2009/08/25

Astromagie VIII


Wir müssen nochmal auf das Lotto zurückkommen. Wenn man sich schon an Glücksspielen beteiligen muß, dann gibt es Möglichkeiten, die weniger dumm sind als Lotto zu spielen. Es gibt einerseits Glücksspiele, die ausschließlich vom Glück abhängen, und andererseits Glücksspiele bei denen sich die Gewinnchancen durch Hintergrundwissen erhöhen lassen. Schon bei den ausschließlich vom Glück abhängenden Glücksspielen gibt es viele, die höhere Gewinnchancen bieten als Lotto. Bevor man sich irgendeines heraussucht, sollte man zumindest Regeln, Gewinnchancen und Kosten miteinander vergleichen, ebenso die Wahrscheinlichkeit, zumindest den eigenen Einsatz zurückzugewinnen. Bei den Gewinnchancen kommt es nicht nur auf die Seltenheit eines Gewinnes und dessen mögliche Höhe an, sondern auch noch darauf, mit wievielen Leuten man sich den Gewinn wahrscheinlich wird teilen müssen. Es gibt also eine ganze Menge zu berechnen und zu vergleichen. Zumindest so schlau sollte man schon sein, falls man sich für ganz besonders schlau und deswegen für einen Gewinner hält. Es ist einfacher bei anderen Glücksspielen, zum Beispiel denen der Glücksspielfernsehsendungen, fünfzigmal zu gewinnen als auch nur einmal beim staatlichen Lotto. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß ein Gewinn dort wahrscheinlich wäre.

Aufgrund rechtlicher Beschränkungen dürfen die Glücksspielfernsehsendungen nicht ausschließlich vom Glück abhängen. Deswegen werden dort Quizfragen gestellt. Die erwecken jedoch nur den Anschein, daß man durch deren Lösung einen Gewinn wahrscheinlicher machen könnte. Es gibt bei den Quizfragen zwei Varianten. Bei der einen sind die Fragen dermaßen dämlich, daß wirklich jeder die Antwort weiß, bei der anderen könnte man die Frage darauf reduzieren, daß eine Moderatorin / ein Moderator fragt: „Woran denke ich gerade?“ Eine Ausnahme gibt es manchmal, das ist dann, wenn die Quizmacher die Antwort selbst nicht kennen, zum Beispiel nicht wissen, daß Astronomen die Entfernungen im Weltraum durchaus in Zentimetern messen (nicht nur weil man Entfernungen mit allen Längeneinheiten messen kann, sondern vor allem weil viele Astronomen sogenannte cgs-Einheiten bevorzugen). Aber um zu gewinnen muß man nicht nur die Antwort kennen, sondern vor allem muß man von einer Maschine ausgewählt werden, geradeso wie die Lottomaschine Zahlen auswählt. Dadurch unterliegen alle Glücksspiele den gleichen Gesetzmäßigkeiten und die Gewinnchancen werden in allen Fällen durch das eigene Horoskop gleichermaßen angezeigt. Bei den Fernsehglücksspielsendungen sind übrigens die Gewinnsummen um ungefähr drei Uhr nachts am höchsten, zugleich kann man weniger Konkurrenten als tagsüber erwarten, manche Sendungen werden auch nicht ohne Gewinner beendet, aber letztere sind schon sehr selten geworden.

Etwas schlauer sind Wetten, bei denen es tatsächlich auf Hintergrundwissen ankommt. Vor allem gilt das für Sportwetten, weil man sich darüber informieren kann, welcher Sportler wie gut ist, wie es ihm gerade geht, wer gegeneinander antritt und wie jeweils die Chancen stehen. Am besten ist man natürlich inoformiert, falls man die Horoskope der Sportler kennt. Dann kann man feststellen, bei wem die Chancen auf einen Sieg am besten stehen, so wie man bei einem Glücksspiel auf die eigenen Chancen für einen Sieg schließen und dann darauf wetten würde. Die Sportwetten haben dabei den Vorteil, daß es dort immer Sieger gibt, solange alles korrekt abläuft. Das kann man von Glücksspielen nicht behaupten. Außerdem ist die Chance bei Sportwetten daneben zu liegen viel geringer, weil es viel weniger Möglichkeiten dafür gibt. Dafür ist bei einem Gewinnfall die Rendite auf den Einsatz viel geringer. Trotzdem wäre es albern lediglich Gewinnfall mit Gewinnfall zu vergleichen, weil man bei den Glücksspielen meistens nicht gewinnt. Auf die gleiche Weise wie auf Sportereignisse kann man auch auf Wahlen wetten, nachdem man die Horoskope der teilnehmenden Politiker, oder wer auch immer sonst gewählt werden soll, angesehen hat. Alle Versuche durch Wetten oder Glücksspiele Gewinne einzufahren haben miteinander gemeinsam, daß man zunächst mit hohem Aufwand, zumeist an Zeit, Nachforschungen betreiben muß, um die eigenen Chancen angemessen einschätzen zu können. Daher ist der Verzicht normalerweise die klügere Alternative, weil man die Zeit auch besser nutzen kann.

Schreckt man vor noch so hohen Kosten, zu der man Zeit natürlich auch rechnen muß, nicht zurück, dann kann man selbstverständlich auch versuchen, das Vorhersagemodell für Sportereignisse und Wahlen auf Lottozahlen anzuwenden. Das gilt als das zur Zeit erfolgsversprechendste Modell, Lottozahlen vorherzusagen, wobei es jedoch auch auf diese Weise noch niemand geschafft hat. Das funktioniert wie folgt. Man findet zunächst heraus, wann jede Zahl in der Lotterie, an der man teilnehmen will, zum ersten Mal aufgetreten ist und an welchem Ort sie jeweils gezogen wurden. Daraus errechnet man Geburtshoroskope für alle der Zahlen, die selbstverständlich nur innerhalb der Lotterie Gültigkeit haben, in der sie gefunden wurden. Will man später an einer anderen Lotterie teilnehmen, dann muß man den gesamten Prozeß selbstverständlich ganz von vorne beginnen. Die einzelnen Zahlen werden als Konkurrenten in der Ziehung angesehen und die Geburtshoroskope der einzelnen Zahlen zu dem Zweck auf ihre Gewinnchancen zum Ziehungszeitpunkt hin analysiert. Selbstverständlich liegen manche der Zahlen sehr eng beieinander, wodurch die Berechnung nicht erleichtert wird. Manche der Zahlen werden besonders häufig getippt. Dadurch kommen sie nicht häufiger und nicht seltener vor, aber das verringert den möglichen eigenen Anteil an der gesamten Gewinnsumme. Daher sollte man auf solche Zahlen verzichten, weil man schließlich zumindest den eigenen Einsatz wieder herausholen will, falls man tatsächlich einen so hohen Nachforschungsaufwand betreibt. Im Artikel über Astromagie, der sich mit der Vermeidung von Unfällen befaßt, wurden bereits Transite beschrieben, unter denen Unfälle besonders häufig sind. Es dürfte sich von selbst verstehen, daß solche Transite nicht dafür förderlich sind, Wettkämpfe zu gewinnen. Lottozahlen, Sportler und Politiker, deren Horoskope zum fraglichen Zeitpunkt solche Aspekte aufweisen, wird man logischerweise zu den Verlierern zählen. Harmonische Aspekte, insbesondere der Planeten, die auch Lottogewinne begünstigen, führen selbstverständlich zu höheren Chancen auf einen Sieg, besonders falls die Aspekte auch noch in ein passendes Haus geworfen werden. Nach allen Berechnungen dürfte am Ende immernoch ein gerüttet Maß an Unsicherheit bleiben, so daß man immernoch nur geringfügig erhöhte Chancen auf einen Gewinn mit dieser Methode haben wird.

Deswegen ist es nach wie vor viel besser, im eigenen Radixhoroskop nach den eigenen Talenten zu suchen und sie gewinnbringend einzusetzen. Das kann zum Beispiel das Zocken an der Börse sein, wobei man selbstverständlich auch da durch die Anwendung astrologischer Methoden im Vorteil wäre. Der Aufwand für Nachforschungen wäre selbstverständlich wieder immens. Dadurch bewirkt die Astromagie dann die Aneignung eines großen Hintergrundwissens, worauf Skeptiker sicher die Erfolge des Astromagiers zurückführen werden. Das dürfte insbesondere für den Astromagier auch besser sein.

Einer Überprüfung wäre auch die Frage wert, ob Lottogewinne nicht viel öfter ausgeschüttet werden als es statistisch gesehen überhaupt Gewinner geben dürfte. Es könnten auch weniger ausgeschüttet werden. Aber dem Problem sollte sich lieber ein echter Statistiker annehmen.

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