2009/05/17

Teuerung


Teuerung bezeichnet das häufig auftretende Phänomen steigender Preise. In früheren Einträgen wurde schon erläutert, daß weder Inflation noch Stagflation noch Deflation die Ursache dafür sind, weil in einer Volkswirtschaft, die nur Papiergeld und Buchgeld akzeptiert, weder Inflation noch Deflation auftreten können und die Stagflation nur ein Scheinphänomen ist.

Als Ursachen der Teuerung kommen ein Anstieg der Staatsquote sowie Monopolrenditen infrage. Die Staatsquote besteht aus Steuern, Gebühren und Sozialabgaben. Der Unterschied zwischen Steuern und Gebühren ist nur der, daß Gebühren an einen Zweck gebunden sind, während Steuern das nicht sind. Beide sind Abgaben an den Staat. Verlangt ein Unternehmen, beispielsweise eine Bank, Gebühren, dann ist die Bezeichnung falsch. Es sind Preise für Leistungen. Falls keine damit verbundene Leistung vorliegt, dann lautet der korrekte Begriff Abzocke. Das Sozialsystem ist nur in manchen Staaten staatlich organisiert, in anderen Staaten kann man lediglich privat vorsorgen. Um die Sozialabgaben international vergleichen zu können, muß man die Sozialabgaben natürlich zu der Staatsquote zählen. Außerdem kann sich ein Staat jederzeit entscheiden, Privatisierungen oder Verstaatlichungen durchzuführen, so daß historische Vergleiche die gleichen Anforderungen stellen wie internationale Vergleiche.

Monopolrendite bedeutet, daß ein Unternehmen dann, wenn es keine Konkurrenten hat, wesentlich höhere Preise für sein Produkt verlangen kann, als wenn es Konkurrenten hat. Um das Entstehen solcher Monopole zu verhindern, gibt es Kartellämter. Andererseits gibt es Monopole, die sogar noch staatlicherseits gefördert werden. Dazu zählen Patente, aber die gelten nur für begrenzte Zeit und meistens betreffen sie nur einen kleinen Konsumentenkreis. Manche Dinge gestehen die Staatsorgane nur sich selbst zu besitzen zu, dadurch entsteht das größte vorstellbare Monopol. So wurde zum Beispiel während der Wirtschaftskrise vor dem Zweiten Weltkrieg der private Goldbesitz in den USA verboten. Natürlich dürfte das schlimmstenfalls auf dem Schwarzmarkt einen Anstieg des Goldpreises bewirkt haben.

Das für die Volkswirtschaft schädlichste Monopol ist das des gesetzlichen Zahlungsmittels. In einem Staat ist nur ein einziges Zahlungsmittel anerkannt, mit dem Steuern und Gebühren zu bezahlen sind. Jeder Fehler, den die herausgebende Zentralbank macht, muß von der gesamten Volkswirtschaft mitgemacht werden. Manche Leute besitzen nicht genug des gesetzlichen Zahlungsmittels. Geld schöpfen könnten sie jedoch nur mit einer Banklizenz. Die zu bekommen ist sehr schwer und für arme Leute wäre der Versuch aussichtslos. Die Möglichkeit der debitistischen Geldschöpfung ist fast genausostark limitiert wie die Herausgabe eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Das versetzt jeden Darlehensgeber in die Lage hohe Zinsen zu verlangen.

Steuererhöhungen sind die offensichtlichste Ursache für die Teuerung. Das Zinseszinssystem ist jedoch die effektivste.

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