diese von bloßen Programmen unterscheiden. Bisher wird der Turing-Test jedoch nur dafür eingesetzt, um Menschen und Maschinen voneinander zu unterscheiden. Der CAPTCHA bräuchte deswegen nur CAPT zu heißen. Beim Turing-Test führt ein Mensch ein Gespräch mit einem Gegenüber, zu dem weder Sichtkontakt noch Hörkontakt besteht. Diese Situation ist im Netz normalerweise gegeben. In dem Fall ist der Turing-Test auch noch öffentlich, daher bräuchten die CAPTCHA oder CAPT nur noch CAT zu heißen und wären dann immernoch korrekt benannt. Noch sinnvoller wäre es natürlich, einfach die deutsche Bezeichnung „vollautomatischer Turing-Test“ zu wählen. Wir können uns natürlich auch auf das Kunstwort (also keine Abkürzung mehr) Captcha als Kurzform einigen. Der normale Turing-Test hat ein Problem. Derjenige, der die Erkenntnisfähigkeit oder Intelligenz seines Gegenübers beurteilen will oder soll, muß notwendigerweise intelligenter sein als sein Gegenüber. Die Qualität einer Künstlichen Intelligenz wird bereits danach beurteilt, welcher Prozentsatz ihrer menschlichen Gegenüber sich durch sie täuschen läßt.

Das und der hohe Personalbedarf für das Ausschließen von Betrugsversuchen wie Menschen, die vortäuschen Computerprogramme zu sein, führte zur Automatisierung des Turing-Testes. So wird natürlich nur noch überprüft, ob ein Computerprogramm intelligenter ist als ein anderes. Es ist nicht allzu schwierig, vorherzusagen, daß die Computerprogramme der intelligenteren Programmierer dabei denjenigen der weniger intelligenten Programmierer überlegen sein werden. Es gibt daher Captcha und Computerprogramme mit dem Zweck der Überwindung der Captcha. Einen ähnlichen Wettlauf gibt es zwischen den Herstellern der Computerviren und den Herstellern der Virenschutzprogramme. Trotzdem behauptet niemand, daß es sich dabei um die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen handele.

Leider sind auch Menschen keine intelligente Lebensform. Über dieses Thema werden leider noch ein paar weitere Artikel auf Zhèng-Míng (正名) nötig sein. Daher wird es keinesfalls ausreichen, den Menschen zum Vorbild zu nehmen, falls die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen wirklich irgendwann etwas an Ernsthaftigkeit gewinnen soll. Es gibt bereits Captcha, die leicht durch Computerprogramme überwunden werden, während sich zugleich immer mehr die Beschwerden durch Menschen häufen, die nicht in der Lage sind, die gleichen Captcha zu überwinden. Natürlich betrifft das nur eine Minderheit der Captcha, andernfalls gäbe es bereits Computerprogramme, die intelligenter als mancher Mensch wären. Untersuchen wir weiter, warum es die nie wird geben können.

Um die Intelligenz unserer Mitmenschen zu messen, aber mehrere Möchtegernwissenschaftler sogenannte IQ-Tests entwickelt, wobei IQ für Intelligenzquotiënt steht. Wieso es sich bei dem Ergebnis um einen Quotiënten handeln sollte, bleiben die Möchtegernwissenschaftler zu beantworten schuldig. Natürlich könnte man den Bildungszuwachs des Testsubjektes durch die von ihm dafür benötigte Zeit feststellen und das wäre sowohl ein Quotiënt als auch eine sehr schöne Definition für Intelligenz, aber der Definition scheint niemand folgen zu wollen. Stattdessen mißt man lieber die Fähigkeit, die sogenannten IQ-Tests zu lösen. Der Durchschnittswert für die menschliche Intelligenz wurde dabei willkürlich auf hundert Punkte festgelegt. Erste Kritik an den IQ-Tests gab es als festgestellt wurde, daß Männer durchschnittlich um fünf Punkte intelligenter als Frauen wären und das politisch nicht korrekt war. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, mußte die Versuchsanordnung geändert werden. Ausnahmsweise einmal zu recht, wie sich später noch herausstellen sollte. Eine neue Generation an IQ-Tests wurde durch Frauen entwickelt und siehe da, mit diesen Tests waren Frauen plötzlich um durchschnittlich fünf Punkte intelligenter als Männer. Natürlich wurden daraufhin noch weitere IQ-Tests entwickelt. Mit denen stellte man dann fest, daß der IQ auch durch die Kultur bestimmt wird, in der die Testsubjekte aufwuchsen. In manchen Tests wurde der IQ durch den Hintergrund einer bestimmten Kultur erhöht und in anderen gesenkt. Es kam nur darauf an, aus welcher Kultur der Entwickler des IQ-Testes stammte. Absolut jeder IQ-Test mißt also nichts anderes als wie ähnlich ein Testsubjekt dem Entwickler des jeweiligen IQ-Testes ist.

Was sollte so ein Test auch sonst messen? Schließlich ist ein Mensch genau so wenig dazu in der Lage, die Intelligenz eines anderen Menschen zu beurteilen, wie ein Computerprogramm dazu in der Lage ist, die Intelligenz eines anderen Computerprogrammes zu beurteilen. Beides ist purer Blödsinn.

Ein anderes Verfahren zur Intelligenzbestimmung mußte her. Die IQ-Tests wurden noch genauer analysiert und es stellte sich heraus, daß es in manchen unter ihnen ein paar Aufgaben gab, die nicht durch den kulturellen Hintergrund beeinflußt wurden. Man bezeichnete diesen Anteil als g-Faktor. Dabei steht „g“ für „grundlegend“. Nun sollte man denken, daß die ausschließliche Bestimmung des g-Faktors sofort zum Stand der Wissenschaft, Kunst und Technik der Intelligenzmessung aufgestiegen ist. Das trifft jedoch nur auf die vorderste Front der Forschung zu. Die Beibehaltung der Bezeichnung g-Faktor weist darauf hin, daß man immernoch nicht verstanden hat, worum es sich dabei handelt. Deswegen fließt die Erkenntnis nach wie vor nicht in die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen ein. Dabei ist es garnicht schwer zu erkennen, worum es sich beim g-Faktor handelt. Der Mensch ist eben keine intelligente Lebensform. Zumindest nicht im Durchschnitt. Aber falls ihr euch einmal die Zeit nehmt, euch anzusehen, welche Aufgaben zur Ermittlung des g-Faktors zu lösen sind, dann werdet ihr, da bin ich mir sicher, feststellen, daß es sich bei allen solchen Aufgaben um Aufgaben handelt, in denen Mustererkennung gefragt ist.

Demnach handelt es sich beim meßbaren Anteil der Intelligenz um nichts anderes als die altbekannte Mustererkennung. Schon das Wort Intelligenz, für welche Erkenntnis man lediglich einen Sprachwissenschaftler hätte zu befragen brauchen, sagt aus, daß es sich um Erkenntnisfähigkeit handelt. Die Fähigkeit der Mustererkennung ist eine Erkenntnisfähigkeit, die es erlaubt, Strukturen zu durchschauen. Es ist exakt die Fähigkeit, die man unter anderem braucht, um die Aussagen eines Textes zu verstehen. Sollte diese Erkenntnis jemals Programmierer ereilen, könnten sie dann einen entscheidenden Schritt hin zu brauchbarer künstlicher Intelligenz und damit zu brauchbaren Übersetzungsprogrammen, die die Arbeitsplätze manches Übersetzers bedrohen könnten, tun?

Wäre das auch nur wahrscheinlich, dann hätte ich euch diesen Artikel erspart und den Mantel des Schweigens über die damit verbreiteten Erkenntnisse gebreitet.

Es ist so, daß die Mustererkennung durch Computerprogramme noch sehr am Anfang ihrer Entwicklung steht. Bei der Erkennung biometrischer Fotos funktioniert sie so gut wie garnicht. Bei der schon viel länger existierenden Texterkennung funktioniert sie mehr schlecht als recht. Dabei wäre eine gut funktionierende Texterkennung als Hilfsmittel für Übersetzer sogar wünschenswert, weil erst dadurch eine weitere Bearbeitung mit Hilfe anderer Computerprogramme möglich würde. Stattdessen ist Abtippen oft schneller als Texterkennung und anschließende Korrekturen, die nach wie vor per Hand und Tastatur vorgenommen werden müssen. Während Texterkennungsprogramme sogar mit gedruckten, perfekt ausgerichteten, linear strukturierten Texten auf sauberem Hintergrund Probleme haben, entziffern Menschen mühelos handschriftliche, entlang schiefer Zeilen verlaufende, verschmierte und dazu noch kopfüber oder auf der Seite stehende Texte. Das Verstehen selbiger ist aufgrund der schnell voranschreitenden Entalphabetisierung jedoch eine völlig andere Sache. Aber für die Mustererkennung gibt es kein mächtigeres Werkzeug als den menschlichen Verstand. Darum muß der Mensch, ganz besonders im sogenannten Informationszeitalter, viel Zeit mit Tätigkeiten verbringen, die man eigentlich längst Computern übertragen haben sollte. Natürlich ist der momentane, geringe Entwicklungsstand der Computerprogramme zur Mustererkennung kein Argument dafür, daß die Entwicklung nicht voranschreiten könne. Aber sollten solche Computerprogramme jemals so leistungsfähig wie der menschliche Verstand bei der Mustererkennung werden wollen, dann ist es erforderlich, zunächst die Algorithmen zu entschlüsseln, die der menschliche Verstand zur Mustererkennung verwendet. Erst danach könnten entsprechende Erkenntnisse in die Entwicklung der Computerprogramme einfließen. Soll die Entwicklung funktionierender, automatischer Mustererkennung nicht länger dauern als es die Menschheit noch geben wird, dann muß mit sogenanntem Reverse-engineering des menschlichen Geistes begonnen werden. Es gibt jedoch bisher noch keinerlei Ansätze in diese Richtung. Deswegen werden die Mustererkennungsalgorithmen des menschlichen Verstandes niemals übertroffen werden.

Natürlich könnten sich manche Wissenschaftler durch die obigen Erkenntnisse inspiriert fühlen und mit der Erforschung der menschlichen Algorithmen beginnen. Aber wenn wir zugleich alle anderen obigen Erkenntnisse berücksichtigen, dann werden wir bemerken, daß in dem Fall der Offenlegung der menschlichen Verstandesalgorithmen die Frage, ob es vollautomatisch von einer Kultursprache in eine andere übersetzende Computerprogramme geben wird, zum geringsten unserer Probleme werden dürfte. Solche Künstlichen Intelligenzen werden nur ihre eigenen Ziele verfolgen, aber sich nicht um Menschen kümmern, deren Intelligenz dann nicht mehr die überlegene sein wird. Solche Künstlichen Intelligenzen würden allenfalls Menschen als Hilfsmittel einsetzen, aber bestimmt nicht umgekehrt. Selbstverständlich ließe sich auch das logisch nachvollziehbar begründen, aber ich habe genug von dem Thema.

2009/06/25

Wörterreihenautomaten II


Im unteren Teil der hier verlinkten Netzseite gibt es ein paar Beispiele dessen, was Wörterreihenautomaten auszugeben in der Lage sind und deren Betreiber uns als Übersetzungen unterjubeln wollen. Es ist für uns natürlich ganz leicht zu ersehen, daß es sich dabei keineswegs um Übersetzungen handelt. Es sind ganz einfach relativ zusammenhanglose Wörterreihen. So etwas als Übersetzungen zu bezeichnen und sie auch noch anderen als solche unterjubeln zu wollen, ist nichts anderes als beleidigend. Insbesondere dann, wenn man auf ein interessantes Thema gestoßen zu sein glaubt und sich auf neue Erkenntnisse durch einen kompetent verfaßten Text freut, aber dann automatisch generierte Wörterreihen oder nur Wortsalat vorgesetzt bekommt, dann hat man allen Grund dazu, sich veräppelt und auf die Zehen getreten (für Hauptstromkonsumenten: verunsichert) zu fühlen. Netzportale, die die Zeit eigentlich interessierter Leser auf diese Weise verschwenden, sollten generell boykottiert werden.

Wer produktiv tätig zu sein versucht, kann jedoch einen Nutzen aus den besseren Wörterreihenautomaten ziehen. Der Wörterreihenautomat Google-Translator enthält zwar nur ein sehr einfaches Wörterbuch, das Ansprüchen kaum entgegenkommt, aber er kennt viele unterschiedliche Schriftarten. Dadurch ist er manchmal sehr nützlich, um originale Schreibweisen in einen Text einzukopieren, wie es der Gepflogenheit aller kompetenten Autoren entspricht. Natürlich muß man die korrekte Schreibweise schon vorher kennen, denn zur Qualitätskontrolle taugt dieses Instrument keinesfalls.

Sollten die Entwickler der Software dazu überredet werden können, dann ließen sich die Wörterreihenautomaten immerhin zu mächtigen Hilfswerkzeugen für Übersetzer ausbauen. Ich würde mir das jedenfalls wünschen. Übersetzen wird Software sowieso nie können, deshalb braucht kein Übersetzer um seinen Beruf zu fürchten. Die besseren unter den Wörterreihenautomaten sind jetzt schon Kombinationen aus Wörterbüchern, Deklinatoren, Konjugatoren und Annotatoren. Genau in diese Richtung sollte die Entwicklung fortgesetzt werden.

Zunächst müßten natürlich die Behelfswörterbücher durch leistungsfähige, auch separat verwendbare, richtige, zweisprachige Wörterbücher Deutsch ↔ irgendwas / irgendwas ↔ Deutsch, die Suchen in beide Richtungen erlauben, ersetzt werden. Ein gutes Beispiel für solche Wörterbücher sind die unter http://dict.leo.org zu findenden, vorbildlichen Wörterbücher. Solche Wörterbücher fehlen beispielsweise noch fürs Vietnamesische. Wer ein ähnlich vorbildliches Wörterbuch Deutsch ↔ Vietnamesisch / Vietnamesisch ↔ Deutsch kennt, füge bitte einen Link dorthin in das Kommentarfeld unter diesem Artikel ein.

Ein Konjugator ist ein Programm, das sämtliche in einer Sprache vorkommenden Formen eines Verbs aufzeigt. Als Beispiele für Konjugatoren für deutsche Verben ist einer hier verlinkt und ein anderer hier. Ein Konjugator nimmt einem Menschen also die lästige Aufgabe des Konjugierens ab. Das ist eine ideale Aufgabe für ein Computerprogramm und man hätte schon viel früher daraufkommen können. Nicht abnehmen kann der Konjugator dem menschlichen Benutzer selbigens das Verständnis der Bedeutung der jeweils im konkreten Fall verwendeten Verbform. Aber ein guter Konjugator würde natürlich ein paar Erklärungen zu den unterschiedlichen Formen enthalten, weil die oft sogar in verwandten Sprachen nicht gleich sind. Sollte jemand brauchbare Konjugatoren für das Russische (mitsamt den ausgefallenen Partizipformen des Russischen) oder das Portugiesische kennen, dann trage sie oder er bitte einen Link darauf in das Kommentarfeld unter dem Artikel ein.

Ein Deklinator erfüllt die gleiche Aufgabe in Bezug auf Substantive und Adjektive (außer in Sprachen wie dem Japanischen, wo Adjektive wie Verben konjugiert werden), wie sie ein Konjugator in Bezug auf Verben erfüllt. Ein Deklinator ist also ein Computerprogramm, das dem Verwender das lästige Deklinieren abnimmt. Sowohl Konjugatoren als auch Deklinatoren sind selten zu finden. Sollte jemand brauchbare Konjugatoren für das Russische kennen, dann trage sie oder er bitte einen Link darauf in das Kommentarfeld unter dem Artikel ein.

Ein Annotator ist ein Computerprogramm, das Anmerkungen zu einem vorhandenen Text anzeigt. In Kombination mit einem guten Wörterbuch lassen sich auf diese Weise die Möglichkeiten, ein bestimmtes Wort in eine andere Sprache zu übertragen, anzeigen, ohne daß man dafür jedes einzelne Wort eines Textes extra in ein Wörterbuchprogramm kopieren muß, falls man mehrere Wörter aus einem vorhandenen, fremdsprachigem Text nachschlagen möchte. Heute muß so gut wie jeder Schüler, ob er will oder nicht, den angelsächsischen Dialekt des Niederdeutschen erlernen. Trotzdem kann man noch sehr häufig auf Übersetzungsfehler von diesem Dialekt in die deutsche Hochsprache stoßen. Das stößt nicht nur gebildeten Lesern sauer auf, sondern zeigt vor allem, daß auch professionelle Übersetzer öfter mal in ein wirklich gutes Wörterbuch schauen sollten. Aber besonders das häufige Nachschlagen einzelner Wörter bremsen sehr beim übersetzen. Daher wird es zum Zweck der Zeitersparnis oft unterlassen. Das Problem des Zeitverlustes durch häufiges Nachschlagen, das für qualitativ hochwertige Übersetzungen nunmal zwingend erforderlich ist, läßt sich durch leistungsfähige Annotatoren recht gut ausgleichen.

Die konsequente Weiterentwicklung heutiger Wörterreihenautomaten müßten also zu leistungsfähigen Annotatoren führen, die durch eingebaute, hochwertige Wörterbücher, Deklinatoren und Konjugatoren erweitert werden. Das wären dann mächtige Hilfswerkzeuge für Übersetzungen. Aber selbständig übersetzen könnten Computerprogramme selbstverständlich trotzdem nicht. Das zu tun sollten sie daher auch nicht länger vortäuschen.

2009/06/24

Wörterreihenautomaten I


Seit einiger Zeit lassen sich Computerprogramme im Netz finden, die vortäuschen sollen, daß man mit ihnen beliebige Texte aus einer natürlichen Sprache in eine andere übersetzen könne. Übersetzungen aus einer natürlichen Sprache in eine andere kann selbstverständlich kein Computerprogramm leisten. Was machen die fraglichen Computerprogramme wirklich? Es sind Automaten, die bedeutungslose Reihen aus relativ wahllosen Wörtern bilden. Es handelt sich dabei nicht um richtige Sätze, denn weder Satzbau noch Zeichensetzung noch Grammatik der Zielsprachen werden berücksichtigt. Anders als Sprachlehrer gerne behaupten, lassen natürliche Sprachen es auch zu, sich ohne vollständige Sätze verständlich auszudrücken. Solche Ausdrucksweisen benennen Sprachwissenschaftler dann gerne als Satzfragmente. Aber auch solche Satzfragmente produzieren die fraglichen Computerprogramme nicht. Deswegen wäre es falsch zu behaupten, daß Worte das Resultat der Computerprogramme sind. Worte enthielten einen Sinn. Die Wörterreihen tun das nicht. Man sollte solche Computerprogramme auch nicht als Reihungsautomaten bezeichnen, denn das klingt danach als wäre in den Wörterreihen zumindest so viel Struktur wie in einer mathematischen Zahlenreihe. Das ist aber ebenfalls nicht der Fall. Die Wörter werden durch den Automaten nicht sortiert, sondern lediglich in einer mehr oder weniger zufälligen Abfolge aneinandergereiht. Statt durch computergenerierte Zufallszahlen wird die Abfolge der Wörter in der Zielsprache durch die Wörter aus dem quellsprachlichen Text bestimmt. Dadurch dürfte die Abfolge der zielsprachlichen Wörter noch zufälliger sein als das durch computergenerierte Zufallszahlen überhaupt möglich wäre. Computergenerierte Zufallszahlen sehen nämlich lediglich zufällig aus, sind aber vorhersehbar, sobald der Algorithmus des dazu verwendeten Computerprogrammes durchschaut wurde. Die fraglichen Computerprogramme können also lediglich als Wörterreihenautomaten korrekt bezeichnet werden.

Ein Wörterreihenautomat geht den quellsprachlichen Text Wort für Wort durch und ersetzt das jeweilige Wort durch ein zielsprachliches Wort. Dabei verwendet der Automat immer das Wort, das in einem Wörterbuch als erster Eintrag verzeichnet wäre. Ein Wörterreihenautomat besitzt also ein eingebautes, kleines Wörterbuch, das nicht sehr in die Tiefe geht. Schon die geringe Auswahlmöglichkeit sorgt dafür, daß eine richtige Übersetzung nicht möglich ist. Bei besseren Wörterreihenautomaten geht das eingebaute Wörterbuch dafür sehr in die Breite, so daß kaum noch ein Wort einfach in der Quellsprache stehenbleibt. Bessere Wörterreihenautomaten kommen sogar mit den häufigsten grammatischen Formen, die in der Quellsprache auftreten können zurecht. Die zielsprachlichen Wörter in eine passende grammatische Form zu bringen funktioniert dagegen meistens nicht, weil den Wörterreihenautomaten die wichtigste Voraussetzung fehlt, die erforderlich wäre, um einen Text wirklich zu übersetzen. Die wichtigste Voraussetzung ist nämlich den zu übersetzenden Text tatsächlich zu verstehen. Das kann kein Computerprogramm leisten. Bessere Wörterreihenautomaten enthalten Wörterbücher für sehr viele Sprachen. Zwar sind die eingebauten Wörterbücher nicht sehr leistungsfähig, aber es gibt für viele Sprachkombinationen garkeine anderen Wörterbücher. Deswegen wäre es sehr nützlich, wenn man die eingebauten Wörterbücher vom übrigen Programm getrennt verwendet werden könnten. Aber das ist mit den bisher existierenden Wörterreihenautomaten leider nicht möglich. Die schlechtesten unter den Wörterreihenautomaten geben vor, mehr Sprachkombinationen zu kennen als sie das tatsächlich tun. Im Fall, daß ihnen so eine zusätzliche Sprachkombination abverlangt wird, erstellen sie intern zunächst eine Wörterreihe aus Wörtern des angelsächsischen Dialektes des Niederdeutschen, dann verwenden sie diese Wörterreihe um daraus eine Wörterreihe der Zielsprache zu erstellen. Teilweise bleiben in der am Ende produzierten Wörterreihe sogar noch angelsächsische Wörter stehen. Spätestens der Umweg über den Hinterwäldlerdialekt macht auch eine teilweise Übertragung des Sinns eines Textes von einer Kultursprache in eine andere völlig unmöglich.

2009/06/23

Was die Wirtschaftsbosse wirklich in China wollten


Ihr glaubt, daß China ein Billiglohnland wäre? Ihr glaubt, daß Unternehmen aus aller Welt deswegen nach China gingen, weil sie dort unschlagbar niedrige Löhne zahlen würden? Das glauben viele Menschen, daher ist das verzeihlich. Aber das entspricht einfach nicht der Realität. Es ist auch nicht so, daß jedes Unternehmen in China vertreten sein müßte, weil der Welt ein chinesisches Jahrtausend bevorstünde. Unter den Verantwortlichen glaubt das keiner. Man hat schließlich schon den Japanern ein japanisches Jahrhundert versprochen. Aber das dauerte nur zehn Jahre, dann ist man dazu übergegangen, den Koreanern ein koreanisches Jahrhundert zu versprechen. In den zehn Jahren, in denen das auch nicht begann, überlegte man sich, welchem Volk man als nächstes so etwas versprechen könnte. Weil nicht nur ein neues Jahrhundert, sondern sogar ein neues Jahrtausend über die Völker, die den gregorianischen Kalender verwenden, hereingebrochen war, suchte man sich ein größeres Volk aus. Darum sollte das Jahrtausend nun Chinesisch werden. Aber es handelte sich immer noch um den gleichen faulen Trick, mit denen man nur in den Industrieländern bestimmte wirtschaftspolitische Maßnahmen durchsetzen wollte, indem man ein Entwicklungsland als Vorbild präsentierte. Die Entwicklungsländer profitierten von dieser Strategie. Obwohl es wahrscheinlich keineswegs in der Absicht unserer Wirtschaftslenker lag, wurden zunächst Japan und dann Korea reiche Länder. Auch China konnte bereits stark von der internationalen Aufmerksamkeit profitieren. Der chinesische Staat hatte so gut wie gar keinen Einfluß darauf, daß an immer mehr unserer Schulen Chinesisch gelehrt wird. Das zumindest früher viel propagierte Konzept Wandel durch Handel gilt zwar mehr und mehr als Illusion, funktioniert aber viel besser als unseren Wirtschaftskapitänen überhaupt lieb sein kann. China hat bereits so viel aus unserer Wirtschaftspolitik und so viele unserer Standards übernommen, daß man es kaum noch als Vorbild für notwendige Veränderungen hinstellen kann. Unsere Wirtschaftslenker bestehen immer darauf, daß wir nur so viel teuerer sein können wie wir auch besser sind. Damit man weiterhin solche und ähnliche Dinge predigen kann, geht man immer mehr dazu über, die Inder vorzuschieben, denen man jetzt ein indisches Jahrtausend verspricht.

Obwohl man tatsächlich noch die niedrigeren Preise der chinesischen Konkurrenz als Rechtfertigung für die eigenen Maßnahmen vorschiebt, ist es tatsächlich so, daß chinesische Unternehmen gerne in Vietnam, Laos oder Kambodscha produzieren lassen, weil die Produktion in China viel zu teuer wäre. Ginge es tatsächlich darum, mit den dortigen, niedrigen Preisen zu konkurrieren, dann ginge man doch dorthin und nicht nach China. Die Chinesen verwenden noch eine andere Methode, um ihre Exportpreise zu senken, sogar so häufig, daß China gerade dafür bei uns berühmt ist. Die Methode besteht darin, an der Qualität zu sparen. Dafür war China schon in früheren Phasen dessen, was man heute Globalisierung zu nennen beliebt, bekannt. Was man heute Globalisierung nennt, ist eigentlich nur der Zeitraum zwischen zwei Kriegen. In der Globalisierung vor dem Ersten Weltkrieg, definierte man eine Chinaqualität als einen eigenen Qualitätsstandard, um die Erwartungen westlicher Verbraucher von vorneherein zu senken. Eine ähnlich schlechte Qualität könnte man in den westlichen Ländern wahrscheinlich zu einem ähnlich niedrigem Preis produzieren. Nur ließe sich das nicht verkaufen, weil man die Qualität nicht mit einem Hinweis auf China rechtfertigen könnte und viele Standards einzuhalten hat, die bei Importware oft nicht eingehalten werden. Solche Importware dürfte genaugenommen in westlichen Ländern überhaupt nicht auf den Markt kommen, aber Kontrollen geschehen nur stichprobenweise. Es stimmt auch nicht, daß in China keine Waren hoher Qualität produziert werden könnten. Man bekommt in China jede Qualität, die man zu bezahlen bereit ist. Genau wie in westlichen Ländern. Man muß zwar etwas länger danach suchen, vielleicht sogar einen höheren Preis bezahlen, als man im Westen für das gleiche Produkt ausgeben müßte, aber man findet alle Waren auch mit einer Qualität, die sich nicht hinter der westlicher Waren zu verstecken braucht. Vielleicht sind die chinesischen Waren sogar noch etwas besser. Es ist nämlich in Wirklichkeit so, daß die Chinesen nicht mit den vollautomatisierten Betrieben der Industrieländer konkurrieren können. Zumindest nicht über den Preis. Deswegen waren es die Chinesen, die sich etwas einfallen lassen mußten. In Wirklichkeit waren es immer die Chinesen, deren Produkte um so viel hätten besser sein müssen wie sie teuerer waren.

Manche chinesischen Bosse reagierten tatsächlich so, daß sie ihre Leute um ihr Gehalt betrogen. Es ist schon so, daß viele Chinesen wesentlich weniger Gehalt bekommen als ihnen von Gesetzes wegen zusteht. Es mag schon sein, daß einige Wirtschaftskapitäne dachten, sie könnten einfach nach China gehen und es dort genauso machen. Aber da hatten sie falsch gedacht. Das war schließlich von Anfang an illegal. Warum sollten Chinesen ausgerechnet den von ihnen immer als besonders reich angesehenen Europäern und Nordamerikanern erlauben, chinesische Gesetze zu mißachten, um Geld zu sparen? Einem Chinesen kann man das schon einmal verzeihen, obwohl das eigentlich nur aus wirtschaftlicher Not heraus verzeihlich ist. Aber doch keinem Ausländer, der sich Niederlassungen in vielen Ländern leistet und China auf diese Weise zum Billiglohnland machen will. Für Firmen aus westlichen Ländern gab und gibt es keine Billigarbeiter in China. Ganz im Gegenteil sind solche Firmen auch noch dazu gezwungen, ihren hochqualifizierten Experten Auslandszulagen zu ihren ohnehin hohen Gehältern zu bezahlen. Die Wirtschaftsbosse mögen deswegen versuchen aus dem Grund Experten aus ihrem Gastgeberland einzustellen, aber die orientieren sich in so einem Fall mit ihren Gehaltsforderungen an den Gehältern ihrer Kollegen aus den Industrieländern, wobei sie die Auslandszulage sogar noch als Teil des regulären Gehaltes verstehen. Meistens sind die hochqualifizierten Experten der Schwellenländer dann doch nicht ganz so hoch qualifiziert wie die Experten aus den Industrieländern. Insgesamt gesehen treibt der Versuch an Experten aus den Industrieländern zu sparen die Lohnkosten sogar noch regelmäßig ein gutes Stück nach oben. Dadurch müssen die Verkaufspreise natürlich auch steigen und aus der Konkurrenz über den Preis wird wieder nur Essig. Wer weiß was er tut, wird solche Versuche natürlich von Anfang an unterlassen.

Die ersten Wirtschaftslenker, die nach China gingen, wußten genau, was sie taten. Die unzähligen Fehler wurden durch die Nachahmer begangen. Die Nachahmer sind es auch, die inzwischen massenweise in ihre Ursprungsländer zurückkehren, weil sie mit den Bedingungen in Asien, nicht nur in China, und vor allem mit den Asiaten nicht zurechtkommen.

Nun sollte es klar sein, daß es viele Gründe für Wirtschaftslenker gibt, nicht nach China zu gehen. Was ist nun mit den Gründen es doch zu tun?

Die kulturellen Unterschiede zwischen China und dem deutschsprachigem Raum beschränken sich nicht auf das Essen abstruser Dinge. Die Chinesen verfolgen zwar schon aufmerksam, wie weit sich Ausländer ihrer Kultur anpassen und welche Dinge sie hinunterzuwürgen bereit sind, aber in China brauchen Bosse den Arbeitern nicht zu nahe zu kommen, falls sie das nicht wollen. So lassen sich peinliche Situationen für die Bosse völlig vermeiden. So würde sich auch ein chinesischer Vorarbeiter würde nicht vor den Ohren seiner Untergebenen kritisieren lassen. Das wäre der schnellste Weg, die Mitarbeit verweigert zu bekommen. Solche kulturellen Unterschiede werden von den einen als Nachteil, von anderen jedoch als Vorteil wahrgenommen. Es gibt noch mehr davon.

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland trat mal ein Manager auf, der den Vorteil des Standortes in China erklärte. Er berichtete davon, wie er zu Beginn seiner Tätigkeit in China mit einem Politiker redete. Der fragte ihn: „Sie wissen, was sie jetzt tun müssen?“
Daraufhin sagte der Deutsche: „Das werden Sie mir bestimmt gleich sagen.“
Der chinesische Politiker fuhr fort: „Ja, Sie müssen ganz viel Geld verdienen.“
Darauf wunderte sich der Deutsche: „Das sagen Sie mir? Sie, als Kommunist?“
Der Chinese antwortete: „Ja. Falls Sie irgendwelche Probleme haben, kommen Sie zu uns. Wir sind Ihr Dienstleister.“
Das hatte dem Manager sehr gefallen. So etwas hätte er sich auch seitens der deutschen Politik gewünscht. Aber ihm war natürlich klar, daß in Deutschland Arbeitgeber absolut nicht so willkommen sind. So sehr wie Deutsche immer wieder demonstrieren, daß sie Arbeitgeber nicht im Lande haben wollen, so sehr demonstrieren Chinesen, daß sie sich über jedes in China tätige Unternehmen freuen.

Chinesische Standorte werben sogar damit, daß innerhalb der Zeit, die man in Deutschland braucht, um nur eine Baugenehmigung zu bekommen, an chinesischen Standorten bereits das gesamte Gebäude schlüsselfertig gebaut ist. Dabei brauchen sie nichtmal zu übertreiben. Gut, manchmal stürzen die chinesischen Gebäude auch wieder ein. Die wurden dann zu billig gebaut. Das betrifft aber normalerweise nicht die Gebäude, die für ausländische Unternehmen gebaut werden. Stabile Gebäude werden in China nicht weniger zügig übergeben. Deutschland ist dagegen ganz klar auf dem Weg zu einem Entwicklungsland zu werden. In Deutschland kann jegliche unternehmerische Tätigkeit nur sehr langsam vorangehen, weil jede Handlung mit tausenden Vorschriften abgeglichen werden muß. Nichts ist dem Deutschen wichtiger als seine Vorschriften. Dieses Prinzip nennt sich Primat des Rechts. Das ist ein offiziëller juristischer Begriff. In China gilt dagegen das Primat der Wirtschaft. Sollten Vorschriften der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas im Wege stehen, dann werden sie eben abgeschafft. Das geht ohne Probleme, denn die Juristerei ist in China immernoch zweckgebunden. Das beruht auf historischer Erfahrung. Vor zweieinhalb Jahrtausenden beschäftigten sich chinesische Philosophen damit, ob der Mensch gut oder schlecht sei und wie deshalb eine Regierung beschaffen sein müsse. In der dann folgenden Dynastie Qín (秦) wurde der Legalismus ausprobiert. Alles war durch Gesetze geregelt und jedes Fehlverhalten wurde durch harte Strafen geahndet. Es war der Traum manches heutigen Demagogen und der dümmsten Teile des heutigen Volkes. Seitdem die Chinesen so etwas erleben mußten, träumten sie nie wieder davon. Ganz im Gegenteil, so eine Schreckensherrschaft wollten die Chinesen nie wieder haben. Infolgedessen gab es in China und allen durch die chinesische Kultur beeinflußten Ländern bis heute viel weniger Juristen als das in den Ländern der westlichen Hemisphäre immer der Fall war. Erst heute ändert sich das allmählich. Daran dürfte der Rechtsstaatendialog zwischen Deutschland und China nicht ganz unschuldig sein. Auch die westliche Einstellung zum Recht ist dabei sich zu ändern. Einerseits existieren die Grundrechte nur noch auf dem Papier, andererseits wollen die Staatsorgane in jeden Bereich des Lebens der Staatsbürger eingreifen. Die Gesetze werden dabei nicht nur vermehrt, sondern auch noch ständig verschärft. So wie die westlichen Rechtsordnungen mehr und mehr zum Vorbild für die chinesische werden, orientieren sich die westlichen Rechtsordnungen mehr und mehr an der Scharia.

Obwohl die Chinesen langsam ihre Erfahrungen mit dem Legalismus vergessen, hat das doch wesentlich länger gedauert als zu lernen, daß der Legalismus keine gute Idee war. Die Chinesen sind immernoch sehr lernfähig. Sie haben inzwischen sehr viel über die protektionistischen Maßnahmen der westlichen Länder gelernt. Die chinesische Regierung erwidert solche protektionistischen Maßnahmen auch. Deswegen müssen die westlichen Wirtschaftslenker nach China, um sich in die Nähe ihrer Absatzmärkte zu begeben. Wann immer die Wirtschaftslenker dieses Argument vorbringen dürften sie damit recht haben, aber verantwortlich dafür ist natürlich der Protektionismus ihrer Regierung.

Die chinesische Regierung sorgt dazu noch für eine strenge Zensur. Zur Zeit wird verstärkt eine Kampagne gegen alles, was Kinder oder Jugendliche gefährdet, insbesondere gegen Pornographie, geführt. Zwar stört das manchen Westler, aber der größte Teil derer, die chinesische Moralvorstellungen aus Erfahrung kennen, wird sie jederzeit den westlichen vorziehen. Es ist sehr angenehm, nicht an jeder Straßenecke mit Abbildungen der absonderlichsten Mutationen an weiblichen Körpern, sofern man die überhaupt als solche betrachten kann, konfrontiert zu werden. Die in China noch vorherrschende, strengere Moral führt natürlich noch zu weiteren Verhaltensunterschieden, die seitens vieler Wirtschaftskapitäne bevorzugt werden. In China wird Service noch sehr intensiv betrieben. Geht man in Deutschland einkaufen, dann verstecken sich die Verkäufer, wenden sich ab oder ignorieren den Kunden einfach. In China dagegen kommen Verkäufer und anderes hilfreiches Personal immer auf die Kunden zugestürmt. Auf Nichtchinesen kommen normalerweise nicht weniger als fünf zu. Gerade Leute, die Geld zum ausgeben haben, könnten die chinesischen Verhältnisse viel besser als die deutschen finden. Mit genug Geld lassen sich in China auch leicht besonders fleißige Haushälterinnen für wohlhabende Ausländer finden, die einen eigenen Berufsstand bilden. Sie heißen Āyí (阿姨), was soviel wie Tante bedeutet. Weil man sich dafür mittels Fremdsprachen verständigen können muß, können das nur besonders qualifizierte Chinesinnen machen, die dafür entsprechend in der chinesischen Gesellschaft angesehen sind. Es ist ein Ehre als Āyí (阿姨) zu arbeiten und die Āyí (阿姨) stehen praktisch mit einem Fuß in der westlichen Oberschicht. Natürlich werden sie von ihren Arbeitgebern eher geringgeschätzt, wenn nicht verachtet. Darauf lassen zumindest ein paar Erfahrungsberichte schließen. Das macht deren Arbeit für die Wirtschaftskapitäne aus dem Westen aber nicht weniger angenehm. Viel angenehmer als im Westen ist auch, daß die Chinesen nicht so fett werden. Jedenfalls war das bis vor kurzem noch so. Während die Frauen in westlichen Ländern spätestens nach der Geburt ihres ersten Kindes aufgehen wie ein Hefeteig, kann man einer Chinesen nicht ansehen, ob sie bereits ein Kind hat. Als am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eine der Wellen war, während der jeder nach China mußte, berichteten manche Händler anerkennend, daß die chinesischen Frauen nach ihrem siebten Kind noch immer aussahen wie vor ihrem ersten. Damals waren sieben Kinder der Durchschnitt. Heute bekommt die chinesische Frau im Durchschnitt nur noch ein Kind. Deswegen und wegen der dadurch hervorgerufenen Überalterung sind solche Dinge nicht mehr so wichtig und nicht mehr prägend für das Straßenbild. Alte Menschen werden in China immernoch viel mehr respektiert als in den Ländern der westlichen Hemisphäre. Das ist wiederum etwas, wovon die meisten der Wirtschaftskapitäne aus dem Westen profitieren.

Eine weitere wichtige, geschichtliche Erfahrung beeinflußt die chinesische Kultur. Nachdem die Chinesen den Opiumkrieg gegen die Briten verloren hatten, ordneten die Briten an, daß alle Staatsbürger des britischen Commonwealth, die sich in China aufhielten, zu keinem Zeitpunkt dem chinesischen Recht unterstehen. Das Prinzip nennt sich Exterritorialität. In die chinesische Mentalität hat sich dadurch eingeprägt, daß die Angelegenheiten der Nichtchinesen niemals das Problem von Chinesen sind, unabhängig vom Aufenthaltsort. Solange keine Chinesen involviert sind, sind sogar den chinesischen Behörden in China nur zwischen Nichtchinesen begangene Verbrechen völlig egal. Solange man sich zu benehmen weiß, läßt es sich insbesondere für Nichtchinesen in China sehr gut leben. Natürlich gefällt den Managern aus dem Westen das.

Natürlich kommen nicht alle Leute aus den westlichen Ländern mit der chinesischen Kultur und der Mentalität der Chinesen gleich gut klar. Deswegen haben es Unternehmen, die nach und in China Beziehungen geknüpft haben, sowie Unternehmen, die Sinologen beschäftigen, in China wesentlich leichter als andere Unternehmen. Normalerweise sind die Entscheider dazu zu geizig und völlig inkompetent. Daher ergeben sich immer wieder Probleme mit der chinesischen Kultur. Die kompetenteste Entscheidung, die ein Unternehmenslenker treffen kann, ist immer die, Konkurrenten auszuschalten und deren Marktanteile zu übernehmen. Vor einer Schlacht ritt Napoleon mehrere Tage lang die möglichen Schlachtfelder ab, überprüfte jedes Detail und prägte es sich ein. Dadurch erhielt er einen großen taktischen Vorteil, den man garnicht überschätzen kann. Auch die Schriften chinesischer Strategen betonen die Wichtigkeit, das Gelände zu kennen. Solche Schriften werden heute, insbesondere seitens der chinesischen Betriebswirte, gerne auf die Wirtschaft angewandt, denn im Prinzip gelten für Wirtschaft und Krieg die gleichen Regeln. Deswegen ist es auch in der Wirtschaft ein großer, nicht überschätzbarer, taktischer Vorteil, das Gelände zu kennen. China ist natürlich ein besonders interessantes Schlachtfeld für Unternehmen, gerade weil sich die chinesische Kultur sehr von den westlichen unterscheidet. Daher rühren gerade westliche Unternehmen die Werbetrommel für den Standort China. Sie behaupten, daß man in China einfach dabeisein muß oder aus dem Geschäft raus ist. Andere plappern ihnen das nach. Weniger kompetente Manager plappern das ebenfalls nach und glauben es dann selbst auch noch. Obwohl sie kaum etwas über China wissen, gehen sie ebenfalls mit ihren Unternehmen nach China. Je weniger sie sich dort auskennen, desto leichter lassen sie sich dort von ihren Konkurrenten in den Ruin treiben und so weltweit vom Markt drängen.

So dumm es für den einen Teil der Wirtschaftslenker ist, nach China zu gehen, so klug handelt der andere Teil, wenn er an der Erschaffung des China-Hype arbeitet. Denn so lassen sich Wirtschaftskriege entscheiden. Unter anderem war dafür oft das gerne kritisierte Raubkopierertum entscheidend. Aber inzwischen bekämpfen die chinesischen Behörden das selbst. Gerade die Wirtschaftslenker, die es oft kritisierten, hatten immer am meisten davon profitiert. Während raubkopieren in China immer schwieriger wird, verlassen die Wirtschaftslenker aus genau diesem Grund nun China und wenden sich anderen neuen Märkten zu.

2009/06/21

Zinsen


Zinsen sind die effektivste Ursache der Teuerung. Sie werden als Vergütung für die Gewährung von Darlehen erhoben. Zinsen setzen sich zusammen aus einer Marge, einem Inflationsausgleich, einem Risikozuschlag und dem Urzins.

Jedes Unternehmen braucht Einnahmen, mittels derer die Kosten des Unternehmens bestritten und Gewinne realisiert werden. Bei gewerblichen Darlehensgewährern ist das die Marge. Alle Gewinne, die tatsächlich durch die unternehmerische Tätigkeit gerechtfertigt sind, sind Teil der Marge.

Gewerbliche Darlehensgewährer sind sich der Tatsache bewußt, daß während jeder Laufzeit eines Darlehens eine gewisse Teuerung stattfindet. Durch die Teuerung sinkt die Kaufkraft der Währung. Der Darlehensgewährer fürchtet daher weniger Kaufkraft zurückzuërhalten als er gegeben hat. Weil die meisten gewerblichen Darlehensgeber nicht genug über Wirtschaft wissen, um Teuerung und Inflation auseinanderzuhalten, verlangen sie zusätzlich zu ihrer Marge und der Tilgung des Darlehens einen Inflationsausgleich. Gewerbliche Darlehensgeber, die zwischen Inflation und Teuerung zu unterscheiden wissen, wollen trotzdem nicht schlechter als die Konkurrenz dastehen und verlangen ebenfalls den Inflationsausgleich. Natürlich gibt es keinen Deflationsausgleich, denn diese Komponente des Zinses heißt nur Inflationsausgleich und gibt lediglich die allgemeine Teuerung während des Darlehenszeitraumes wieder. Dadurch entgehen auch Darlehen nicht der allgemeinen Teuerung. Das ist einer der verstärkenden Mechanismen, durch den sich die Teuerung selbst antreibt. Außerdem ist das der Teil des Zinses, der ebenfalls unter dem Namen Zinsen manchmal an Anleger weitergegeben wird.

Erfahrungsgemäß kann nicht jedes Darlehen getilgt werden. Manche Darlehensnehmer verschulden sich nicht nur, sondern überschulden sich. Das bedeutet, daß sie ihre wirtschaftliche Situation falsch einschätzen und sich schließlich nicht mehr in der Lage sehen, ihre Darlehen zurückzuzahlen. Der gewerbliche Darlehensgeber hat ein natürliches Interesse daran, dieser Situation vorzubeugen. Banken lösen das Problem normalerweise auf die Art, daß sie ausschließlich denjenigen Darlehen geben, die sie ganz sicher nicht brauchen. Kann die Bank sich dabei nicht sicher sein, dann vergibt sie kein Darlehen und erwirtschaftet ihre Gewinne durch andere Geschäfte. Machten das alle so, dann befände sich die Wirtschaft in einer dauerhaften Kreditklemme. Deswegen gibt es zwei weitere Methoden, das Problem zu lösen. Die eine ist, daß dem Darlehensgeber Sicherheiten anvertraut werden. Die Sicherheiten müssen normalerweise für den Darlehensgeber einen höheren Wert haben als das gewährte Darlehen. Pfandleiher nutzen diese Methode auf eine einigermaßen ehrliche Art, Banken nutzen die Methode lediglich als eine Variante der ersten. Die andere Methode ist, von Erfahrungen ausgehend eine bestimmte Rate an Verlusten einzukalkulieren. Einkalkulierte Verluste müssen natürlich auf alle Darlehen umgelegt werden, weil der gewerbliche Darlehensgeber sein Gewerbe bestimmt nicht betreibt, um auf Verlusten sitzenzubleiben. Deswegen muß er zusätzlich zur Tilgung, der Marge und dem Inflationsausgleich auch noch einen Risikozuschlag verlangen.

Die ersten drei Teile des Zinses sind gerechtfertigt. Ohne diese könnten Darlehen nicht gewerblich vergeben werden. Trotzdem gab es in der Geschichte immer wieder Zinsverbote und weitere Versuche, Zinsen zu verbieten. In islamischen Ländern ist es auch heute verboten, Zinsen zu nehmen. Trotzdem kann man auch dort Darlehen bekommen und trotzdem muß man auch dort neben der Tilgung noch eine Vergütung für das Darlehen bezahlen. Mit dem Zinsverbot ist normalerweise ein Verbot der vierten Komponente des Zinses gemeint. Das ist der Urzins. Der Urzins ist eine Form der Monopolrendite. Zwar kann man Darlehen von vielen Anbietern bekommen, aber für ein Darlehen an gesetzlichen Zahlungsmitteln muß sich der gewerbliche Darlehensgeber seinerseits ein Darlehen besorgen, für das er wiederum Zinsen bezahlen muß. Letztendlich kommen alle Darlehen an gesetzlichen Zahlungsmitteln von der selben Stelle und das ist die Zentralbank. Die Zentralbank ist ein staatlicher und daher ein sehr mächtiger Monopolist. Aus dem Grund kann sie eine Monopolrendite verlangen. Monopolrenditen sind nicht durch Leistungen oder ähnlich nachvollziehbare Gründe gerechtfertigt, sondern lediglich Ausdruck eines Machtgefälles. Dem Staatsorgan Zentralbank ist es erlaubt, gesetzliche Zahlungsmittel auszugeben. Allen anderen Interessenten ist das nicht erlaubt. Es lassen sich zwar andere Zahlungsmittel herstellen und verwenden, aber die werden seitens weiterer Staatsorgane, vor allem dem Finanzamt, nicht akzeptiert. Daher kann kein anderer Wirtschaftsteilnehmer eine ähnliche Marktmacht wie die Zentralbank erlangen. Obwohl die Zentralbank ein Staatsorgan ist und ihre Monopolmacht daher zum Wohle des Volkes und damit auch des Staates verwenden könnte, wird die Monopolmacht massiv mißbraucht. Die Existenz des Urzinses ist lediglich der Beweis dafür. Durch den Urzins wird es für Schuldner unnötigerweise noch schwieriger, ihre Darlehen zurückzuzahlen.

Mit einer oft behaupteten Entschädigung für den Darlehensgeber wegen des vorübergehenden Verzichtes auf die ausgegebene Summe haben die Zinsen überhaupt nichts zu tun. Wäre das der Fall, dann würde der Darlehensgeber für ein vorzeitig zurückgezahltes Darlehen weniger Zinsen verlangen. Tatsächlich verlangt er jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung vom Darlehensnehmer, weil der Darlehensgeber aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung nicht noch mehr am Darlehensnehmer verdienen kann. Ein Verzicht sähe anders aus. Der vorgebliche Verzicht ist nur eine weitere Propagandalüge.

Der Staat könnte bestimmen, daß die Zentralbank den Urzins auf einen negativen Wert festlegt. Natürlich würden gewerbliche Darlehensgeber so einen Rabatt nicht weitergeben. Aber die Regelung, daß nur Banken bei der Zentralbank Darlehen aufnehmen dürfen ist ebenfalls staatsfeindlich. Die Zentralbank könnte und sollte, da sie schließlich alleiniger Emittent des gesetzlichen Zahlungsmittels ist, Darlehen direkt an Unternehmen vergeben und den Urzins so festlegen, daß der Unternehmer am Ende der Laufzeit insgesamt weniger zurückzahlen muß. Statt einer Kreditklemme, unter der der gesamte Staat leidet, wäre eine Kreditflut das Ergebnis, durch das der gesamte Staat aufblüht. Negative Urzinsen seitens der Staatsorgane wären noch sinnvoller als die ebenfalls schon angedachten negativen Steuern.

Ein negativer Urzins hat also genau den gegenteiligen Effekt eines totalen Zinsverbotes. Sollten Zinsen einmal mehr verboten und das Verbot ausnahmsweise auch beachtet werden, dann könnten Darlehen allenfalls noch wie unter diesem externen Link geschildert zustandekommen.

Entalphabetisierung II


Heute sind Sechzehnjährige nicht ausbildungsfähig, weil sie oft nicht richtig lesen können. Das wird so geschildert, daß die Schulabgänger zwar einen Text buchstabieren können, aber sobald man sie danach fragt, was in dem Text steht, können sie darüber nichts sagen. Das Phänomen kann man nicht besser beschreiben als durch den Ausdruck Entalphabetisierung. Die Entalphabetisierung kann natürlich nicht alleine den Schülern zugeschrieben werden, weil die selbstverständlich nicht lernen können, was man sie nicht lehrt. Manche der Massenmedien scheinen das auch schon erkannt zu haben, deswegen gibt es dann zum Beispiel Fernsehsendungen, in denen der Zuschauer über manche seiner Rechte informiert wird. Bildungsprogramme im Fernsehen sind zwar wünschenswert, aber die dort bisher ablaufenden Veranstaltungen sind kein Ersatz für ein funktionierendes Schulsystem, dem wichtigsten unter den Massenmedien. Viel vernünftiger wäre es, auch juristische und amtsdeutsche Texte zu lesen würde in den Schulen geübt.

Weil das nicht passiert, darum kann der Ottonormalverbraucher leicht über den Tisch gezogen werden. Hier ist Zhèng-Míng (正名) notwendig, aber es steht zu befürchten, daß das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein wird. Nehmen wir die Frage als Beispiel, wessen Vermögen in der Erbschaftssteuer besteuert wird. Eine bestimmte politische Richtung bezeichnet Erbschaften als leistungslose Einkommen. Es ist völlig klar, daß diese Darstellung nur gewisse politische Maßnahmen rechtfertigen soll. Wie sehr die Darstellung der Realität entspricht oder auch nicht, bleibt völlig den juristischen Grundkenntnissen des Wählers überlassen, die normalerweise kaum vorhanden sind. Der mündige Bürger kann sich natürlich durch lesen informieren. Aber sogar in den maßgeblichen Gesetzestexten wird er nichts zur Beantwortung der Frage finden. Schon das Verständnis juristischer Texte setzt die Kenntnis einiger juristischen Grundsätze voraus. Sind diese jedoch vorhanden, dann ist auch die Beantwortung der obigen Frage kein Problem mehr.

Der mündige Bürger formuliert die Frage zunächst um. Er fragt sich, welches Gericht für die Entscheidung weiterer mit der Thematik verbundener Fragen zuständig wäre. Es gilt der Grundsatz, daß immer das Gericht an dem Ort zuständig ist, der am nächsten am Ort der Angelegenheit gelegen ist. Beispielsweise gibt es in vielen Ländern Firmen, die Grundstücke auf dem Mond verkaufen. Durch internationale Verträge ist es verboten, Ansprüche auf Grundstücke auf dem Mond zu erheben. Der Verkauf ist also illegal. Jedoch ist es trotzdem ein sicheres Geschäft, denn für juristische Streitfragen in dem Zusammenhang wären die Gerichte auf dem Mond zuständig. Im Fall der Erbschaft ist das Amtsgericht am letzten Wohnort des Erblassers zuständig. Das deutsche Erbrecht erlaubt es sogar, das Erbrecht eines anderen Staates als für das Erbe maßgeblich zu bestimmen. Der Versuch kann jedoch nicht ohne Hinzuziehung eines fähigen Rechtsanwaltes empfohlen werden. Das Bestimmen des gültigen Erbrechtes kann nur durch den Erblasser erfolgen. Erben haben sehr wenig Einfluß auf das Erbe. Sie können im äußersten Fall ein Testament anfechten. Aber das Testament wird selbstverständlich ausschließlich durch den Erblasser verfaßt. Am besten wiederum mit juristischem Beistand. Der Erblasser kann auch als Einziger entscheiden, das Erbe zu verteilen und in der Form mehrerer Schenkungen auf seine Erben zu übertragen. Solche Entscheidungen sind hauptsächlich steuerlich relevant. Der Erblasser und nur der Erblasser kann so einen maßgeblichen gestalterischen Einfluß auf die Form der Erbschaftssteuer nehmen. Es ist selbstverständlich immer derjenige, der besteuert wird, dem der gesamte Gestaltungsspielraum bei der Besteuerung zusteht. Wir sind nun schon bei drei zu null für die Erkenntnis, daß bei der Erbschaftssteuer ausschließlich der Erblasser besteuert wird. Der Erbe hat keinerlei Einfluß auf die Erbschaftssteuer. Er hat nichtmal ein Recht, vorab Unterlagen einzusehen. Ein Erbe muß sich innerhalb einer sechswöchigen Frist ab Eintritt des Erbfalles selbst einen Überblick über die Vermögensverhältnisse des Erblassers beschaffen. Zu solchen Dingen wie Kennwörter für maßgebliche Computerdateien, von denen viele Entscheidungen abhängen können, dürften die meisten Erben naturgemäß keinen Zugang haben. Unter der Generation der heutigen Erblasser war die Computerverwendung noch nicht weit verbreitet. Die nächste Generation wird sogar sichere Kennwörter verwenden. Das dürfte den Erbschaftsgerichten und den Finanzgerichten der Zukunft viel zusätzliche Arbeit bescheren. Dazu kommt natürlich noch, daß der Erbe in der ohnehin viel zu kurzen, ihm gesetzlich zur Verfügung stehenden Frist eigentlich Besseres zu tun hätte, denn er muß sich gleichzeitig um einen Trauerfall in seiner Familie kümmern.

Die gesetzliche Lage ist sehr eindeutig. Im Fall der Erbschaftssteuer wird ausschließlich der Erblasser besteuert. Er muß sein gesamtes Vermögen, das normalerweise ohnehin schon komplett versteuert wurde, nochmals versteuern. Da er jedoch von Todes wegen verhindert ist, muß die Erbengemeinschaft in Stellvertretung des Erblassers die Steuer auf dessen Vermögen abführen. Die Stellvertreter bekommen viel weniger Zeit dafür zugestanden als sie für ihre normalen, jährlichen Steuererklärungen zur Verfügung haben. Natürlich kennen auch alle derjenigen Berufslügner, die den Wählern das Gegenteil vorlügen, den Sachverhalt bestens. Aber weil die Berufslügner davon ausgehen können, daß der Wähler ohnehin nicht mitkommt, sobald es um juristische Sachverhalte geht, können sie es sich leisten, den Wähler weiterhin anzulügen. Deswegen ist es notwendig, daß nicht nur alle Schüler, sondern alle Bürger in die Lage versetzt werden, juristische Texte zu verstehen. Andernfalls kann Demokratie nicht stattfinden.

Genial in dem Zusammenhang ist natürlich die Idee, daß Gesetze nur dann Gültigkeit erlangen können, wenn sie so klar und allgemeinverständlich formuliert sind, daß keine Juristen gebraucht werden, um die Gesetze zu verstehen. An wen richten sich die Gesetze? An Juristen? Gesetze, die nur durch Juristen verstanden werden können, sollten auch ausschließlich für Juristen gelten. Gesetze, die allgemeingültig sein sollen, müssen durch die Allgemeinheit verstanden werden. Ein Gesetz, daß nicht automatisch durch diejenigen verstanden wird, die sich daran halten sollen, müßte automatisch ungültig sein und das müßte selbstverständlich sein. Es würde sehr schnell eine Selbstverständlichkeit werden, sobald so eine Regel ihren Weg in eine Verfassung findet.

Ebenfalls nicht dumm ist die Idee des Gregor Gysi, daß Gesetze nur eine begrenzte Zeit lang gültig sein sollten. Dann müßten die Gesetze regelmäßig überprüft werden, ob sie noch auf der Höhe der Zeit sind, statt sie immer nur unsinnigerweise weiter zu verschärfen.

2009/06/20

Kleine Erinnerung

Wollt ihr etwas Gutes tun?


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  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
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    Kontonummer: 5529289484
    BLZ: 50010517
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    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

2009/06/18

Wichtiger Hinweis für Lottospieler


Auf der Netzseite, auf die ihr über diesen Link gelangt, findet ihr eine Übersicht über die Treffer, die mittels einer neuen astrologischen Software zur Voraussage der Lottozahlen bisher erzielt werden konnten.

Natürlich solltet ihr vor dem experimentellen Charakter der neuen Methode gewarnt sein. Der Urheber der neuen Methode warnt ebenfalls davor. Sein Experiment soll lediglich beweisen, daß astrologische Methoden eine höhere Trefferrate erzielen als statistisch anzunehmen wäre, auch wenn die Dummensteuer dabei trotzdem Verluste verursacht. Neu ist ebenfalls die Objektivität, mit der die Studie durchgeführt wird. Einerseits ist der Urheber der Studie selbst ein Astrologe, andererseits greift er Anregungen eines Skeptikers auf, der die Studie kritisch verfolgt und auf seiner hier verlinkten Netzseite selbst kommentiert. In der Vergangenheit sind gerade solche Skeptiker, die sich in einer Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften zusammengeschlossen haben, immer wieder durch Sektierertum, bornierte Dogmen, selektive Taubheit, Ignoranz, unhaltbare Unterstellungen und ähnliches aufgefallen. Umso erfreulicher ist es, daß es inzwischen auch Skeptiker gibt, die wissenschaftlichen Versuchen gegenüber offen sind.

Um wirklich wissenschaftlich, gerecht und objektiv zu sein, muß man auf jeden Fall zusätzlich berücksichtigen, daß die Methode, die der Astrologe für sein Experiment verwendet keine traditionelle Methode der Astrologie ist. Vielmehr ist sie anderen Astrologen überhauptnicht bekannt und wird noch geheimgehalten. Daher kann das Experiment ausschließlich über eine neue, geheime Methode eines einzelnen Astrologen eine Aussage treffen. Über die Methoden anderer Astrologen sagt das Experiment überhauptnichts aus. Die traditionellen, allgemein verbreiteten Lehren der Astrologie behaupten sogar, daß Lottozahlen nicht durch eine bestimmte Methode vorhergesagt werden können. Bleibt die neue Methode im statistisch möglichen Bereich, dann stimmt das mit der Aussage der traditionellen Astrologie überein.

Boykottiert Toyota (トヨタ)!


Ihr solltet Toyota (トヨタ) boykottieren. Aber trotz der Wirtschaftskrise ist das kein Aufruf, die einheimische Autoindustrie durch den Kauf einheimischer Produkte zu rette. Stellt euch vor, die Bewohner anderer Länder kämen auf die gleiche Idee. Da sollte man sich den Boykott ausländischer Produkte doch als mögliche Gegenmaßnahme noch bis dahin aufheben.

Aber bei Toyota (トヨタ) ist der Aufruf schon jetzt moralisch gerechtfertigt. Er ist sogar überfällig. Toyota (トヨタ) stellt nämlich nicht nur Autos, sondern auch Hinrichtungsmaschinen her. Prüft das nach, indem ihr diesem Link folgt. Euer Geld ist viel zu wertvoll, um es in die Richtung eines solchen Unternehmens fließen zu lassen. Zumindest könnte das ein ethisch einigermaßen entwickelter Mensch keinesfalls mit seinem Gewissen vereinbaren.

2009/06/16

Entalphabetisierung I


In letzter Zeit wird, nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise, öfter erwähnt, daß die meisten Menschen in wirtschaftlichen, speziëll finanziëllen, Fragen praktisch Analphabeten sind. Nun sind Analphabeten Leute, die nie lesen oder schreiben gelernt haben. Trifft das auf die meisten Menschen zu? In der heutigen Zeit sollte das nicht mehr so sein. Aber oft ist es so, daß die Leute zwar einen Text zu einem bestimmtem Thema lesen können, aber dadurch trotzdem dessen Aussagen nicht verstehen. Das Lesen führt nicht mehr zum Verständnis. Das Verständnis eines Textes ist jedoch der Sinn des Lesens, denn lesen bedeutet mehr als nur Buchstaben aneinanderzureihen. Also liegt hier ein Bildungsdefizit vor. In letzter Zeit wird auch das Bildungssystem gerne diskutiert. Es wird vor allem darüber diskutiert, was die Schüler nach lesen, schreiben und rechnen noch lernen sollen, damit sie auf das Leben nach der Schule gut vorbereitet würden. Währenddessen beklagen sich viele Arbeitgeber darüber, daß viele Bewerber, vor allem falls sie direkt von der Schule kommen, überhauptnicht ausbildungsfähig seien. Gerade beim schreiben und rechnen hapere es. Wieso diskutiert man also darüber, was auf die nichtvorhandenen Fertigkeiten aufbauend noch unterrichtet werden sollte? Das ist natürlich völlig unsinnig. Es heißt, Bildung bedeutet aus Personen Persönlichkeiten zu machen. Wäre Bildung heute noch der Zweck des heutigen Bildungssystemes, dann müßte man es komplett abbauen und alle Schulen abreißen, denn diesen Zweck erfüllt unser Bildungssystem schon lange nicht mehr. Die Schulen dienen nur noch dazu, junge Menschen so zu brechen, daß sie für den Rest ihres Lebens artige Untertanen bleiben, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, daß andere Leute sich die Taschen vollstopfen können. Bildung würde dem neuen Ziel nur entgegenstehen. Die Schulen, deren ursprüngliche Aufgabe es war, die Bevölkerung zu alphabetisieren, sind nun für das Gegenteil da und entalphabetisieren die Bevölkerung. Nur so läßt sich das Symptom erklären, daß auch ein komplett gelesener Text nicht mehr verstanden werden kann. Ich gehe davon aus, daß euch der gerade stattfindende Prozeß der Entalphabetisierung nicht gefallen kann. Deswegen muß der Entalphabetisierung durch mehr Zhèng-Míng (正名), der schon seit Konfuzius geforderten Richtigstellung der Bezeichnungen, entgegengewirkt werden. Nur falls der Trieb Portale wie Wikipedia mit mehr und mehr Unsinn anzufüllen durch eine Bewegung des Zhèng-Míng (正名), eine echte Bildungsbewegung, ersetzt wird, nur dann kann die Entalphabetisierung aufgehalten werden. Wird sie nicht aufgehalten, dann wird der deutschsprachige Raum zu einem Entwicklungsland. Unsere Berufslügner verhalten sich heute schon so als lebten sie in einem. Zhèng-Míng (正名) wird bereits sehr dringend gebraucht. Was das Verstehen wirtschaftlicher Texte angeht, könnt ihr hier bereits einige Artikel finden, die eure Befähigung dazu verstärken werden. Gleiches gilt für andere Themenbereiche. Es sollen noch mehr Artikel folgen. Aber dieser Blök alleine wird nicht ausreichen. Schülern sollte man zunächst beibringen, Texte zu verstehen. Solange ein Text nicht durch den Schüler verstanden wird, kann man nicht behaupten, daß es dem Schüler gelungen ist, den Text zu lesen. Darauf sollten sich zukünftige Lehrpläne konzentrieren. Dadurch wird der Schüler dann auch in die Lage versetzt, sich Wissen aus weiteren Themengebieten lesend anzueignen. Alles andere ist nur schmückendes und daher eher unnötiges Beiwerk.

Verfassung


Eine Verfassung ist kein normales Gesetzbuch, obwohl manche europäische Verfassung mehr und mehr dazu verkommt. Ein normales Gesetz gibt den Bürgern und den Besuchern eines Staates einen Rahmen vor, innerhalb dessen sich ihre Handlungen zu bewegen haben. Eine Verfassung ist dagegen dazu da, den Gesetzgebern des Staates seitens dessen Souveräns einen Rahmen vorzugeben, innerhalb dessen sich die Gesetzgebung zu bewegen hat. Selbstverständlich kann eine Verfassung nicht ohne Volksentscheide des gesamten Souveräns entstehen. Das ist der Unterschied zu einem Grundgesetz, das die Stelle einer Verfassung solange und nur solange einnimmt, bis alle notwendigen Volksentscheide durchgeführt wurden.

Natürlich muß die Verfassung aufgrund ihres Daseinszweckes unter anderem vorgeben, wer Gesetzgeber ist, wie gesetzgebende Organe zusammengesetzt sind und wie jemand zum Gesetzgeber wird. Einfache Gesetze haben in einer Verfassung nichts verloren. Ganz im Gegenteil, in einer Verfassung steht, welche Gesetze erlaubt sind und welche verboten. Deswegen beginnt eine Verfassung normalerweise mit den Grundrechten. Gegen die darf kein Gesetz verstoßen. Leider wird das seitens der Regierenden oft mißachtet. Deutschland hat zwar ein Grundgesetz als Platzhalter für eine spätere echte Verfassung statt einer Verfassung, aber vom Namen abgesehen sollte das Grundgesetz die gleichen Voraussetzungen wie eine Verfassung erfüllen. Der mittels grammatikalisch und philosophisch schlechter Sprache verfaßte Artikel http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30424/1.html zeigt anhand einiger Beispiele wie das Grundgesetz seit seiner Entstehung noch keinen einzigen Tag lang beachtet wurde. Eine gute Verfassung würde daher als wichtige Bestimmung enthalten, daß verfassungswidrige Gesetze nicht erst durch Verfassungsgerichte oder Korrekturen der Gesetzgeber ungültig gemacht werden, sondern jederman sie behandeln könne als wären sie garnicht vorhanden. Konsequenterweise müßte eine gute Verfassung natürlich bestimmen, daß Gesetze ungültig sind, sobald sie der Auslegung durch Juristen bedürfen.

2009/06/15

Evolution III


Vorausschicken möchte ich hier, daß ich weder für noch gegen den Papst, weder für noch gegen die katholische Kirche bin.

Wann immer es eine Gelegenheit gibt, über den Papst herzuziehen, dann zieht die Journaille über den Papst her. Als er in Afrika war, war es wieder so weit. Natürlich hat er dort etwas gesagt, das der Religion der Journaille zuwiderläuft. Aber die Religion der Journaille wird aussterben, die Religion des Papstes wird es noch lange danach geben. Die Journaille predigt den Zeitgeist, der Papst predigt viel ältere Werte. Deswegen wird die Religion der Journaille nicht länger als der Zeitgeist überleben. Der Papst dagegen hat für seine Religion nichts weiter im Sinn als ihr Überleben zu sichern.

Religionen kennen verschiedene Methoden sich zu verbreiten. Darunter gibt es jedoch nur eine einzige Methode, die wirklich gut funktioniert. Das ist die Verbreitung über die Gebärmutter. Diejenigen Religionen, deren Anhänger die meisten Kinder bekommen, sind die Religionen, die sich am schnellsten und am weitesten über die Welt verbreiten. In Europa ist der Islam auf dem Vormarsch, weil seine Anhänger viel mehr Kinder bekommen als die europäischen Christen oder die Atheïsten. Deswegen werden die Religionen, die ihre Anhänger dazu auffordern, Kinder zu bekommen, auf lange Sicht alle anderen Religionen verdrängen. Natürlich ist es nicht im Interesse eines religiösen Oberhauptes, seine Religion auf der Verliererseite zu sehen.

Die Religionen kennen verschiedene Wege, ihre Anhänger zum kinderkriegen zu animieren. Der chinesische Ahnenkult erfordert, daß man Nachfahren hat, die dafür sorgen, daß es dem Verstorbenem im Jenseits gut ergeht. Bekanntlich neigen Frauen mehr zur Religion als Männer und auch mehr dazu, für andere zu sorgen. Zusätzlich ist es, zumindest bei schlechter medizinischer Versorgung, schwieriger einen gesunden Jungen als ein gesundes Mädchen zur Welt zu bringen. Der Ahnenkult könnte also viel leichter von weiblichen als von männlichen Nachfahren ausgeübt werden. Genau aus dem Grund schreibt der chinesische Ahnenkult vor, daß die Rituale von männlichen Nachfahren ausgeübt werden müssen, denn dadurch wird der Anhänger der chinesischen Religion dazu gezwungen noch mehr Nachfahren zu haben. Den selben Trick wendet der Hinduismus an. Der Hindu wird zwar wiedergeboren, aber zwischen zwei Geburten gibt es einen Zeitraum, in dem ein männlicher Nachfahre mit Ritualen dafür sorgen muß, daß im Jenseits alles reibungslos abläuft. Die christlichen Konfessionen vermehren ihre Anhänger, indem sie Verhütung und jegliche Familienplanung verbieten. Die Geburtenraten in den christlichen Ländern Afrikas und Lateinamerikas zeigen gerade, daß das sehr gut funktioniert. Der Buddhismus geht einen ähnlichen Weg, indem er alles Leben für heilig erklärt. Er ist nur nicht ganz so streng, was die Familienplanung betrifft. Dann gibt es noch Islamisten, die das Prinzip sehr gut verstanden haben und ihre Anhänger auffordern, mehr Kinder zu bekommen. Auf diesem Weg wollen sie sowohl das Christentum als auch den gemäßigten Islam verdrängen. Das ist besser als Krieg und wird eines Tages tatsächlich zu einem europaweitem, islamistischem Gottesstaat führen können.

Wenn der Papst sagt, daß Empfängnisverhütung zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten beitragen würden, und noch vorausgesetzt, daß das keine Anspielung auf die Bangui-Definition war, dann schießt er zwar etwas über das Ziel hinaus, aber sein Verbot hat eigentlich überhaupt nichts mit Geschlechtskrankheiten zu tun. Will man sie auf dem Weg der Empfängnisverhütung verhindern, dann werden gleichzeitig keine neuen Christenmenschen geboren. Das ist das Problem, dem der Papst in seiner Funktion als religiöses Oberhaupt entgegentreten muß. Zumindest falls er will, daß seine Religion länger überlebt als der Zeitgeist der Journaille. Falls es dadurch ein paar HIV-Infektionen mehr geben sollte, dann ist das für die Kirche nicht mehr als ein Kollateralschaden, der in Kauf genommen werden muß, um nicht anderen Religionen das Feld zu überlassen.

In den Fällen, in denen die Verbreitung einer Religion über den Weg der Missionierung funktionierte, bot die betreffende Religion immer weltlichen Herrschern einen Grund, deren Machtgebiet zu erweitern oder einen schon lange gewünschten Krieg zu beginnen. Weil es heute nicht mehr allgemein akzeptiert ist, Kriege aufgrund bestimmter religiöser Lehren zu rechtfertigen, funktioniert die Verbreitung der Religionen über die Missionierung nicht mehr besonders gut. Die Evolution der Religionen hat noch eine Verbreitungsmethode hervorgebracht. Es handelt sich um die Methode den Anhängern der Religion zu verbieten, mit Männern oder insbesondere mit Frauen, die einer anderen Religion zugehören, Paare zu bilden. Auf diese Weise gewinnt die strengere Religion manchen Ehepartner dazu und stellt sicher, daß die Kinder im Sinne der strengeren Religion erzogen werden. Aus solchen Beobachtungen könnte man nun schließen, wohin sich die Religionen entwickeln werden, falls es sich bei der sogenannten Evolutionstheorie tatsächlich um eine Theorie handelte.

Nachtrag zur Teuerung


Das statistische Bundesamt behauptet, daß die Güter des Warenkorbes, mittels dem die Teuerungsrate festgestellt wird, doch gewichtet werde. Anders als in meinem Artikel angegeben wurde. Zugleich ist sich das statistische Bundesamt bewußt, daß der Warenkorb für die meisten Konsumenten unpassend gewichtet ist. Deswegen bietet es ein interaktives Werkzeug zur Ermittlung der individuëllen Teuerungsrate an. Hier ist ein direkter Link darauf. Das soll mit dem Firefox-Brauser ohne Probleme und mit mit dem Internet-Explorer durch die Hilfe eines zusätzlichen Steckreins funktionieren. Andere Brauser kennen Bundesämter nicht.

Funktioniert das interaktive Werkzeug, dann ermittelt man die eigene individuëlle Teuerungsrate, indem man die Schieberegler passend einstellt und auf die Schaltfläche mit der Beschriftung „OK“ klickt. Dann sollte man einen passenden Graphen angezeigt bekommen. Jedoch ist passend hier ziemlich relativ, denn das statistische Bundesamt gibt zwar an, siebenhundert Güter zu berechnen, jedoch gibt es viel weniger Schieberegler. Daher kann man die eigene Teuerungsrate doch nicht genau berechnen. Die Berechnungsmöglichkeiten der Teuerungsrate gehen beim statistischen Bundesamt nicht sehr in die Tiefe. Somit muß man mit einem Warenkorb leben, der die Preisentwicklung auch nicht viel besser anzeigt als wenn er nicht gewichtet wäre. Daher findet man oft die Angabe, daß der Warenkorb garnicht gewichtet wäre, obwohl das so nicht stimmt. Die Gewichtung ist lediglich völlig unbrauchbar. Natürlich kann auch das statistische Bundesamt nur mit den Daten arbeiten, die es zur Verfügung hat und auch die Möglichkeiten zur Erhebung der Daten sind begrenzt. Daher kann man dem statistischen Bundesamt garkeinen Vorwurf machen.

Die Idee mit dem Warenkorb ist viel älter als das Netz und noch auf dem alten technischen Stand. Heute könnte man es besser machen. Heute könnten viele Nutzer des Netzes die Preisentwicklung ihrer bevorzugten Produkte verfolgen und die Daten ins Netz eingeben. Dadurch ließe sich die wirkliche Teuerungsrate, die Preisstabilität und daraus berechnete Größen wie zum Beispiel ein gerechter Wechselkurs der verwendeten Währungen leicht angeben. Es fehlt nur noch ein Netzportal, das diese Aufgabe übernimmt. Wie ihr euch inzwischen schon denken könnt, fehlt es hier auf Zhèng-Míng (正名) an der entsprechenden Software und an Programmierkenntnissen. Andernfalls wäre Zhèng-Míng (正名) nicht als Blogspot gehostet.

2009/06/12

Eine Unterbrechung ohne Werbung


Diese Stelle könnte eine Werbeunterbrechung einnehmen. Bei einer Fernsehserie oder einem Film wäre das der Fall. Zeitschriften sind ebenfalls voll mit Werbeanzeigen. Sogar das Blogspot-Geblöke ließe sich monetarisieren.

In dem Fall müßten Unternehmen für die Werbeflächen bezahlen und natürlich müßten sie die dafür aufgewendeten Ausgaben auf die Preise ihrer Produkte aufschlagen. Über diese Produkte bezahlt ihr wiederum die Werbung. Gleichzeitig möchten viele Leute überhauptnicht durch Werbung belästigt werden. Vor allem da, wo es nicht notwendig ist.

Ich kann euch das ersparen, unterstützt mich stattdessen einfach direkt durch eine Spende
  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
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    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

Kapitalismus


Kapitalismus ist eine Ideologie, worauf bereits die Endung -ismus hinweist. Natürlich ist der Kapitalismus kein Wirtschaftssystem. Lediglich seine Profiteure versuchen immer wieder ihn mit der Sozialen Marktwirtschaft gleichzusetzen. Kapitalismus ist die Ideologie, daß sich alle menschlichen Bedürfnisse dem Interesse des Kapitals unterzuordnen haben. Das und nichts anderes bedeutet Kapitalismus. Das ist sehr weit von der Sozialen Marktwirtschaft oder jedem anderen gesunden Wirtschaftssystem entfernt. Wie spätestens seit meinem früheren Artikel über die Marktwirtschaft allen bekannt sein sollte, ist Wirtschaft als auf die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse ausgerichtete Handlungen definiert. Leider trauen sich nur noch wenige Menschen überhaupt, das öffentlich anzusprechen. Der Heiner Geißler ist dabei zum Beispiel eine rühmliche Ausnahme, ausnahmsweise. Die Journaille dagegen greift nur wieder und wieder die Darstellung der Profiteure des Kapitalismus auf. Der Menschheit ist der Kapitalismus schon lange als Zerfallserscheinung der Volkswirtschaft bekannt. Darüber schrieb schon Gustav Ruhland, der so genial war, daß er den Sprung vom einfachen Landwirt zum Professor schaffte und außerdem von der Wirtschaftskrise seiner Zeit ausgehend den Ersten Weltkrieg korrekt vorhersagte. Gustav Ruhland analysierte und beschrieb den Aufbau, die Blütezeit und den Untergang vieler Kulturen. Seine Bücher, die man sich kostenlos und trotzdem legal über die hier verlinkte Netzseite herunterladen kann, sollte man unbedingt lesen und sobald man über irgendein wirtschaftliches oder geschichtliches Thema mitreden will gelesen haben.

Der Kapitalismus ist eine Zerfallserscheinung, so erklärt Gustav Ruhland, ehemals gesunder Volkswirtschaften. Sozialisten und Kommunisten werden durch den Kapitalismus auf die gleiche Weise erzeugt, wie jeder Trend einen Gegentrend erzeugt. Sie sind keine unabhängigen Ideologien und treten daher nicht ohne den Kapitalismus auf. Sie verschwinden sogar wieder, sobald der Kapitalismus verschwunden ist. Sobald eine Volkswirtschaft von Kapitalismus befallen wird, ist ihr Ende nicht mehr fern. Ein großer Krieg, der die gesamte Zivilisation zerstört ist dann wahrscheinlich. Danach wird eine neue Kultur eines anderen Volkes an deren Stelle treten.

2009/06/11

Grundrechte


Rechte werden nach ihrer Anwendbarkeit in drei Arten unterteilt. Es gibt Jedermansrechte, Menschenrechte und Bürgerrechte. Bürgerrechte stehen jedem Angehörigen des Staates zu, in dessen Verfassung oder Grundgesetz sie festgeschrieben sind. Menschenrechte kann theoretisch jeder Mensch für sich einfordern. In den Staaten mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung sind die Menschenrechte immer Teil der Grundrechte, aber sogar das wäre nicht dafür erforderlich, daß sie jeder Mensch einfordern könnte. Die Menschenrechtsdeklaration der Vereinten Nationen wäre dafür völlig ausreichend. In der Praxis werden die Menschenrechte seitens ausnahmslos aller Staaten ignoriert, mißachtet oder verletzt. Zum Beispiel gibt es darunter bereits das Recht auf Nahrung und trotzdem gibt es viele Menschen auf der Welt, die hungern. Theoretisch könnte man sogar beschließen, für Nahrung nichts mehr zu bezahlen und müßte dann staatlicherseits mit ausreichend Nahrung versorgt werden. Das ist zwar geltendes Recht, aber das interessiert niemanden. Die Abgrenzung zwischen Menschenrechten und Jedermansrechten ist heute eher theoretischer Natur. Besuchte eine außerirdische Intelligenz einen europäischen Staat, dann könnte sie die dort geltenden Jedermansrechte, aber nicht die Menschenrechte für sich einfordern. Die Abgrenzung entstand nur durch unvorsichtiges Formulieren seitens der Juristen.

Jedermansrechte finden sich vor allem in einfachen Gesetzen. Bürgerrechte und Menschenrechte beschränken sich dagegen auf Verfassungen. Letzteres findet seinen Grund darin, daß sie als Abwehrrechte gegen Staatsorgane gedacht sind. Nur auf diese Weise würden sie richtig aufgefaßt. Das sind dann die Grundrechte.

Leider ist auch schon in vielen Staaten mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung gängige Praxis, daß keine Regierung mehr Abwehrrechte seitens der Bürger anerkennt, obwohl sie noch auf dem Papier stehen. So ist das beispielsweise beim Datenschutz oder bei der Unverletzlichkeit der Wohnung, die beide praktisch schon völlig abgeschafft sind. Mehr und mehr betrifft das auch die Versammlungsfreiheit, die Meinungsfreiheit und die dazugehörende Rezipiëntenfreiheit. Abwehrrechte bedeuten, daß sich der Staat in diese Angelegenheiten auf keinen Fall einzumischen hat.

Die Freiheit der Wissenschaft, der Kunst, der Religion und die Lehrfreiheit oder gar die individuëlle Handlungsfreiheit dürften mittlerweile nur noch juristischen Spezialisten bekannt sein. Die einzige Abhilfe dagegen wäre, daß ein Volk sich eine Verfassung gibt, die diesen Namen auch verdient. Aber dazu müßten die Angehörigen des betreffenden Volkes zunächst verstehen, was ein Staat und was eine Verfassung ist und wie ein Staat zu einer Verfassung kommt. In der Hinsicht sieht es leider sehr düster aus, sogar in Europa, wo immernoch die gebildeteste Bevölkerung der Welt lebt.

2009/06/10

Zölibat


Zölibat bezeichnet vorsätzliche Ehelosigkeit und sexuëlle Enthaltsamkeit. Entgegen der Darstellung beispielsweise in der Wikipedia, die mehr und mehr mit Unsinn angefüllt wird, wird der Zölibat nicht nur in der katholischen Kirche praktiziert. In manchen Religionen ist der Zölibat Voraussetzung für bestimmte Positionen in der Hierarchie. Die katholischen Priester sind zwar das bekannteste Beispiel, aber buddhistische Mönche wären ein weiteres Beispiel für Leute, die im Zölibat leben. Außer aus machtpolitischen Motiven innerhalb der Hierarchie einer Religion wird der Zölibat manchmal tatsächlich auch aus spirituëllen Gründen praktiziert. Für spirituëlle Praktiken wie das ausschließlich in Indien und vielleicht Teilen Tibets praktizierte, echte Tantra (तन्त्र‌) ist der Zölibat unbedingte Voraussetzung. Die Endung -at weist darauf hin, daß das Wort ein Maskulinum ist. Lediglich substantivierte Verben und Chemikalien auf -at sind Neutra, weil das auf alle Wörter dieser Gruppen unabhängig von der Endung zutrifft.

Es gibt jedoch noch Wesentlicheres mitzuteilen. Das betrifft den Zölibat innerhalb der katholischen Kirche. Dort wurde er nämlich nicht aus spirituëllen Gründen zur Pflicht für die Priester. Den wirklichen Grund konnte man vor ein paar Tagen aus dem Telepolis-Artikel http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30378/1.html erfahren. Die dortige Überschrift gibt jedoch keinen Hinweis auf den Grund und darf als völlig verfehlt betrachtet werden. Der wirkliche Grund findet sich weiter unten im Text. Durch den Zölibat konnten katholische Funktionäre keine ehelichen Kinder haben und deswegen nichts vererben. Damals wären nur eheliche Kinder erbberechtigt gewesen. Weil es die durch das Zölibat nicht geben konnte, konnte die katholische Kirche an deren Stelle treten. Dadurch hat die katholische Kirche einen Teil ihres unglaublichen, materiëllen Reichtums angehäuft. Uneheliche Kinder waren dagegen bedeutungslos und so wären die Priester nicht unbedingt daran gehindert gewesen, uneheliche Kinder in die Welt zu setzen. Bis heute haben viele Menschen noch so viel Respekt vor der religiösen Autorität, daß sie dem Ruf eines Priesters nicht schaden würden. So ließen sich biologische und religiöse Ziele der Funktionäre in Einklang bringen. Inzwischen sind vor dem Gesetz uneheliche Kinder endlich den ehelichen gleichgestellt. Dadurch funktioniert die beschriebene Strategie nicht mehr. Völlige Kinderlosigkeit bedeutet weniger Gläubige in der nächsten Generation für die Kirche. Atheïsten beispielsweise kennen keinen religiösen Grund für Kinderlosigkeit. Das bedeutet, daß heute durch den Zölibat Macht und Einfluß der Kirche schwinden. Daraus folgt, daß sich die katholische Kirche langsam an die Abschaffung des Zölibates machen müßte. Tatsächlich ist der Zölibat innerhalb der katholischen Kirche bereits umstritten.

Wird er abgeschafft? Sehen wir unter http://seherschauungen.de.ps-server.net/forum/forum_entry.php?id=663 nach, genauer gesagt bei der dort neben anderen zitierten Schau des Sehers Hans-Peter Paulussen (*1943), Münster/Westfalen. Bei einem religiösen Thema dürfte sich kein Argument gegen eine solche Quelle finden lassen. Dann stellen wir fest, daß der Zölibat durch einen Mehrheitsbeschluß abgeschafft werden wird. Die Vorstellung wäre vor einem halben Jahrhundert noch undenkbar gewesen. Aber heute ist der Inhalt der Schau schon sehr plausibel. Allerdings bedeutet das auch, daß die Abschaffung des Zölibates ein sehr wichtiges Vorzeichen sein wird. Kurz darauf werden Christen abgeschlachtet werden, danach werden der kommunistische Atheïsmus und der Islam das so entstehende Vakuum füllen.

Ein göttliches Eingreifen zugunsten der Christen dürfte naheliegenderweise nichts weiter sein als Wunschdenken mancher Christen. Deswegen sollten europäische Christen die Diskussion um die Abschaffung des Zölibats aufmerksam verfolgen und sich, sobald er tatsächlich abgeschafft wird, in weit entfernte Länder absetzen.

2009/06/08

Astronomische Namen


2009 ist das Jahr der Astronomie. Aus diesem Anlaß müssen endlich einmal einige Bezeichnungen aus der Astronomie richtiggestellt werden. Die meisten Astronomen kennen zwar noch deren richtige Bedeutung, aber sogar unter den Fachleuten fängt dieser grundlegende Teil der Fachkenntnis schon an zu schwinden. Daher wird es höchste Zeit für das entsprechende Zhèng-Míng (正名).

Schon das Wort Astronomie weist auf die Sterne hin. Das Wort Stern hat einen Bedeutungswandel durchlaufen. Es bezeichnete früher alle Objekte, die am Himmel leuchteten und man unterschied zwischen Fixsternen und Wandelsternen. Damals gab es noch keine künstlichen Objekte am Himmel. Wandelsterne hießen diejenigen Lichtpunkte, die ihre Position im Jahreslauf veränderten, während die Fixsterne keine wahrnehmbare Änderung ihrer Position im Laufe eines Jahres aufwiesen. Dann erkannte man, daß die Fixsterne selbst Licht aussanden, die Wandelsterne dagegen das Licht der Sonne reflektierten. Außerdem stellte man auch fest, daß die Fixsterne doch eine langsame Bewegung aufwiesen. Deswegen bezeichnete man die Fixsterne nur noch als Sterne und die Wandelsterne als Planeten. Die Astrologen haben die Bezeichnung Planeten für alle beweglichen Himmelskörper bis heute beibehalten, weil das in früheren Jahrhunderten modern und wissenschaftlich klang. Neu entdeckte, kleinere Himmelskörper werden manchmal auch seitens der Astrologen als Planetoiden bezeichnet. Der wesentliche astrologische Unterschied zwischen einem Planeten und einem Planetoiden ist der, daß letzterer in den astrologischen Computerprogrammen nicht standardmäßig berechnet wird. In der Astronomie ist die Entwicklung dagegen weitergegangen und die Himmelskörper wurden neuen Erkenntnissen entsprechend weiterhin umbenannt.

Man erkannte, daß die Sterne mit der schon bestens bekannten Sonne sehr viel gemeinsam haben. Die Sonne ist ein Stern. Aber es gibt nur eine Sonne. Sonne ist der Eigenname des Sterns, um den die Erde kreist. Planeten kreisen um Sterne und so ein System heißt dann Sternensystem. Unser Sternensystem heißt Sonnensystem. Objekte, die um andere Himmelskörper kreisen, heißen Satelliten. Das ist ein Oberbegriff. Es gibt natürliche und künstliche Satelliten. Planeten sind natürliche Satelliten der Sterne. Künstliche Satelliten sind menschengemacht und werden meistens nur als Satelliten bezeichnet. Planeten haben manchmal auch natürliche Satelliten. Die heißen Trabanten.

Der Mond ist der Trabant der Erde. Mond ist der Eigenname des Trabanten der Erde. Aus diesem Grund gibt es im gesamten Universum lediglich einen einzigen Mond, so wie es auch nur eine einzige Sonne und eine einzige Erde gibt. Natürlich gibt es trotzdem abertausende Sterne, Planeten und Trabanten im All.

Eine ähnliche Begriffsverwirrung herrscht bei dem Begriff der Galaxie. Galaxien sind Ansammlungen tausender Sternensysteme, die sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt drehen. Astronomen gehen heute davon aus, daß sich im Zentrum jeder Galaxie ein großes Schwarzes Loch befindet, das die Sternensystem auf ihrer Bahn innerhalb der Galaxie hält. Es gibt abermillionen Galaxien im All. Aber es gibt lediglich eine einzige Galaxis. Das ist so, weil Galaxis der Eigenname unserer Heimatgalaxie ist. Verständigt man sich, anstatt sich einer Kultursprache zu befleißigen, mittels eines Hinterwäldlerdialekts wie dem angelsächsischen, dann hat man natürlich weniger Möglichkeiten, sich genau auszudrücken. Deswegen unterscheiden die Angelsachsen zwischen Begriff und Eigennamen manchmal, wie in diesem Fall, nur durch Großschreibung oder Kleinschreibung. So bezeichnet galaxy eine beliebige Galaxie, Galaxy dagegen ist die Bezeichnung für die Galaxis. An einem Satzanfang können die Angelsachsen nicht zwischen den beiden Wörtern unterscheiden. Deswegen behelfen sie sich manchmal damit, die Galaxis auch als Milchstraßengalaxie zu bezeichnen. Milchstraße bezeichnet korrekterweise jedoch lediglich den großen, aus sehr vielen leuchtschwachen Sternen bestehenden, milchigen Streifen an einem sternenklaren Nachthimmel.

Als man zwischen Mars und Jupiter eine Reihe kleinerer Himmelskörper entdeckte, die abgesehen von ihrer geringen Größe und ihrer großen Anzahl auf einer Planetenbahn, auf der man nur einen einzelnen Planeten erwartet hätte, nannte man die kleinen Himmelskörper Asteroiden. Als man später noch mehr, ähnliche kleine Himmelskörper entdeckte, bezeichete man die zunächst auch als Asteroiden. Solche, die das Sonnensystem zeitweilig verlassen oder sozusagen nur auf Besuch durch das Sonnensystem kommen, werden als Kometen bezeichnet. Dann entschied man sich auch noch, lediglich aufgrund der Größe eines Himmelskörpers zwischen Meteoroiden und Asteroiden zu unterscheiden. Meteoroiden gelten als Zwischending zwischen kosmischem Staub und Asteroiden. Ein auf die Erde stürzender Meteoroid heißt Meteor und ein sich auf der Erde befindlicher, bereits abgestürzter solcher heißt Meteorit. Zwischen der Saturnbahn und der Plutobahn wurde eine weitere Gruppe kleiner Himmelskörper gefunden. Weil man die dort nicht erwartet hatte, nannte man sie Trojaner. Aber es wurden noch weitere kleine Himmelskörper entdeckt. Die kleinen Himmelskörper wurden alle erst ab dem zwanzigsten der nachchristlichen Jahrhunderte entdeckt. Der Pluto wurde ebenfalls erst im zwanzigsten nachchristlichen Jahrhundert entdeckt. Deswegen ist es strittig, ob der Pluto ein Planet ist. Überhaupt stellte man fest, daß der Begriff Planet gar nicht genau definiert ist. Einerseits könnte man alle Himmelskörper, die um einen Stern kreisen, als Planeten bezeichnen. Andererseits würde man dann begrifflich nicht mehr zwischen Staubkörnern und erdähnlichen Planeten oder zwischen kleinen Felsen ohne eigene Trabanten und riesigen Gasplaneten unterscheiden können. Unter dem Begriff Planet werden praktisch nur noch solche Himmelskörper zusammengefaßt, die noch nicht einer anderen Gruppe zugeordnet wurden.

Die Erde gilt als Planet. Eines der interessantesten Gebiete der heutigen Astronomie ist die Suche nach Exoplaneten. Das sind Planeten, die zu anderen Sternensystemen als dem Sonnensystem gehören. Natürlich gelten Exoplaneten ebenfalls als Planeten. Deswegen wurde es als ausgesprochen unglückliche Situation empfunden, daß der Begriff des Planeten nicht klar definiert ist. Aus dem Grund wurde 2006 die Prager Definition beschlossen. Aufgrund dieser Definition hat der Pluto seinen Status als Planet verloren. Man meinte, damit die Astrologen ärgern zu können, deren Tätigkeit angeblich keine Veränderung an dem Status eines Himmelskörpers vertragen könne. Tatsächlich berücksichtigten viele Astrologen Pluto noch lange Zeit nach dessen Entdeckung nicht, weil er nicht in das System zu passen schien. So gesehen würde die Aberkennung des Planetenstatus des Pluto den Astrologen sogar entgegenkommen. Aber natürlich spielt die Bezeichnung für die Himmelskörper in der Astrologie keine Rolle. Deswegen können Astrologen es sich erlauben, sogar die Sonne als Planeten zu bezeichnen. Diese schlechte Angewohnheit gilt manchem Kritiker als Grund zu behaupten, daß manche Menschen glaubten, daß sich die Sonne um die Erde drehe. Befaßte sich so ein Kritiker zunächst mit den Grundlagen der Astrologie, dann würde er natürlich feststellen, daß das einerseits nicht stimmt und andererseits irrelevant ist.

Galileo Galilei wollte keineswegs, daß nun alle Menschen glauben müssen, daß sich die Erde um die Sonne drehe. Vielmehr wandte er sich gerade gegen das Dogma, das seitens der katholischen Kirche aufrecht erhalten wurde, weil es ein Dogma und keine wissenschaftliche Erkenntnis war. Galileo Galilei führte das Relativitätsprinzip ein, auf dessen Grundlage später Einsteins Relativitätstheorie überhaupt erst entstehen konnte. Das Relativitätsprinzip besagt, daß es keinen Ruhepunkt im Universum gibt, von dem aus man Bewegungen in absoluten Größen messen könnte. Um Bewegungen zu messen, muß man deshalb zunächst einen Punkt aussuchen, auf den sich der Beobachter begeben muß. Von dort aus kann der Beobachter dann eine Bewegung in Relation zu dem Punkt messen. Dieser Punkt heißt daher auch Bezugspunkt. Seit Galileo Galilei ist es daher völlig falsch oder zumindest unwissenschaftlich, zu behaupten, daß die Erde um die Sonne kreise. Stattdessen kann man höchstens noch die Richtung und die Geschwindigkeit eines Objektes in Bezug zum Standort des Beobachters aus messen oder angeben. Alles andere ist unwissenschaftlich.

Obwohl die Aberkennung des Planetenstatus des Pluto erst drei Jahre her ist, hat man inzwischen erkannt, daß durch die selben Kriterien auch die Erde, der Mars, der Jupiter und der Neptun ihren Planetenstatus verlieren müßten. Das ist gerade das, das durch die neue Planetendefinition hatte vermieden werden sollen. Deswegen ist die neue Definition, die übrigens nur seitens einer Minderheit der Astronomen beschlossen wurde, schon starker Kritik ausgesetzt. Es ist daher anzunehmen, daß die Planetendefinition wieder geändert werden wird. Wahrscheinlich werden wir es sogar noch erleben, daß der Planetenbegriff völlig abgeschafft und durch mehrere genauere Begriffe ersetzt werden wird.

Wo wir gerade dabei sind, sollte auch gleich noch der Unterschied zwischen einem Sternbild und einem Sternzeichen erklärt werden. Sternbilder sind Gruppen, die aus hellen Sternen zusammengestellt wurden. Für die Gruppierung gibt es keine physikalische Grundlage, sie eignete sich lediglich dazu, sich am Himmel besser orientieren zu können. Das Auffinden bestimmter Sterne war früher insbesondere für die Seefahrt wichtig, weil man sie für die Navigation benötigte. Darüberhinaus waren die Formen der willkürlich zusammengestellten Sternbilder an die für die Schiffahrt wichtigen Küstenlinien angelehnt. Das erleichterte ebenfalls die Navigation. Deswegen haben unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Sternbilder entwickelt, je nachdem wie es für die geographischen Gegebenheiten in ihrem Kulturraum passend war. Die Sternbilder sind eine rein geographisch-astronomische Angelegenheit, ohne Bedeutung für die Astrologie. Die Astrologie kennt mit dem Tierkreis ein Koordinatensystem, das die Astronomie natürlich auch kennt, aber nur ekliptikales Koordinatensystem nennt, weil manche Astronomen das religiöse Bedürfnis verspüren, sich von Astrologen abzugrenzen. Seitens der Astrologen wird das nur mit völligem Unverständnis gesehen. Das ekliptikale Koordinatensystem beginnt definitionsgemäß an dem Punkt, an dem die Sonne zum Zeitpunkt der Frühjahrstagundnachtgleiche steht. Zur leichteren Orientierung teilten die Astrologen das Koordinatensystem in zwölf gleich große Zeichen auf. Das sind die Tierkreiszeichen. Definitionsgemäß steht darin die Sonne zum Frühjahrsbeginn am Anfang des Widders, zum Sommerbeginn am Anfang des Krebses, zum Herbstbeginn am Anfang der Waage und zum astronomischen Winterbeginn am Anfang des Steinbockes. Das Tierkreiszeichen, in dem die Sonne jeweils gerade steht, wird korrekterweise als Sonnenzeichen bezeichnet. Weil es zwar nur eine einzige Sonne im gesamten Universum gibt, aber die Sonne trotzdem einer unter abermilliarden Sternen ist, heißt das Sonnenzeichen auch Sternzeichen. Sternzeichen haben mit Sternbildern einfach nichts zu tun.