2009/05/31

Astromagie IV


Viele Menschen mußten inzwischen feststellen, daß Beziehungen, die online aufgebaut wurden, im realen Leben schnell auseinandergehen. Deswegen soll nun die Synastrie, das zweite Hauptwerkzeug der Astromagie, erklärt werden. Über das Netz kann man andere Menschen zwar kennenlernen, aber nie im gleichen Ausmaß als würde man sie im realen Leben kennenlernen. Das ist sogar der Vorteil des Netzes, denn so kann man mit Leuten, mit denen man nie zurechtkommen könnte, falls man sie in natura ertragen müßte, an gemeinsamen Projekten arbeiten oder sich für gemeinsame Ziele einsetzen. Es ist daher völlig klar, daß man durch ein tieferes Kennenlernen außerhalb des Netzes sich dieses Vorteiles beraubt. In dem Fall braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß man mit Leuten, die man über das Netz kennengelernt und sie sympathisch gefunden hat, nicht unbedingt im realen Leben zurechtkommt. Andererseits könnte man ohne das Netz viel weniger Menschen kennenlernen. Es ist viel wahrscheinlicher über ein weltweites Kommunikationsmedium echte Freunde oder Partner zu finden als in einem lokalem Umfeld. Deswegen gibt es das Bedürfnis danach, das volle Potential des Netzes auszuschöpfen, indem man sich Methoden einfallen läßt, mittels derer wir erkennen können, ob wir über das Netz mit Personen zusammengekommen sind, die für eine Freundschaft oder mehr geeignet sind. Deswegen haben sich verschiedene Partnerbörsen im Netz etabliert, die unterschiedlichste Methoden zwecks einer Vorauswahl verwenden, aber drei Dinge gemeinsam haben. Sie beschränken sich auf die Auswahl von Lebensabschnittspartnern während Freundschaften außen vor bleiben, sie sind viel zu teuer und sie sind ungefähr so treffsicher wie ein Zufallszahlengenerator. Für eine zuverlässigere Vorauswahl muß man sich schon der astrologischen Methode der Synastrie bedienen. Das ist der Vergleich des eigenen Geburtshoroskopes mit denen anderer Menschen.

Nun gibt es auch schon astrologische Partnerbörsen, die ebenfalls völlig versagen. Sowohl deren Zweck als auch deren Methoden sind aus der Sicht der Astromagier zu kritisieren. Das bloße Betrachten der Sternzeichen ist, wie immer in der Astrologie, völlig albern. Viele Astrologen verwenden Methoden, durch die sich zwei oder mehr Horoskope zu einem kombinieren lassen. Diese Methoden heißen Komposit und Combin. Diese Methoden sind, falls überhaupt für irgendetwas, dafür nützlich, Gruppen von außen als Gesamtheit zu betrachten, ohne vorher jedes einzelne Horoskop der beteiligten Gruppenmitglieder genau analysieren zu müssen. Bei der Synastrie dagegen werden die Horoskopfaktoren einzelner Geburtshoroskope miteinander verglichen. Stellt man dann zum Beispiel fest, daß der Radixmerkur der einen Person gut mit dem Radixmerkur der anderen Person harmoniert, dann werden die beiden Personen über das Netz für beide Seiten sehr zufriedenstellend miteinander kommunizieren können. Geschieht das in einem Forum, dann wird das für alle Mitleser gut zu verfolgen sein. Weil sich die beiden Personen des Beispiels so gut miteinander verstehen, könnten sie auf die Idee kommen, sich im realen Leben zu treffen. Bei beiden Personen könnten jedoch die Radixsonnen zueinander im Quadrat stehen. Die beiden Personen würden sehr schnell herausfinden, daß sie sich für den Rest ihrer beider Leben hassen werden. Sollten gleichzeitig noch die Positionen der Radixvenus der beiden Personen harmonisch stehen, dann werden andere Leute im Umfeld der beiden Personen es schwer haben, deren Haß überhaupt zu bemerken und sich darüber wundern, wieso die beiden sich nicht leiden können. Natürlich müssen nicht nur die gleichen Planeten bei beiden, sondern auch die verschiedenen Horoskopfaktoren miteinander verglichen werden.

Astrologische Partnerbörsen machen noch weitere Fehler. Astrologie sollte kostenlos sein, daher ist es schon ein Fehler, dafür Geld zu verlangen. Ein weiterer Fehler ist es, Vermittlungen auf Lebensabschnittspartner zu beschränken. Um echte Freunde zu finden ist die Synastrie wesentlich geeigneter. Desweiteren ist es wichtig, zwischen der Auswahl geeigneter Leute und der Möglichkeit des Zustandekommens der Beziehungen zu unterscheiden. Diese Möglichkeit hat ihre Ursache natürlich in den Umfeldern der Personen, aber selbstverständlich werden auch diese astrologisch angezeigt.

Zunächst muß man beim Horoskopvergleich nach den Besetzungen der Achsen sehen. Eine Chance dafür, daß es zwischen den Beteiligten zu einer Beziehung kommen kann, ist nur dann gegeben, wenn Achsenbesetzungen vorhanden sind. Darunter ist zu verstehen, daß die Positionen der Planeten der einen Person sich nahe den Positionen des Aszendenten, der Himmelsmitte, des Deszendenten oder der Himmelstiefe der anderen Person befinden müssen, während sich deren Planetenpositionen nahe den Hauptachsen der ersten Person befinden müssen. Ist dieser Umstand nicht gegeben, dann braucht man garnicht erst zu versuchen, die beiden Personen zusammenzubringen. Das würde auf jeden Fall scheitern. Daran scheitern die Partnerbörsen im Netz. Nur falls die Bedingung erfüllt ist, dann sollte man nachsehen, ob die Beziehung zwischen den beiden Personen eher von guten oder von schlechten Gefühlen geprägt sein wird. Für Gefühle muß man sich immer den Radixmond der betroffenen Person ansehen. Es kommt dabei vor allem darauf an, von welchen Tierkreiszeichen und Planeten der Mond beeinflußt wird. Je ähnlicher diese Mondfärbung aussieht, desto länger werden es zwei Personen miteinander aushalten können. Für Freundschaften ist dann aber doch noch der Aspekt zwischen den beiden Radixsonnen wichtig. Spannungsaspekte werden zu Feindschaften führen, wobei die Opposition erfahrungsgemäß kein so disharmonischer Aspekt ist, wie es die astrologische Tradition behauptet. Ein Quadrat macht aus zwei Personen jedoch Todfeinde. Wer schonmal eine Person getroffen hat, deren Radixsonne im genauen Trigon zur eigenen Radixsonne steht, kennt das Phänomen, daß man der Person urplötzlich und vorbehaltlos vertrauen kann und mit ihr Freundschaft zu schließen ist noch leichter als damals im Kindergarten. Dazu bedarf es nichtmal Worte. Für die Kommunikation ist ohnehin der Merkur zuständig und für eine nach außen hin sichtbare, zuvorkommende Behandlung die Venus. Beim Mars gilt es, darauf zu achten, daß der nicht dazwischenfunkt, weil er für Streit zuständig ist. Für sexuëlle Beziehungen sind jedoch die Positionen der Radixvenus und des Radixmarses miteinander zu vergleichen, weil die beiden die Geschlechtsplaneten sind. Auch die Sonne gilt als männlich und der Mond als weiblich, wobei das Deutsche die einzige Sprache ist, die das zu verschleiern versucht. Mond und Sonne sollten bei Paarbeziehungen auch miteinander verglichen werden, wobei sie eher bei längeren Beziehungen zum tragen kommen, während der Vergleich zwischen Mars und Venus eher die Attraktivität füreinander offenbart. Man kann sogar sehen, ob eher ein traditionelles Rollenverständnis zwischen Mann und Frau gelebt wird. Daher kann ein Mensch in der Beziehung mit einem Partner eine bestimmte Rolle einnehmen, hätte aber in der Beziehung mit einem anderen Partner eine völlig andere Rolle inne. Steht zum Beispiel der Mars einer Frau im Trigon zur Venus ihres Mannes und die Sonne der Frau im Trigon zum Mond ihres Mannes, dann werden die beiden eine völlige Umkehrung des traditionellen Rollenverständnisses praktizieren. Die äußeren, langsamen Planeten kommen nur bei Personen mit Altersunterschieden zum tragen und zeigen dann an, ob ein Generationenkonflikt vorliegt. Perfekte Aspektbeziehungen zwischen zwei Personen sind ausgesprochen selten, obwohl man die Wahrscheinlichkeit natürlich erhöhen kann, indem man sich Zugriff auf viele Geburtsdaten verschafft. Das dürfte ebenfalls nicht einfach sein. Deswegen ist es viel sinnvoller, die Methode der Synastrie dafür einzusetzen, sich aktiv eine größere Anzahl an guten Freunden zu suchen und sich von falschen Freunden zu trennen. Je mehr Leute das tun, desto besser wird die Welt insgesamt werden.

Wie sich meine treuen Leser nun schon denken werden, würde mein Verfasser gerne eine entsprechende Datenbank im Netz aufbauen. Mit der könnte viel Leid von der Welt genommen werden, indem den Menschen schon vorher verraten würde, mit welchen anderen Menschen sie sich gut verstehen würden und mit wem nicht. Wie sich meine treuen Leser nun auch schon denken, scheitert das wieder an seinen fehlenden Programmierkenntnissen. Programmieren ist einfach nicht das Ding meines Verfassers und wird es wohl nie werden. Darum möchte ich alle Leuten mit Interesse an dem Thema und entsprechenden Programmierfähigkeiten auffordern, die Idee so einer Horoskopdatenbank mit eingebautem Synastrievergleichen zu übernehmen. Astrologie scheint für die Werbebranche ein interessantes Schlagwort zu sein, darum könnte sogar mit einer kostenlosen Umsetzung der Idee noch Geld verdient werden. So gesehen ist es richtig schade, daß mein Verfasser das nicht umsetzen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen