2009/06/16

Entalphabetisierung I


In letzter Zeit wird, nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise, öfter erwähnt, daß die meisten Menschen in wirtschaftlichen, speziëll finanziëllen, Fragen praktisch Analphabeten sind. Nun sind Analphabeten Leute, die nie lesen oder schreiben gelernt haben. Trifft das auf die meisten Menschen zu? In der heutigen Zeit sollte das nicht mehr so sein. Aber oft ist es so, daß die Leute zwar einen Text zu einem bestimmtem Thema lesen können, aber dadurch trotzdem dessen Aussagen nicht verstehen. Das Lesen führt nicht mehr zum Verständnis. Das Verständnis eines Textes ist jedoch der Sinn des Lesens, denn lesen bedeutet mehr als nur Buchstaben aneinanderzureihen. Also liegt hier ein Bildungsdefizit vor. In letzter Zeit wird auch das Bildungssystem gerne diskutiert. Es wird vor allem darüber diskutiert, was die Schüler nach lesen, schreiben und rechnen noch lernen sollen, damit sie auf das Leben nach der Schule gut vorbereitet würden. Währenddessen beklagen sich viele Arbeitgeber darüber, daß viele Bewerber, vor allem falls sie direkt von der Schule kommen, überhauptnicht ausbildungsfähig seien. Gerade beim schreiben und rechnen hapere es. Wieso diskutiert man also darüber, was auf die nichtvorhandenen Fertigkeiten aufbauend noch unterrichtet werden sollte? Das ist natürlich völlig unsinnig. Es heißt, Bildung bedeutet aus Personen Persönlichkeiten zu machen. Wäre Bildung heute noch der Zweck des heutigen Bildungssystemes, dann müßte man es komplett abbauen und alle Schulen abreißen, denn diesen Zweck erfüllt unser Bildungssystem schon lange nicht mehr. Die Schulen dienen nur noch dazu, junge Menschen so zu brechen, daß sie für den Rest ihres Lebens artige Untertanen bleiben, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, daß andere Leute sich die Taschen vollstopfen können. Bildung würde dem neuen Ziel nur entgegenstehen. Die Schulen, deren ursprüngliche Aufgabe es war, die Bevölkerung zu alphabetisieren, sind nun für das Gegenteil da und entalphabetisieren die Bevölkerung. Nur so läßt sich das Symptom erklären, daß auch ein komplett gelesener Text nicht mehr verstanden werden kann. Ich gehe davon aus, daß euch der gerade stattfindende Prozeß der Entalphabetisierung nicht gefallen kann. Deswegen muß der Entalphabetisierung durch mehr Zhèng-Míng (正名), der schon seit Konfuzius geforderten Richtigstellung der Bezeichnungen, entgegengewirkt werden. Nur falls der Trieb Portale wie Wikipedia mit mehr und mehr Unsinn anzufüllen durch eine Bewegung des Zhèng-Míng (正名), eine echte Bildungsbewegung, ersetzt wird, nur dann kann die Entalphabetisierung aufgehalten werden. Wird sie nicht aufgehalten, dann wird der deutschsprachige Raum zu einem Entwicklungsland. Unsere Berufslügner verhalten sich heute schon so als lebten sie in einem. Zhèng-Míng (正名) wird bereits sehr dringend gebraucht. Was das Verstehen wirtschaftlicher Texte angeht, könnt ihr hier bereits einige Artikel finden, die eure Befähigung dazu verstärken werden. Gleiches gilt für andere Themenbereiche. Es sollen noch mehr Artikel folgen. Aber dieser Blök alleine wird nicht ausreichen. Schülern sollte man zunächst beibringen, Texte zu verstehen. Solange ein Text nicht durch den Schüler verstanden wird, kann man nicht behaupten, daß es dem Schüler gelungen ist, den Text zu lesen. Darauf sollten sich zukünftige Lehrpläne konzentrieren. Dadurch wird der Schüler dann auch in die Lage versetzt, sich Wissen aus weiteren Themengebieten lesend anzueignen. Alles andere ist nur schmückendes und daher eher unnötiges Beiwerk.

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