2009/11/01

Nachtrag zum biologischen Alter


Das biologische Alter, genau wie das medizinische, unterscheidet sich von den nur religiös begründbaren Definitionen eines Alters dadurch, daß das Voranschreiten des Alters nicht mit der Zeit korreliert. Theoretisch wäre daher sogar eine Abnahme des biologischen Alters möglich. Praktisch ist das durch die modernen Lebensumstände, zum Beispiel die Umweltverschmutzung, jedoch so gut wie ausgeschlossen. Trotzdem ist es für alle wissenschaftlichen Definitionen des Alters sehr wichtig, daß das nicht mit der Zeit korreliert, weil das Alter einer biologischen Lebensform nunmal überhauptnichts mit dem Verstreichen der Zeit zu tun hat. Der Zeitpunkt des Todes der biologischen Lebensform läßt sich auch aus einem wissenschaftlich definierten Alter nicht erschließen, sondern kann immernoch zum Beispiel plötzlich durch Unfälle kommen. Wollte man dafür eine Ausnahme machen, dann kann man naturgemäß niemals Naturgesetzmäßigkeiten erkennen und damit bliebe die Vorhersage der Todeszeitpunkte auf wissenschaftlicher Basis für immer ausgeschlossen.

Es muß noch etwas zum Beitrag über das biologische Alter und seine Feststellung durch die G0-Methode ergänzt werden. Selbstverständlich befinden sich auch alle ausdifferenzierten Zellen in der G0-Phase, weil sie sich nicht mehr teilen. Das gilt unter normalen Umständen auch für die Lymphzyten. Fügt man deren Kulturmedium jedoch pflanzliche Lektine zu, wie Phytohämagglutinin für T-Lymphozyten und Concanavalin A für B-Lymphozyten, dann beginnen sie sich wieder zu teilen und dadurch wird der Trick für die Bestimmung des biologischen Alters überhaupt erst möglich. Warum sich die Zellen bei dem Kontakt mit einem Naturstoff, mit dem sie in der Natur jedoch nie in Berührung kommen, so verhalten ist ein völlig ungelöstes Rätsel.

Theoretisch sollte man das biologische Alter auf der Ebene der Zellen auch durch eine andere Methode, nämlich der Beobachtung der Länge der Telomere, bestimmen können. Bei einzelnen, genetisch identischen Zellen aus der selben Zellkultur funktioniert das. Zur Bestimmung des biologischen Alters eines Individuums ist die Methode jedoch ungeeignet, weil die Längen der Telomere von Natur aus individuëll unterschiedlich ist, so daß immer unklar ist, welche Länge hundert Prozent entspräche. Das wäre jedoch der wichtigste Wert, um nach dieser Methode vorgehen zu können. Da er nunmal sehr variabel ist, ist die Methode für die Praxis ungeeignet. Über Telomere gäbe es noch einiges zu sagen, aber dafür sollte es einen eigenständigen Artikel hier geben anstatt in einem bloßen Nachtrag erwähnt zu werden.

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