2009/06/08

Ölwende


Wir erleben zur Zeit die Ölwende. Das ist nicht das Ende des Erdöls als das die Ölwende oft mißverstanden wird, weil die Ölwende öfter mittels Hinterwäldlerdialekten als mittels Kultursprachen zu erklären versucht wird. Vielmehr befinden wir uns am Höhepunkt des Erdölverbrauches. Deswegen müssen immer mehr Erdölfelder erschlossen werden. Die Erdölvorkommen, die als erste ausgebeutet wurden, waren diejenigen bei denen das am leichtesten möglich war. Deswegen muß nun immer modernere und teuerere Technik eingesetzt werden, um weiterhin Erdöl zu gewinnen. Daraus folgt, daß der Preis des Erdöls steigt.

Die Ölwende ist zwar noch lange nicht das Ende des Erdöls, aber sie bedeutet, daß der Ölpreis nun immer weiter steigen und nicht mehr sinken wird. Jedes Sinken der Erdölpreise sind nur durch Spekulationen ausgelöste Schwankungen. Ein Preisanstieg kann zwar ebenfalls eine durch Spekulationen ausgelöste Schwankung sein, aber der Preisanstieg kann auch eine Auswirkung der teuereren Erdölfördertechnik sein. Im langfristigen Mittel kann der Erdölpreis nur ansteigen. Es gibt auch Prognosen darüber, wieviel Erdöl es noch gibt. Durch solche Prognosen wird der Erdölpreis ebenfalls beeinflußt. Sehr teuer wird das Erschließen arktischen Erdöls und Erdgases sein. Jedoch werden die Vorräte der Arktis an Erdöl und Erdgas laut http://de.rian.ru/science/20090529/121788681.html nur für vierzehn Jahre reichen. Das macht Alternativen zum Erdöl zunehmend interessant.

Am wahrscheinlichsten ist es, daß Erdöl in Zukunft durch Algenöl ersetzt werden wird. Die Algenzucht erfordert nicht viel Platz und die meisten Algen sind darüberhinaus anspruchslos. Viele Unternehmen suchen bereits nach den geeignetsten Algenarten, um möglichst viel Algenöl zu ernten. Die meisten sind jedoch noch ziemlich ratlos. Algen bestehen natürlicherweise zu vier bis fünfzig Prozent der Trockenmasse aus Öl, im Durchschnitt zu fünfundzwanzig Prozent. Das ist abhängig von der Art und den Zuchtbedingungen. Manche Unternehmen wollen den Ölanteil der Algen durch Züchtung oder Genmanipulation auf achtzig Prozent erhöhen. Das ist jedoch unsinnig, weil ein höherer Ölanteil nicht zwingend zu einem höheren Ertrag an Algenöl führt. Je mehr Öl eine Alge einlagert, desto langsamer kann sie wachsen und sich vermehren. Natürlich erhält man desto mehr Algenöl, je mehr Algen man erntet. Deswegen kann man die geeignetste Art nicht anhand eines einzelnen Wertes wie der Wachstumsgeschwindigkeit oder dem Ölgehalt bestimmen. Am besten dürften jeweils die Algen sein, die natürlicherweise an dem Standort vorkommen, an dem die Algen gezüchtet werden sollen. Algenöl ist dadurch für eine dezentrale Produktion sehr gut geeignet.

Die Erdölkonzerne wollen ihre Monopole natürlich nicht aufgeben. Deswegen wollen manche unter ihnen selbst Algen züchten, um dann, statt Algenöl zu verkaufen, das Totalherbizid Biodiesel daraus zu machen. Bei zuviel Technikeinsatz ist Algenöl momentan jedoch zigmal so teuer wie fossiles Erdöl. Weniger Technikeinsatz dürfte daher viel besser sein. Algenöl hat auf jeden Fall viel Potential, das nicht den großen Konzernen überlassen werden sollte.

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