2009/06/04

Gefahren der Gentechnik II


Eine der Schutzbehauptungen, die Befürworter überflüssiger Gentechnik aufstellen, ist die, daß durch genetisch veränderte Pflanzen Herbizide eingespart werden könnten. Das wird hauptsächlich dadurch erreicht, daß man patentierte Pflanzen gegen ein Totalherbizid mit dem Wirkstoff Glyphosat resistent gemacht hat. Diese Pflanzen werden zusammmen mit dem Totalherbizid verkauft. Schon von Anfang an war klar, daß Landwirte, die solche Pflanzen einkaufen, sich von dem Unternehmen, das sie patentiert hat, abhängig machen. Auf einer mit dem Glyphosat behandelten landwirtschaftlichen Nutzfläche läßt sich für viele Jahre keine Pflanze ohne die genetische Manipulation mehr anbauen. In ärmeren Ländern wurde dadurch schon mancher Bauer in den Ruin getrieben. In den nicht so armen Ländern konnte das bisher vielleicht schon zur Einsparung des einen oder anderen Tropfens an chemischen Mitteln führen. Handelte es sich um eine Einsparung in nennenswertem Ausmaß, dann würde das System sicher nicht seitens Unternehmen verkauft, die an dem Verkauf der chemischen Mittel viel Geld verdienen. Bei früheren Herbiziden dauerte es im Durchschnitt drei Jahre bis unerwünschte Pflanzen Resistenzen entwickelten. Daher erwarteten Biowissenschaftler, daß das auch bei den neuen Totalherbiziden der Fall sein würde. Aber Glyphosat hat sich erstaunlich lang als giftig erwiesen.

Aber damit scheint nun endlich Schluß zu sein. Laut dem untersten Abschnitt des hier verlinkten Beitrags in einem Forum, das eigentlich ein ganz anderes Thema behandelt, gibt es nun endlich natürlich auftretende Pflanzen, die eine Resistenz entwickelt haben. Bei der ersten glyphosatresistenten Pflanze soll es sich ausgerechnet um den Amaranth handeln.

Amaranth ist eigentlich eine alte, südamerikanische Kulturpflanze. Man kann ihre Körner essen. Sie sind lecker und gesund. Besonders ihr geringer Gehalt an Purinen macht sie zu einem für Gichtgefährdete geeignetem Lebensmittel. Amaranth wird auch in Indien und in China gerne gegessen. Jedoch sollten Chinareisende vorher gewarnt sein. Bestellt man in China Amaranth und erwartet, die leckeren Körner serviert zu bekommen, dann wird man enttäuscht. Die Chinesen servieren die Stengel. Das sieht aus wie Gras und schmeckt auch so.

Der Amaranth hätte eigentlich einen viel höheren Anteil am Lebensmittelmarkt verdient als er momentan innehat. Aber durch die auf natürlichem Wege erworbene Resistenz gegen ein weltweit verbreitetes Totalherbizid und seine neuerliche Betätigung als sogenanntes Unkraut, könnte sich der Marktanteil des Amaranthes verdienterweise vergrößern. Besonders ironisch ist übrigens, daß gerade gegen den Amaranth seitens der Befürworter genetisch veränderter Pflanzen nicht nur mittels Totalherbiziden vorgegangen wird. Es wurden bereits Kartoffelgene dahingehend manipuliert, daß die bewährten Kartoffelproteïne gegen die ebenfalls lange bewährten Amaranthproteïne ausgetauscht wurden. Dadurch sollte der Amaranth anscheinend überflüssig gemacht werden, so daß man ihn leichter ausrotten könnte. Besonders den armen, indischen Bauern, die durch einen gewissen, in Nordamerika beheimateten Konzern auch auf andere Weise in den Tod getrieben werden, hätte man so den Amaranth wegnehmen können. Natürlich wäre er auch von dem einen oder anderen Verbraucher vermißt worden. Das macht es sehr spannend, daß es ausgerechnet der Amaranth ist, der sich als erste Pflanze gegen den Konzern zur Wehr setzt. Gerade so als ob er dessen Vorhaben durchschaut hätte und die Natur nun eine Retourkutsche liefert.

Damit haben die Befürworter der Grünen Gentechnik bestimmt nicht gerechnet. Das ist nicht verwunderlich, denn schließlich wissen die überhaupt nicht wovon sie reden, was sie tun und wofür sie bezahlt werden. Denen ist ausschließlich der nächste Gehaltsscheck wichtig. Armen Bauern wird ein ähnliches Privileg nicht gegönnt.

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