2013/10/20

David Graeber für Gesellianer


Begriffe wie Regionalgeld, Schwundgeld, Freiwirtschaft, Komplementärwährung oder der Name Silvio Gesell sind inzwischen ziemlich bekannt und in jeder Diskussion über ein beliebiges wirtschaftliches Thema findet sich mindestens ein Gesellianer. Vielleicht erkläre ich einiges davon ein anderes Mal noch genauer, obwohl ich wohl nicht mehr so aktiv werde wie früher. (Mein Verfasser hat mangels eines genügenden Einkommens nicht mehr die Muße, um sich um mich so zu kümmern wie das eigentlich sein sollte.) Jedenfalls scheint es so zu sein, daß einerseits einige Außenseiter sich um die Erklärung der Freiwirtschaft wirtschaftlich Desinteressierten gegenüber vergeblich bemühen und das überall im Netz, während andererseits die Qualitätsjournaille einen Narren an David Graeber gefressen hat. Die Anhänger einer wie auch immer gearteten Freiwirtschaft weigern sich bisher, sich die Erkenntnisse David Graebers zu Gemüte zu führen. Währenddessen wird an allen anderen Baustellen das Genie Silvio Gesell beharrlich ignoriert. Beides ist sträflich leichtsinnig. Darum scheint es mir dringend geboten, wenigstens etwas Abhilfe zu schaffen und die Kernpunkte aus David Graebers Erkenntnissen auf hoffentlich rasch verständliche Weise zusammenzufassen.

Während Silvio Gesell ein Kaufmann war und seine Erkenntnisse ihm aus seiner täglichen Praxis zugeflossen sind, ist David Graeber zwar momentan ein Wirtschaftsprofessor, aber eigentlich ein Ethnologe, der zuvor ethnologische Feldforschung, hauptsächlich in vielen Teilen Afrikas, betrieben hat. Dadurch lernte er Dinge, von denen er sagt, daß sie eigentlich alle Ethnologen wissen müßten, weil sie immer auf diese Dinge treffen. Egal wo auf der Welt. Wie schon vor Jahrzehnten beim Ethnologen Carlos Castañeda (keine Angst, der hat nichts mit unserem Thema zu tun) waren Möchtegernübersetzer mal wieder nicht in der Lage so simple Dinge wie eine Berufsbezeichnung zu übersetzen. So wollen die Möchtegernübersetzer ständig Anthropologen aus den Ethnologen machen. Das nur, weil angelsächsische Ethnologen sich höchstens durch den Zusatz cultural von ihren Kollegen in der Anthropologie (denen dadurch wiederum ein Zusatz wie historical beigeordnet werden muß) selbst abgrenzen. Vor dem Hintergrund muß man schon fast froh über eine Übersetzung als Kulturanthropologe sein. Schöner wäre es natürlich, wenn Übersetzer wüßten, wovon sie reden. Das wirkt sich immer auch auf die Qualität der Inhalte aus. Wegen der geringen Bezahlung der Übersetzer kann man eigentlich keinen Vorwurf daraus machen, daß die Tätigkeit praktisch ausschließlich von unterqualifizierten Leuten ausgeübt wird. Aber zurück zum Thema. Also David Graeber hat seine ethnologischen Erkenntnisse in vielen Fachartikeln veröffentlicht, vor allem jedoch in zwei Büchern. Die Fachartikel sind bestenfalls noch als Quellen für die beiden Bücher relevant. Zusätzlich hat sich David Graeber die Hilfe von Historikern geholt. Sein Hauptwerk heißt Schulden — die ersten 5000 Jahre. Sein anderes Buch Frei von Herrschaft ist gleichermaßen interessant und wichtig, nur nicht ganz so dick. Es gibt einige Überschneidungen im Inhalt beider Bücher. Trotzdem lohnt es sich beide zu lesen. Sogar noch nach dieser Zusammenfassung.

Die bekannteste These, für die David Graeber steht, ist die, daß Wirtschaftssysteme nicht ohne einigermaßen regelmäßige Schuldenschnitte funktionieren. Darum waren Schuldenschnitte in allen Hochkulturen seit der frühen Antike üblich. Bei den Babyloniern machten sich neue Herrscher bei ihrem Amtsantritt durch den Schuldenschnitt bei ihren Untertanen beliebt. Der biblische Moses schrieb regelmäßig durchzuführende Schuldenschnitte in sein Gesetz. Aber eine Ausnahme gab es schon in der Antike. Eine Kultur, die sich dieser Tradition auf keinen Fall anschließen wollte. Das war das Alte Rom. Obwohl die Alten Römer Gold und Silber als Geld benutzten, standen damals schon den Guthaben höhere Schulden (Tilgung + Zins) gegenüber. Also konnten die Schulden niemals komplett zurückgezahlt werden. Schuldenschnitte gab es trotzdem nicht. Altrömische Schuldner waren gezwungen, ihre Schulden an andere weiterzugeben, also Nachschuldner zu finden. Um das möglich zu machen, war das Alte Rom gezwungen zu expandieren. Das Imperium Romanum mußte sich im gleichen Tempo ausbreiten, in dem seine Wirtschaft wuchs. Weil Rom sich diese Pflicht auferlegte, war es seinen Nachbarn sehr schnell militärisch stark überlegen. So lange Rom weitere Völker überfallen, unterwerfen und schließlich dem Reich einverleiben konnte, funktionierte das altrömische Wirtschaftssystem. Schließlich war das Imperium Romanum so groß, daß es nur noch an Meere, Wüsten, Sümpfe und spärlich besiedelte Urwälder grenzte. Auch die gewagtesten militärischen Expeditionen waren nicht mehr in der Lage, Nachschuldner in ausreichender Anzahl zu finden. Die Schulden sowohl des staatlichen wie auch des privaten Sektors stiegen gewaltig an. Schuldenschnitte waren weiterhin indiskutabel. Gold und Silber konzentrierten sich bei wenigen Reichen. Die Realwirtschaft kam zum erliegen. Die Städter strömten aufs Land, die Bauern subsistierten nur noch, arme Leute versuchten sich ohne Geld gegenseitig auszuhelfen, so gut es ging. Das Mittelalter war angebrochen und das gewaltige Imperium Romanum zerfallen. So kann sich sogar ein riesiges Weltreich mit seiner eigenen Sturheit selbst umbringen. Die gleiche Sturheit, die heute die Europäische Union und die Weltbank an den Tag legen.

Gesellianer und Ökonomen fabulieren nun gerne, daß die Leute im Mittelalter in die Tauschwirtschaft zurückgefallen wären. Selbige soll dann auch schon in der Steinzeit existiert haben. Bei sogenannten primitiven Völkern könne man sie noch beobachten. Nun sind Ethnologen tatsächlich Leute, die sogenannte primitive Völker beobachten, über sie Erkenntnisse sammeln und im besten Fall auch veröffentlichen. Leider nimmt die dann kaum jemand zur Kenntnis. Deswegen ist der plötzliche Ruhm David Graebers ein großer Glücksfall. Endlich können wir alle an der Beobachtung einer solchen Tauschwirtschaft bei den Primitiven teilhaben, jedoch: So eine Tauschwirtschaft existiert schlichtweg nicht! Sie ist völlig frei erfunden und zusammenfabuliert. Weder hat je irgendein Ethnologe oder sonst ein an anderen Kulturen interessierter Forscher eine Tauschwirtschaft beobachten können, noch konnten Historiker jemals irgendwo konkrete Hinweise auf eine solche finden. Die Tauschwirtschaft existierte auch nie. David Graeber war wohl der erste, der nach dem Ursprung der Legende von der Tauschwirtschaft forschte. Die war bald gefunden: Es handelt sich um eine völlig aus der Luft gegriffenen Erfindung von Adam Smith. Der lieferte schon damals keinen einzigen Hinweis darauf, wie, wo, wann oder warum das je stattgefunden haben sollte. Trotzdem fielen alle auf ihn herein. Sogar Silvio Gesell erging es nicht anders. Von Ökonomen darf man sowieso nicht erwarten, daß sie sich um die Realität auch nur im Entferntesten scheren.

Daß es eine richtige Tauschwirtschaft nirgendwo gibt, halte ich für David Graebers wichtigste Erkenntnis. Geldwirtschaft gibt es bei den sogenannt primitiven Völkern übrigens auch nicht. Zwar ist das Muschelgeld mancher primitiver Völker sehr bekannt, trotzdem handelt es sich dabei nicht um Geld dem Sinn, in dem wir und andere Kulturen und Zivilisationen Geld verwenden und verwendeten. Geld ist ein Oberbegriff, unter den durchaus unterschiedliche Dinge und Funktionen gezählt werden. Die nicht genauer zu definieren führt zu den meisten Mißverständnissen in allen Diskussionen über jegliche Wirtschaftsthemen. Das Muschelgeld besteht aus den Gehäusen von Kaurischnecken, aber es werden auch oft Wildschweinzähne verwendet oder fast schon beliebige andere Gegenstände. Das Muschelgeld dient dazu, Leute zu ehren. In unserer Zivilisation würde dem Medaillien und Orden entsprechen. Auch das nur einigermaßen. Getauscht werden Waren nur mit anderen, oft sogar verfeindeten Stämmen. Manchmal werden die Waren extra zu diesem Zweck hergestellt und sind eher Kultgegenstände als wirklich benötigte Dinge. Das Ritual des Tauschens ist Teil eines größeren Rituals, in dem auch viel gefeiert wird und bei dem es bei manchen Völkern auch zum Partnertausch mit Paaren des anderen Stammes kommt (irgendwie muß schließlich auch etwas gegen die Inzuchtgefahr in Stämmen mit wenigen Mitgliedern getan werden). Insgesamt sind solche Rituale friedenserhaltende Maßnahmen, finden nur in langen zeitlichen Abständen statt und können schon deswegen kein Teil des gewöhnlichen Wirtschaftens sein.

Tatsächlich funktioniert das Wirtschaftssystem aller sogenannten primitiven Völker wie folgt: Innerhalb einer Familie wird alles geteilt, andernfalls wäre man schließlich keine Familie. Innerhalb einer Sippe wird alles geteilt, andernfalls wäre man schließlich keine Sippe. Innerhalb eines Stammes wird alles geteilt, andernfalls wäre man schließlich kein Stamm. Unter Freunden wird alles miteinander geteilt, andernfalls wäre man schließlich nicht miteinander befreundet. Eigentum ist immer kollektiv und es gibt nichtmal ein Wort dafür. Tatsächlich hat David Graeber auch noch recherchiert, daß unser moderner Eigentumsbegriff erst um 1800 in England erstmals aufkam. So etwas wie eine Tauschwirtschaft wäre also weder in der Steinzeit noch im Mittelalter jemals irgendwo möglich gewesen. Nichtmal dann, wenn man Adam Smith und sein Werk hätte kennen können. Absolut keine Chance!

Die sich daraus ergebende große Frage, nämlich wieso manche Völker eine Geldwirtschaft entwickelt haben und andere nicht, beantwortet David Graeber gleich auch noch. Bei den primitiven Völkern sind alle Leute gleich. Es gibt dort keine Sklaven und keine Unterdrückung und keine Menschen, die über die anderen Menschen herrschen. Das definiert diese Völker als primitiv. Völker mit einer Geldwirtschaft sind dagegen immer unterteilt in wenige Reiche und viele Arme, die dafür schuften und sich abrackern müssen, daß die Reichen bequem die Füße hochlegen und sich bedienen lassen können. Das ist übrigens auch damit gemeint, wenn man, wie zuletzt Papst Franziskus, Geld als Exkremente des Teufels bezeichnet. Eine derartige Unterteilung in Herren und Sklaven wollen die Primitiven auf keinen Fall haben. Deswegen ist ihr Gesellschaftssystem darauf ausgerichtet, solche Tendenzen garnicht erst aufkommen zu lassen. Das manchen primitiven Völkern eigene, kriegerische Auftreten dient übrigens demselben Zweck. Wenn man solche Freiheit nur dann findet, falls man nur mit einem Lendenschurz bekleidet im Wald lebt, dann bringt man halt dieses Opfer. Aus der Sicht der Primitiven ist es das wert. Leider erscheinen die Verlockungen moderner Technik oft zu stark, wenn sie gegen die Freiheit von Sklaverei abgewogen werden.

Nachdem uns nun bekannt ist, daß auch Silvio Gesell auf die Erfindung des Adam Smith hereingefallen ist, bedeutet das nun, daß er sich geïrrt haben muß? Einerseits waren die Voraussetzungen für seine Theorie nicht ganz richtig, darum müssen sich Fehler konsequent durch seine Schlußfolgerungen hindurchziehen. Andererseits braucht man sich nur mal die Werke Silvio Gesells zu Gemüte zu führen, um rasch festzustellen, daß er tatsächlich ein Genie war. Lediglich dort, wo er von der Tauschwirtschaft ausging, muß man seine Schlußfolgerungen entsprechend korrigieren. Im Laufe seines Lebens hat er schließlich selbst schon erkannt, daß er einen Fehler gemacht hatte als er die Umsetzung seiner Reformen von Regierungsseite forderte. Die nämlich hatte sein Werk (übrigens anders als viele Gesellianer) sehr wohl verstanden! Deswegen war ihr auch klar, daß sie in einem freiwirtschaftlichem System drastisch an Macht verlieren würde. Deswegen war ihr auch klar, daß sie dagegen etwas unternehmen müßte. Deswegen wurde den freiwirtschaftlichen Bestrebungen in der Bevölkerung im Rahmen der Brüningschen Notstandsverordnungen ein Riegel vorgeschoben. Freiwirtschaft wäre ein System, mit dem wir uns den Primitiven in so weit annähern, daß wir frei von Herrschaft, Sklaverei und Unterdrückung leben könnten, aber ohne deswegen auf technische Errungenschaften verzichten zu müssen. Den Mächtigen, den Profiteuren des aktuëllen und menschenverachtenden Systems kann das niemals Recht sein! Darum kann die Freiwirtschaft niemals selbst das Ziel sein, sondern immer nur eine Methode im Kampf gegen Unterdrückung und Sklaverei! Eigentlich eine sehr frustrierende Erkenntnis. Aber eine Erkenntnis, die nicht ignoriert werden darf, sofern man sich ernsthaft für die Verbesserung der heutigen Lebensumstände interessiert.

2012/01/14

Energiewende VII


Stellt euch mal vor, man wollte wirklich etwas gegen einen zunehmenden Treibhauseffekt unternehmen und nicht nur Leute abziehen. Was würde man dann wohl tun? Es gibt doch bestimmt eine einfache und preisgünstige Lösung dafür? Ja, selbstverständlich gibt es die.

Dabei handelt es sich um die Beeinflussung des Albedo unseres Planeten. Albedo ist die Bezeichnung für den Anteil der auf einen Himmelskörper einfallenden Strahlung, der von dem Himmelskörper zurückgeworfen wird. Schwarze Gegenstände wandeln ungefähr achtzig Prozent der Sonneneinstrahlung in Wärme um, weiße Gegenstände dagegen nur ungefähr zwanzig Prozent. Stellt man sonst nichts mit der Sonneneinstrahlung an, dann wird sie in den Weltraum zurückgeworfen. Viele Menschen praktizieren das bereits mit blauen und verglasten Solarzellen. Man kann leicht ein noch viel höheres Albedo erzeugen, aber Solarzellen sind sowieso die am wenigsten sinnvolle Anwendung für ein hohes Albedo. Aber an allen anderen Stellen wäre weiße Farbe sehr effektiv, falls man eine Erderwärmung verhindern wollte. Mein Verfasser hatte schon vor Jahren und zwar öffentlich im Netz den Vorschlag gemacht, Bauvorschriften dahingehend zu ändern, daß Hausdächer nur noch mit weißen Ziegeln gedeckt werden dürfen. Weil das kostenneutral funktioniert hätte, hat sich natürlich niemand dafür interessiert. Aber jetzt haben endlich auch andere das Offensichtliche bemerkt. Ein Nordamerikaner namens Steven Shoe möchte, daß alle Gebäude weltweit weiß gestrichen werden wie das bereits auf Menorca im Mittelmeer der Fall sein soll. Er hat ausgerechnet, daß das den gleichen Effekt hätte wie eine Kohlendioxideinsparung von einmilliardenzweihundertmillionen Tonnen. Das wiederum soll mit schlappen neunhundertmillionen Litern weißer Farbe bewerkstelligt werden können. Städte, in denen stattdessen Klimaanlagen laufen und die Außentemperaturen dadurch weiter erhöhen, weisen eine um bis zu sechs Grad Celsius erhöhte Temperatur im Vergleich zu ihrem Umland auf.

Berücksichtigt man außerdem, daß man zu dem Zweck auch weiße Kalktünche verwenden könnte, für deren Herstellung man Kohlendioxid verbraucht, dann wäre der Effekt auf das Erdklima noch größer. Unterdessen haben vier Peruaner nicht erst auf Steven Shoe oder sonst jemanden gewartet, sondern schonmal damit begonnen die Anden weiß zu streichen. Das soll das Albedo der Erde mindestens so weit erhöhen wie die Erde durch den Rückzug einiger Gletscher an Albedo verloren hat. Durch ein höheres Albedo würden sich die Gletscher vergrößern und den Effekt so auch noch erhöhen. Also wieso arbeiten bisher erst ganze vier Leute an dem Projekt?

Um außer den Städten auch noch die Berge weiß anzustreichen, wird noch viel mehr weiße Farbe oder kalkweiße Tünche benötigt. Aber die Möglichkeiten sind nicht auf weiße Farbe beschränkt. Wer die Sache mit der Manipulation des Albedo verstanden hat und außerdem auch noch weiß, daß Wind hauptsächlich durch Temperaturunterschiede in der Atmosphäre entsteht, kann Muster aus hellen und dunklen Flächen entwerfen, durch die sich Wind steuern ließe. Damit könnte man Tornados und Stürme um menschliche Siedlungen und andere empfindliche Strukturen herumlenken. Alle durch Stürme verursachten Schäden sind nichts anderes als falsch genutzte Energie! Auch indem man die Energie aus dem Wind oder aus der Sonnenstrahlung rechtzeitig nutzt, bevor sie sich für Stürme hergibt, kann man Sturmschäden verhindern. Das ist der beste Grund dafür, regenerative Energien zu nutzen.

Falls du nun endlich auf den Trichter gekommen bist und in die Produktion weißer Farbe einsteigst, dann hast du die Chance an der Energiewende selbst zu verdienen anstatt nur dafür zu bezahlen. Falls du viel daran verdienst, dann denk an mich (immerhin habe ich dich darauf gebracht) und gib auch mir etwas davon ab!

2011/12/21

Astromagie X


Im zehnten Artikel über Astromagie stelle ich euch das System der Finanzherrscher vor. Laut einer amerikanischen Astrologin namens Dr. J. Lee Lehman ist das System uralt. Sollte das so sein, dann war die kurze Quellenangabe bereits nicht nötig. Weil das System uralt ist, deshalb fungieren nur die sieben klassischen Planeten als mögliche Finanzherrscher. Sie stehen für Folgendes:

Sonne: Man ist finanzjell unabhängig, lebt vielleicht nicht im Überfluß, aber die Finanzen sind ausgeglichen. Ab und zu kann man sich auch mal etwas Luxus leisten.

Mond: So wie der Mond abnimmt und zunimmt, hat man mal mehr und mal weniger Geld zur Verfügung, weil die Einkünfte schwanken. Das Wohlbefinden ist trotzdem oder vielleicht deswegen vom Geld abhängig.

Merkur: Der Umgang mit Geld ist bedacht und kaufmännisch. Geld wird vorzugsweise investiert oder auch für Reisen ausgegeben.

Venus: Das Geld fließt. Es kommt herein und geht gleich wieder hinaus. Besonders für Luxusgüter wird es gerne ausgegeben. Man sieht Geld vor allem als Mittel an, um das Leben genießen zu können.

Mars: Nur mit Kraft und Einsatz kommt man zu Geld. Es wird einem nichts geschenkt.

Jupiter: Man leistet sich einen großzügigen und verschwenderischen Umgang mit Geld und kann sich das leisten, weil glückliche Umstände das Konto immer wieder auffüllen.

Saturn: Von Saturn kommt niemals etwas Gutes, auch hier nicht. Man muß sparen und sich trotzdem Sorgen ums Geld machen, weil es oft nicht reicht.

Der Finanzherrscher wird durch das Zweite Haus bestimmt, aber er ist nicht dessen Herrscher! Zur Bestimmung des Finanzherrschers unterteilt man das Leben in die drei Abschnitte Kindheit, Mitte und Alter. Weil Menschen unterschiedlich lange leben, nehmen ich und mein Verfasser an, daß die Einteilung nach den alterstypischen Einkommensquellen vorzunehmen ist. Das ist zwar nur eine Annahme, aber eine bessere Erklärung für die Einteilung haben wir nicht. Jedoch kommt bei alten Systemen immer auch die Einteilung nach Saturnumläufen in Frage. Kindheit und Jugend gehören dann zum ersten Saturnumlauf von ungefähr neunundzwanzig Jahren Dauer, der zweite repräsentiert die Lebensmitte und der dritte das Alter. Nach jedem Saturnumlauf soll man weniger Beschränkungen unterliegen und falls man einen vierten Saturnumlauf erlebt, dann auch nicht mehr dem Einfluß der Sterne. Uralte System sind kompliziert, deswegen sind noch zwei Dinge mehr zu berücksichtigen. Nämlich ob die Sonne zum Zeitpunkt der Geburt über (Tag) oder unter (Nacht) dem Horizont stand und das Element des Tierkreiszeichens, das sich an der Spitze des Zweiten Hauses befindet. Am besten stellen wir das mit Hilfe einer Tabelle dar:








ElementKindheitLebensmitteAlter
FeuerTag: Sonne
Nacht: Jupiter
Tag: Jupiter
Nacht: Sonne
Tag und Nacht: Saturn
ErdeTag: Venus
Nacht: Mond
Tag: Mond
Nacht: Venus
Tag und Nacht: Mars
LuftTag: Saturn
Nacht: Merkur
Tag: Merkur
Nacht: Saturn
Tag und Nacht: Jupiter
WasserTag: Venus
Nacht: Mars
Tag: Mars
Nacht: Venus
Tag und Nacht: Mond


Das System verlangt geradezu danach, daß man die eigenen finanzjellen Verhältnisse durch einen Umzug in eine bessere Gegend, die man durch die Methode der Relokation herausfindet, verbessert, falls man feststellt, daß man dem Einfluß eines ungünstigen Finanzherrschers unterliegt. Bei jeder Relokation sollte man neben den Weltlinien besser auch den Finanzherrscher und den Aszendenten berücksichtigen. Zum Beispiel führt ein Aszendent, der erst durch eine Relokation im Krebs zu liegen kommt und natürlich nach wie vor auf die körperliche Erscheinung hinweist, dort zu einer Zunahme der Fettpolster. Das weiß mein Verfasser sogar aus Erfahrung. Je mehr mögliche Einflüsse man berücksichtigt, desto mehr wird die Relokation eine Methode für Fortgeschrittene. Trotzdem ist es die lohnendste Methode, weil man noch größtenteils selbst bestimmen kann, wo man sich aufhält, während sich andere Faktoren oft dem eigenen Einfluß entziehen. Etwas einfacher wird es dadurch, daß sich die meisten Sensitiven Punkte durch eine Relokation nicht verändern lassen.

2011/12/11

Das Schicksal der Welt X


Die relativ friedliche Zeit der Zweitausendzwanziger und noch mehr der Zweitausenddreißiger Jahre bedeutet nicht, daß die wenigen Überlebenden wie heute leben werden. Das wird nicht mehr möglich sein. Vieles wird zerstört sein. Ausbeutung wie heute wird nicht mehr akzeptiert werden. Für einige Zeit wird niemand mehr Reichtum aufbauen können, indem er tausend andere in tiefste Armut stürzt. Die dafür notwendigen Machtkonzentrationen werden aufgelöst sein. Die meisten Maschinen werden aufgrund des Treibstoffmangels nicht mehr betrieben werden können. Heutige EU-Beamte können den Ski-Urlaub ihrer Angehörigen vom Steuerzahler bezahlen lassen. Wegen solcher und ähnlicher Ausbeutung müssen heute viele Menschen mitten in Europa in ärmlichen Verhältnissen leben. Sie können keine Vorsorge für die Zukunft treffen. Während militärischer Besetzung und erst recht während Naturkatastrophen wird nicht viel produziert. Für die wenigen Überlebenden wird das zu einer großen Hungersnot führen. Statt auf professionelle Soldaten wird man überall auf Plünderer treffen können, aber Kämpfe mit denen oder zwischen denen werden an anderen Orten nicht zur Kenntnis genommen. Das wird auch nicht möglich sein, mangels Nachrichtensystemen. Manche derer, die die Zukunft sahen, berichten davon, daß es eine große Fluchtbewegung aus dem Norden in den Süden geben wird, wegen des Hungers in Europa. Wer glaubt, bis dahin noch überleben zu können, sollte bedenken, daß die heute in Afrika Verhungernden wegen des Verhaltens der Europäer dort verhungern! Der Grund dafür ist nicht nur, daß die Europäer nicht helfen, wo sie könnten, sondern vielmehr, daß sehr viele Europäer diejenigen bezahlen, die für das Geld den Afrikanern das Essen wegnehmen, um es entweder an Tiere zu verfüttern oder sogar der Spekulation zuführen, was bedeutet, daß die Nahrungsmittel zum großen Teil sogar verbrannt werden, nur um die Preise zu erhöhen! Wo immer irgendjemand die Chance gehabt hat, ein bißchen Einblick in unser Wirtschaftssystem zu nehmen, wird er den durchschnittlichen Europäer als aggressiven Ausbeuter ansehen. Ausbeuter werden bestimmt nirgendwo mehr willkommen sein!

Unter den Bedingungen dürfte es nicht weiter verwunderlich sein, wenn sich ehemalige Ausbeuter oder deren Nachfahren um starke Führer schaaren und schließlich ein neues System der Herrschaft und Unterwerfung etablieren werden. Wie immer in der Geschichte, werden die Menschen absolut nichts aus ihrer Geschichte gelernt haben und sie einmal mehr wiederholen. Höhere Mächte geben nicht viel auf die Zustände in der physischen Welt. Die Menschen werden einen weiteren Versuch nach dem anderen unternehmen, bis sie es endlich verstanden haben. Das heißt es wird nach weiteren Jahrzehnten noch einen Versuch geben und noch einen und noch einen, bis der Mensch endlich auf die Idee kommt, daß die Verelendung anderer Menschen ihn doch nicht am leben halten kann. Höhere Mächte werden zwischendurch immer wieder die Menschen vernichten, die in der Hinsicht versagt haben. Letztendlich ist das sogar der Zweck, dem die Sterblichkeit des Menschen dient und nur deswegen ist sie überhaupt notwendig.

2011/12/01

Geänderter Spendenaufruf


Wie jeder andere Blök auch, wird sich auch Zhèng Míng (正名) zu Finanzierungszwecken auf Werbung verlassen (müssen). Trotzdem wird der Spendenaufruf am Seitenrand bestehen bleiben. Die Spenden sind ab sofort lediglich für einen noch besseren Zweck vorgesehen, nämlich um Programmierer dafür zu bezahlen, daß endlich mal ein paar sinnvolle Programme erstellt werden, die auch ihr dann im Netz benutzen könnt.

Hier wird sich einiges ändern


Manche der verlinkten Netzseiten, insbesondere das sehr interessante Beschwerdezentrum wäre zu nennen, existieren bereits nicht mehr. Was soll man da machen, wenn man kein Plagiat anfertigen will? Weniger verlinken und die interessantesten Informationen und deren beste Belege nicht mehr zugänglich machen? Das Problem ist noch nicht gelöst, auch nicht das, was mit den toten Verlinkungen geschehen soll. Erstmal werden sie sozusagen als Mahnmale stehen bleiben.

Inzwischen gibt es andere, gleichfalls wichtige Dinge zu besprechen. Der Blök wurde in der letzten Zeit etwas vernachlässigt. Das ließ sich nicht vermeiden, schließlich führten auch wiederholte Aufrufe nicht zu Spenden. Also muß sich etwas ganz Wesentliches ändern.

Schluß mit werbefrei! Angeblich hassen viel Internetnutzer die überall vorfindbare Werbung. Das müßte dann dazu führen, daß werbefreie Netzseiten mehr Besucher anlocken als andere. Aber das ist nicht der Fall. Die meisten derer, die über überall anzutreffende Werbung jammern, suchen wohl nichts weiter als eine Gelegenheit zum jammern. Die Netzseiten, die die meisten Besucher vorzuweisen haben, sind voll mit Werbung! Nur übertreiben darf man es nicht, besonders blinkende und ähnlich nervende Werbung provoziert Gegenmaßnahmen. Aber sonst scheint Werbung auf einem Blök wie dem hier dringend benötigt zu werden. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!

2010/11/27

Netzgezwitscher


Zur Zeit ist es sehr hip über alles, was man gerade tut oder nicht tut, auf einem Dienst für Kurzmitteilungen im Netz zu berichten. Das wird hauptsächlich deswegen gemacht, weil dafür intensiv geworben wird. Warum wird wohl dafür so intensiv geworben? Selbstverständlich weil der Dienst Twitter eine Datensammelkrake ist wie es kaum eine weitere gibt, die Daten in einen fremden Rechtsraum schafft, dort verarbeitet und dann mit dem Verkauf eurer aufbereiteten Daten Geld „verdient“. Nur so kann sich der Dienst die intensive Werbung überhaupt leisten. Nun hat niemand etwas dagegen, wenn Geld verdient oder auch nur eingenommen wird. Aber wer sonst um den Umgang mit den eigenen Daten besorgt ist, der sollte wissen, von welchen Diensten im Netz er (die männliche Form reicht hier, denn weibliche Menschen interessiert es sowieso nicht, was mit ihren Daten geschieht) sich fernhalten muß. Vor allem sollte ihm genau das auch weiterhin ermöglicht bleiben!