2009/05/02

Inflation


Ein Phänomen, das in Volkswirtschaften auftreten kann, die Gold oder andere Edelmetalle als Währung verwenden. Edelmetalle galten früher gerade deswegen als Währung geeignet, weil man sie nicht künstlich herstellen kann. Sie sind auch nur schwer zu fälschen. Aber weil man Edelmetalle nicht künstlich herstellen kann, können sie nur über Zufallsfunde ihren Weg in die Volkswirtschaft finden. Abhängig vom Zufall kann eine Volkswirtschaft zeitweise von einer großen Edelmetallmenge überflutet werden. Ist dann viel mehr (latein: "inflare" = deutsch: "aufblähen") Währung vorhanden als man davon Waren kaufen könnte, dann sind alle Händler und alle Produzenten gezwungen, ihre Preise anzuheben, um ihr Eigentum zu schützen. Durch die höheren Preise werden die Edelmetalle auf alle Teilnehmer der Volkswirtschaft verteilt. Dadurch wird der Zustand vor der Inflation wiederhergestellt, obwohl die Preise nun nominal höher sind.

In einer Volkswirtschaft, die Papiergeld verwendet, könnte eine Inflation nur durch eine Überflutung mit dem Spezialpapier und der Spezialtinte, aus denen man das Papiergeld herstellt, ausgelöst werden. Eine weitere Voraussetzung wäre natürlich, daß jederman Geld drucken lassen dürfte, sobald er in den Besitz von Papier und Tinte käme. Bei Goldwährungen wird Gold in jeder Form den Goldmünzen im Wert gleichgestellt, aber mit der Einführung der Papierwährungen wurde dieses Recht abgeschafft. Statt durch ein allgemeines Münzrecht wird Geld nur noch durch Zentralbanken herausgegeben. Eine Inflation ließe sich nur noch durch eine vorsätzliche Entscheidung der Zentralbanken realisieren.

Papiergeld wird mehr und mehr durch Buchgeld abgelöst. Beim Buchgeld ließen sich die virtuëllen Zahlen beliebig in die Höhe schrauben. Gefälschtes Buchgeld wäre von echtem nicht zu unterscheiden. Das Buchgeld basiert lediglich auf Vertrauen. Solange das Vertrauen in das Bankensystem gerechtfertigt ist, ist auch beim Buchgeldsystem keine Inflation möglich.

Preisanstiege sind sowohl bei Papiergeld verwendenden als auch bei Buchgeld verwendenden Volkswirtschaften lediglich durch andere Ursachen als durch Inflation möglich. Man kann die Inflation leicht daran erkennen, daß zwar nominal die Preise ansteigen, aber die Konsumenten als erste über mehr Geld verfügen, so daß sich durch den Preisanstieg keine Nachteile ergeben, weil der lediglich für eine bessere Verteilung der Währung auf die gesamte Volkswirtschaft sorgt. Wann immer ein Preisanstieg zu Einschnitten in den Lebensstandard der Konsumenten hat, muß der Preisanstieg eine andere Ursache als eine Inflation haben. Bei solchen Preisanstiegen spricht man korrekt von Teuerung.

Vor ein paar Jahren hatten sich einige Spekulanten über ein Forum zusammengeschlossen, um den Euro auf dem Weg der Magie zu entwerten. Einen Link dorthin hätte ich nun gerne präsentiert, jedoch ist das Forum einfach verschwunden. Papiergeld und Buchgeld sind also sogar über solche Wege nicht durch Inflation bedroht.

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