2009/05/08

Astromagie I


Zu leben heißt zu leiden. Das ist die erste edle Wahrheit des Buddhismus. Aber man muß kein Buddhist sein, um ihr zuzustimmen. Genaugenommen kann man ihr nicht ernstlich widersprechen. Der früheste Kommentar zu der Erkenntnis des Buddha erläutert: Geburt ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Altern ist Leiden, Sterben ist Leiden, Zusammensein mit Leuten, die man nicht mag, ist Leiden, Getrenntsein von Leuten, die man mag, ist ebenfalls Leiden und Wünsche zu haben, die nicht erfüllt werden ist auch Leiden.
Die drei übrigen edlen Wahrheiten des Buddhismus befassen sich damit, wie man dem Leiden entkommen kann. Auch den Wahrheiten wird niemand widersprechen. Aber die meisten Leute praktizieren die buddhistische Methode nicht. Die Methode scheint für die heutige Zeit und für unseren Kulturkreis nicht ideal zu sein. Obwohl es wahrscheinlich noch keine bessere Methode gibt, brauchen wir dennoch eine andere Methode.

Mein Verfasser meint, daß uns dabei die altehrwürdige Kunst der Astrologie hülfe. Mithilfe der Astrologie können wir einige der sieben Formen des Leidens, die der alte, indische Kommentar erwähnt, zumindest lindern. Am deutlichsten sollte das bei der vorletzten Form sichtbar sein, denn die Astrologie wird schon seit langer Zeit als Werkzeug bei der Partnerwahl eingesetzt, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Mein Verfasser bezeichnet es als Astromagie, wenn man astrologische Methoden einsetzt, um Leiden zu verringern und Erfolge zu erzielen.

Genau hier ist eine Warnung angebracht. Die Astromagie bedient sich alter und neuer Erkenntnisse aus dem Bereich der Astrologie, um Ziele zu erreichen, für die man bisher immer auf andere Methoden zurückgreifen mußte. Die Astromagie ist eine ganz neue Idee, mit der noch keine Erfahrungen vorliegen. Sie könnte sich als völlig nutzlos erweisen. Natürlich ist das anders gedacht, aber die Beschäftigung mit der Astromagie kann zunächst nur auf einer rein experimentellen Basis geschehen. Wie bei allen anderen Forschungsarbeiten auch, kann sie von Erfolgen ebensogut wie von Mißerfolgen gekrönt werden.

Die Hauptwerkzeuge der Astromagie sind Relokationen, Elektionen und die Synastrie. Die sind in der Astrologie zwar schon lange bekannt, aber die Astrologen haben sich heute auf psychologisches und psychologisierendes Geschwafel verlegt. Aus dem Geschwafel suchen sich die meisten Konsumenten das aus, was sie für auf sie zutreffend halten. Dadurch sehen sie nicht nur sich durch die Astrologie bestätigt, sondern auch die Astrologie durch die Teile, die stimmen. Die als unpassend empfundenen Teile werden ignoriert. Das nennt man den Barnum-Effekt. Der Unterschied zwischen der Astromagie und anderen Formen der Astrologie ist der, daß es in der Astromagie keinen Barnum-Effekt gibt, weil es kein Geschwafel gibt. Die Methoden sind mathematisch klar definiert und funktionieren entweder oder sie funktionieren nicht. Außerdem gibt es Konsumenten der Astrologie, die immer wieder fragen, wann wird das und jenes passieren. Die Antwort der Astromagie auf diese Frage ist immer die gleiche: "Sobald du deinen Arsch hochkriegst und etwas unternimmst. Vorher wird garnichts passieren! Die Astromagie kann dir nur dabei helfen, bei dem, was du unternimmst, erfolgreich zu sein." Die Astromagie erfordert immer die aktive Mithilfe derer, die sich ihrer bedienen wollen. Es gibt dabei nicht vieles, das man an professionelle Astrologen delegieren könnte.

Die Hauptwerkzeuge der Astromagie sollen hier in späteren Artikeln erläutert werden.

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