2009/04/29

Was ist ein Blök und wieso heißt dieser Zhèng Míng (正名)?

Der Ausdruck Blök kommt natürlich von blöken. Sehr viele Menschen nutzen bereits einen Blök, um schwer nachzuprüfende Tatsachenbehauptungen, Anekdoten und irrelevante Meinungen hinaus in die Welt zu blöken. Je irrelevanter ihre Meinungen sind, desto mehr versuchen die Leute diese Tatsache durch intensiven Gebrauch des angelsächsischen Dialekts der deutschen Hochsprache zu verschleiern. Dialektsprecher sind meistens nicht sehr gebildet, daher ist ihnen die Tatsache der germanischen Auslautverhärtung nicht bekannt. Die germanische Auslautverhärtung bedeutet, daß am Wortende alle Konsonanten stimmlos gesprochen werden, also k statt g, t statt d oder p statt b. Dadurch weiß man nicht, ob ein Wort auf k oder auf g endet, wenn es nur als gesprochenes Wort kennt und an dessen Ende ein k gesprochen wird. Auf vielen Computertastaturen fehlt das "ö". Obwohl das ein Sachmangel ist, wird das weitgehend akzeptiert. Diese Tatsachen mußten zwangsläufig dazu führen, daß der Blök in den meisten Fällen "Blog" geschrieben wird. In dieser Form ist das Wort in den angelsächsischen Dialekt der deutschen Sprache eingegangen. Die Sprecher des Dialekts haben von dem Wort "Blog" das Verb "bloggen" abgeleitet, wobei ihnen aufgrund der seltsamen Schreibweise "Blog" die Tatsache, daß das Verb "blöken" in der deutschen Hochsprache bereits existierte, völlig entgangen ist.

Dieser Blök ist nach einer zentralen Forderung des Konfuzius benannt. Der Ausdruck Zhèng Míng (正名) bedeutet wörtlich "Richtigstellung der Namen" (im heutigen Chinesisch bedeutet es nur noch "Rehabilitation", aber darum geht es hier nicht und Leute, die nur modernes, aber kein klassisches Chinesisch verstehen, sind langweilig). Zur Zeit des Konfuzius war es verbreitet, Dinge nicht beim Namen zu nennen, sondern Tatsachen mittels wohlklingender Bezeichnungen zu verschleiern. Das kann man sich zum Beispiel so vorstellen, daß man einen ausgewachsenen Krieg als Kampfeinsatz bezeichnet oder die Besetzung eines anderen Landes eine friedenerhaltende Mission nennt. Konfuzius sah ein grundlegendes Übel in solchen Sprachregelungen, hinter denen sich Verantwortliche schon damals gerne versteckten. Konfuzius glaubte, daß die Sprachregelungen viele Mißstände überhaupt erst ermöglichten. Deswegen forderte er, daß die Bezeichnungen korrigiert werden müßten. So sollte man nicht Ausdrücke wie "besondere Verhörmethoden" verwenden, sondern ganz direkt von "grausamen Folterungen" sprechen, falls solche gemeint waren. Schon durch diese Maßnahme sollte die Welt ein Stück besser werden, denn damals besaßen die Menschen noch so etwas wie Schamgefühl und Schlechtigkeiten würden nicht mehr oft angeordnet werden, sobald alle Menschen wüßten, wer wofür verantwortlich war.

Sollte das Problem der damaligen Zeit heutigen Menschen noch vertraut erscheinen, dann kann das nur bedeuten, daß Konfuzius sich mit seiner Forderung nach 正名 nicht durchsetzen konnte. Es ist natürlich traurig, daß nach so langer Zeit immernoch viele Menschen durch Sprachregelungen hinters Licht geführt und dadurch allerlei Schandtaten überhaupt erst möglich gemacht werden. Deswegen ist es umso wichtiger, daß die Forderung nach der "Richtigstellung der Namen" heute wieder erhoben wird. Dieser Blök kann nur einen kleinen Anfang machen, aber dann müssen andere die alte Forderung nach Zhèng Míng (正名) aufgreifen und sie weiter verbreiten.

Manchmal werden auf diesem Blök auch andere Themen behandelt, für die sich ein weiterer Blök nicht lohnen würde. Auf jeden Fall wird es sich lohnen, in Zukunft ab und zu wieder hier vorbeizuschauen.

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