2009/09/06

Das Bedingungslose V


Nachdem wir uns das Konzept des Bedingungslosen endlich genauer angesehen haben, können wir feststellen, daß es daran auch berechtigte Kritik gibt, die jedoch keine laute Stimme hat. Die berechtigte Kritik am Bedingungslosen macht auf die Probleme beim Bürokratieabbau aufmerksam.

Gemäß der bekannten Beobachtung des Ökonomen Schumpeter machen Bürokraten auf diese Weise Karriere, daß sie die unter ihnen befindlichen Stufen der Bürokratie vergrößern. Dabei werden auf den niederen Rängen mehr und mehr Bürokraten eingestellt, die später selbst aufzusteigen versuchen, indem sie den dann unter ihnen befindlichen Teil der Bürokratie wiederum zu vergrößern suchen. Dadurch ist die Bürokratie, sobald sie eingeführt ist, geradezu dazu verdammt sich immer weiter zu vergrößern. Bürokratie kann nur wachsen, trotz aller Gegenmaßnahmen verkleinert sie sich nie. Es werden mehr und mehr Bürokraten eingestellt. Sofern sie verbeamtet sind, was bei Bürokraten auch noch häufig ist, kann man sie nichtmehr loswerden.

Da das Konzept des Bedinungslosen vollständig auf Bürokratieabbau basiert, ist es tatsächlich so gut wie undurchführbar, aber nicht wegen irgendwelcher Milchmädchenrechnungen, sondern weil der Bürokratieabbau so gut wie undurchführbar ist.

Abgesehen von der fast völligen Undurchführbarkeit des Bürokratieabbaues könnte sich als Problem herausstellen, daß das Bedingungslose kein ausschließlich sozialistisches Konzept ist. Das Bedingungslose hat Anhänger unter konservativen Berufslügnern. Götz Werner, der das Konzept besser durchschauen dürfte, als irgendjemand sonst, wird selbstverständlich für eine Politik eintreten, die zunächst ihm selbst oder seinen Nachfahren nützt. Alles andere wäre unlogisch, besonders bei seiner Lebenserfahrung. Daraus folgt, daß das Konzept des Bedingungslosen in erster Linie den großen Unternehmen nützen würde. Politische Maßnahmen zu solchen Zwecken waren bisher noch nie dazu angetan, sozial Schwachen zu helfen. Es mag zwar sein, daß es beim Bedingungslosen anders wäre, aber Hoffnung macht die Erkenntnis nicht.

Vielleicht würde es gegen den letzten Kritikpunkt helfen, falls die einheitliche Steuer des Konzeptes des Bedingungslosen eine direkte statt einer indirekten Steuer wäre, obwohl die Steuerbürokratie in dem Fall nicht ganz so restlos würde abgebaut werden können. Da Bürokratieabbau jedoch immer nur hypothetisch ist, dürfte das irrelevant bleiben.

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