2009/08/21

Entalphabetisierung V


Gehört ihr zu denen, die sich über das modern gewordene Dummgeschwalle, daß Atombomben relativ harmlos wären und keineswegs Jahrtausende lange Verstrahlung oder Schlimmeres nach sich zögen, fürchterlich aufregen? Oder gehört ihr umgekehrt zu denen, die nicht verstehen, daß Hiroshima (広島), die durch eine der fürchterlichen Atombomben völlig vernichtete Stadt, schon heute wieder eine riesige, dicht bevölkerte Stadt mit viel Industrie ist? Zu den beiden Gruppen gehören heute leider viele Menschen. Sie sind nicht dazu in der Lage, einen Physiker zu fragen oder durch Physiker verfaßte Texte zu verstehen, weil sie des Lesens nicht mehr mächtig oder kurz gesagt entalphabetisiert sind. Darum hat mein Verfasser das übernommen und Physiker befragt.



Die Auswirkungen der Atombomben auf Hiroshima (広島) und Nagasaki (長崎) sind kein Widerspruch zu den angekündigten Auswirkungen der Verwendung weiterer atomarer Massenvernichtungsmittel. Es handelt sich lediglich um die Unterschiede in den Auswirkungen verschiedener Generationen der Massenvernichtungsmittel. Bei den Atombomben, die auf Hiroshima (広島) und Nagasaki (長崎) fielen, handelte es sich um sogenannte saubere Bomben. Inzwischen werden atomare Massenvernichtungsmittel anders gebaut. Sie enthalten viel mehr radioaktives Material.



Es wird immer mal wieder versucht, etwas Panik damit zu schüren, daß Terroristen schmutzige Bomben herstellen könnten, falls sie in den Besitz radioaktiven Materiales gelangten und dennoch nicht fähig wären, eine echte Atombombe zu bauen. Mit solchen schmutzigen Bomben könnten sie dann für großflächige Verseuchungen sorgen, die tatsächlich sehr lange anhalten würden. In dem Punkt wissen die vermeintlichen Sicherheitskräfte sehr genau, wovon sie reden, denn sie stellen selbst schmutzige Bomben her. Die heutige Atombombe, die bei einem Atomkrieg zum Einsatz käme, ist eine Kombination aus einer der fast schon altmodischen Fissionsbomben und einer gewaltigen schmutzigen Bombe. Während die Atombomben der ersten Generation ein baldiges Wiederbesiedeln des Zielgebietes möglich ließ, ist das bei den Atombomben späterer Generationen nicht mehr so einfach möglich. Heutige atomare Massenvernichtungsmittel würden ihre Zielgebiete eher auf Jahrmillionen denn nur auf Jahrtausende hinaus verseuchen. Deswegen können Testgebiete wie das Mururoa-Atoll oder das Bikini-Atoll bis heute nicht wieder besiedelt werden und das wird bis in alle denkbare Zukunft so bleiben.



Ein wichtiger Aspekt der schmutzigen Bomben, den man unbedingt verstehen sollte, ist noch, daß die entstehende Verseuchung nicht nur der Radioaktivität der eingesetzten Materialien zustandekommt, sondern vor allem durch deren Giftwirkung als Schwermetalle. Deswegen überleben Pflanzen die Verseuchung ein gutes Stück leichter als Tiere das können. In verseuchten Gebieten wachsende Pflanzen sind nicht zum Verzehr geeignet. Die Giftwirkung des Urans oder des Plutoniums übertrifft bei weitem das Gefahrenpotential der beiden Schwermetalle als Strahlungsquelle. Wer sich ernsthaft über den Bau schmutziger Bomben durch Terroristen Sorgen macht, sollte auch ernsthaft dafür Sorge tragen, daß denen nicht nur keine radioaktiven Materialien, sondern auch keine anderen Schwermetalle (Cadmium, Blei, Quecksilber!) in die Hände fallen!

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