2009/11/01

Mehr Projekte


Auf diesem Blök wurden bereits auch andere gute Projekte angekündigt, die dringend verwirklicht werden sollten. Ein solches Projekt wird bald begonnen. Solche Projekte sind genau wie dieser Blök auf eure Unterstützung angewiesen. Gewährt sie in Form einer Spende
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Impfung und Sicherheit


Da keine Zeit blieb um den fieberhaft schnell hergestellten Impfstoff gegen die Schweinegrippe, einer Art harmloser Schnupfen, noch so zu testen wie das eigentlich für alle Medikamente und Impfstoffe vorgeschrieben ist, wurden schnell noch ein paar schnelle Tests durchgeführt. Bei den Blökern unter den Testpersonen hätte man sich schon eine Weile darüber informieren können, was man sich von dem Impfstoff erwarten oder erhoffen kann: Eine Testperson der Schweinegrippe-Impfung packt aus.

Da inzwischen der größte Teil der Ärzteschaft, und alle anderen seriösen Mediziner sowieso, die Impfung gegen die Schweinegrippe als völlig unnötig und deswegen zu riskant ablehnt, bleibt noch die Frage, warum Markus Söder bereits im Wahlkampf, also im eigentlich unpassendsten Moment, eine Zwangsimpfung gegen die harmlose Möchtegernseuche angekündigt hat. Sogar die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation mußten extra geändert werden, um deren Mitgliedsstaaten Zwangsimpfungen zu ermöglichen.

Es dürfte besser sein, möglichst viele Zeitgenossen, vor allem solche, auf die man verzichten kann (bei den Angelsachsen Sheeple genannt), zu der Impfung zu überreden, damit dem Rest von uns die Zwangsmaßnahmen erspart bleiben.

Das Schürcher-Ebner-Experiment


Habt ihr schon von den Behauptungen gehört, daß sich ausgestorbene Arten durch die Anwendung elektrischer Felder auf heutige biologische Arten rückzüchten ließen? Solche und ähnliche Gerüchte geistern durch das Netz und um die Welt, seit im Verlag für unterdrücktes Wissen, dessen Angebot seit Jahren immer seichter wird, ein Fragezeichenbuch über ein biologisches Experiment erschienen ist. Ihr wollt zunächst mal wissen, was ein Fragezeichenbuch ist? Die Frage müssen wir tatsächlich klären. Fragezeichenbücher kennen alle unter euch, die sich irgendwann mal für ein Thema interessiert haben, das abseits der täglichen Beduselung durch öffentlich-rechtliche Fernsehsender liegt, egal ob es sich dabei um die ältesten Phänomene der Architektur oder die neuesten Phänomene der Wirtschaft handelt, egal ob es um das Innerste der Erde oder den äußersten Weltraum geht. In Internetforen ist es üblich, daß man Aussagen belegen und Schlußfolgerungen begründen muß, sofern man nicht als Störenfried wahrgenommen werden will. Man merkt dem Internet dabei noch seinen Ursprung als Netzwerk zwischen Universitäten an. Wer nicht willens oder dazu in der Lage ist, sich dem Niveau der Diskussionen anzuschließen, kann sich lediglich darauf beschränken, Fragen zu stellen. Fragen dienen normalerweise dazu, etwas dazuzulernen. Störenfriede verpacken abstruse Theoriën gerne in Fragesätze, um sich nach Hinweisen auf ihr unangebrachtes Verhalten mit dem Satz „man wird wohl noch fragen dürfen“ verteidigen zu können. Während Störenfriede in Internetforen mit der Masche selten durchkommen, funktioniert sie im Markt für populärwissenschaftliche Literatur leider noch sehr gut. Dort werden Bücher geschrieben, die keinerlei Begründungen, Belege, Indiziën, Beweise oder auch nur genaue Angaben für den Zweck weiterer Recherchen enthalten. Dafür enthalten sie Unmengen an Fragesätzen. Man kann beobachten, daß oft die Mehrheit der Sätze in solchen Büchern Fragesätze sind. Desweiteren läßt sich beobachten, daß die Qualität eines Buches und der darin vorgetragenen Theoriën umso minderwertiger ist, je höher der Anteil an Fragesätzen an allen Sätzen des Buches ist. Solche Bücher heißen Fragezeichenbücher. Es gibt eine Vielzahl an Methoden, um die Qualität eines Buches vor dessen Kauf beurteilen zu können. Am wichtigsten sind Rezensionen. Die besten Rezensionen sind die durch frühere Käufer des Buches. Dafür müssen aber zuërst Käufer auf das Buch hereingefallen sein, bevor sie andere warnen können. Es sollte zu den Pflichtangaben beim Verkauf eines Buches zählen, wieviele Satzzeichen es enthält und wieviele davon Fragezeichen sind. Das wäre ein sehr wichtiges Instrument, um die Qualität eines jeden Buches zu beurteilen. Mein Verfasser ist bereits auf sehr viele Fragezeichenbücher hereingefallen und weiß daher ganz genau wovon er redet.

Nun, ein populärwissenschaftliches Fragezeichenbuch verbreitet seit ein paar Jahren die seltsame These, daß elektrische Felder bewirken könnten, daß aus heutigen biologischen Arten eigentlich bereits ausgestorbene werden. Die These ist unter dem Namen Urzeitcode bekannt. Zwar hat man manchmal den Eindruck, daß sich manche Mitmenschen ständig zurückentwickeln, aber das beschränkt sich nicht auf die Gebiete, auf die zugleich elektrische Felder einwirken. Die These ist selbstverständlich völlig blödsinnig. Hätten elektrische Felder so einen Effekt, dann würden die biologischen Arten in den Industrieländern längst einen völlig anderen Entwicklungswege nehmen als die biologischen Arten in den Entwicklungsländern. Es ist offensichtlich, daß die um die Welt laufenden Gerüchte nur Unsinn sind.

Hat der Autor des Fragezeichenbuches seine Theorie nur frei erfunden? Leider gottseidank ist es doch nicht so einfach. Was der Autor auf seine unbeholfene Weise der Welt näherzubringen versuchte, ist das Schürcher-Ebner-Experiment. Über das Schürcher-Ebner-Experiment ist nur sehr wenig bekannt, daher kann man darüber so gut wie nichts mitteilen, schon garnichts fundiertes. Man kann allenfalls sagen, daß es stattgefunden hat. Beziehungsweise, daß es nicht stattgefunden hat. Das Experiment war nämlich streng geheim. Das ist ja gerade die Crux damit. Im Bereich der biotechnologischen und pharmazeutischen Unternehmen gab es in der letzten Zeit so viele Unternehmensübernahmen, daß kaum noch jemand durchblickt. Eines der Unternehmen aus denen sich später der Konzern Ciba-Geigy bildete, der inzwischen längst in anderen Konzernen aufgegangen ist, beschäftigte zwei Doktoren der Naturwissenschaften, die Schürcher und Ebner hießen. Das Unternehmen stritt immer ab, daß die beiden ein geheimes Experiment durchführten, dessen Ergebnisse zurückgehalten, unterdrückt oder vernichtet wurden. Kurz nachdem erste Berichte über das Experiment auftauchten und die damals noch tatsächlich existierenden Journalisten zu weiteren Nachforschungen veranlaßten, starb einer der beiden Wissenschaftler unerwartet bei einem Autounfall. Der andere Wissenschaftler bestreitet genau wie seine Vorgesetzten, daß jemals so ein Experiment stattgefunden habe. Verschwörungstheoretiker behaupten selbstverständlich seit dem Autounfall, daß der Wissenschaftler lediglich verstanden hätte, warum es wirklich zum Tod seines Kollegen kam und deswegen schwiege. Selten sind Verschwörungstheoriën abwegig, aber beweisbar sind sie auch nicht. Es sei denn es würde aufgedeckt, daß das Experiment doch stattgefunden hätte, was selbstverständlich unmöglich ist, wenn es nicht stattgefunden hat.

Woher weiß der Rest der Welt von einem Experiment, daß entweder nie stattgefunden hat oder so geheim war und ist, daß niemand von dessen stattfinden Kenntnis erlangt haben sollte? Das Schürcher-Ebner-Experiment fand wahrscheinlich Ende der neunzehnhundertundsiebziger Jahre (nicht) statt. Anfang der neunzehnhundertachtziger Jahre gab es außer investigativen Journalisten noch eine Personengruppe, die es heute nicht mehr gibt, obwohl sich deren Name für ein paar Möchtegerne erhalten hat. Es handelt sich um die Hacker. Hacker gab es nur noch für eine kurze Zeit, nachdem die Klickibunti-Welt des weltweiten Netzes eingeführt wurde. Hacker nutzten noch die Möglichkeiten des echten Internetes, die heute fast nur noch von historischem Interesse sind. Deswegen sind Hacker heute auch keine Informationsquelle mehr. Früher hatten sie nicht nur unglaubliche Fähigkeiten, sondern folgten auch noch einem Ehrencodex. Beides machte sie zu erstklassigen Informanten. Andererseits wurden sie als Gefahr wahrgenommen, weil außer den Universitäten, an denen das Internet entwickelt und weiterentwickelt wurde, nur das Militär und die größten forschenden Unternehmen hingen, deren größte und bedrohlichste Geheimnisse durch Hacker hätten bekannt werden können. Aus der Zeit stammen noch alle Gesetze, die sich gegen Hacker oder allgemein das „Eindringen“ in fremde Computer richten. Obwohl damals natürlich kaum irgendein Hacker verfolgt oder gar juristisch belangt wurde, denn die damals erst aufkeimende Branche der Informationstechnologie wollte sich nicht selbst ihrer fähigsten Köpfe berauben. Anfang der neunzehnhundertundachtziger Jahre schnüffelten also ein paar Hacker in den Dateien der großen Computer bei Ciba-Geigy herum und entdeckten angeblich ein geheimes Experiment und dessen unterdrückte Ergebnisse oder was sie dafür hielten. Das Wissen darüber verbreitete sich von einer Hackergruppe zur nächsten. Aber das Schürcher-Ebner-Experiment, so es denn überhaupt stattgefunden hat, war ein naturwissenschaftliches Experiment und die Hacker waren Spezialisten auf einem völlig anderem Fachgebiet. So hat die einzige und auch nur im Verborgenen zugängliche Informationsquelle selbst nicht unbedingt verstanden, worum es bei dem Experiment ging und wie dessen Ergebnisse zu interpretieren gewesen wären.

Weil man so wenig über das Schürcher-Ebner-Experiment weiß, ist es nicht verwunderlich, daß es niemals erfolgreich wiederholt werden konnte und auch niemand sonst eine Art Urzeitcode davon unabhängig entdecken konnte. Es gab auch einmal Fernsehreporter, die mit der Urzeitcode-These an Universitäten hausieren gingen und bei den Biologen, die sie um deren Meinung dazu baten, Lachanfälle auslösten. Da die Fernsehreporter den Biologen jedoch mit der Urzeitcode-These kamen und nicht mit den spärlichen Informationen, die sich bis heute über das Schürcher-Ebner-Experiment erhalten haben, war die Reaktion der Biologen kein bißchen überraschend. Daß jedoch auch niemand unter ihnen die Fernsehreporter über den Ursprung der Urzeitcode-These in den Gerüchten über das Schürcher-Ebner-Experiment aufklären konnte, zeigt dagegen den Zustand der heutigen Universitäten, der sich nur noch als sehr traurig charakterisieren läßt.

Falls das Schürcher-Ebner-Experiment überhaupt stattgefunden haben sollte, was wurde dann dabei gemacht? Naturwissenschaftler definieren den Begriff Experiment gern als Frage an die Natur. Was haben Schürcher und Ebner die Natur gefragt und was hat die Natur geantwortet? Das Experiment hätte in einer Zeit stattgefunden, in der die Desoxyribonukleïnsäure als Träger der Erbinformationen gerade erst entdeckt worden war. Kaum das die Druckertinte, die von dieser Entdeckung kündete, getrocknet war, waren auch schon Begehrlichkeiten geweckt, die Erbinformationen der unterschiedlichsten biologischen Arten manipulieren zu können. Besonders solche Unternehmen wie das, für das Schürcher und Ebner arbeiteten, hegten solche Begehrlichkeiten.

Inzwischen gehört es zum Grundwissen aller Biologen, daß man Bakterien dazu bringen kann, fremdes Erbmaterial aufzunehmen, indem man die Bakterien elektrischen Entladungen aussetzt. Das macht man mit einer großen Anzahl genetisch gleicher Bakterien und deswegen stört es dabei nicht, daß ein sehr großer Anteil der Bakterien bei der Prozedur durch die elektrischen Entladungen stirbt. Anschließend braucht man nur noch die Bakterien herauszusuchen, die das fremde Erbmaterial aufgenommen und die Prozedur trotzdem überlebt haben. Biologen bezeichnen die Prozedur als Transformation (manchmal auch als Transformation im engeren Sinn, weil im weiteren Sinn manchmal jede durch Menschen herbeigeführte Genveränderung als Transformation bezeichnet wird).

Das war nur eine der Methoden, die Biologen kurz nach der Entdeckung der Desoxyribonukleïnsäure entdeckten und erlernten. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, daß biotechnologische Unternehmen auch andere biologische Arten mit unterschiedlichen Formen der Elektrizität traktierten, um festzustellen, ob sie damit nicht ähnliche Effekte wie bei den Bakterien erzielen konnten. Wirkungen erhoffte man sich nur auf Eier oder Saatgut, so daß deren Behandlung von besonderem Interesse war. Man kann sich leicht vorstellen, daß das Schürcher-Ebner-Experiment aus solchen Gründen durchgeführt wurde, sofern es überhaupt jemals durchgeführt wurde. Nach der Interpretation der damaligen Hacker, durch die überhaupterst etwas Information aus dem Unternehmen sickerte, hätte die Natur den Wissenschaftlern dann geantwortet, daß sich die Erbinformation auch ohne fremdes Erbmaterial, nur durch die Anwendung elektrischer Felder, manipulieren ließe. Von einer Rückentwicklung, gar noch hin zu früheren Stufen der Phylogenese, konnte dabei jedoch nie die Rede sein und das behauptete damals konsequenterweise noch niemand. Das wird erst seit dem Erscheinen des Fragezeichenbuches über den Urzeitcode behauptet.

Über das Schürcher-Ebner-Experiment ist lediglich bekannt, daß es mit Eiern, Saatgut und elektrischen Feldern zu tun hatte, daß es Hoffnungen auf gigantische Ernteerträge bis hin zu einer Verfünffachung aufgrund eines Riesenwuchses von Pflanzen und Tieren machte und daß es vielleicht nie stattgefunden hat. Alles andere ist Spekulation!

Der Riesenwuchs der Pflanzen und Tiere wurde mit den riesigen Formen der Pflanzen und Tiere aus der Dinosaurierzeit verglichen, die tatsächlich sehr groß waren. Daher dürfte das Mißverständnis rühren, daß die Pflanzen und Tiere sich zu den Formen zurückentwickelten. Das wurde weder beobachtet, noch wäre es erklärbar. Ein Einfluß elektrischer Felder auf die Desoxyribonukleïnsäure, deren Eigenschaft als elektrischer Halbleiter inzwischen erkannt wurde, wäre dagegen plausibel, vor allem weil es viele elektrische Effekte in biologischen Körpern gibt. Zum Beispiel sind Knochen piëzoëlektrisch, wie seit ebenfalls den neunzehnhundertundsiebziger Jahren nicht mehr bezweifelt werden kann. Welchen Einfluß man mit welchen elektrischen Feldern auf welche Gene ausüben kann, ist jedoch noch vollständig eine Sache der Spekulation.

Mehr Forschung könnte da Abhilfe schaffen, aber gerade solche Verschwörungstheoriën wie die von einem mysteriösem Urzeitcode sorgen dafür, daß Wissenschaftler einen großen Gesichtsverlust befürchten müssen, falls sie sich mit dem Thema beschäftigen. Dadurch wird seriöse Forschung auf dem Gebiet ernstlich behindert. Unternehmen, die Schürchers und Ebners möglicher und damals unfreiwilliger Methode der Ertragssteigerung auf die Spur kommen wollen, können entsprechende Experimente nur noch im Geheimen durchführen.

P(ost)S(criptum): Da man inzwischen für die Therapie verletzter Sportler gepulste Magnetfelder einsetzt (vor allem bei 10 Hz und 2 mGauß im Fall von Knochenbrüchen), dürfte der Einsatz gepulster Magnetfelder am erfolgversprechendsten sein, falls man meint das Experiment ohne große Forschungseinrichtung nachbauen zu können.

Nachtrag zum biologischen Alter


Das biologische Alter, genau wie das medizinische, unterscheidet sich von den nur religiös begründbaren Definitionen eines Alters dadurch, daß das Voranschreiten des Alters nicht mit der Zeit korreliert. Theoretisch wäre daher sogar eine Abnahme des biologischen Alters möglich. Praktisch ist das durch die modernen Lebensumstände, zum Beispiel die Umweltverschmutzung, jedoch so gut wie ausgeschlossen. Trotzdem ist es für alle wissenschaftlichen Definitionen des Alters sehr wichtig, daß das nicht mit der Zeit korreliert, weil das Alter einer biologischen Lebensform nunmal überhauptnichts mit dem Verstreichen der Zeit zu tun hat. Der Zeitpunkt des Todes der biologischen Lebensform läßt sich auch aus einem wissenschaftlich definierten Alter nicht erschließen, sondern kann immernoch zum Beispiel plötzlich durch Unfälle kommen. Wollte man dafür eine Ausnahme machen, dann kann man naturgemäß niemals Naturgesetzmäßigkeiten erkennen und damit bliebe die Vorhersage der Todeszeitpunkte auf wissenschaftlicher Basis für immer ausgeschlossen.

Es muß noch etwas zum Beitrag über das biologische Alter und seine Feststellung durch die G0-Methode ergänzt werden. Selbstverständlich befinden sich auch alle ausdifferenzierten Zellen in der G0-Phase, weil sie sich nicht mehr teilen. Das gilt unter normalen Umständen auch für die Lymphzyten. Fügt man deren Kulturmedium jedoch pflanzliche Lektine zu, wie Phytohämagglutinin für T-Lymphozyten und Concanavalin A für B-Lymphozyten, dann beginnen sie sich wieder zu teilen und dadurch wird der Trick für die Bestimmung des biologischen Alters überhaupt erst möglich. Warum sich die Zellen bei dem Kontakt mit einem Naturstoff, mit dem sie in der Natur jedoch nie in Berührung kommen, so verhalten ist ein völlig ungelöstes Rätsel.

Theoretisch sollte man das biologische Alter auf der Ebene der Zellen auch durch eine andere Methode, nämlich der Beobachtung der Länge der Telomere, bestimmen können. Bei einzelnen, genetisch identischen Zellen aus der selben Zellkultur funktioniert das. Zur Bestimmung des biologischen Alters eines Individuums ist die Methode jedoch ungeeignet, weil die Längen der Telomere von Natur aus individuëll unterschiedlich ist, so daß immer unklar ist, welche Länge hundert Prozent entspräche. Das wäre jedoch der wichtigste Wert, um nach dieser Methode vorgehen zu können. Da er nunmal sehr variabel ist, ist die Methode für die Praxis ungeeignet. Über Telomere gäbe es noch einiges zu sagen, aber dafür sollte es einen eigenständigen Artikel hier geben anstatt in einem bloßen Nachtrag erwähnt zu werden.

2009/09/20

Das Schicksal der Welt III


Obwohl es in den glaubhaften Schauungen keinerlei Informationen über China oder aus China gibt, werden viele Spekulationen über die Rolle Chinas in den kommenden Ereignissen angestellt. Das geschieht auch auf den durch mich bereits empfohlenen Netzportalen. Darum muß hier eine wenigstens ansatzweise Richtigstellung über die Rolle Chinas in der Welt erfolgen. Die einen glauben, daß China durch einen Angriff auf Nordamerika einen Weltkrieg beginnen werde, während andere glauben, daß China am Ende Europa vor einer russischen Bedrohung retten würde. Der Glaube an beides zugleich ist ebenfalls weit verbreitet. Beides widerspräche ganz elementar den heutigen chinesischen Interessen. Was China wirklich will ist

  1. Táiwān (台灣). Nach dem Sturz der letzten chinesischen Dynastie übernahm die Volkspartei, chinesisch Guómíndǎng (國民黨), die Macht und rief die Republik China aus. Die Guómíndǎng (國民黨) teilte sich in mehrere Flügel, der kommunistische Flügel spaltete sich in einen moskauhörigen und einen von Russland unabhängigen Teil. Aus letzterem ging die Kommunistische Partei Chinas hervor. Die führte einen Bürgerkrieg gegen die Guómíndǎng (國民黨) während gleichzeitig Japan versuchte, Teile Chinas zu besetzen. Die Kommunistische Partei Chinas trug den Sieg davon, indem sie die beiden anderen Kriegsparteien dazu brachte, sich gegenseitig aufzureiben. Die japanische Besatzung ging direkt in den Zweiten Weltkrieg über, den Japan bekanntlich verlor. Der überlebende, faschistische Flügel der Guómíndǎng (國民黨) floh auf die Insel Táiwān (台灣), was selbstverständlich nur deswegen möglich war, weil die schon immer zu China gehörte. Allerdings residierte ab dann dort nur noch die Republik China, während auf dem Festland die Volksrepublik ausgerufen wurde. Erst nach einigen Jahrzehnten entschied die Regierung auf Táiwān (台灣) das Land in eine Demokratie umzuwandeln, weil die bis dahin herrschenden Machthaber zu alt wurden. Die ursprüngliche Idee war die Wahlen auszusetzen bis ganz China durch die Republik zurückerobert sei. Deswegen steht auch die Wiedervereinigung Chinas als Ziel in der taiwanesischen Verfassung. Aber die Volksbefreiungsarmee, deren politischer Flügel die Kommunistische Partei Chinas ihrem Selbstverständnis nach ist, ist viel zu mächtig, um eine Wiedervereinigung unter der Regierung der Republik zuzulassen. Seit die Volksrepublik aufgrund der Profitgier der Nichtchinesen internationale Anerkennung besitzt, betrachtet die Kommunistische Partei Chinas die Herrschaft über das gesamte China als realistisches Ziel und seitdem will sie ebenfalls die Wiedervereinigung ganz Chinas. Selbstverständlich ohne die Regierung der Republik, die es dann nicht mehr geben würde. Das wollen die Regierenden der Republik wiederum nicht. Welcher Amtsträger gibt seine Pfründe schon freiwillig ab? Táiwān (台灣) wird nicht nur durch eigene Streitkräfte, sondern auch durch die der USA und im Ernstfall eventuëll auch durch japanische Streitkräfte beschützt. Trotz der Spannungen zwischen Táiwān (台灣) und dem chinesischen Festland will keine der beiden Seiten einen Krieg riskieren, denn beide Seiten wissen, daß das in einer kompletten Zerstörung der Insel enden würde, die den Interessen beider Seiten widerspricht. Das macht den Konflikt für die chinesischen Strategen jedoch noch interessanter, weil nach einem Weg gesucht wird, sich die Insel einzuverleiben, ohne daß deren Schutzmächte etwas dagegen unternehmen könnten und ohne die wertvolle Industrie auf der Insel zu zerstören. Das bindet einen großen Teil der chinesischen Mittel.


  2. der Sieg über die Separatisten auf dem Festland in den autonomen Regionen. Viele der Minderheiten Chinas überqueren die Grenzen des Staates relativ frei, leben bei ihren Verwandten auf beiden Seiten und haben nirgends eigene Staaten. Dennoch gibt es Unabhängigkeitsbewegungen in China. Die stärksten in Westtibet und im Nordwesten Chinas, der von den Separatisten Ostturkestan genannt wird. Eine schwache Unabhängigkeitsbewegung gibt es auch in der Inneren Mongolei. Der Separatismus wird von den Chinesen immer in einem Atemzug mit dem Terrorismus genannt, dem die USA den Krieg erklärt haben. China hat sich nach eigener Darstellung lediglich dem Krieg gegen Terrorismus und Separatismus angeschlossen. Tatsächlich kann China keiner der Unabhängigkeitsbewegungen nachgeben, weil dann andere Bewegungen, einschließlich der Demokratiebewegung, in ihren Forderungen bestärkt würden. Die Demokratiebewegung könnte in so einem Fall sogar alle chinesischen Machthaber von ihren lukrativen Pfründen trennen. Aber schon die Unabhängigkeitsbewegungen allein könnten zum Verlust der Hälfte des chinesischen Territoriums führen. Der Teil Chinas ist zwar arm und dünn besiedelt, aber dort lagern auch die meisten Bodenschätze, im Nordwesten Chinas vor allem Erdöl. Deswegen betreibt China einen großen Aufwand, um auch unzugängliche Regionen zu behalten.


  3. das gesamte südchinesische Meer bis direkt vor die Küsten der angrenzenden Staaten. Zu dem Zweck beansprucht China eine Ansammlung aus Riffen und Sandbänken, die die Chinesen als westliche, mittlere, östliche und südliche Sandinseln bezeichnen, während man sie in westlichen Staaten als Paracelinseln und Spratleyinseln kennt, sofern man sie überhaupt kennt. Im südchinesischen Meer wird viel Erdöl vermutet. Die Nachbarstaaten finden es selbstverständlich garnicht gut, daß das chinesische Gebiet über alle Erdölvorkommen hinweg sich bis vor ihre Küsten erstrecken soll. Deswegen erheben alle Nachbarstaaten Ansprüche auf Teile der Inselgruppen und sei es nur ein einzelner, meterhoher Fels. China beruft sich bei den Gebietsansprüchen auf die Geschichte. Durch die Gegend werden nicht nur heute ein Drittel aller über See transportierten Handelswaren gefahren, sondern dort transportierten bereits vorangegangene, chinesische Dynastien ihre Waren. Deswegen gibt es dort tatsächlich archäologische Funde, jedoch sind die meisten viëtnamesischen Ursprunges. Viëtnam beruft sich bei den eigenen Gebietsansprüchen ebenfalls auf die Geschichte und hätte dabei die besseren Karten. Die anderen Staaten berufen sich auf Regelungen des internationalen Seerechtes, lediglich die Philippinen berufen sich darauf, daß ihnen einige Inseln als Protektorat unterstellt wurden. Das ist durch reiche, philippinische Privatpersonen geschehen, die auf zuvor unentdeckten Inseln eigene Staaten ausgerufen hatten. Deswegen verhandelt China mit allen angrenzenden Staaten, während zugleich klammheimlich die Inseln besetzt werden. China behauptet, daß es dort nur Wettermeßstationen, Mobilfunkstationen und ein paar Schutzbauten für in Seenot geratene Fischer existierten. Die Gegend ist Taifungebiet, daher wäre das sinnvoll. Selbstverständlich wäre das dann auch für angrenzende Staaten sinnvoll, aber wer sich dem Gebiet über Wasser oder durch die Luft nähert, wird beschossen. Dort fahren nicht nur chinesische Kriegsschiffe herum, sondern es existieren auch Fotos von bis zu dreistöckigen Gebäuden, Kaimauern und Hubschrauberlandeplätzen. Westliche Länder glauben, daß China auf den Inseln ungefähr zwanzigtausend Soldaten stationiert hat. China behauptet, daß es dort keine Soldaten gebe. Die Versenkung zweier viëtnamesischer Schiffe durch chinesische Kriegsschiffe ist unbestreitbar dokumentiert. Alle angrenzenden Staaten sind viel schwächer als China, die philippinische Marine gilt als die schwächste und besonders rückständig. Die Philippinen haben zwar ein Schutzabkommen mit den USA, so daß sie nicht unbedingt eine schlagkräftige Marine brauchen, aber die raten beim Konflikt um die Spratleyinseln zur Zurückhaltung. Für diese Inseln gilt das Schutzabkommen nämlich nicht. Deswegen zweifelt kaum jemand daran, daß China den Anspruch auf das gesamte südchinesische Meer durchsetzen wird. Lediglich Malaysia hält selbst drei Atolle besetzt. Einen großen Aufwand bedeutet der Kampf um die Inseln für China dennoch.


  4. der Schutz der Transportwege für chinesische Waren, vor allem der Autobahn, die China durch ganz Pakistan vom Himālaya bis zum Meer gebaut hat. Der Süden und der Osten Chinas sind am dichtesten besiedelt, deswegen werden dort die meisten Waren produziert und exportiert. So wie in anderen Gegenden der Welt auch, kommen die günstigsten Waren aus den ärmsten Regionen. Sie über Land zu den Häfen im Süden oder sogar im Osten und danach parallel zur Küste und dann auch noch durch stark piratenverseuchte Gebiete wieder zurück zu transportieren, bevor es weiter nach Afrika oder Europa geht, macht die Waren nur unnötig teuer. Aber China hat einen anderen Weg gefunden, denn China hat sich zur Zeit des chinesisch-indischen Grenzkrieges mit Indiens Erzfeind Pakistan verbündet. Das war damals naheliegend, um Indien stärker bedrohen zu können. Heute ist das praktisch, weil der alte Verbündete einen Zugang zum Meer bietet, der vom westlichen Ende Chinas aus genutzt werden kann. Damit werden ganz Südostasien, ganz Südasien und so piratenverseuchte Gebiete wie die Straße von Malakka umgangen. Der Transportweg durch Pakistan ist für China so etwas wie eine Geldader. Pakistan ist aber heute nicht nur durch Indien und dessen Verbündete, sondern auch durch Organisationen wie die Taliban bedroht. Das sind für Pakistan zu viele Bedrohungen, um alleine damit fertigzuwerden. Deswegen hat China große Truppen in der Nähe der Grenze stationiert. Das ist geographisch bedingt in der autonomen Region Westtibet, trotzdem dienen die Truppen nicht dazu, dort die Minderheitenvölker zu ärgern, wie die westliche Presse das gerne darstellt, sondern dazu, um im Bedarfsfall dem Verbündeten Pakistan beistehen zu können.


  5. Aruṇācal Pradeś (अरुणाचल प्रदेश) und Aksai Chin. Großbritannien hatte als Kolonialmacht über einen Teil Indiens geherrscht und wollte sich damals auch Tibet unter den Nagel reißen. Letzteres hat Großbritannien nicht geschafft. Aber es hat während dieser Zeit immer wieder versucht, die Grenze zwischen Tibet und Indien festzulegen. Es existieren daher heute mehrere Grenzlinien. Indien hat die britische Meinung über den Grenzverlauf und China hat die tibetanische Meinung über den Grenzverlauf übernommen. Aruṇācal Pradeś (अरुणाचल प्रदेश) ist ein Bundesstaat der Indischen Union, der im Himālaya liegt und komplett von China beansprucht wird. Aksai Chin (die Chinesen verwenden den tibetanischen Namen) liegt direkt nördlich von Kashmir, ist von dort aus aber kaum zugänglich. Deswegen befindet sich Aksai Chin de facto unter chinesischer Herrschaft, aber Indien beansprucht das Gebiet als Teil des Bundesstaates Jammu und Kashmir. Auch China will die fraglichen Gebiete nur deswegen, um den alten tibetanischen Anspruch durchzusetzen. Das soll beweisen, daß die Chinesen den Tibetanern immer freundlich gesonnen sind. Außerdem waren die Bodenschätze in Westtibet immer so schwer zugänglich, daß sie bisher kaum angetastet wurden und daher noch reichlich vorhanden sind. Das gilt selbstverständlich ganz besonders für umkämpfte Gebiete. China und Indien haben sich bereits seit einigen Jahren darauf geeinigt, gegenseitig den chinesischen Herrschaftsanspruch über ganz Tibet und den indischen Herrschaftsanspruch über ganz Sikkim anzuërkennen. Ob Aruṇācal Pradeś (अरुणाचल प्रदेश) und Aksai Chin zu Tibet zählen oder nicht, blieb jedoch umstritten. In den letzten Tagen wurden große Truppenbewegungen erst auf chinesischer und anschließend auch auf indischer Seite beobachtet. Der Auslöser dafür dürften die Befürchtungen sein, daß sich die Taliban der pakistanischen Atomwaffen bemächtigen könnten. Trotzdem könnte das zur Eskalation des Konfliktes zwischen China und Indien führen, der bereits fast überwunden schien.


  6. die Inselgruppe der Fischerinseln, die zwischen Japan und China umstritten ist, japanisch Senkaku (尖閣) und chinesisch Diàoyú (釣魚) genannt. Japan grenzt nicht an Inseln im südchinesischen Meer, aber dafür an Inseln im ostchinesischen Meer. Auch in dem soll es reichlich Rohstoffe geben. Konsequenterweise werden die Inseln sowohl durch Japan als auch durch China beansprucht. Beim Grenzverlauf zwischen Japan und Russland wird ebenfalls um zwei Inseln gestritten. Daraus folgt, daß Konflikte um Inseln nicht zwangsläufig von China ausgehen müssen. Trotzdem hat China die eigenen Marine in eine nördliche, eine östliche und eine südliche Flotte eingeteilt und jede davon ist für ein eigenes Konfliktgebiet zuständig. Daraus folgt aber auch, daß keine Kräfte für weitere Konfliktgebiete mehr übrig sind. Trotz allem haben die Chinesen es geschafft, noch ein paar Schiffe abzukommandieren, die zusammen mit russischen Kriegsschiffen entlang der Handelsrouten vor Ostafrika auf Piratenjagd sind. Noch mehr kann auch das riesige chinesische Militär nicht leisten.


  7. Beseitigung des Mangels an Energie, Elektrizität, trinkbarem Wasser und Nahrung sowie die Beseitigung der Umweltverschmutzung. Diese Probleme sind in China sehr groß, schaden im erheblichen Maße der Volksgesundheit und verschlingen große Teile des chinesischen Staatshaushaltes. Die Volksbefreiungsarmee wird oft eingesetzt, um die Folgen solcher Naturkatastrophen wie ständig auftretende Überschwemmungen abzumildern. Nur die allerschlimmsten Naturkatastrophen werden auch von der westlichen Presse wahrgenommen. Mit den Katastrophen einer chinesischen Provinz alleine könnte man schon ganze Zeitungen füllen. Großprojekte wie der Drei-Schluchten-Staudamm oder die Süd-Nord-Wassertransferleitung, die jetzt langsam in Angriff genommen wird, dienen nicht nur dazu, die chinesische Ingenieurskunst zu demonstrieren, sondern sollen vor allem dem Mangel an Energie und Wasser abhelfen. Aber auch und besonders solche Großprojekte sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.


  8. das Gesicht noch wahren können, falls sich Verbündete Chinas wie Nordkorea oder Myanmar danebenbenehmen. Für traditionelle Verbündete wie Nordkorea oder Myanmar trat und tritt die Volksrepublik China immer wieder als Schutzmacht auf. Die Volksrepublik China hat die Republik China in vielen internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen abgelöst und auch sonst Anschluß an die westlichen Staaten gesucht, sich geöffnet, reformiert und verhandlungsbereit gezeigt. Nordkorea und Myanmar machen dagegen besonders in der letzten Zeit mit schlechten Nachrichten Schlagzeilen. Die Staaten gehen davon aus, daß sie trotzdem Verbündete bleiben werden. Die chinesische Bevölkerung sieht das genauso. Jedoch lassen die Äußerungen der chinesischen Regierung in der letzten Zeit darauf schließen, daß die Führung Nordkoreas das Bündnis mit China als ein bißchen zu selbstverständlich ansieht. Nordkorea entwickelt Atomwaffen, tut so als wolle es darüber verhandeln und stellt immer mehr Forderungen. Sollte der Konflikt jedoch eskalieren, dann müßte China den Kopf dafür hinhalten, ohne daß China irgendwie von den Verhandlungen profitiert hätte. Trotz einer durchgängigen Trotzhaltung gegenüber allzu forscher Forderungen westlicher Staaten, scheint man in der chinesischen Politik langsam zu bemerken, daß man durch die traditionellen Verbündeten nur noch ausgenutzt werden. Myanmar baut zwar noch keine Atomwaffen, aber das Verhalten nach dem Tropensturm schadet dem Ansehen des Staates und aller Verbündeten.


  9. Beseitigung der sozialen Probleme, die sich China erst durch die Selbstausrottungsgesetze geschaffen hat, sowie der Anschluß an den vermeintlich reichen Westen in wirtschaftlicher, geopolitischer, diplomatischer und militärischer Hinsicht. Mit sozialen Problemen könnten die Chinesen genausoviele Zeitungen füllen wie mit Naturkatastrophen. Trotzdem schaffen erstere es meistens nichtmal in die chinesische Presse. Das liegt daran, daß mit sozialen Problemen hauptsächlich soziale Unruhen gemeint sind. Teilweise werden sie durch Naturkatastrophen ausgelöst, die ihrerseits selbstverständlich wiederum nur Konsequenz des Verhaltens der Chinesen sind. So führt Wasserverschwendung in Verbindung mit Abholzung zu Wasserknappheit in vielen Gebieten. Das wiederum führt zu Kämpfen um das verbliebene Wasser. Oft ziehen ganze Dörfer gegen Nachbardörfer in den Krieg. In dem Fall muß selbstverständlich die Bewaffnete Volkspolizei einschreiten. Bekommt sie die Lage nicht unter Kontrolle, dann wird gemeindeweit oder kreisweit ein Ausnahmezustand verhängt und die Volksbefreiungsarmee hinzugezogen. Es befinden sich ständig irgendwelche chinesischen Gemeinden im Ausnahmezustand, ohne daß die Presse davon Notiz nimmt. Aus dem Grund sollte man in China Anweisungen, einen Umweg zu nehmen, besser Folge leisten. Der chinesische Soldat wird zwar indoktriniert, daß er die Arbeiter und die Bauern befreit, aber in der Praxis erfolgt der karrieremäßige Aufstieg bei allen Uniformträgern auf der Welt selbstverständlich immer gemäß der Bereitschaft zum Kadavergehorsam.


Bei all den Problemen, die die Volksbefreiungsarmee zu bewältigen hat, sind einfach keine Kräfte mehr übrig, um auch nur noch einem einzigen Land die kommunistische Befreiung zu bringen. So herrscht in Myanmar noch mittelalterlicher Feudalismus. In Myanmar wurden Steuern erst direkt vor dem Mönchsaufstand eingeführt. Vorher gab es stattdessen nur Fronarbeit und die kann Steuern noch immer ersetzen. Trotzdem ist Myanmar ein Verbündeter Chinas. Die chinesischstämmige Minderheit in Myanmar wurde bereits durch die dortigen Staatsorgane drangsaliert. Infolgedessen hat China ein Machtwort gesprochen und das Problem hatte sich erledigt. Da die Führung in Myanmar keine Freunde außer der Regierung der Volksrepublik China hat, wäre der feudale Staat sicher längst reif für eine kommunistische Befreiung. In anderen Staaten, wie Nepal, soll China angeblich zumindest máoistische Rebellen unterstützen. Aber für mehr Maßnahmen hat die Volksrepublik China einfach keine Ressourcen.

Deshalb kann die Volksrepublik China keinen Krieg beginnen, keinen Krieg führen und keinen Krieg entscheiden, selbst wenn sie es wollte. Die kommunistische Idee wurde auch noch nicht aufgegeben. Die chinesische Regierung glaubt jetzt offiziëll, daß der Staat erst reich werden muß und dann einen kostspieligen Kommunismus einführen kann.

Eine andere Frage wäre, ob die Chinesen überhaupt das im Westen unterstellte Interesse an einer Übernahme sibirischer Gebiete hätten. Manche Russen fragen sich das auch bereits, aber aus anderen Gründen.

Tatsache ist zwar, daß China überbevölkert ist und in Sibirien viel Platz für die Chinesen wäre, jedoch auch, daß die Chinesen bereits dort sind, dort die Bevölkerungsmehrheit stellen und sowohl den Handel als auch den Rest der Wirtschaft in Sibirien fest im Griff haben.
Tatsache ist zwar, daß Sibirien sehr viel Holz bietet und das entwaldete China sehr viel Holz braucht, jedoch auch, daß der chinesische Brennholzbedarf bereits durch sibirisches Brennholz gedeckt wird. Das betrifft sowohl den gesamten legalen als auch den größten Teil der illegalen chinesischen Brennholzimporte. Das Brennholz wird sogar von Chinesen geschlagen, denn in der gesamten Branche arbeiten dort fast nur noch Chinesen. Für andere Verwendungszwecke importiert China wertvollere Hölzer vor allem aus Indonesien, die auch dort hauptsächlich illegal geschlagen werden.
Tatsache ist zwar, daß kurze Handelswege nach Europa braucht und die Nordostpassage eine solche darstellt, jedoch auch, daß man Durchfahrtsgenehmigungen eher von Freunden als von Feinden bekommt.
Tatsache ist zwar, daß China vor allem in den nördlichen, an Russland angrenzenden Gebieten sehr unter Wassermangel leidet während es in Sibirien Wasser im Überfluß gibt und durch das Auftauen des Permafrostbodens durch den Klimawandel noch mehr wird, jedoch auch, daß das viele Wasser in Sibirien Russland eher schadet als nützt. Der auftauende Permafrostboden führt in Sibirien dazu, daß die Bäume umstürzen und ungenutzt absterben. Das Phänomen läßt sich auch in Alaska beobachten und wird deswegen „drunken trees“, also betrunkene Bäume, genannt. Es ist eine Umweltkatastrophe allerersten Ranges und Russland wird kommenden Generationen als die Umweltsau Nummer eins gelten, falls es dagegen nichts unternimmt. Sibirien ist jedoch sowohl riesig als auch dünn besiedelt, deswegen ist Russland garnicht in der Lage, die riesigen Mengen besten Trinkwassers so abzuleiten, daß sie keinen Schaden anrichten können. Das ist ein Problem bei dem sich China und Russland gegenseitig so gut ergänzen und helfen können wie auf keinem anderem Gebiet. Die beiden Staaten haben das lediglich noch nicht erkannt. Das ist zwar sehr bedauerlich, kann sich aber jederzeit ändern.
Tatsache ist zwar, daß russische Rechtsradikale Ausländer verprügeln, jedoch auch, daß das nur den westlichen, in Europa gelegenen, Teil Russlandes betrifft. Im asiatischen Teil sehen die Russen genauso aus wie die Asiaten, da sie asiatischen Ethnien angehören, und die Chinesen fallen nicht weiter auf. Außer vielleicht durch ihre Anzahl, ihren Arbeitseifer und manchmal auch das dadurch verdiente Geld. Der größte Teil der Chinesen hat keinerlei Interesse an irgendetwas, das in Russland vorsichgeht oder vorsichgehen könnte. Die russischen Rechtsradikalen verprügeln auch asiatisch aussehende Russen. Das sollte man daher nicht unbedingt als gegen Ausländer gerichtet sehen, sondern eher als Rassismus. Eine Änderung an der Hoheit über Sibirien würde an dem ohnehin nur im europäischen Teil auftretendem Problem nichts ändern. Lediglich die Kosten für die Verteidigung des Territoriums, auf dem hauptsächlich Chinesen wohnen und das hauptsächlich von Chinesen genutzt wird, würden von Russland auf China übergehen. Warum sollte China daran Interesse haben?

Während eine formale Herrschaft über sibirisches Territorium für China lediglich eine Verschlechterung des Status quo und vielleicht sogar noch ein weiteres Problem mit Separatisten bedeutet, ist die Idee nicht für alle Russen unattraktiv. So wurde in Petersburg im Auftrag der Stadtregierung Vladivostok ein Konzept zur Stadtentwicklung für Vladivostok erdacht. Es sieht vor, die Hauptstadt für die Region Primorje in eine andere Stadt zu verlagern, zwei Stadtteile und eine Bucht für fünfundsiebzig Jahre an die Volksrepublik China zu verpachten, die die wirtschaftliche Attraktivtät der Gebiete steigern soll. Für Vladivostok soll das gleichzeitig Pachteinnahmen und intensivere wirtschaftliche Beziehungen nach China generieren. So meldete es die russische Nachrichtenagentur Novosti. Ob die Chinesen überhaupt daran interessiert wären, ist noch nicht heraus.

Wir können jedenfalls davon ausgehen, daß China bestimmt niemals Russland in den Rücken fallen wird, nur um Europa zu helfen. Es gab zwar mal einen Grenzkonflikt zwischen China und Russland, in dem es um die Flußinseln im Fluß Amur ging, aber das war während des Kalten Krieges, in dem Russland und China auf der gleichen Seite standen. Wollte ein chinesischer Stratege in so einer Situation einen Angriff der feindlichen Seite provozieren, dann wäre das erste, was er anordnen würde, dem Feind Uneinigkeit mit den Verbündeten zu demonstrieren. Falls dabei noch ein paar Flußinseln für China abfallen, dann umso besser. Daraus kann man nicht schließen, daß China und Russland keine militärisch Verbündeten wären.

2009/09/19

Ganz unpolitisch zum Wahl-o-maten


Bald sind in Deutschland Bundestagswahlen. Daher ist die Benutzung sogenannter Wahlomaten im Moment sehr beliebt. Aber anscheinend ist eine große Anzahl an Wahlberechtigten einfach zu dämlich, um sie zu benutzen. So häufen sich in letzter Zeit im Netz Beschwerden der Wahlberechtigten darüber, daß sie laut den Wahlomaten Parteien wie der NPD nahestehen würden. Aus dem Grund hat mein Verfasser die Wahlomaten selbst ausprobiert und wurde immer als violett eingestuft. Abgesehen davon, daß eine Stimme für die Violetten eine Form der Ungültigmachung der eigenen Stimme ist, läßt sich gegen die Violetten nichts einwenden. Das Ergebnis war also perfekt. An den Wahlomaten kann das Problem der anderen Benutzer nicht liegen. Entweder stehen die Benutzer viel weiter rechts als sie selbst wahrhaben wollen, was mit Sicherheit nicht gut für Deutschland und auch nicht für andere Länder ist, oder die entsprechenden Parteien werden unterschätzt. Letzteres ist allerdings unwahrscheinlich, denn Leute mit ähnlichen Zielen befinden sich bereits in hohen Ämtern. Vielleicht ist ein Teil des Stimmviehes aber auch nur zu dämlich, um das Original des Wahl-o-maten zu finden. In dem Fall da entlang, um zum Original-Wahl-o-maten zu kommen. Jedoch nicht das Original, sondern der treffenderweise Egalautomat genannte Wahlomat der Surfpoeten ist der beste aller bisherigen Wahlomaten. Dorthin geht es da entlang. Es könnte natürlich auch sein, daß manche der scheinbar falschen Zuordnungen dadurch bewirkt wurden, daß viele Benutzer des Wahlomaten auf dessen letzte Frage hereingefallen sind, die tendenziös das herrschende System als Demokratie bezeichnet und fragt, ob man das als bestes System ansehe. Selbstverständlich denken viele Benutzer bei der Frage sofort an die Ochlokratie, die in Deutschland und vielen anderen Ländern tatsächlich herrscht. Natürlich sieht niemand die Ochlokratie (Herrschaft der Schlechten) als das beste System an, weil eine Demokratie wie in der Schweiz nunmal das beste System ist, zumindest aus der Sicht echter Demokraten. Das führt sofort zur Verneinung der Frage, aber in dem Moment ist man darauf hereingefallen, weil auch Wahlomaten nicht neutral sind. Bildung würde dazu führen, daß man das sofort durchschaut. Exakte Formulierungen hätten dazu geführt, daß alle Benutzer sofort verstanden hätten, worum es in der Frage geht. Die Tatsache, daß viele Leute heutzutage auf so eine tendenziös gestellte Frage hereinfallen können, zeigt das dringende Erfordernis einer starken Zhèng-Míng-Bewegung.

Arbeit oder Einkommen?


Es ist schon lange überfällig, den Unterschied zwischen Arbeit und Einkommen zu erklären, denn diese beiden Dinge sollte wirklich niemand miteinander verwechseln. Eine Gruppe namens Surfpoeten hat das jedoch bereits so gut erklärt, daß es sich kaum besser machen lassen dürfte. Zu deren Artikel geht es hier entlang. Das beantwortet zwar im Prinzip schon alle Fragen über Arbeit und Einkommen auf exakte und unterhaltsame, also wirklich gut formulierte, Art und Weise, aber für den Fall, daß das immer noch nicht reichen sollte, gibt es noch eine Fortsetzung dazu. Zur Fortsetzung geht es da entlang.

Die Netzportale



Alles außer Englisch, Barraskar und Zhèng-Míng (正名) sind die beste Wahl für alle, die ein Projekt suchen, daß sie unterstützen können. Die genannten Portale haben eine solche Hilfe tatsächlich bitter nötig. Das macht sich zur Zeit leider schon durch den geringen Umfang des Inhaltes bemerkbar. Die Netzportale haben das Potential zu einer großen Hilfe für die gesamte Menschheit zu werden.
Deswegen unterstützt diesen Blök durch eine Spende!. Das geht

  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
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    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
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    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
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    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

2009/09/07

Biologisches Alter


Auf biologisch sinnvolle Weise läßt sich Alter nur in Prozenten einer Gesamtlebensspanne ausdrücken. Anders als sinnlose und nur zur Diskriminierung dienende Altersarten sind sinnvolle Arten des Alters, selbstverständlich nur bei massiven Änderungen in der Lebensführung, im begrenzten Maße reversibel. Deswegen kann man auch aus dem biologischen Alter, obwohl es in Prozenten angegeben wird, nicht exakt auf die Dauer der restlichen Lebensspanne schließen. Der Begriff Lebenserwartung hat übrigens überhauptnichts mit dem Alter oder auch nur der Lebensspanne zu tun.

Es gibt unterschiedliche Methoden das biologische Alter feststellen zu wollen. Zumindest an Kunst Interessierten ist bekannt, daß Maler mit zunehmenden Alter immer mehr auf Gelbtöne verzichten und immer blaustichiger malen. Das ist leicht damit zu erklären, daß sich die Augenlinse mit der Zeit eintrübt und dem Gehirn deswegen ein immer gelbstichigeres Bild liefert. Durchblutung der Linse würde zu massiven Bildfehlern führen, durch die man fast nichts mehr erkennen könnte, deswegen verzichtet die Natur darauf. Dadurch bedingt befinden sich in der Linse des Auges keine lebenden Zellen und es sind keine biologischen Korrekturmaßnahmen möglich. Deswegen läßt sich gegen die Gelbfärbung der Linse nichts unternehmen, außer vielleicht sie bei fortgeschrittenem Alter gegen eine künstliche auszutauschen. Hier könnte man eine Skala von völlig durchsichtig bis völlig gelb aufstellen, um daran das biologische Alter zu messen. Die Gelbfärbung der Linse hängt selbstverständlich auch von der Intensität der einfallenden Strahlung ab, daher schreitet sie von Individuum zu Individuum unterschiedlich voran. Deswegen läßt sich auf diese Weise nur das biologische Alter des Auges bestimmen, während andere Organe überwiegend anderen Einflüssen unterliegen könnten. Außerdem ist die Messung an einem so empfindlichem Organ wie dem Auge nicht empfehlenswert. Deswegen ist die Linseneintrübung nicht die optimale Methode, um ein biologisches Alter zu bestimmen.

Biologen und Medizinern ist bekannt, daß das Herz bei Säugetieren im Laufe des Lebens seine Lage verändert. Die Herzspitze weist zunächst nach unten, dann dreht sie sich immer weiter nach links. Das läßt sich einfach mittels eines Elektrokardiogrammes messen. Jedoch bleibt die Lage des Herzens während der Kindheit und Jugend weitgehend gleich, danach dreht es sich mit einigermaßen konstanter Geschwindigkeit und erreicht schließlich einen Punkt, an dem es sich nicht weiter drehen kann. Es ist nicht so, daß die Herzspitze sehr alter Menschen nach links oder gar schräg nach oben wiese, sondern sie weist irgendwo nach schräg links unten. Obwohl die Messung leicht durchzuführen wäre und das Herz für den gesamten Organismus von großer Bedeutung ist, ist die Messung der Lage der Herzspitze nur eingeschränkt zur Altersbestimmung geeignet. Ähnlich verhält es sich mit der Messung des Fettanteils im Knochenmark. Knochenmark ist von Natur aus rot, weil dort außer den Knochenmarkszellen auch die Blutzellen gebildet werden. Mit voranschreitendem Alter werden weniger Zellen gebildet und in den dadurch freiwerdenden Knochenraum Fett eingelagert, wodurch sich das Knochenmark gelb färbt. Fetteinlagerung ist natürlich auch von der Fettaufnahme abhängig und die Messung im Knochenmark ist eine invasive Maßnahme. Daher ist das keine geeignete Methode um das biologische Alter eines Lebewesens festzustellen. Natürlich wäre man schon lange tot, bevor das gesamte Knochenmark durch Fett ersetzt wäre. Das spricht auch gegen diese Methode, um das biologische Alter feststellen zu wollen.

Jeder Spezialist für ein Organ weiß, woran er das Alter des entsprechenden Organes erkennen kann. Ein weiteres Beispiel ist die Abnutzung bei Zähnen, die sich aber nur mit einer gewissen Erfahrung feststellen läßt. Jeder weiß, daß nicht jeder die eigenen Zähne gleich behandelt, daran ist leicht ersichtlich, daß solche Methoden, die sich auf Teile des Körpers beschränken, nicht zur Feststellung des biologischen Alters geeignet sind. Optimal sind lediglich Methoden, die sich auf den gesamten Körper beziehen. Daraus folgt, daß ein Wert, der alle Zellen betrifft und aus einer Blutprobe feststellbar ist, am besten geeignet ist. Im Blut vorhandene und sich dennoch teilende Zellen sind die weißen Blutkörperchen. An denen wird das biologische Alter am sinnvollsten festgestellt.

Die neueren Disziplinen der Biologie haben den Zyklus der Zellteilung erforscht. Während das Cytoplasma mitsamt seinen Organellen lediglich durch Abschnürung in zwei Teile geteilt zu werden braucht, ist die Teilung des Zellkernes komplizierter und braucht die meiste Zeit bei der Zellteilung. Nach einer Zellteilung macht eine Zelle erstmal eine Pause, die der Molekularbiologe als G1-Phase bezeichnet. Dabei ist die Zelle natürlich nicht untätig, auch wenn es so scheint. An die G1-Phase schließt sich die S-Phase an, wobei das S für Synthese steht. Dabei wird hauptsächlich neue Desoxyribonukleïnsäure produziert jedes Gen kopiert. Auf die S-Phase folgt die G2-Phase, in der die neuen Genkopien auf Fehler überprüft werden, während es unter dem Mikroskop wieder so aussieht, als wäre die Zelle untätig. Nach der G2-Phase folgt die Mitose, das heißt der Zellkern teilt sich, wobei einzelne Unterphasen unterschieden werden können, die aber nur dafür wichtig sind, um Schüler mit unsinnigen Prüfungsfragen quälen zu können. Während der nächsten G1-Phase überprüft die Zelle selbstverständlich, ob die Mitose reibungslos funktioniert hat, denn der reibungslose Ablauf der Mitose oder auch der S-Phase ist bei komplexen Organismen nicht selbstverständlich. Der Zyklus einer Zellteilung dauert bei den schnellsten der untersuchten Tierzellen durchschnittlich eine Stunde. Manchmal stellen Molekularbiologen jedoch fest, daß eine Zelle sogar noch länger nichts mehr tut. Das nennt der Molekularbiologe dann G0-Phase. Eine in G0-Phase befindliche Zelle stirbt oder ist schon tot.

Am Anfang des Lebens eines Organismus sind alle Zellen intensiv mit Zellteilungen beschäftigt, um alle Teile des Körpers aufzubauen, das heißt nichtmal eine einzige Zelle befindet sich in der G0-Phase. Ist das Leben des Organismus zu Ende, dann teilt sich keine einzige Zelle mehr, das heißt sie befinden sich alle in der G0-Phase. Der Anteil der Zellen, die sich der G0-Phase befinden, läßt sich leicht feststellen, sofern man ein Laboratorium zur Verfügung hat. Man braucht lediglich eine Blutprobe aus dem Probanden zu entnehmen, daraus die weißen Blutkörperchen zu isolieren und eine Zellkultur mit denen anzulegen. Man gibt fluoreszenzmarkierte (das schreibt sich wirklich so und leider nicht mit dem französischen ou-Laut) Nukleotide hinzu, die nur von Zellen, die eine S-Phase durchlaufen, eingebaut werden. Da so eine Zellkultur, wenn sie gesund ist, ohne weitere Maßnahmen nur drei Tage durchhält, muß man die Messung nach dieser Zeit durchführen und zwar am besten mit einem Durchflußzytometer. Das stellt automatisch fest, wieviele Zellen vorhanden sind und wieviele Zellen fluoreszensmarkiert sind. Daraus kann man sofort die Anzahl der Zellen, die sich noch geteilt haben, und die Anzahl der Zellen, die sich in der G0-Phase befinden, errechnen. Die Skala des biologischen Alters reicht von null Prozent der Zellen in G0-Phase bis zu hundert Prozent der Zellen in G0-Phase, wobei im letzteren Fall entweder der Proband eine Leiche war oder jemand Mist gebaut hat. Nur so läßt sich das biologische Alter auf sinnvolle Weise feststellen und jeder, der etwas anderes als biologisches Alter auszugeben versucht, gibt nur Blödsinn von sich.

2009/09/06

Das Bedingungslose V


Nachdem wir uns das Konzept des Bedingungslosen endlich genauer angesehen haben, können wir feststellen, daß es daran auch berechtigte Kritik gibt, die jedoch keine laute Stimme hat. Die berechtigte Kritik am Bedingungslosen macht auf die Probleme beim Bürokratieabbau aufmerksam.

Gemäß der bekannten Beobachtung des Ökonomen Schumpeter machen Bürokraten auf diese Weise Karriere, daß sie die unter ihnen befindlichen Stufen der Bürokratie vergrößern. Dabei werden auf den niederen Rängen mehr und mehr Bürokraten eingestellt, die später selbst aufzusteigen versuchen, indem sie den dann unter ihnen befindlichen Teil der Bürokratie wiederum zu vergrößern suchen. Dadurch ist die Bürokratie, sobald sie eingeführt ist, geradezu dazu verdammt sich immer weiter zu vergrößern. Bürokratie kann nur wachsen, trotz aller Gegenmaßnahmen verkleinert sie sich nie. Es werden mehr und mehr Bürokraten eingestellt. Sofern sie verbeamtet sind, was bei Bürokraten auch noch häufig ist, kann man sie nichtmehr loswerden.

Da das Konzept des Bedinungslosen vollständig auf Bürokratieabbau basiert, ist es tatsächlich so gut wie undurchführbar, aber nicht wegen irgendwelcher Milchmädchenrechnungen, sondern weil der Bürokratieabbau so gut wie undurchführbar ist.

Abgesehen von der fast völligen Undurchführbarkeit des Bürokratieabbaues könnte sich als Problem herausstellen, daß das Bedingungslose kein ausschließlich sozialistisches Konzept ist. Das Bedingungslose hat Anhänger unter konservativen Berufslügnern. Götz Werner, der das Konzept besser durchschauen dürfte, als irgendjemand sonst, wird selbstverständlich für eine Politik eintreten, die zunächst ihm selbst oder seinen Nachfahren nützt. Alles andere wäre unlogisch, besonders bei seiner Lebenserfahrung. Daraus folgt, daß das Konzept des Bedingungslosen in erster Linie den großen Unternehmen nützen würde. Politische Maßnahmen zu solchen Zwecken waren bisher noch nie dazu angetan, sozial Schwachen zu helfen. Es mag zwar sein, daß es beim Bedingungslosen anders wäre, aber Hoffnung macht die Erkenntnis nicht.

Vielleicht würde es gegen den letzten Kritikpunkt helfen, falls die einheitliche Steuer des Konzeptes des Bedingungslosen eine direkte statt einer indirekten Steuer wäre, obwohl die Steuerbürokratie in dem Fall nicht ganz so restlos würde abgebaut werden können. Da Bürokratieabbau jedoch immer nur hypothetisch ist, dürfte das irrelevant bleiben.

2009/09/04

Alter


Das Wort Alter enthält praktisch garkeine Aussage, weil es lediglich ein Oberbegriff für die unterschiedlichen Arten des Alters ist. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Deswegen muß das Wort Alter unbedingt immer durch ein Adjektiv näher bestimmt werden, damit erst ersichtlich werden kann, was überhaupt gemeint ist. Betrachten wir uns die wichtigsten Arten des Alters:


  1. Bürokratisches Alter: Durch eine Zahl, die vor allem in Formulare geschrieben werden muß, ausgedrücktes Alter. Manchmal wird der Zahl des bürokratischen Alters noch Jahre als Einheit hinzugefügt. Dabei ist in diesem Fall das Jahr jedoch nicht definiert, sondern von der jeweiligen Kultur abhängig, in der Bürokraten die Angabe des Alters mittels einer Zahl fordern. In der westlichen Zivilisation und durch diese maßgeblich beeinflußten Kulturen wird das bürokratische Alter von der Geburt an gezählt (buddhistisch beeinflußte Kulturen zählen von der Zeugung an) und während der jährlich am gleichen Kalendertag, dem sogenannten Geburtstag, abzuhaltenden Feier um eins erhöht. Natürlich ist nur der Tag der Geburt der eigentliche Geburtstag, so daß man am Kalendertag der Feier allenfalls von einer Geburtstagsfeier sprechen sollte. Jedoch schützt auch der oft praktizierte Verzicht auf eine solche Feier nicht vor der Erhöhung der Zahl um eins. Am neunundzwanzigsten Februar Geborene müssen während den Nichtschaltjahren einen anderen Tag zum feiern wählen, aber auf keine Weise können sie sich vor der jährlichen Erhöhung der Zahl um eins schützen. Das mögliche Interesse an einem Schutz vor der Erhöhung der Zahl deutet schon an, wozu das bürokratische Alter dient. Das bürokratische Alter dient ausschließlich dem Zweck die Diskriminierung der betroffenen Personen durch Bürokraten zu erleichtern. Manchmal darf die Zahl des bürokratischen Alters nicht zu niedrig sein, so wird beispielsweise den noch nicht Volljährigen das Wahlrecht verweigert. Volljährigkeit ist wiederum eine willkürlich festgelegte Zahl des bürokratischen Alters, die einen wichtigen Schwellenwert bei Diskriminierungsmaßnahmen bietet. Deswegen ist das Volljährigkeitsalter von Staat zu Staat unterschiedlich. Meistens darf die Zahl jedoch nicht zu hoch sein. So erhält man zum Beispiel keine Kredite, Darlehen oder Versicherungen mehr, sobald das Alter einen durch das jeweilige Wirtschaftsunternehmen festgelegten Schwellenwert überschreitet. Das bürokratische Alter wird noch auf zahlreiche andere Arten zur Diskriminierung eingesetzt. Es dient keinem anderen Zweck und könnte das auch nicht leisten. Unverständlicherweise machen dennoch fast alle mit. Lediglich Don Juan Matu, der angebliche Lehrer des Carlos Castañeda, überraschte letzteren damit, daß er sein Alter aufgegeben hätte. Eine sehr weise Maßnahme, jedoch schwer durchzuführen, aufgrund des inzwischen allgegenwärtigen Wunsches nach Diskriminierung.


  2. Bürgerliches oder kalendarisches Alter: Oft wird versucht, daß ausschließlich der Diskriminierung dienende bürokratische Alter als kalendarisches Alter auszugeben. Selbstverständlich ist das genauso blödsinnig und verwendet ebenfalls Jahre als Einheit nach einer Zahl. Das Jahr ist eine Einheit aus der Astronomie beziehungsweise der Astrologie. Die aus der Astronomie und mehr noch aus der Astrologie stammenden Zeitmaßeinheiten werden wiederum auf unterschiedliche Weisen definiert. Sie können synodisch, siderisch oder bürgerlich definiert sein. Synodisch dauern sie so lange, wie die Himmelskörper, an denen sie sich orientieren, brauchen um wieder an der gleichen Stelle im Sonnensystem zu stehen. Siderisch dauern sie so lange, wie die Himmelskörper, an denen sie sich orientieren, brauchen um wieder vor den gleichen Fixsternen im Hintergrund zu stehen. Bürgerlich sind die Zeitmaße aus einer bestimmten Anzahl an Untereinheiten zusammengesetzt definiert. Die Definition kann aus astronomischer Sicht beliebig genau sein. Bürgerliches und kalendarisches Alter haben Jahre zur Einheit, die bürgerlich definiert sind, und unterscheiden sich nur in der Behandlung der Schaltjahre voneinander. Die bürgerliche Definition verwendet immer Durchschnittswerte, während der Kalender auch Schalttage und in manchen Systemen sogar Schaltmonate kennt. Man erhält das kalendarische oder bürgerliche Alter, indem man von einem Kalenderdatum ein anderes, normalerweise das der Geburt oder das der Zeugung, subtrahiert. Dabei lassen sich entweder nur die Jahre oder auch Jahre, Monate, Tage, Stunden und Minuten errechnen. Sowohl das bürgerliche als auch das kalendarische und auch das astronomische Alter erfüllen keinen weiteren Zweck als als Berechnungsgrundlage für das ausschließlich der Diskriminierung dienende bürokratische Alter zu dienen.


  3. Astronomisches Alter: Das astronomische Alter wird ähnlich dem kalendarischem oder dem bürgerlichem Alter errechnet und dient auch nur dem selben Zweck. Statt der bürgerlichen Definition eines Jahres wird das Jahr jedoch korrekt synodisch, also zum Beispiel von einem Frühjahrsbeginn zum nächsten Frühjahrsbeginn, oder siderisch berechnet. Die genaue Länge eines Jahres unterliegt zahlreichen, zyklischen Schwankungen, zum Beispiel liegen Perihel und Aphel jedes Jahr in einer anderen Entfernung zur Sonne. Deswegen ist das Jahr, ähnlich wie andere astrologisch-astronomische Maßeinheiten, zur exakten Zeitmessung völlig ungeeignet.


  4. Physikalisches Alter: Zeitmessung ist eine der Aufgaben der Physik. Sinnvollerweise muß man daher Altersangaben, die ein brauchbares Zeitmaß verwenden, als physikalisches Alter bezeichnen. Das physikalische Alter ist vor allem für Maschinen brauchbar, bei denen man die Betriebsstunden als Angabe des Alters verwenden und so die Materialermüdung ungefähr abschätzen kann. Für Lebewesen wäre das natürlich ebenso blödsinnig wie die Verwendung eines durch Jahre ausgedrückten Alters.


  5. Chronologisches Alter: Der Unterschied zwischen dem physikalischen Alter und auf Jahresangaben basierenden Altersarten wird dann besonders deutlich, wenn sich Maschinen mit relativistischen Geschwindigkeiten bewegen. Die Relativitätstheorie besagt nämlich, daß sich dann die Zeit dehnt. Dadurch ist die Maschine für einen Beobachter in der Umgebung natürlich weniger alt als für einen mitreisenden Beobachter. Das ist nur ein Unterschied der heute bereits bei manchen Satelliten auftritt. In Zukunft dürften noch mehr Effekte, vielleicht sogar bis hin zu Zeitreisen, möglich werden. Auch wenn manche Effekt unwahrscheinlich sind oder heute noch als unmöglich gelten, sollte man dennoch sorgfältig darauf achten, nicht schon heute für spätere Begriffsverwirrungen zu sorgen, anstatt die heutigen zu entwirren. Deswegen ist der Begriff des chronologischen Alters nötig, das aus dem physikalischen Alter errechnet werden muß. Am besten wäre es natürlich, wenn bei jedem zeitbezogenem Effekt ein Zeitmesser mitgeführt würde, um das chronologische Alter korrekt zu bestimmen. Andererseits könnten solche Effekte zu einer Abnahme der Diskriminierungsmöglichkeiten führen und daher dürfte ein großes Interesse daran bestehen, keine Zeitmesser mitzuführen. Leider verstehen heute viel zu wenige Menschen etwas von relativistischen Effekten, um auf dieser physikalischen Grundlage zu durchschauen, daß das bürokratische Alter ausschließlich der Diskriminierung dient.


  6. Psychologisches Alter: Offensichtlich kann allenfalls eine kleine Anzahl unter den Arten des Alters irgendeinem anderen Zweck dienen als dem der Diskriminierung oder gar Schikanierung einiger Menschen. Das psychologische Alter erfüllt eher garkeinen Zweck und zwar deswegen nicht, weil es keine vernünftige Maßeinheit hat. Stattdessen haben manche Psychologen statistisch häufig auftretende bürokratische Altersangaben bei bestimmten Entwicklungsstufen als Schwellenwerte festgesetzt. Daran wird versucht den Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen abzuschätzen. Hätte man stattdessen dafür sinnvolle Maßeinheiten gefunden, dann könnte das psychologische Alter herangezogen werden, um sinnvolle Altersschwellen zum Beispiel bei der Strafmündigkeit oder der Geschäftsfähigkeit Heranwachsender zu setzen. Da man jedoch auf sinnvolle Maßeinheiten von vorneherein verzichtet hat, kann auch das psychologische Alter diesen Zweck nicht erfüllen und das Problem bleibt ungelöst. Ebenso läßt sich das psychologische Alter mangels einer geeigneten Maßeinheit verwenden, um das Einsetzen oder Fortschreiten einer senilen Demenz zu erkennen.


  7. Psychiatrisches Alter: Ein Sprichwort besagt, daß man so alt sei wie man sich fühle. Darum versuchen manche Menschen sich über die Diskriminierung, die sie aufgrund ihres bürokratischen Alters erfahren, hinwegzutrösten indem sie sich einreden ein anderes psychologisches Alter zu besitzen. Da das psychologische Alter einer exakten Definition einer Maßeinheit ermangelt, ist es leicht möglich, sich so etwas einzureden. Dennoch ist das nichts weiter als Einbildung. Mit dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Alterserscheinungen hat das nämlich nichts zu tun. Daher wird diese Form des Alters besser als psychiatrisches Alter bezeichnet.


  8. Medizinisches Alter: Mediziner haben tatsächlich eine Definition des Alters, die ohne unsinnige Angaben wie Jahreszahlen auskommt. Das sollte daher medizinisches Alter heißen. Das medizinische Alter wird nur auf den Wunsch der Patienten hin in Jahren ausgedrückt, bei denen es sich jedoch um bürokratische Altersangaben handelt, die oft zusammen mit einem bestimmten medizinischem Alter auftreten, damit der Patient, der sich mit anderen vergleichen will, sich eine Vorstellung machen kann. Dabei ist es eigentlich blödsinnig, einem Patienten so etwas mitzuteilen. Das medizinische Alter ist definiert als die Anhäufung von Krankheiten. Da die moderne Medizin nicht Menschen sondern Krankheiten behandelt, dürfte das niemanden wundern. Ein Mensch ist nach medizinischer Definition umso älter, je mehr Krankheiten er angehäuft hat. Dabei werden auskurierte Krankheiten nicht mitgerechnet. Die Krankheiten, die sich in den alten Menschen anhäufen, werden Alterskrankheiten genannt. Alterskrankheiten sind immer solche Krankheiten, die alleine nicht imstande sind, den Tod des Patienten zu verursachen. Das ist völlig logisch, denn andernfalls könnten sich die Alterskrankheiten nicht einem Patienten anhäufen. Umgangssprachlich werden die Alterskrankheiten auch als Zipperlein bezeichnet. Häufen sich Krankheiten schneller an als sie auskuriert werden können, dann wird das irgendwann zum Tod des Patienten führen. Das bezeichnet man dann ebenso oft wie falsch als Altersschwäche.


  9. Biologisches Alter: Anders als der Mediziner ist der Biologe auch an gesunden Lebewesen interessiert, daher reicht ihm die Definition des Alters über die Anzahl der Alterskrankheiten nicht aus. Darum haben Biologen sinnvollere Definitionen des Alters erschaffen. Leider konkurrieren innerhalb der Biologie unterschiedliche Definitionen und Meßmethoden um den Begriff des biologischen Alters. Sinnvoll sind nur jene Definitionen des biologischen Alters, die in Prozenten der Lebensspanne eines Organismus angegeben werden. Zum Glück besteht zumindest darüber weitgehend Konsens. Andere Methoden beziehen sich normalerweise nur auf einzelne Organe und haben, falls überhaupt, nur für Spezialisten irgendeinen Nutzen.

Das Bedingungslose IV


Das Konzept des Bedingungslosen basiert auf Bürokratieabbau. Das Bedingungslose, so wie es Götz Werner vertritt, besteht aus den Erkenntnisen, daß Bürokratie abgebaut werden sollte, an welchen Stellen man auf Bürokratie völlig verzichten könnte, wo man konsequenterweise die Bürokratie reduzieren oder beseitigen sollte und welche Folgen der Bürokratieabbau für die Volkswirtschaft hätte. Wann immer irgendeine Darstellung nicht über den Bürokratieabbau redet, mit dem Bürokratieabbau beginnt und am besten noch mit dem Bürokratieabbau endet, ist nicht die Rede vom Bedingungslosen, sondern von irgendeiner weiteren Nebelkerze. Es ist schade, daß die Verfechter des Bedingungslosen nicht von Anfang an konsequent darauf hingewiesen haben, daß es vor allem um Bürokratieabbau geht. Stattdessen redeten sie über die ganzen schönen Folgen, die der Bürokratieabbau wahrscheinlich haben würde. Die Zuhörer fragten sich schließlich wie das zustandekommen sollte, weil sie nicht intensiv genug auf den Bürokratieabbau hingewiesen wurden.

Götz Werner möchte statt vieler verschiedener Steuern nur noch eine einzige bezahlen. Damit fallen zwar einige Schlupflöcher weg, die nur sehr einkommensstarken Leuten zur Verfügung stehen, aber dafür bräuchte er dann keine Steuerberater mehr zu beschäftigen. Durch diese radikale Vereinfachungsmaßnahme würde das Steuersystem so gerecht wie es nie zuvor war, wenn auch eine absolute Steuergerechtigkeit unmöglich sein dürfte, und dazu noch einfacher als das Konzept mit dem Bierdeckel. Außer vielen Steuerberatern würde auch der größte Teil der Bürokraten, die in den Finanzämtern und den Finanzgerichtshöfen beschäftigt sind, überflüssig. Das ist für alle gut, außer für die Bürokraten selbst. Das ist bei jedem Bürokratieabbau so. Für den gesamten Rest der Volkswirtschaft wäre es am besten, die Bürokraten nicht mehr bezahlen zu müssen. Auf diese Weise würde der Staat durch eine radikale Vereinfachung des Steuersystemes eine Menge zusätzliches Geld aus den Steuereinnahmen übrighaben.

Denkt man nun weiter, dann wird klar, was der Staat mit den zusätzlichen Einnahmen anfangen sollte. Weil der Bürokratieabbau zu mehr Einnahmen führte, dürfte die beste Verwendung dafür sein, für weiteren Bürokratieabbau zu sorgen, damit die gesamte Volkswirtschaft davon profitieren kann. Selbstverständlich würde der Staat durch weiteren Bürokratieabbau auf die gleiche Weise weitere Ausgaben einsparen. Der größte Teil der staatlichen Bürokratie dient ausschließlich dazu, die Bevölkerung zu schikanieren und das Entstehen neuer Unternehmen zu verhindern. Darum sollte man diesen Teil der Bürokratie als nächstes beseitigen. Die Bürokratie, die Leute ohne oder mit unverhältnismäßig geringen Einkommen schikaniert, macht inzwischen den größten Teil der staatlichen Bürokratie aus. Götz Werner hat die existierenden Schikanen mit einem offenem Strafvollzug verglichen. Allerdings handelt es sich zum größten Teil um unbescholtene Bürger, die so behandelt werden. Um einen weiteren riesigen Teil der staatlichen Bürokratie abzubauen, muß man lediglich die Schikanen abschaffen. Dabei wird den Menschen ganz nebenbei ihre Würde zurückgegeben. Schafft man die Schikanen ab ohne dabei den Anspruch auf ein Grundeinkommen aufzugeben, dann muß letzteres bedingungslos ausgezahlt werden. Es würde zwar nicht mehr nur an einen Teil der Bevölkerung, sondern an alle, ausgezahlt werden, aber weil es sich dabei nur um eine Konsequenz des Bürokratieabbaus handelt und jemand, der ein multimilliardenschweres Unternehmen aufbauen konnte, selbstverständlich gut rechnen kann, spart der Staat dabei trotzdem viel mehr Geld ein als er durch die Ausweitung der Bezugsberechtigten ausgeben würde.

Weitere Mehreinnahmen des Staates durch das Bedingungslose würde man schließlich für noch weitere Maßnahmen zum Bürokratieabbau einsetzen, nachdem man mit den ersten Maßnahmen große Erfolge erzielt hätte. Schließlich würde die gesamte Bürokratie verschwinden und die gesamte Volkswirtschaft auf nie zuvor dagewesene Weise dadurch profitieren.

Prekariat


Prekariat ist ein Wort, dessen Bedeutung seitens bildungsferner Berufslügner nicht verstanden wird. Zwar wäre es beleidigend, davon auszugehen, daß andere Menschen gleichermaßen ungebildet wären, aber sobald Berufslügner im Fernsehen auftreten und solche Begriffe wie Prekariat falsch verwenden, dann kommt trotzdem von keiner Seite irgendein Protest, obwohl man doch von allen Seiten sofortigen und heftigen Protest erwarten sollte. Tatsächlich sind bereits Berufslügner im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aufgetreten und setzten Prekariat mit bildungsfernen Schichten gleich, ohne daß sich irgendein Protest regte. Daher ist es erforderlich, den Begriff des Prekariates wenigstens hier zu erklären.

Das einzig bildungsferne am Prekariat sind die Berufslügner, die das Wort aufgeschnappt haben. Die glauben, daß man das Wort Proletariat nun durch das Wort Prekariat ersetzt hätte, weil ersteres unschicklich geworden wäre. Das ist natürlich Quatsch, weil sich Fachbegriffe nicht nach Gutdünken ändern können. Das Proletariat heißt nach wie vor Proletariat. Ein Anteil des Proletariates ist durchaus bildungsfern, weil man den Proletariern nicht die Möglichkeit gibt, sich im selben Maße zu bilden wie anderen Bevölkerungsschichten. Das möchte natürlich niemand öffentlich zugeben. In der heutigen Wirtschaftslage, das hat schon lange vor der offiziëllen Krise begonnen, schützt aber auch Bildung, sogar höhere Bildung, keineswegs vor unsicheren Einkommensverhältnissen. Der Fachmann bezeichnet die als prekär. Das bedeutet, daß Geschäftsbeziehungen, Arbeitsverhältnisse und andere Angelegenheiten, durch die Einkommen aller Arten geregelt werden können, lediglich kurzfristig feststehen und keinesfalls als auch in Zukunft sicher als gegeben angenommen werden können. Hauptsächlich betraf das zunächst Hochschulabsolventen, die ein unbezahltes Praktikum nach dem anderen machten, weil niemand ihnen die Gehälter zahlen wollte, die für Akademiker üblich sein sollten. Diese Gruppe der Akademiker wurde als Prekariat bezeichnet. Geringere Einkommen funktionieren in Mitteleuropa dank des Standesdünkels nicht. Sogar falls man den Standesdünkel als Betroffener ablehnt, wird er durch die Gesellschaft aufrechterhalten. Nach und nach wurde der Begriff des Prekariates ausgeweitet, weil mehr und mehr Arbeitsverhältnisse prekär wurden, also nicht mehr langfristig gesichert waren. Mit Bildung hat das selbstverständlich nach wie vor nichts zu tun. Der größte Teil des Prekariates dürfte immernoch aus Akademikern bestehen, weil gerade solche Tätigkeiten wie die der Informatiker sich nach Indien auslagern läßt, während Maurer und Taxifahrer immer vor Ort gebraucht werden.

Wehrt euch dagegen, daß die Berufslügner Begriffe zweckentfremden und euch damit von Informationen abzuschneiden versuchen!

Das Bedingungslose III


Viele der Kritiker des Bedingungslosen haben sich nie mit dem Konzept des Bedingungslosen befaßt oder sich gar damit auseinandergesetzt. Betrachten wir die durch so ein Vorgehen entstandene Kritik. Solche Kritik läuft immer nach dem gleichen Muster ab. Man beginnt mit ein paar statistischen Wirtschaftsdaten, denkt sich noch ein paar andere Zahlen dazu aus und behauptet dann, daß das Bedingungslose sowieso niemals funktionieren könne, weil .... Das ... wird dann anhand einiger Milchmädchenrechnungen erklärt. Die fallen zwar alle unterschiedlich aus, lassen sich jedoch trotzdem alle auf die Aussage reduzieren, daß Götz Werner, also jemand der ein multimilliardenschweres Unternehmen aufgebaut hat, nicht rechnen könne. Logischerweise müßte man nun erwarten, daß die durch die Kritiker gegründeten Unternehmen so erfolgreich sein müßten, daß sie die Drogeriekette des Götz Werner ganz schön alt aussehen ließen. Nur scheint das irgendwie bei keinem einzigem Kritiker dieser Sorte der Fall zu sein. Eine logische Schlußfolgerung daraus kann nun hoffentlich jeder Leser selbst ziehen.

Wird die Argumentation eines solchen Kritikers durch die Anwendung simpler Logik entkräftet, dann wird mit geradezu naturgesetzlicher Konsequenz als nächstes behauptet, daß das Bedingungslose nicht funktionieren könne, weil dann niemand mehr arbeiten würde. Trotzdem sagen die Kritiker gleich noch selbst dazu, daß sie selbst sowie alle ihre Freunde und guten Bekannten davon natürlich ausgenommen wären und sie weiterhin arbeiten würden. Um festzustellen, wieviele Leute trotz eines Bedingungslosen noch arbeiten würden, müßte man die Kritiker zählen, die dennoch arbeiten würde, um dadurch gegen das Bedingungslose zu protestieren, sowie die Leute denen die Kritiker diese Behauptung ebenfalls glauben und dazu noch die Anhänger des Bedingungslosen, die weiterhin arbeiten würden, um ihrer Zustimmung zum Bedingungslosen Ausdruck zu verleihen. Da sich außer den genannten Gruppen jedoch noch niemand zum Bedingungslosen geäußert hat, dürfte man bei denjenigen, die trotz eines Bedingungslosen weiterhin würden arbeiten wollen und auch dazu in der Lage sind, auf einen Bevölkerungsanteil nahe hundert Prozent kommen.

Ohne sich mit dem Konzept des Bedingungslosen jemals intensiv auseinandergesetzt zu haben, kann man also keinesfalls zu einer fundierten Kritik daran kommen. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Konzept könnte die Sache anders aussehen. Aber dazu müßte man sich natürlich erstmal mit dem Konzept des Bedingungslosen auseinandersetzen, wozu die in diesem Artikel behandelten Kritiker kaum Bereitschaft zeigen. Das soll uns jedoch nicht davon abhalten das zu tun.

2009/09/03

Niemals


Niemals für Organisationen spenden, für die ihr das über Paypal tun müßtet!
Außer den Gründen dafür, die ihr unter http://www.beschwerdezentrum.org/paypal.html findet, hat vor kurzem auch noch die ARTE-Sendung „Mit offenen Karten“ davon berichtet, daß in Südamerika sitzende Hacker über Paypal aus Russland dafür bezahlt werden, daß sie Angriffe auf Internetserver in europäischen Ländern durchführen. Demnach sollte Luxemburg in der Lage sein, etwas dagegen zu tun. Jedoch verhindert Luxemburg das nicht, obwohl es in dessen eigenem Interesse läge, da es selbst ein europäisches Land ist. Daraus folgt, daß sogar ein Staat mit der Aufgabe überfordert ist.

Aber ihr könnt leicht etwas dagegen tun. Nutzt niemals Paypal oder Dienste, die Paypal in Anspruch nehmen! Oder wollt ihr die ganzen Schädlinge im Internet haben und dann auch noch als Rechtfertigung für die Abschaffung immer weiterer Grundrechte herhalten?

Spendet nur für Dinge, für die ihr auf alternative Weisen spenden könnt! Spendet für dieses Netzportal hier! Das geht

  • entweder durch Überweisung in Euro auf das folgende Konto:

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
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    BLZ: 50010517
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von Deutschland aus oder

    Inhaber: Hr. Vitki
    BanK: Ing-Diba
    IBAN: DE25 5001 0517 5529 2894 84
    SWIFT-BIC: INGDDEFFXXX
    Verwendungszweck: Zhèng-Míng

    von außerhalb Deutschlands aus,


  • oder in Gold auf das Pecunix-Konto Fuchur.

Matriarchat


In letzter Zeit gewinnt die Idee eines neuen Matriarchates immer mehr Anhänger und zwar nicht nur Anhängerinnen. Den größten Teil der Faszination dürfte die Idee des Matriarchates daraus gewinnen, daß die meisten ihrer Anhänger(innen) überhauptkeine Vorstellung davon haben, wie ein Matriarchat wirklich aussieht.

Sehen wir uns deswegen das Beispiel der matriarchalisch lebenden Minangkabao in Indonesien an. Obwohl es zahlreiche andere matriarchalische Gesellschaften gibt, ist die Gesellschaft der Minangkabao am besten erforscht und von allen Seiten als Matriarchat anerkannt. Es ist nämlich so, daß manche Gesellschaftsformen nur von einigen Leuten als Matriarchate betrachtet werden, während andere das nicht wahrhaben wollen. Aber die Minangkabao leben eindeutig in einem Matriarchat und was das dort bedeutet ist auch bestens bekannt.

Die Minangkabao kennen das Recht auf Eigentum, jedoch gilt das nur für die Frauen. Männer können bei den Minangkabao kein Eigentum erwerben. Alles wird immer nur von der Mutter auf die Tochter vererbt. Da die Männer der Minangkabao weder Wohneigentum noch Geld um Mieten zu bezahlen ihr eigen nennen können, müssen sie immer im Haus einer Frau wohnen. Selbstverständlich hat nur die Frau das Hausrecht. Dadurch sind Männer völlig von den Frauen abhängig. Trotzdem wird alle Arbeit von den Frauen verrichtet. Das gilt nicht nur für die Arbeit im Haus, sondern auch für die Arbeit auf den Feldern, Vorbereitungen für Festtage oder was sonst noch anfallen könnte. Das ist die logische Konsequenz daraus, daß Männer kein Eigentum haben können. Wozu sollte man irgendetwas erwirtschaften, daß dann sowieso automatisch jemand anderem gehört? Würde ein männlicher Minangkabao irgendetwas durch eigene Leistungen erwirtschaften, dann fiele das Eigentum daran automatisch einer Frau zu, ohne daß die irgendetwas dafür tun müßte. Darum ist es für die Männer der Minangkabao selbstverständlich, daß sie nicht arbeiten. Stattdessen verbringen sie ihre Zeit hauptsächlich mit spielen. Sie sind große Kinder, so wie alle Männer das gerne wären. Am meisten profitieren davon die Kinder, weil die Männer sehr viel Zeit für die Kinder haben und immer zur Verfügung stehen, um deren immateriëllen Bedürfnisse zu erfüllen. Da die Männer keinerlei Eigentum haben, können sie die materiëllen Bedürfnisse der Kinder natürlich nicht erfüllen. Das wiederum führt dazu, daß die Männer der Minangkabao keine Unterhaltsverpflichtungen fürchten müssen und es ihnen daher nicht besonders wichtig ist, wer wessen Kind ist. Dadurch haben die Minangkabao Eifersucht praktisch abgeschafft. Normalerweise weiß ein Minangkabao überhauptnicht, wer sein Vater ist. Der männliche Minangkabao weiß auch nicht, welche Kinder seine sind. Das wird manchmal so beschrieben, daß die Minangkabao Vaterschaft nicht kennen, aber selbstverständlich konnten Menschen, die sich einbildeten zivilisiert zu sein, nicht widerstehen auch allen Naturvölkern die biologischen Grundlagen der Vaterschaft zu erklären. Trotzdem kennen die Minangkabao die soziale Komponente der Vaterschaft nicht, weil ihr System bis heute sehr gut funktioniert. Die Kinder der Minangkabao reden jeden männlichen Erwachsenen als Vater an.

Die Frauen der Minangkabao suchen sich die Männer aus, die bei ihnen leben und die die biologischen Väter ihrer Kinder werden. Anders als in patriarchalen Strukturen kann sich die Frau jedoch nicht den wohlhabendsten Versorger für sie und ihre Kinder aussuchen, weil die Männer der Minangkabao alle gleichermaßen mittellos sind. Deswegen muß jeder männliche Erwachsene sich auf einer Reise bewähren, auf der er zeigen kann, daß er in der Lage ist, alleine in der freien Natur zu überleben. Die Minangkabao haben dabei das Glück, daß Indonesien noch viel freie Natur zu bieten hat und die Minangkabao in einem solchem Gebiet leben. Die Reise endet normalerweise damit, daß der männliche Minangkabao durch eine Frau eines anderen Dorfes erwählt wird, in deren Haus er dann leben wird. Dadurch haben die Minangkabao zugleich ein System der Inzestvermeidung geschaffen, das dem der europäischen Gesellschaften, zumindest der vorangegangenen Jahrhunderte, weit überlegen ist. Die Reise der männlichen Erwachsenen der Minangkabao ist eine Art Mannesprüfung. Das funktioniert natürlich nur, weil die Reise in dem Gebiet auch heute noch gefährlich ist. Heute wahrscheinlich noch mehr als zu den Zeiten als die Minangkabao noch unter sich waren, denn man weiß nie, wem man begegnet. Deswegen verbringen die männlichen Jugendlichen der Minangkabao sehr viel Zeit damit, sich auf ihre Reise vorzubereiten. Eine der wichtigsten Vorbereitungen auf die Reise und Mannesprüfung ist das Erlernen einer Kulturtechnik namens Silektu. Das ist eine der effektivsten Kampfkünste die die Welt kennt. Sie bietet noch Auswege aus den aussichtslosesten Lagen und hat viele andere indonesische Kampftechniken beeinflußt. Matriarchate gelten vielen ihrer Anhänger als die friedlichsten Kulturformen die es gibt und manchen auch als gleichberechtigte. Eine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gibt es in Matriarchaten garantiert nicht, aber zumindest nach außen hin friedlich sind Gesellschaften wie die Minangkabao gerade deswegen, weil die Männer dort fast alle fähige Kämpfer sind und es gerade deswegen nicht nötig haben, sich ständig durch Kriegsakte Bestätigung zu suchen. Sie haben sich auf einer Reise, die den Zweck der Mannesprüfung mancher anderer Kulturen erfüllt, bereits bewiesen und mehr ist nicht nötig. Den Rest ihrer Lebenszeit verbringen sie damit, die immateriëllen Bedürfnisse der Frauen und der Kinder zu erfüllen.

Frauen, die hauptsächlich oder ausschließlich davon leben möchten, einen männlichen Versorger zu parasitieren und ihm eventuëll auch noch fremde Kinder unterzuschieben, können sich in einem Matriarchat überhaupt nicht wohlfühlen. Schon wegen des unterschiedlichen rechtlichen Status der beiden Geschlechter in einem Matriarchat bleibt jegliche Arbeit an den Frauen hängen. Männern bietet ein Matriarchat wie bei den Minangkabao ein ganz angenehmes Leben, sofern sie ihre Mannesprüfung bestehen. Das kleine Hindernis besteht jedoch in allen Stammesgesellschaften und ist nur ein kleiner Preis für die Annehmlichkeiten, die die Gesellschaftsordnung der Minangkabao bietet. Je besser Männer verstehen, was Matriarchat wirklich bedeutet, desto mehr Anhänger gewinnt die Idee des Matriarchates unter den Männern.

Die Anhängerinnen des Matriarchates in den zivilisierten Gesellschaften verstehen wahrscheinlich nicht, was Matriarchat wirklich bedeutet, sonst gäbe es weniger Anhängerinnen. Andererseits sind die Frauen der Minangkabao mit ihrem System nicht unglücklich, denn die Entscheidung das System aufzugeben und das anderer ihnen bekannter Gesellschaften zu übernehmen, liegt alleine bei den Frauen. Heute bekennen sich die Minangkabao zum Islam und trotzdem haben sie ihr Matriarchat beibehalten. Es ist anscheinend ein sehr gutes System für eine Gesellschaft.

Weil das Matriarchat so gut funktioniert, ist es nicht überraschend auch in vielen anderen Teilen der Welt auf Matriarchate treffen zu können. Offiziëll werden dazu die Naxi in China und die Ainu in Japan, die beide die Besuchsehe haben, sowie Naturvölker im Amazonasgebiet, in Mexiko, im Himālaya und in Afrika gezählt. Die Gesellschaft der Mosuo in China ist der der indonesischen Minangkabao sehr ähnlich. Reste matriarchaler Strukturen lassen sich auch in anderen Gesellschaften finden. Dazu zählen auch die Gesellschaften Europas, in denen die meisten Entscheidungen durch Frauen getroffen werden. Zum Beispiel weiß jeder Ökonom, daß Kaufentscheidungen in Europa fast immer durch Frauen getroffen werden, sogar dann falls es eigentlich deren Ehemänner sind, die etwas kaufen wollen. Das chinesische Schriftzeichen 姓 gilt Sinologen als Beweis dafür, daß auch das antike China matriarchalisch organisiert war, denn so schreibt sich das chinesische Wort Xìng, das Familienname bedeutet und es setzt sich zusammen aus den Bestandteilen Frau (女) und Geburt (生). Streng genommen ist es nur ein Beweis für die Matrilinearität, also des Umstandes, daß Kinder die Familiennamen ihrer Mütter übernahmen. Die Matrilinearität ist jedoch wiederum sehr typisch für Matriarchate.

Da die Reste des Matriarchates in den meisten Gesellschaften der Welt sehr offensichtlich sind und im heutigen Europa verbreitete Probleme wie Unterhaltsstreitigkeiten bei den Minangkabao und anderen verbliebenen Matriarchaten völlig unbekannt sind, stellt sich die Frage, wieso Matriarchate überhaupt abgeschafft wurden. Sicher ist nur, daß die Entscheidung darüber bei den Frauen gelegen hat. Trotz aller möglicherweise durch die Männer beherrschter Kriegskunst hätten sie die Frauen nicht zu irgendetwas zwingen können, wie das Beispiel der Gesellschaft der Warao im Amazonasgebiet beweist. Schon falls ein Ehemann bei den Warao einer anderen Frau zu lange hinterhersieht, kann das dazu führen, daß der Mann weniger zu essen bekommt. Bei den Warao ist die Zubereitung der Nahrung ein Geheimwissen, das ausschließlich den Frauen vorbehalten ist. Die Männer erledigen zwar Arbeiten wie Fische zu fangen. Aber bei den Warao weiß kein einziger Mann etwas mit dem durch ihn gefangenen Fisch anzufangen. Der männliche Warao kann sich nicht durch Fischfang ernähren, sondern lediglich von ihm gefangene Fische vor dem Haus der Frau abliefern. Zu einer Küche hat kein männlicher Warao Zutritt. Darum wissen sie auch nicht, wie dort Fische ausgenommen und zubereitet werden. Männliche Warao, die sich nach Meinung ihrer Frauen falsch verhalten, müssen zur Strafe hungern. Für Männer in den modernen, zivilisierten Gesellschaften kann man daraus vielleicht den Rat ableiten, sich eine derjenigen modernen Frauen zu suchen, die sogar Stolz darauf sind, nicht kochen zu können. Aber für die matriarchalischen Gesellschaften bedeutet das, daß die Männer sehr schlechte Karten hätten, falls sie versuchen sollten, sich gegen das Gesellschaftssystem aufzulehnen.

Daraus folgt, daß die Frauen der zivilisierten Gesellschaften das Matriarchat freiwillig aufgegeben haben. Sobald die Frauen jedoch das Wahlrecht für sich einforderten, haben sie es, in den Dimensionen der Geschichtsschreibung gemessen, sofort zurückbekommen. Das Matriarchat ist also nie völlig verschwunden. Rätselhaft bleibt lediglich wie das ohne bekannte Vereinbarungen bei der Abschaffung des Matriarchates möglich blieb und wieso das Matriarchat heute viele theoretische Anhänger hat, während kaum irgendjemand es tatsächlich zu praktizieren versucht.

2009/08/28

Das Bedingungslose II


Der erste Teil enthielt lediglich die Definition des Bedingungslosen, ist jedoch weder auf Kritik daran noch auf den konkreten Inhalt eingegangen. Bevor das getan werden kann, muß der Grund für das Konzept des Bedingungslosen vorgestellt werden.

Das Bedingungslose soll den Menschen ihre Würde zurückgeben und damit ganz nebenbei noch die Wirtschaft ankurbeln, weil wir uns auch mit diesem Konzept nicht von einem Wirtschaftssystem verabschieden brauchen, das ständig angekurbelt werden muß. Wer sogenanntes Arbeitslosengeld (schon der Papierkram dabei macht eine Menge Arbeit) in Anspruch nehmen muß, sieht sich schnell zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Einer der Werbeträger des Bedingungslosen, der Multimilliardär Götz Werner, vergleicht die mit offenem Strafvollzug. Durch das Bedingungslose gehörten solche Zustände der Vergangenheit an, weil die Inanspruchnahme solcher Dinge wie Arbeitslosengeld überflüssig werden sollte.

Daß Arbeitslosengeld und damit natürlich auch Arbeitslosenversicherungen und ähnliches überflüssig würden, ist lediglich eine Hoffnung. Aber mit Sicherheit wird die Verhandlungsposition derjenigen gestärkt, die über ihre Löhne verhandeln. Statt als erstes Streikkassen zu füllen, bevor man überhaupt an Verhandlungen denken kann, und als letztes die gesamte Volkswirtschaft lahmzulegen, indem wichtige Dienstleistungen komplett unterlassen werden, könnte man schon bei der Anstellung alle schikanösen Bedingungen ablehnen. Das Bedingungslose wirkt zu jedem Zeitpunkt wie eine gefüllte Streikkasse. Dadurch wird schließlich die Kaufkraft gestärkt, weniger als einen Mindestlohn würde man sowieso nicht akzeptieren, falls man auch vom Bedingungslosen leben könnte.

Es besteht jedoch die Gefahr, daß man zu wenig Geld für den eigenen Lebensstil durch das Bedingungslose erhalten könnte. Einerseits könnte es dadurch genauso wirkungslos werden wie ein zu niedriger Mindestlohn, andererseits will das Konzept niemandem vom arbeiten oder vom Geld verdienen (ohnehin zwei verschiedene Dinge!) abhalten. Die Ähnlichkeit mit dem Mindestlohn, den es heute zumindest in manchen Branchen und manchen europäischen Ländern schon gibt, zeigt wie wenig sich durch das Bedingungslose ändern würde. Die einzige wirkliche Veränderung wäre die, das die volkswirtschaftliche Grundlinie abgesenkt würde, unterhalb derer man sich verschuldet und überschuldet und oberhalb derer man auf immernoch unterschiedlichem Niveau existieren kann.

In den primitiven Gesellschaften, die man heute noch in Urwäldern finden kann, lebt man selbstverständlich von dem, was der Urwald bietet. Dabei kann man sich beliebig viel Arbeit machen, Wald roden, Kulturpflanzen anpflanzen oder Vieh halten. Dadurch sind auch die Menschen der primitiven Gesellschaften in der Lage, ihren Lebensstandard zu steigern. Andererseits kann man stattdessen auch mit dem zufrieden sein, was der Urwald freiwillig hergibt. Falls man vorübergehend oder dauerhaft nicht den arbeitsintensiven und zeitaufwendigen Tätigkeiten nachgehen kann, ist das besonders praktisch. In den primitiven Gesellschaften wird niemand in eine Verschuldung gezwungen, ausgebeutet oder nur deswegen gedißt, weil er sich nicht genug für völlig sinnlose Dinge abrackert. Diesen Vorteil haben die modernen Gesellschaften verloren. In dieser Hinsicht waren die Kultur und insbesondere die Zivilisation ein großer Rückschritt. Jedes Tier, sofern es in freier Wildbahn lebt, hat es noch besser als der Mensch in einer modernen Gesellschaft. Zusammen mit dem Urwald ist uns die volkswirtschaftliche Nullinie verlorengegangen, die als Fangnetz diente, und durch eine Grundlinie auf viel zu hohem und vor allem immer weiter steigendem Niveau ersetzt worden. Das Bedingungslose würde nicht mehr tun als die Grundlinie, unterhalb der man nur noch vegetieren kann, wieder etwas mehr der natürlichen Nullinie anzunähern. Je höher der Betrag ist, der dem Einzelnen durch das Bedingungslose zustehen würde, desto weiter würde die volkswirtschaftliche Grundlinie abgesenkt.

Ein Absenken der volkswirtschaftlichen Grundlinie ist eine wünschenswerte Entwicklung, weil dadurch endlich Potentiale freigesetzt würden, die zur Zeit in allen modernen Gesellschaften an völlig sinnlose Tätigkeiten gebunden sind. Genau das wäre es wiederum, was eine Volkswirtschaft erblühen ließe und einen Staat voranbrächte.

Entalphabetisierung VI


Um die Lesekompetenz meiner Leser wieder zu steigern, werden in dieser Artikelreihe einige Dinge erklärt. Besonders dringend scheint es mir im Moment zu sein, den Unterschied zwischen dem Begriff der morphischen Resonanz und dem Begriff des morphogenetischen Feldes zu erklären. Darum widmen wir uns nun diesem Gebiet.

Morphologie ist die Teildisziplin der Biologie, die sich damit befaßt, die Körperformen der Lebewesen zu beschreiben. Die Silbe morph weist immer darauf hin, daß etwas mit diesen Formen in Zusammenhang steht. Weil Fachbegriffe nicht nur präzise, sondern auch international sind, heißt die Entstehung der Körperformen nicht Formbildung oder Formentstehung oder Entstehung der Körperformen, sondern Morphogenese. Die Morphogenese ist eines der größten Rätsel innerhalb der Biologie, obwohl erste Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet vorliegen. Es wurden Gene identifiziert, die festlegen in welche Richtungen sich die Körperachsen ausrichten. Diese Gene sind in den meisten Lebewesen vorhanden (andere haben andere Achsensysteme), bei manchen kleinen Lebewesen sind bereits alle Gene bekannt. Zum Beispiel weiß man über den Fadenwurm Caenorhabditis elegans genau mit welcher Zelle zu welchem Entwicklungszeitpunkt was passiert. Über komplexere Lebewesen, zum Beispiel Säugetiere, wissen wir, daß alle Gene zusammen nicht ausreichen würden, um alle erforderlichen Positionsinformationen zu speichern. Daß die Natur die effektivsten Algorithmen für die Datenkompression kennt, die weit über das hinausgehen, was Informatiker jemals alleine entwickeln könnten, ist für den Biologen nichts weiter als eine Selbstverständlichkeit. Dennoch sind die Mechanismen der Morphogenese noch unbekannt. Unnötigerweise haben sich Biologen aus der Physik den Begriff des Feldes entlehnt, mit dem etwas beschrieben wird, das Informationen über Positionen im Raum weitergibt und auf eine rätselhafte Weise funktioniert. Die Physiker haben den Feldbegriff eingeführt, nachdem sie den Ätherbegriff abgeschafft hatten und dann bemerkten, daß ihnen in ihren Modellen etwas fehlt. Daher ist der Feldbegriff der durch Philosophen am meisten kritisierte Fachbegriff in der Physik. Biologen meinten, daß die Definition auch gut zum Rätsel der Morphogenese paßt, aber damals waren auch noch alle an der Morphogenese beteiligten Gene völlig unbekannt. Trotzdem wurde der Begriff des morphogenetischen Feldes beibehalten, weil alle Wissenschaftler konservativ sind und an Traditionen festhalten.

Der Begriff des morphogenetischen Feldes ist ein Fachbegriff, den jeder Biologe kennt und der trotzdem noch darauf wartet mit Inhalten gefüllt zu werden. Zu dem Zweck gibt es viele Theorien wie das morphogenetische Feld funktionieren könnte. Eine der Theorien heißt morphische Resonanz und stammt vom australischen Pflanzenphysiologen Rupert Sheldrake, der den Begriff des morphogenetischen Feldes übrigens garantiert nicht erfunden hat, weil das Problem schon Jahrhunderte vorher bekannt war, und der auch kein Esoteriker sein will, obwohl er aus der Ecke viele Anhänger hat.

Die Anhänger des Rupert Sheldrake aus der esoterischen Ecke würde der australische Pflanzenphysiologe lieber nicht haben, weil die seine Theorie oft verfälscht wiedergeben und als Erklärung für schon fast jedweden Unsinn heranziehen. Rupert Sheldrake hat auch schon versucht, sich von solchen Leuten und ihren abstrusen esoterischen Theorien zu distanzieren, aber das wurde leider kaum wahrgenommen. Als Pflanzenphysiologie wäre er natürlich nicht auf die Idee gekommen, den biologischen Fachbegriff des morphogenetischen Feldes zu mißbrauchen und durch den Schmutz einiger Geschäftemacher zu ziehen. Die sich um ihn herumspinnenden esoterischen Theorien haben leider kein Problem damit. Dadurch läßt sich das Problem in wissenschaftlichen Kreisen kaum noch diskutieren.

Man muß immer zwischen dem morphogenetischen Feld und der morphischen Resonanz, die nur ein Erklärungsversuch für morphogenetische Felder ist, ganz sorgfältig unterscheiden. Die Definition der morphischen Resonanz für die Leser, die davon noch nicht gehört haben, will ich natürlich nicht schuldig bleiben.

Resonanzen sind ein Phänomen, das am besten aus der Akustik bekannt ist, aber in allen Bereichen der Physik vorkommt. Spannt man eine Vielzahl an Saiten auf, die Töne in unterschiedlichen Höhen hervorbringen, darunter auch Saiten der gleichen Tonhöhe, und bringt dann eine Saite zum schwingen, so daß der Ton hörbar wird, dann wird man etwas bestimmtes beobachten können. Diejenigen Saiten, die Töne der gleichen Höhe hervorbringen, schwingen ebenfalls, während andere Saiten das nicht tun. Das ist das Phänomen der Resonanz. Resonanzen treten in sehr vielen technischen Anwendungen auf, zumeist als Problem. Laut der Theorie des Rupert Sheldrake treten Resonanzen auch in der Morphogenese auf. Seine Theorie besagt, daß vorhandene Formen über Resonanzen, die durch das morphogenetische Feld übertragen werden, dafür sorgen, daß die gleichen Formen auch an anderen Stellen entstehen. Die Theorie der morphischen Resonanz ist offensichtlich nach einer starken Verinnerlichung des physikalischen Feldbegriffes entstanden, obwohl der in der Biologie überhauptnicht nötig ist.

Das Gierer-Meinhardt-Modell des morphogenetischen Feldes liefert eine Erklärung der Morphogenese, die durch die meisten Biologen bevorzugt wird, weil es eine biochemische Erklärung ist. Es gibt noch mehr Modelle und es steht jedem frei weitere Modelle zur Erklärung der morphogenetischen Felder zu liefern, aber bisher scheint das Gierer-Meinhardt-Modell das beste und die das Modell der morphischen Resonanz das unwahrscheinlichste zu sein. Rupert Sheldrake hält die morphische Resonanz deswegen für eine gute Erklärung, weil viele Pflanzen der gleichen Art eine große Vielfalt an unterschiedlichen Formen hervorbringen können, so daß das Speichern der dafür notwendigen Informationen innerhalb eines Körpers noch schwieriger wird als bei nur einer Form. Deswegen bevorzugt er Erklärungen, bei denen die Informationen außerhalb des Körpers gespeichert werden können. Solange die Mechanismen der Morphogenese noch weitgehend unbekannt sind, lediglich für das Gierer-Meinhardt-Modell gibt es erste Bestätigungen, gibt es keinen Grund sich der Theorie der morphischen Resonanz anzuschließen.

P(ost)S(criptum): Tatsächlich, der erste Kommentator hat recht. Sheldrake stammt aus England. Wie komme ich bloß auf Australien? Das ist der einzige Kontinent, der in seiner Biographie garkeine Rolle spielt. Meine Recherchen wurden bereits gemacht als man noch nicht einfach in der Adminpedia nachschlagen konnte, um beispielsweise herauszufinden, ob ein bestimmter Ort in Indien liegt. Seinen Geburtsort veröffentlichte damals auch noch kein Autor. Ganz besonders im heutigen Desinformationszeitalter darf man sich nicht mehr auf einzelne Quellen verlassen!